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Angstschwindel beim Auto(bahn)fahren

b^laues. vei6lchxen


Panik auf der Autobahn

Hallo Max, für mich ist das Problem noch recht neu, da ich erst vor kurzem - in einer psychisch doch recht belasteten zeit - eine panikattacke auf der autobahn hatte. irgendwie hatte ich fast das gefühl von der geraden strecke und den wenigen abfahrtmöglichkeiten platzangst zu bekommen. es gingen mir wohl gedanken durch den kopf, dass ich jetzt mindestens so und so viele minuten geradeaus fahren muss etc. da wurde mir auch ganz schwindelig, ich hatte das gefühl, meine arme würden mir nicht mehr richtig gehorchen und meine wahrnehmung könne mich nicht mehr sicher leiten... ich fahr auch seit 10 jahren unfallfrei. bin jetzt nicht der ober-auto-fahr-fan, aber bisher hats mir auch nix ausgemacht.

habe auch schon die seite der psychologin entdeckt und mich ehrlich gesagt auch gefragt, ob das wirklich was bringt. ???

könnte mich über deine ironische darstellung schlapplachen:

Sie meinte ja schon, man solle sich realistische Ziele setzen - wenn realistisch ist, daß ich es dann halt gerade irgendwie aushalte mit 60 oder 70 km/h halb auf dem Pannenstreifen herumzugurken dann ist das für mich keine Lösung des Problems.

wenn es nicht so einschränkend und ärgerlich wäre...

bestimmt geht es doch noch darum dinge, die dich belasten aufzuarbeiten. vielleicht gibt es doch einen grund, dass dir die situation angst macht, und dein unterbewußtsein reagiert auf eine -dem bewußtsein gar nicht nachvollziehbare- bedrohung. irgendeine form der therapie wäre vielleicht doch noch mal gut, und wenn sie körpertherapeutisch wäre, oder tiefenpsychologisch...? :-/

ich weiß auch noch nicht recht, wie ich damit weiter umgehen werde. auf jeden fall stress und verbindung mit autofahren meiden. denn unter zeitdruck bin ich sogar schon im straßenverkehr halb kollabiert. so was dämliches!!!

L.amalxein


Und ich glaube fast, der Schwindel ist das Ergebnis aus dem Dauerversuch, diesen Adrenalinausstoß zu unterdrücken. Ich kann mich nämlich wunderbar selbst kontrollieren - und das tue ich mit aller Kraft aus Angst. Irgendwann wurde die dauernde Selbstkontrolle zum Wahn.

Bei dem Trinkproblem ist es ja vom Prinzip nicht anders. Ich darf nicht zittern, daher "muß" ich alles tun, um es zu unterdrücken, worauf es natürlich prompt passiert.

das kann gut sein. ich bin auch ein kontrollfreak. nie aus dem rahmen fallen. alles perfekt machen. keine schwäche zeigen. allerdings bin ich über die zeit hinweg da auch lockerer geworden. ich gebe mehr fehler zu...spreche auch schwächen aus, weil ich weiß, dass das andere schätzen. wenn ich eine präsentation mache und aufgeregt bin, dann sage ich das auch mal. man nimmt sich somit enorm viel druck und wird für den zuhörer umso sympathischer und menschlicher.

ich denke, dass das ganze sowieso in einem gesamtkomplex eingebettet ist. die angst kann man nicht nur isoliert betrachten. da hängt viel mehr dran. die einstellung zum leben...und das umgehen mit der perfektion und den zwängen.

