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Angstschwindel beim Auto(bahn)fahren

msaxx35 hat die Diskussion gestartet


Wollte mich mit meinem Problem mal an das Forum hier wenden, da ich mittlerweile nicht mehr weiter weiß.

Ich habe jetzt schon seit mehreren Jahren mit Ängsten und Depressionen zu tun, die ich im großen und ganzen immer wieder ganz gut in den Griff bekommen habe.

Nur 2 Dinge sind geblieben: Angstschwindel beim Auto(bahn)fahren, Angst vor Zittern beim Trinken vor anderen Leuten.

Zweiteres will ich hier jetzt nicht näher behandeln, denn da habe ich es mittlerweile aufgegeben an eine Lösung des Problems zu glauben. Ich schreibe es nur deshalb rein, weil ich glaube das es irgendwie ähnlich ist: Man möchte keinen Schwindel kriegen / nicht zittern, möchte es mit aller Kraft vermeiden, verkrampft und dann passiert es justament. Es ist Teufelskreis, den man einfach nicht durchbrechen kann.

Worüber ich schreiben will, ist dieser Angstschwindel beim Auto(bahn)fahren:

Dazu muß ich sagen, daß ich seit mehr als einem Jahrzehnt gerne Auto fahre, zig Kilometer gefahren bin und auch nie einen Unfall hatte.

Irgendwann (vor etwa 3-4 Jahren) hat es dann mit diesem Angstschwindel auf der Autobahn begonnen:Ich bekomme attackenartig das Gefühl, daß das Auto nach links oder rechts ausbricht, dadurch gerate ich in Panik und nach relativ kurzer Zeit habe ich das tiefe Gefühl, überhaupt keine Kontrolle mehr über das Auto zu haben, was in dieser Situation ein absolut vernichtendes Gefühl ist. Das ganze hat nicht die Qualität einer Panikattacke, die langsam kommt und langsam wieder geht - es kommt im Sekundentakt wie eine Attacke und würde man 3 Stunden fahren, wäre es am Ende genauso intensiv wie am Anfang (alles schon selbst erlebt). Passiert ist zwar noch nie etwas, aber man verhält sich dann total unrational, weil man wie gelähmt ist und sich nicht mal mehr traut zu schalten, extrem rechts fährt etc. etc. Also in meinen Augen nicht ungefährlich.

Besonders schlimm ist es auf mehrspurigen Straßen, Autobahnen (ist mittlerweile der absolute Horror), bei höherem Tempo, lange Geraden, bergab fahren.

Ich habe schon so einiges probiert - Konfrontation, Sport etc., ich habe in meinem Leben einiges verändert, seit über 2 Jahren mache ich Psychotherapie (mittlerweile die zweite Therapeutin), aber verbessert hat sich rein gar nichts. Ganz im Gegenteil, es hat sich eher weiter verschlimmert.

Tja, was soll ich sagen - der Leidensdruck ist mittlerweile enorm. Und der Frust sitzt tief, weil ich ja paradoxerweise gerne Auto fahre. Es ist wie ein Hobby, daß ich jetzt nicht oder nur noch sehr eingeschränkt machen kann. Die Mobilität ist auch sehr eingeschränkt, weil man irgendwann einfach keine Lust mehr drauf hat, wie ein Kaninchen vor dem Fuchs erstarrt im Auto zu sitzen.

Diese Seite betreffend Autobahnangst mit dieser Fahrlehrerin habe ich auch schon gesehen, aber ich glaube eher weniger, daß dies das richtige ist. Dürfte wohl eher etwas für Leute mit wenig Fahrpraxis sein.

Hat hier irgendwer schon ähnliche Probleme gehabt ? (wobei ich eher jene Leute anspreche, die so wie ich schon jahrzehntelang problemlos Auto gefahren sind und dann plötzlich Probleme bekamen und eher weniger solche, die Angst wegen mangelnder Fahrpraxis haben)

Vielleicht kann mir ja irgendjemand Tipps geben oder mir seine Erfahrungen schildern. Dafür wäre ich sehr dankbar !

Antworten
LXamaqleixn


ich kenne das nur zu gut. ich war panikpatient. war sogar in der klinik... und was von all dem übrig geblieben ist, ist die angst beim autofahren und wenn ich vor leute auftreten muss und still stehenbleiben muss.

bei mir ist das beim autofahren auch nur auf geraden, langen strecken und autbahnen so.

und ich weiss auch, was der grund ist...genauso wie bei den auftritten. ich habe zu viel zeit zum nachdenken. dann brechen nämlich die zwangsgedanken durch: "was ist, wenn ich einfach mal gegen den baum fahre, mein reifen platzt, was ist, wenn ich jetzt umkippe.."

ich bin früher ohne probleme auto gefahren. habe mir über sowas nie gedanken gemacht, jedoch vor 7 Jahren war ich zu meinem freund unterwegs und ich habe eine klassische panikattacke bekommen. dann folgte eine panikstörung auch aus anderenn gründen und ich landete in der klapse. mittlerweile stehe ich mitten im leben, arbeite und nehme auch keine medikamente mehr. aber ich habe immer noch probleme beim autofahren und eben bei auftritten, wo ichlange auf einer stelle stehen muss.

beim autofahren ist es eben das problem, dass es gefährlich ist, wenn sich die ängste bewahrheiten. bei den auftritten ist es, dass es peinlich ist, wenn ich umfalle usw.

bei beiden sachen sind für einen die folgen eben sehr drastisch, was dann eben zu den angstreaktionen führt.

ich weiß da ehrlich gesagt, nicht wirklich eine lösung. allenfalls ablenkung, weil das eben nur passiert, wenn man zu viel zeit zum nachdenken hat. sobald man abgelenkt ist, wird man nicht so extrem übermannt von der angst. ablenkung könnten vielleicht hörbücher sein bei langen unspektakulären autobahnfahrten. so viel muss man da auch nicht auf den verkehr achten im grunde. und man kann sich mehr auf das hörbuch konzentrieren. oder eben jemanden im auto mitnehmen und sich unterhalten.

ich bin weniger scharf drauf, ständig auto zu fahren...insofern ist bei mir der leidensdruck nicht so enorm. ich fahre halt, wenns sein muss und es ist unangenehm und ich muss mit den ängsten kämpfen, aber es ist jetzt nicht sooo einschränkend für mich. im moment kann ich mir von meinem einkommen auch noch kein auto leisten, aber wenns mal so weit ist, werde ich sicherlich hadern... das wird dann bei mir eher ein stadtauto. :-)

bei dem trinken vor leuten: ist aus meiner sicht (obwohl ich panikpatient bin) echt kein desaster. selbst wenn man zittert, na und? klar, die blicke der andern und evtl. die fragen, ob man ein problem hätte...

was würdest du darauf sagen?

viele grüße,

lama o:)

miabx3x5


Ja bei mir ist das auch eine Art von Zwang - ich muß die Kontrolle haben. Über das Zittern und über das Auto. Ich versuche etwas bewußt zu kontrollieren, was normalerweise unbewußt abläuft. z.B. Schwindel - ich versuche das Gleichgewicht bewußt zu regulieren, obwohl es sowieso reguliert wird und dann wird mir erst recht schwindlig. Ich versuche Zittern um jeden Preis zu vermeiden und zittere erst recht (weil man in Anspannung nun mal zittert).

Das Problem ist nur: Ich kann diesen Kontrollzwang über mich und meinen Körper einfach nicht abstellen.

Ablenkung hilft bei mir leider gar nicht: z.B. Autofahren. Ich kann nebenbei Radiohören, mit jemand reden und Kopfrechnen - dem Schwindel macht das nichts aus - der tobt sich nebenbei munter weiter aus.

In den Psychotherapien habe ich ja zum Thema Angst und Autofahren immer gehört: Es wird nichts passieren.

Wenn man aber in so einem schlimmen Schwindel/Angst-Zustand ist, dann reagiert man einfach nicht mehr rational. Man fährt extrem rechts, schaut nicht mehr in die Spiegel, traut sich nicht mehr schalten, krallt sich am Lenkrad fest - wie eben der Hase vor dem Fuchs - vor Angst erstarrt. Man will einfach nur möglichst schnell raus aus dieser Situation. Man weiß, daß alles vollkommen unnötig ist, kann sich aber nicht dagegen wehren.

Daß mit der Konfrontation kann ich auch schon nicht mehr hören. Im vorigen Jahr mußte ich beruflich fast jede Woche 400km Autobahn fahren. Aber es wird bei mir nicht besser, egal wie lange ich fahre.

Was ich beim Zittern drauf sagen würde ? Gar nichts vermutlich - was soll ich denn auch sagen: Ach wissen Sie, ich habe da nur so eine Angststörung und kann das leider nicht abstellen. Es würde sowieso niemand verstehen.

Also ich sehe das leider momentan nicht so gelassen, denn beides schränkt mein Leben massiv ein.

Wenn Du mal mit wem weggehen willst - was machst Du ? Man geht was trinken -> Kommentar überflüssig.

Wenn Du mal was unternehmen und wo hinfahren willst, was brauchst Du dazu ? -> Ein Auto

L+aOmale"ixn


bei dem zittern würde ich mir eine ausrede suchen. klar versteht es keiner, wenn du sagst: ja ich hab angst vorm zittern und deswegen zittere ich, weil ich angst habe, mich zu blamieren.

:|N

du musst dir was harmloses suchen. wenn du zitterst und jemand fragt, dann sagst du zum beispiel etwas wie: ja ich bin so nervös, weil deine gegenwart mich so sehr verunsichert *scherz*

(kommt natürlich erstmal auf die leute an...aber wenns kumpels oder frauen sind, dann kann man das schon mal sagen)

und anschließend kannst du ja irgendwas anderes bringen (schwäche im handgelenk) oder so. eine orthopädische problematik eben. was körperliches.

damit nimmst du dir den druck weg. wenn du dann wieder mit den leuten weggehst, wird das denen nicht wirklich mehr auffallen und du nimmst dir selbst die angst.

bei autofahren kann ich dir echt nicht viel raten.

was hast du denn für eine therapie genau gemacht? eine klassische verhaltenstherapie? ich kenne noch die kognitive verhaltenstherapie. die fand ich nicht schlecht zumal man da denkmodelle ausarbeitet und gezielt gegengedanken für die negativen gedanken und ängste findet. diese kann man dann in der speziellen therapie anwenden. das wird dann extra für die eine situation gemacht. du selbst musst dir dann gegengedanken ausdenken, die du mit deinem therapeuten auf sinnhaftigkeit prüfst.

hast du mal sowas gemacht?

lama

m5ax3x5


Das mit den Ausreden ist eh meistens meine Methode, um nicht völlig auszuweichen.

Ich trinke dann meistens gar nichts oder ich nehme das Glas in beide Hände, was super bescheuert aussieht. Aber mit einer Hand wäre ich zu zittrig, um es zum Mund zu führen.

Tja, zur Psychotherapie:

Die erste Therapeutin war im nachhinein gesehen eine Katastrophe.

Obwohl ich die Dinge von Anfang an beim Namen genannt habe, hatte ich nie das Gefühl, daß sie es verstanden hat.