Mit Konditionierung hast Du also sicher recht - ich bezweifle nur, das die Rückkonditionierung so einfach funktioniert, weil vor allem beim Autofahren das Problem so komplex ist.

ich weiss, was du meinst. ich habe auch kein rezpt dafür, weil - wie du geschrieben hast - das häufige und stundenlange fahren auch kaum was bringt. autofahren IST eine gefährliche sache. Mit oder ohne panik. mit panik halte ich es für noch gefährlicher, weil man eben nicht mehr wirklich aufs verkehrsgeschehen achten kann.

ich kenne das...nur dass es eben bei mir nicht so ausgeprägt und profund ist wie bei dir. ich lege eben kaum wert aufs autofahren. für dich ist es eine einschränkung in deinem leben. du willst es mit aller gewalt, weils nicht sein kann, dass du als langjähriger fahrer ein problem mit dem autofahren hast.

mein vater hat übrigens seit neuestem auch angst vor dem auto fahren. er konnte es immer nicht verstehen. doch irgendwann hat er auf der autobahn mehrere LKWs überholt und seitdem vermeidet er es, autobahn zu fahren. lange strecken fährt er gar nicht mehr. und er war ein guter fahrer und wäre fast fahrschullehrer geworden.

wenn realistisch ist, daß ich es dann halt gerade irgendwie aushalte mit 60 oder 70 km/h halb auf dem Pannenstreifen herumzugurken dann ist das für mich keine Lösung des Problems. Weil da macht es für mich keinen Unterschied mehr ob ich so oder gar nicht mehr fahre.

sehe ich genauso. ich sehe es nicht ein, dass die angst mir mein leben einschränkt. ich will das haben, was andere auch haben.

allerdings glaube ich, dass das zuviel an ehrgeiz ist. womit ich wieder bei dem gesamtkonzept bin. ich denke, dass dieser perfektionismus und natürlich auch diese überängstliche erziehung eine hochexplosive mischung ergibt. ich denke, dass auch du anfangen müsstest, gelassenheit im leben zu erlernen.

vielleicht kannst du in einer therapie auch darauf hinarbeiten. ich denke, dass es schon möglich ist, jahrelang eingeprägte verhaltensweisen wieder zu verlernen. dass man auch lernen kann, gelassener mit vielen dingen umgehen zu können. dass man auch mal dinge im leben tut, die für andere selbstverständlich sind - wie müßiggang - abschalten - gelassenheit.

ich habe in den letzten jahren schon einiges darüber gelernt. ich denke, dass ich auch irgendwann auch nochmal aus dem trott komplett aussteigen werde und eine auszeit nehmen werde. vielleicht ein halbes jahr durch die welt reisen werde. auf reisen lernt man viel gelassenheit.

und ich denke, dass wenn man gelassener mit dingen umgehen kann, dass das auch mit den ängsten so sein wird.

mNax3x5


@ blaues veilchen

Was für ein toller nick :-).

Klingt ähnlich wie bei mir.

Und Du hast recht - dieses einschränkende und nervtötende treibt mich in den Wahnsinn. Und wie gesagt, daß was bei mir erschwerend dazukommt: Ich bin immer gerne Auto gefahren und würde jetzt auch gerne in Ruhe Auto fahren. Als Kind war mein zweites Wort Auto und ich habe Automagazine tonnenweise verschlungen.

Ja, ich lese sie heute noch, fahre (mit dem Zug...) extra zu einer Automesse nach Frankfurt, um mich dann selbst zu fragen: "Was machst Du Trottel da eigentlich ? Du kannst nicht mal 1km geradeaus fahren, aber Hauptsache Du interessierst Dich für Autos..." - ist das nicht irre ???

Tja, wenn ich bloß wüßte, wo der Hund begraben ist und was ich genau tun müßte - ich würde es sofort tun. In letzter Zeit habe ich aber das Gefühl, daß diese "Herumgraberei" nichts bringt und eher sogar kontraproduktiv ist.

@ lamalein

Mit Kontrolle hängt das bei mir sicher zusammen.

Ich bin in einigen Dingen im Leben sicher auch gelassener geworden, denn der Standardsatz, den ich von zu Hause gehört habe war: "Was sollen denn die denken,wenn ?". Da geht mir heute vieles am A... vorbei.