Dafür hat sie mir Sachen "angedichtet" die überhaupt nicht gestimmt haben ("Sie spüren sich nicht" - genau das Gegenteil ist der Fall, ich spüre und reagiere auf jede Kleinigkeit).

Das Highlight war dann, wie sie mir als Mensch mit sozialphobischen Ängsten sagte, mir fehlen männliche Anteile und deshalb würde es mit den Frauen nicht klappen. Daß Zittern gegenüber dem anderen Geschlecht nicht hilfreich ist, wußte ich selbst auch, nur wenn ich gewußt hätte, wie ich es abstelle, dann wäre ich ja nicht vor ihr gesessen. Daß mit den männlichen Anteilen war sowieso völliger Bullshit - ich bin nun eben kein Mann, der jeder Frau wie ein brünftiger Gorilla nachsteigt und der will ich auch nicht sein.

Mir hat es dann gereicht und ich hab ihr ein E-mail geschickt und ihr den Laufpass gegeben. Ein halbes Jahr später hatte ich eine Freundin...

Tja,was habe ich eigentlich dort in der Therapie gemacht: Rollenspiele, Zeichnen und Gespräch. Verhaltenstherapie ? Ich weiß nicht, ob es Verhaltenstherapie ist, wenn man gesagt bekommt, daß man wieder auf die Autobahn soll um beim nächsten Mal wieder zu berichten, welcher Horror es war.

Wegen des Zitterns meinte sie, daß das meist bei einem Gefühl ist, welches nicht nach außen kann. Mag zwar stimmen, aber sicher nicht bei einer spezifischen Sozialphobie.

Nun gut, was mache ich in der zweiten Therapie.

Sie fragt mich, wie es mir geht. Dann reden wir über Alltägliches. Wir reden über meine Ängste, sie erklärt mir einiges. Sie hat mir Atemtechniken gezeigt und auf die hier besprochene Ablenkung hingewiesen - schnell wurde klar, daß das alles nichts hilft.

Teilweise wird über meine Vergangenheit gesprochen - einiges durchaus interessant und richtig, aber irgendeine klare Ursache oder ein Zusammenhang mit den Ängsten ist nicht ersichtlich.

In letzter Zeit als die Sache wieder deutlich schlimmer wurde, hat sie mich gefragt, ob irgendetwas besonderes passiert ist (war in der ersten Therapie übrigens genauso, wenn es mal schlechter wurde) - es ist nichts besonderes passiert.

Und manchmal frage ich mich auch bei ihr, ob sie überhaupt versteht. Ich meine, da redet man oft wochenlang,monatelang über eine Angst und wenn man das nächste Mal bei ihr zu Tür reinkommt, fragt sie: "Wollen sie etwas zum Trinken ? Ich stelle Ihnen halt ein Glas Wasser hin" - und das nicht als Therapiesituation, sondern einfach als normale Frage bei der Begrüßung. Da frage ich mich dann wieder: bilde ich mir nur ein, daß ich alles über mich und mein Problem erzählt habe ?

Ich meine, das ist so, wie wenn man einen Handamputierten fragt, ob er einem mal die Hand schütteln will.

Naja - ich bin jetzt nahe davor, auch diese Therapie abzubrechen. Wenn ich wenigstens ein einziges Mal irgendeinen Funken Besserung im Zusammenhang mit der Therapie setzen könnte. Aber die gibt es ja nicht - ganz im Gegenteil. Es ist wie in einem Labyrinth aus dem es keinen Ausgang mehr gibt und man rennt wie ein Irrer darin herum.

Nüchtern betrachtet kostet es nur eine Menge Geld und ich habe jemand, dem ich mein Problem erzähle. Mehr ist es aber dann auch schon nicht.

Wie die Therapien definiert waren: Das erste war eine Gestalttherapie mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen würde ich sagen. Das zweite ist eine systemische Therapie. Und beide Therapeutinnen haben sich auf die Fahnen geheftet, auf Angststörungen spezialisiert zu sein.

Kognitive Verhaltenstherapie habe ich wohl noch keine gemacht, wenn ich aber die Schilderungen lese, sehe ich aber vorab schon ein Problem: Die negativen Gedanken kommen so schnell, daß sie mir nicht mal richtig bewußt sind. Wenn ich in so einem Angst/Schwindelzustand bin, dann weiß ich oft gar nicht, was ich genau denke. Das ist wie ein Film, den Du mit 30facher Geschwindigkeit vorwärts spulst - da ist es einfach schwierig zu definieren, was z.B. auf Bild 5 überhaupt zu sehen ist.

Was ich noch vergaß: Medikamente hab ich schon ausprobiert, aber sie helfen eher dem Allgemeinzustand - bei den speziellen Problemen nützen sie auf deutsch gesagt genau gar nichts.

S`abqin[e1x00


Ach, ich kenne das auch nur zu gut. Habe auch mit verschiedenen Paniken zu kämpfen und es geht mal besser mal schlechter.

Beim Autofahren trifft so ziemlich alles bei mir zu, was du beschreibst. Nur kommt bei mir noch hinzu, ich hab auch noch Angst vor Tunnels. :(v Also kann man sich ja vorstellen, wo ich noch hinfahren kann , keine Autobahn, keine langen Geraden, keine Tunnels. In unsere Kleinstadt kann ich ja gerade noch fahren :-/ aber ich bin so eingeschränkt, unglaublich. Und ich hab keine Angst vorm Fahren oder so, ich fahre ja schon seit 18 Jahren, und diese Angst beim Fahren hab ich jetzt schon fast 3 Jahre :(v. Leider konnte mir auch Therapie dabei noch nicht so richtig helfen.

Bin so abhängig von meiner Familie, irgendjemand "muss" mich immer fahren, wenn ich wohin will, es ist einfach schrecklich. Allerdings tut es auch gut, mal zu lesen, dass es anderen auch so geht. Ich kenne nämlich sonst niemanden und auch mein Mann hält mich nur für "verrückt".

S}abi6ne10x0


soll eigentlich: hab keine Angst vorm Fahren an sich, aber vor den Schwindelattacken dabei - heißen

(Kann nicht editieren?)

mNax3x5


Du sprichst mir aus der Seele...

Bei mir ist es haargenau so. Ich habe jetzt seit 17 Jahren den Führerschein - bei mir ging es ebenfalls vor 3 Jahren so richtig los - damals hatte ich eine sehr stressige Phase.

Was ich einfach nicht kapieren kann: Ich bin IMMER gerne Auto gefahren, mein zweites Wort als Bub war Auto und ich habe zig tausende Kilometer auf dem Buckel - auch auf der Autobahn.

Ich war nie ein extremer Raser, aber ich war schon sehr zügig unterwegs. Dritte Spur, Überholen, hohes Tempo - alles kein Problem. Ich habe es genossen. Manchmal bin ich einfach nur so zum Spaß durch die Gegend gefahren. Laue Sommernächte, offenes Schiebedach, schöne Melodien aus dem Radio - es war geradezu entspannend....

Ich darf gar nicht daran denken, sonst werde ich depressiv. Viele können das sicher nicht verstehen, aber es ist halt so, wie wenn ein anderer seinem liebsten Hobby nicht mehr nachgehen kann...

Tja und heute sitze ich im Auto wie wenn jede Sekunde mein letztes Stündchen geschlagen hatte. In besagten Situationen das Gefühl von absolutem Kontrollverlust. Es ist so, wie wenn einem die Angst förmlich von innen auffrisst.

Am häßlichsten ist dieser Schwindel - bei mir ist das so attackenartig - ich habe dann ständig das Gefühl, daß das Auto nach links oder rechts ausbrechen könnte und das schon oft bei ganz niedrigen Geschwindigkeiten, wenn es ganz schlimm ist. Und daraus entsteht dann eigentlich erst die Panik - wenigstens das ist logisch.

Ich denke Du siehst das richtig - und leider wird es aber immer vermischt: Es gibt Leute, die haben Angst VOR der Autobahn oder dem Autofahren, weil sie z.B. keine Fahrpraxis haben.

Aber das trifft ja auf uns beide z.B. überhaupt nicht zu. Wir haben Angst vor unseren "Zuständen" - die Straße und diese Situationen sind nur Auslöser bzw. Schauplatz.

Das mit der Abhängigkeit ist bei mir irgendwie genauso. Wenn ich mit Freunden wohin will, drücke ich mich immer ums Fahren. Früher wäre ich der erste gewesen, der sich angeboten hätte, weil es mir einfach Spaß gemacht hat.

Jetzt bin ich schon soweit, daß ich 3km Stadtautobahn meide...

S)abi>ne1x00


Ich bin auch immer sehr gerne und viel gefahren.

400 km Autobahn waren für mich kein Problem, das bin ich oftmals zu diversen Ausstellungen usw gefahren. Bis eben einmal dieser schwankende Schwindel aufgetreten ist. Und ich dann Angst vorm nächsten Fahren hatte, ob es wieder passiert.... usw.... und dann war ich schon in der Spirale drin.

Öfter mal schnapp ich mir jetzt einen Beifahrer und versuche trotz Angst Autobahn oder so zu fahren - bisher hab ich nur leider immer versagt - schon vor der Auffahrt bekomm ich solche Angst vorm Schwindel dass ich stehenbleiben muss.

Trainierst du das Autobahnfahren -wenn ja, wie - oder fährst du zur Zeit auch nicht mehr selber solche Strecken?

Ich drücke mich nämlich seither auch vor längeren Fahrten.

Ich kann einige Hobbys von mir nicht mehr ausüben, da ich ja nicht immer einen "Fahrer" mithaben kann/will.

Ich bin zur Zeit schon glücklich, wenn ich die 6 km in unsere kleine Stadt fahren kann, und selbst da hatte ich schon ungute Gefühle, wenn ich bei einer roten Ampel stehen muss.

Geht es bei dir besser, wenn du einen Beifahrer mithast? Mir nützt das nämlich leider auch nichts. Bei Überlandfahrten schon, aber Autobahn oder Tunnel - unmöglich.

L4ama5leixn


hallo max,

ich sehe bei dir das problem, dass du aus meiner sicht schlechte erfahrungen mit therapeuten gemacht hast. die erste scheint mir persönlich aus der tiefenpsychologischen ecke gewesen zu sein. schön alles nach Freud analysiert und zerpflückt und irgendeinen weltfremden scheiss in so einen "einfachen" zustand wie panik interpretiert.

diese klassischen ängste und phobien sind aus meiner sicht ein verhaltensproblem. eine falsche konditionierung. der körper hat irgendwann mal was gelernt, was er nicht mehr so leicht verlernen kann. meist hat das gar nix mit vergangenheit oder sonst was zu tun. klar kann man sagen, dass man vielleicht irgendwas schlimmes wie einen autounfall erlebt hat und seitdem nicht mehr fahren will oder angst davor hat...aber selbst dann ist ein natürlicher prozess, der einfach eine schützende wirkung irgendwo auch hat. nur dass die angst eben fehlgeleitet ist aufgrund negativer erfahrungen.

irgendwo verständlich.

an sich ist der richtige therapeutische ansatz aus meiner sicht, dass man das angelernte verhalten verlernt und die denkmuster durchbricht. und mit den denkmustern sind die negativen gedanken gemeint, die immer wieder diesen teufelskreis hervorrufen.