Was mir nur auffällt ist, daß Konfronation bei all meinen Ängsten eigentlich nicht viel gebracht hat.

Beim Zahnarzt war es z.B. so, daß ich irgendwann einen kaputten Zahn hatte und dann spontan entschieden habe hinzugehen. Da habe ich dann der Zahnärztin klar gemacht, daß ich ein Angstpatient bin und wie ich das gesagt habe, war die Angst schon um die Hälfte weniger. Ich habe den Druck ihr übertragen, denn sie mußte ja jetzt mit mir richtig umgehen ;-D . Seit dem klappt es besser, obwohl ich bei jedem Besuch mit einer anderen Zahnärztin konfrontiert war (ja, die wechseln oft in dieser Praxis).

Dein Vater hatte wohl ein ähnliches Schlüsselerlebnis wie ich - ich kann mich auch noch an ein LKW Überholen erinnern, wo alles begann. Dabei war eigentlich gar nichts - er ist nicht ausgeschert oder sonstiges. Es war nur plötzlich dieser unerklärliche Adrenalinstoß, wie wenn einem ein Tier in der Sekunde vor die Kühlerhaube läuft - obwohl natürlich nichts dergleichen passiert ist.

Ja, ehrgeizig war ich immer - damit habe ich auch einiges Positives erreicht. Mein Angstschwindel ist aber mindestens genauso stur wie ich...

Nochmals zu der Fahrlehrerin bzw. zur Psychotherapie allgemein:

Ich sehe das mittlerweile auch beinhart von der Kosten-Nutzen-Seite, auch wenn es um Psycholgie geht. Wenn ich für Hilfe bezahle, dann will ich auch kompetente Hilfe und eine Problemlösung bekommen, die hilft und nicht irgendein blabla.

Konkret heißt das: Ich möchte hören, wieviele Fahrten ich in etwa benötige, um eine deutliche Besserung oder Beschwerdefreiheit zu haben. Von mir aus sollen das 10 oder 15 sein, WENN es klappt. Was ich aber nicht will ist, jahrelang herumzueiern, um dann wieder mit leeren Händen dazustehen.

Und ich habe halt bis dato die Erfahrung gemacht, daß der Nutzen jedenfalls bei mir gleich null ist. Die erste Therapeutin war damals ja etwas verstört und meinte ich solle noch ein letztes Mal hingehen, um die Sache wenigstens "abzurunden". Da bin ich innerlich fast explodiert - ich meine, was zum Teufel soll man "jetzt mal schnell abrunden", was vorher in Monaten bis Jahren nicht rund war und nicht mehr als ein Riesenhaufen Luft ?

Ich meine, wenn ICH spüre, daß ich jemand nicht helfen kann, dann sage ich ihm das wenigstens, anstatt ihm Luftschlösser zu bauen bzw. immer wieder daselbe blabla loszulassen. Dabei kann ich mir wirklich nicht den Vorwurf machen, daß ich ein Geheimnis daraus gemacht hätte, daß es mir NICHT besser geht.

Eigentlich muß ich ja fast schmunzeln,wenn ich zurückdenke, wie ich ihr ihre "Weisheiten" damals Stück für Stück zerlegt habe.

Kurz zusammengefasst könnte man auch sagen, ich hatte es mit Psychotherapieschäden zu tun.

Als Psychotherapieschaden ist anzusehen, wenn Klienten sich nach der Psychotherapie seelisch schlechter bzw. weniger funktionsfähig fühlen als vor der Psychotherapie, bzw. wenn neben einigen Verbesserungen der seelischen Gesundheit in anderen Bereichen Verschlechterungen eintreten, besonders dann, wenn die Verbesserungen eher in den seelischen Nebenreichen gegeben sind, und nicht in dem Hauptbereich der seelischen Beeinträchtigungen, derentwegen die Klienten zur Psychotherapie kamen. Ein Therapieschaden liegt auch vor, wenn keine, nur geringfügige oder nur kurzzeitige Verbesserungen eintreten, obwohl bei qualifizierteren Psychotherapeuten größere konstruktive Änderungen durchaus möglich gewesen wären. Die Rate für Psychotherapieschäden wird bei 10 % angesetzt.