Kognitive Verhaltenstherapie habe ich wohl noch keine gemacht, wenn ich aber die Schilderungen lese, sehe ich aber vorab schon ein Problem: Die negativen Gedanken kommen so schnell, daß sie mir nicht mal richtig bewußt sind. Wenn ich in so einem Angst/Schwindelzustand bin, dann weiß ich oft gar nicht, was ich genau denke. Das ist wie ein Film, den Du mit 30facher Geschwindigkeit vorwärts spulst - da ist es einfach schwierig zu definieren, was z.B. auf Bild 5 überhaupt zu sehen ist.

du bist ziemlich angenervt. ist auch aus meiner sicht verständlich. allerdings liegt da aus meiner sicht trotzdem der knackpunkt. irgendwas muss dich ja in diesen teufelskreis kommen lassen und wenns gedanken im zeitraffer sind. ich denke schon, dass es wichtig ist, dieses gedankenwirrwarr aufzudröseln. und wenn das noch kein therapeut bei dir gemacht hat und nur mit entspannungsübungen und zeichnen ankam, dann warst du bislang in der falschen therapie.

um den richtigen therapeuten zu finden, kann ich dir auch ein paar tips für die suche geben, wenn du willst.

muax3x5


Tja, Lamalein, da ist schon was Wahres dran.

Derzeit frage ich mich, ob diese ganze Herumrederei nicht mehr schadet als sie nützt.

Für mich stellt sich nur die Frage - wann und wo wurde ich konditioniert: Unfall hatte ich nie einen - ich erinnere mich nur an eine Autobahnfahrt, wo ich - als ich auf der Autobahn einen LKW überholte - plötzlich einen Adrenalinausstoß hatte und total verkrampfte. Da wußte ich aber gar nicht, was überhaupt genau passiert.

Als es dann bei den nächsten Überholmanövern immer wieder auftrat, dachte ich, ich spinne und bin dann 400km rechts nur 80-90 km/h gefahren.

Seither funktioniert es nicht mehr bzw. wurde eher noch schlimmer - mit einigen wenigen Besserungen.

Eine zeitlang hat Sport geholfen - auf das bin ich durch Zufall gekommen. Ich bin wie immer ferngesteuert auf eine Tagung gefahren. Dort waren wir einen Tag Radfahren. Beim heimfahren war dann alles relativ normal.

Blöderweise funktioniert das jetzt auch nicht mehr, obwohl ich regelmäßig Sport treibe.

Ich weiß nicht, ob es so einfach ist, diese Gedanken aufzudröseln. Dazu müßte ich sie erstens kennen und zweitens ist mir ja bewußt, daß sie völlig übertrieben, überflüssig und unreal sind. Ich will ja jedesmal die Stopp-Taste drücken, nur es funktioniert einfach nicht. Was nützt mir, wenn ich mir denke: "Alles halb so wild", wenn ich mich wie gleichzeitig wie ferngesteuert ins Lenkrad kralle.

Aber wie gesagt: Ich kann Dir nicht genau sagen, was und ob ich überhaupt etwas denke, bevor "alles losgeht".

Ich sehe 3 Spuren und dann geht alles ganz schnell. Ich habe attackenartig das Gefühl, das Auto bricht nach links aus, dann nach rechts, dann wieder nach links ("da höre ich allenfalls: nicht nach links fahren" - "nicht nach rechts fahren" - das geht endlos so - ich verkrampfe - dann folgt das Gefühl des absoluten Kontrollverlustes über das Auto und DANN sagt mein Kopf klar und deutlich: "Nichts wie weg hier !!!"

Das Problem ist halt auch: Es ist keine Panikattacke (die wird daraus) - es ist eben ein Schwankschwindel - eine gute Erklärung gibt es hier: [[http://www.weiss.de/542.html]]

Es ist der Zwang, das Gleichgewicht bewußt zu regulieren (obwohl es unbewußt automatisch reguliert wird) oder anders gesagt: Man nimmt die Regulation des GG (bzw. der Fahrzeugbewegung) übersensibel wahr und überreagiert darauf - und daraus entsteht erst Angst.

Zuerst ist die Angst vor dem Schwindel, dann der Schwindel und dann die Angst durch den Schwindel und das alles hält sich gegenseitig am Leben und ist scheinbar unmöglich zu durchbrechen...

Manchmal kommt es mir so vor, als müßte es einem egal sein, wenn man in der nächsten Sekunde gegen eine Wand fahren würde - DANN würde man den Schwindel besiegen, weil er dann keine Basis mehr hätte. Nur welchem normal denkenden Menschen ist das egal ?

Luamal%ein


ich kenne das mit dem schwindel. bei mir hatte alles mit dem schwindel angefangen.

ich hatte nen auftritt mit meinem gesangskreis. ich stand da und mir wurde schwindelig. ich bekam keine luft und alles und meine muskeln spannten sich so enorm an, weil ich mich auf den schwindel konzentrierte und dass ich nicht umkippe. zwanghaftes gerade stehen und die fassung behalten.

erst dann entstand die angst. den schwindel habe ich dann konstant bis zur klinik nicht mehr wegbekommen. der ging nicht mehr weg. mir war den ganzen tag schwindelig und natürlich auch beim autofahren. nur dann in solchen situationen noch viel mehr, weil man sich wieder enorm versteift hat. und dann kam eben auch die angst vor der angst...und der teufelskreis. das ist mir alles bestens bekannt und ich kann genau nachvollziehen, was dein problem ist und wie sich das anfühlt.

was nach all den jahren bei mir übrig geblieben ist, ist die angst und der schwindel bei auftritten. autofahren geht einigermaßen.

ich kann dir echt nicht sagen, wie ich den schwindel im früheren ausmaß wegbekommen habe. er hat sich bei mir deutlich reduziert, aber ein rezept habe ich nicht. während meiner klinikzeit ging er allmählich weg und hat meinen alltag nicht mehr bestimmt. ich kann auch autofahren - gern mache ich es nicht und versuche es auch zu umgehen - aber ich tue es.

es ist schon heftig, wie sich die angst besonders auf das autofahren bei dir in dem ausmaß festgesetzt hat. ich bin sehr ängstlich von meinen eltern erzogen worden und bei mir wirkte sich meine panikstörung auch auf das ganze leben aus, weshalb ich eben auch in stationäre behandlung bin. ich bin so ziemlich froh, dass ich panik nur noch eben beim autofahren und bei gesangsauftritten verspüre und nicht mehr im rest meines lebens.

zu der frage: weshalb trifft es mich,obwohl ich keinen unfall oder sonst was hatte. für mich ist es so, dass angst und spontan ausbrechende paniken immer ein ventil für was anderes im leben ist. bei mir wars damals so, dass ich nicht wusste, wohin mit meinem leben. ich musste mich entscheiden, wie meine zukunft aussehen sollte. ich liess mich damals viel von meinen eltern beeinflussen.

die panikstörung war aus meiner sicht das ventil dafür. für die zukunftsängste, für das abnabeln usw.

ich denke, dass es oft so ist, dass es keinen sichtbaren zusammenhang zwischen erster panikattacke und dem momentanen zustand im leben gibt. ich kann dir auch nicht sagen, ob das beseitigen des missstandes die angst auflöst. vielleicht war das bei mir so, weshalb ich mittlerweile keine massiven probleme mit ängsten mehr habe. kann sein. klar, es ist noch nicht ganz weg, aber ich entwickle mich weiterhin und werde immer selbstbewusster und selbstständiger, obwohl ich stark auf die 30 zugehe und das eigentlich schon längst sein sollte.

vielleicht stehe ich dann irgendwann komplett über den ängsten und schüttle sie dann ab, sobald ich ins auto steige. :-)

mDaux35


Bei mir hat das mit dem Schwindel auch früher schon mal angefangen. Allerdings nie beim Autofahren. Ich hatte es z.B. wenn ich im Stehen mit anderen Leuten gesprochen habe oder beim Sitzen in Besprechungen. Da hatte ich ständig das Gefühl ich kippe nach links oder nach rechts.

Das ist dann irgendwann verschwunden, ohne, daß ich irgendetwas spezielles gemacht hätte. Jedenfalls kann ich mich an nichts erinnern.

Schon damals halfen auch keine Medikamente. Und es war nicht so angstbesetzt. Was irgendwie auch klar ist, denn was soll schon großartig passieren, wenn ich umfalle. Beim Autofahren ist die Situation einfach viel komplexer.

Und seit 3 Jahren hat es wieder an anderer Stelle begonnen - beim Autofahren. Wie wenn es sich auf´s Auto übertragen hätte. Ich glaube nicht umzukippen, aber ich fürchte nach links oder rechts zu fahren, obwohl es so wie damals beim Sitzen oder Stehen total unreal ist und ich das weiß. Ich kann´s aber nicht abstellen.

Dazusagen muß ich auch noch, daß dieser Angstschwindel beim Autofahren nicht 3 Jahre gleich stark war. Es gab einmal eine ganz schlimme Phase am Anfang, da hatte ich beruflich extremen Streß (ich habe gekündigt, Mobbing etc.), dann ein halbes Jahr später kann ich mich erinnern, daß ich tatsächlich ein paar Mal wieder normal Auobahn fahren konnte. Ehe es dann wieder losging, als die Firma verkauft wurde und sich bis heute kontinuierlich wieder verschlechtert hat (heute bin ich selbstständig, weil nun ICH für berufliche Stabilität sorgen will).

Diesen Abnabelungsprozeß hatte ich vor einigen Jahren auch - ist ziemlich mit der beruflichen Streßphase zusammengefallen. Ich denke, ich konnte mich gut abnabeln, aber meine Eltern schaffen es bis heute nicht richtig, obwohl es sich etwas gebessert hat. Zeitweise nervt das und vermutlich ist es kein Wunder, daß ich deshalb mehrheitlich im Ausland arbeite. Ich suche Distanz, sie Nähe.

Was übrigens generell ein Kennzeichen meines Lebens ist: Die meisten Leute wollen mir näher sein, als ich das aushalte. Selten ist es gegenteilig. Manchmal, wenn ich mich so zurückziehe, sehe ich mich fast als Einzelgänger, der sich nicht gerne näher auf andere einläßt - aber irgendwie ist das auch eine Reaktion auf die Einengungen in der Vergangenheit. Ich habe gelernt: Reiche ich den kleinen Finger, will man die ganze Hand. Mir ist es selten gelungen, Beziehungen aufzubauen, in dem das Nähe-Distanz Verhältnis aus meiner Sicht in Ordnung war.

Selbstständig bin ich längst - im Grunde brauche ich für nichts fremde Hilfe.

Mit dem Ventil hast Du sicher recht. War letztlich bei mir auch so. Diese Symptome sind ja nicht die einzigen Angst/Panikreaktionen die ich jemals erlebt habe in meiner "Karriere". Das andere habe ich aber ganz gut im Griff. Z.B. hatte ich früher Flugangst - heute fliege ich 2x die Woche. Daselbe beim Zahnarzt - füher totale Panik, heute geht es ganz gut.

Zurück zum Autofahren: Es gibt da eine Psychologin, die Fahrlehrerin ist und die bietet Fahrkurse an. Mit der bin ich schon in Kontakt.