Entweder war ich bei den schlechtesten Psychotherapeuten, die es gibt oder aber die 10% sind ein Witz, was ich viel eher glaube.

Mich regt es mittlerweile jedenfalls maßlos auf, daß es immer so hingestellt wird, wie wenn Psychotherapie - na sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt - fast immer hilft. Das ist jedenfalls den Infos der Therapeuten zu entnehmen. Wenn ich mir aber ansehe, wieviele Menschen es gibt, die seit Jahren null Verbesserung ihrer Symptomatik haben, dann kann doch da irgendetwas nicht stimmen. "Das kann man gut therapieren" , "hat sich als wirksam erwiesen" etc.- ich kann es nicht mehr hören...

Eines haben wir Angstpatienten ja auch gemeinsam - wir sind intelligent. Mein Hausarzt sagte mal zu mir, ich sei zu intelligent, das wäre mein Problem. Jemand, der nicht komplex denkt, hat es viel leichter im Leben, denn er denkt auch nie über "was, wäre wenn" nach.

Die größten Idioten fahren nach zig verschuldeten Unfällen sicher noch immer wie die Irren auf der Autobahn rum, während unser eins drüber nachdenkt, wie er die 70 km/h überwindet.

Ich bin zu intelligent, um mich beim Fahren abzulenken - ich bin zu intelligent, als daß einfache Konfrontation bei mir helfen könnte.

Es klingt großkotzig - aber irgendwie ist es so.

bPlautes ve"ilcZhxen


max

guten morgen...

ganz echt? ich finde du solltest dir auf keinen fall das hobby "auto" kaputt machen lassen. bleib am ball, denn du weißt ja nicht, wann es vielleicht einfach wieder alles normal geht!

gab es eigentlich irgendeine person in deiner familie, wie eltern etc, die angst hatten beim autofahren? oder die dir immer die sachen missgönnt haben, die dir wichtig waren? nur so ne idee...

danke für das nick-kompliment |-o

freu ich mich...

bis bald

t:int.enfi}sche`rin


Hallo ihr Lieben!

Ich habe meinen Führerschein seit 20 Jahren, weigere mich aber seit etwa 15 Jahren erfolgreich, Auto zu fahren.

Meine Mutter hat darauf bestanden, dass ich mit 18 den Führerschein mache (obwohl ich das eigentlich nicht wollte, aber da hat sie sich durchgesetzt.) Das erste Jahr ging ganz gut, bis ich beinahe einen Unfall verursacht hätte. Das Delikate daran war, dass es zufälligerweise meine eigene Mutter war, in deren Auto ich fast reingekracht wäre. Danach ging erstmal gar nichts mehr, bis sie mich dazu überredet hatte, einen Auffrischungskurs zu machen.

Besser ging es mir danach nicht, im Gegenteil. Ein Jahr später war ich mit meinem Freund in den USA auf Urlaub, wir waren mit Mietauto unterwegs. Auf der Strecke von Los Angeles nach Las Vegas (endlos gerade Highway!) hatte ich das erste Mal dieses Schwindelgefühl, verbunden mit der Angst, nicht genug Luft atmen zu können (so, als würde man einen löchrigen Fahrradreifen aufpumpen wollen). Von da weg hatte ich das fast jedes Mal, wenn ich Auto fuhr.