Ich bin mir halt nicht sicher, ob das das richtige ist, denn sie meint, es kämen vor allem Leute mit Panikattacken zu ihr. Und mit Panikattacken hat mein Schwindel nicht soviel zu tun. Bei einer Panikattacke könnte ich mir ja auch vorstellen, daß Konfrontation hilft. Man wartet, bis das schlimmste vorüber ist, und dann geht es. Ich kann mir auch vorstellen, mit Schwitzen, Herzklopfen oder Atemnot autozufahren, aber nicht mit diesem Schwindel. WIe soll ich denn vernünftig fahren, wenn ich ständig das Gefühl habe, daß ich irgendwo in der Gegend herumfahre, obwohl es nicht so ist ? Wie ich aus Erfahrung weiß, kann ich aber 3 oder 4h Auto(bahn)fahren und mein Schwindel wird nicht besser. Vor 2 Jahren mußte ich noch fast jede Woche fahren und habe das auch jedesmal versucht und da bin ich relativ normal eingestiegen, habe relativ normal auf der Autobahn begonnen und als ich ausgestiegen bin, konnte ich noch gerade mal 50 oder 60 km/h auf der Landstrasse aushalten.

Sie meint zwar, die Symptomatik bessert sich bei jedem - ich bin da aber sehr skeptisch. Wobei ich weniger Angst vor dem Schwindel und der Angst habe, als vor der Erkenntnis, daß das auch nichts gebracht hat - denn was mache ich dann ?

Zudem habe ich auch noch die Worte von den Therapeuten im Ohr - "Wir werden das hinkriegen" - geändert hat sich aber genau nichts. Wobei ich die Möglichkeiten der Psychotherapie mittlerweile sowieso für ziemlich beschränkt halte. Wenn ich so Dinge höre wie "halten sie das Lenkrad fester, um Sicherheit zu kriegen" (achja, da bin ich noch nicht draufgekommen...), "Lenken sie sich ab" (blöd nur, daß es nichts nützt) bzw. auf keinen Fall Aufhören mit dem Fahren ("nein, ich quäle mich auch noch weitere 20 Jahre ohne 0,1 % Besserung weiter, weil es ja soviel Spaß macht").

Manchmal habe ich schon soviel Ärger und Zorn in mir, daß ich am liebsten das machen würde, was der Schwindel von mir will. Nämlich das ich voll aufs Gas trete und so schnell fahre, bis endlich das eintritt, was der Schwindel mir ständig einreden will: es passiert gleich was schreckliches ! (übrigens auch 10000x von meiner Mutter gehört)

Lfam%aleixn


na, max, dann sind wir ja so ziemlich ähnlich. ungefähr diesselbe erziehung genossen und alles. meine eltern sind überängstlich. sehr überängstlich. und versuchen mich auch immer noch zu beeinflussen. ich bin auch schon immer bei ihnen auf distanz gegangen. heimweh hatte ich früher in der schule nie, wenn mal ein ausflug über mehrere tage stattfand. auch diese ständige panikmache. haustüren 5fach von innen abschließen; wenn ich auto gefahren bin, hatte mein vater immer die hand an der handbremse...könnte ja was passieren, wenn ich fahre.

total dämlich. das beste war letztens als er meinte, ich müsse aufpassen, wenn ich dusche und das licht ausmachen, weil es ja sein kann, dass der strahl vom duschkopf zufällig auf die deckenlampe treffen könnte.

schon ein bisschen krank. vor allem wird es immer schlimmer, weil sie schon recht alt sind und immer älter werden. mittlerweile merke ich natürlich, wenn die panikmache eben nur panikmache ist und total irrsinnig.

jedenfalls bin ich so erzogen worden. und deswegen hatte ich auch die panikstörung.

ich hatte übrigens auch starke flugangst. in meiner arbeit muss ich allerdings fliegen. deswegen hat sich das auch erledigt. jetzt kann ich mich auch endlich trauen und in urlaub fliegen, was ich früher immer vermieden hatte.

Ich bin mir halt nicht sicher, ob das das richtige ist, denn sie meint, es kämen vor allem Leute mit Panikattacken zu ihr. Und mit Panikattacken hat mein Schwindel nicht soviel zu tun.

oh doch. leider schon. bei mir fing alles mit dem schwindel an. trotzdem lief das ganze unter dem titel der panikstörung. zumal du den dauerschwindel nicht hast. du hast ihn nur in bestimmten sitautionen, weshalb man auch körperliche ursachen ausschließen kann. ich hatte diesen schwindel, den du bei präsentationen früher hattest den ganzen tag am anfang. da wurden eher körperliche ursachen in betracht gezogen. aber das war nix körperliches.

eine angsstörung entwickelt sich meist so, dass du aufgrund einer instabilen psychischen situation oder sogar aufgrund schlechter körperlicher verfassung ein symptom vollkommen überbewertest und sich dann die angst entwickelt. beispiel: du fährst auto wie jeden tag...du hattest seit wochen psychischen stress auf der arbeit...fühltest dich überfordert...hast evtl. kreislaufprobleme...bist eben ziemlich fertig....

der körper reagiert mit eine art schwindelgefühlt...wegen dem niedrigen kreislauf und auch wegen dem psychischen stress (denn dauerhafter stress kann sich körperlich auswirken...und zwar vielfältig). du hast also ausgerechnet heute beim autofahren ein schwindelgefühl aufgrund von was ganz anderem. und dann kommen die gedanken. was wenn du durchdrehst, was wenn du rechts ausbrichst mit dem auto usw....

und der schwindel wird stärker, weil du dich darauf versteifst. und dann kommt dieses gefühl beim nächsten autofahren wieder...und der schwindel natürlich auch...

und damit konditionierst du deinen körper:

autofahren = schwindel = angst

du bist konditioniert wie ein hund, der den knochen sieht und das sabbern anfängt. wenn du ins auto einsteigst, dann kommt der schwindel.

mGax35


Ja wir scheinen in der Tat eine ähnliche Geschichte zu haben.

Meine Eltern sind auch sehr ängstlich und es wird mit dem Alter nicht besser. Meine Mutter war schon immer so ("Wenn das oder das so oder so ist, dann könnte ja dieses oder jenes passieren" war ihr Standard-Satz).

Mein Vater war früher fast phlegmatisch - also eher das Gegenteil von meiner Mutter ("Mach mal, da passiert eh nichts") - heute ist er krank (Parkinson) und schlimmer als meine Mutter. Es gab Zeiten, da fühlte er sich verfolgt, hörte Stimmen und dementsprechend hat er das Haus gesichert wie Fort Knox. DAS ist echt krank.

Also Erziehung und die Tatsache, daß ich ein sensibler Mensch bin nach außen und auch nach innen (an mir könnte man jedes Medikament wunderbar auf Nebenwirkungen testen, ich spüre Dinge, die es gar nicht gibt) - ein wunderbarer Nährboden für Angst also. Das war mir schon recht bald klar.

Ich weiß nicht - damals wie das Problem das erste Mal auftrat habe ich es so erlebt, wie wenn ich im falschen Film wäre. Ich konnte es mir nicht erklären. Ich habe mir halt das gedacht, was sich jeder denken würde, wenn er 12, 14 Jahre normal Auto fährt und plötzlich gibt es wie aus heiterem Himmel körperliche Reaktionen.

Als erstes trat eigentlich nicht Schwindel auf, sondern ein Adrenalinaustoß, als ich einen LKW überholte - der dann jedesmal wieder auftrat, wenn ich es wieder versuchte.

Und ich glaube fast, der Schwindel ist das Ergebnis aus dem Dauerversuch, diesen Adrenalinausstoß zu unterdrücken. Ich kann mich nämlich wunderbar selbst kontrollieren - und das tue ich mit aller Kraft aus Angst. Irgendwann wurde die dauernde Selbstkontrolle zum Wahn.

Bei dem Trinkproblem ist es ja vom Prinzip nicht anders. Ich darf nicht zittern, daher "muß" ich alles tun, um es zu unterdrücken, worauf es natürlich prompt passiert.

Mit Konditionierung hast Du also sicher recht - ich bezweifle nur, das die Rückkonditionierung so einfach funktioniert, weil vor allem beim Autofahren das Problem so komplex ist.

Wenn ich nämlich tatsächlich Angst vor der Autobahn oder vor dem Autofahren hätte (was an sich schon total paradox wäre, denn ich bin seit ich denken kann gerne Auto gefahren und tue das ja heute noch gerne), dann lasse ich mir auch einreden, daß das mit der Konditionierung funktioniert. Nichts anderes ist passiert, als ich 18 war und Angst vor der ersten Autobahnfahrt hatte. Wie habe ich es bewältigt ? In dem ich zig Kilometer Autobahn hinter mich gebracht habe -irgendwann war die Angst, der Respekt weg.

oder z.B. Flugangst: Ich habe auch heute ein mulmiges Gefühl, aber ich kann mich da viel besser beruhigen, weil es da nicht nötig ist, selbst die Kontrolle über die Situation zu haben - die hat der Pilot. Wenn ich da also in Panik verfalle - was soll schon großartig passieren ?

Beim Autofahren höre ich zwar auch immer von jedem Psychologen, daß "nichts passieren wird". Aber bitte den, der mit diesen Zuständen kein gefährliches Fahrverhalten an den Tag legt, den gibt es nicht.

Wenn es ganz schlimm ist, traue ich mich nicht schalten, schaue stur geradeaus, fahre extrem rechts und habe auf der Autobahn einen LKW 1mm hinter meiner hinteren Stoßstange, der mich mit der Lichthupe streßt.

Wie gesagt, es gab Zeiten, da habe ich diese Fahrten trotz aller Widrigkeiten stundenlang durchgezogen - freilich ohne Besserung und als ich ausstieg war mir, wie wenn mich ein Panzer überollt hätte. Und jetzt frage ich mich, was soll anders sein, wenn ich mit dieser Psychologin durch die Gegend fahre ? Sie meinte ja schon, man solle sich realistische Ziele setzen - wenn realistisch ist, daß ich es dann halt gerade irgendwie aushalte mit 60 oder 70 km/h halb auf dem Pannenstreifen herumzugurken dann ist das für mich keine Lösung des Problems. Weil da macht es für mich keinen Unterschied mehr ob ich so oder gar nicht mehr fahre.

Das Problem ist: Ich habe ja schon die Erfahrung gemacht, daß Konfrontation eben nicht hilft, denn das habe ich ja quasi schon selbst ausprobiert. Bei jeder Konfrontation habe ich immer wieder feststellen müssen, daß es nichts nützt. Mit Schrecken erinnere ich mich an die erste PT: "Fahren sie Autobahn" - ich tue es - "Und wie war´s ?" -> der Horror -> "Na, aber fahren sie weiter Autobahn" usw. usw. - da muß ich mich als Therapeut dann aber schon irgendwann einmal fragen, ob das die richtige Methode ist.

Ich persönlich glaube ja mittlerweile: Im Prinzip haben die alle keine Ahnung, was man tun könnte. Und ehrlich gesagt würde ich gerne einmal Statistiken sehen, wieviel Leuten mit PT tatsächlich geholfen wurde ein konkretes Problem zu lösen - die Vorgangsweisen sind schon fragwürdig und obwohl immer von "hat sich als wirksam erwiesen" die Rede ist, fehlt jeder Beweis dafür.

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