Für mich ist das der reinste Horror - nicht nur der Schwindel und die Atemnot - ich hab auch immer Angst, nicht genug Abstand halten zu können, zu weit rechts oder zu weit links zu fahren, außerdem hab ich starke Konzentrationsprobleme ich drifte in Tagträume ab, was ich beim Autofahren natürlich überhaupt nicht gebrauchen, aber auch nur schwer kontrollieren kann. {:(

Selbst als Mitfahrerin stehe ich große Ängste aus. Zum Glück lebe ich derzeit so, dass ich öffentlich überall gut hinkomme und außerdem leidenschaftlich gern Zug fahre. Da mein Partner und ich aber vorhaben, aus der Großstadt wegzuziehen und im Grünen zu leben, sehe ich mit Sorge auf mich zukommen, dass ich irgendwann wieder Auto fahren MUSS, um mobil zu sein. {:(

Keine Ahnung, wie ich das dann schaffen soll. :-/

mjax3x5


@ blaues veilchen

Bitte gerne ;-) .

"Mißgönnen" kann man eigentlich in der Familie nicht sagen. Meiner Mutter hat mir aber für bestimmte Fälle immer sämtliche Horrorszenarien ausgemalt - nach dem klassischen Motto:"Wenn das und das eintritt, dann könnte ja um Gottes Willen dieses und jenes passieren". Und sie hat seit jeher vieles kritisiert, was ich tue oder es zumindest sofort in Frage gestellt.

Wenn ich eine Fernbeziehung führe, dann könnte es sich bei der Frau um eine Schwerverbrecherin handeln. Bin ich 4 Tage im Ausland, könnte wer in meine Wohnung einbrechen, wenn ich nicht oft genug staubsauge, könnte ich eine Stauballergie bekommen. Wenn ich mich nicht so oder so anziehe, dann könnten meine Kunden schlecht über mich denken. Wenn ich fliege, könnte das Flugzeug abstürzen. Wenn ich allein daran denke, was ich für eine Sexualerziehung "genossen" habe, dann frage ich mich, wie ich überhaupt entstanden bin.

Das macht sie im Prinzip bis heute. Wenn ich auf Besuch komme, meint sie als erstes: "Du schaust schlecht aus, hast Du abgenommen ?" (obwohl ich in den letzten Jahren 10 Kilo zugenommen habe, wie ich selbst weiß) oder "willst Du nicht mal andere Schuhe anziehen ?" usw. usw.

Kurz gesagt könnte man sagen, daß sie mich ständig in Frage stellt und das ist nervtötend.

Wie man sich unschwer vorstellen kann, führt das dazu, daß ich zeitweise regelrecht in die Luft gehe und ihr am liebsten an die Gurgel springen würde. Das Problem ist - ich hatte als Kind eine relativ innige und herzliche Beziehung zu ihr - wenn ich ehrlich bin, dann ist sie heute ziemlich abgekühlt. Weil je mehr sie mich bedrängen, desto mehr gehe ich auf Distanz.

Aber gut, was soll ich tun - so sind meine Eltern nunmal - ich kann mich zwar distanzieren wo es nur geht, aber ändern werde ich das in diesem Leben nicht mehr.

Bei meinem Vater ist das zumindest heute nicht viel anders. Seit er krank ist, klammert er extrem. Die Standardfrage "Wann kommst Du wieder ?" oder wenn ich anrufe, kaum daß ich ein Wort gesprochen habe "Kommst Du ?". Zu Weihnachten dachte er allen Ernstes, daß ich jetzt 2 Tage bei ihnen übernachten werde und hat mich ca. 30x danach gefragt.

Im Grund sind beide Eltern zu furchtbaren Egoisten mutiert. Sie denken ununterbrochen nur an sich und wollen alles so beeinflussen, wie es ihnen passt. Die haben nie gemerkt, daß es auch darum geht, daß sich ein Kind oder ein junger Erwachsener entfalten können muß - zu sehr sind sie in sich selbst gefangen. In ihrem Leben gibt es nichts - außer die Kinder und die müssen alle ihre eigenen Defizite kompensieren.

Im Gegensatz zu meinem Bruder bin ich in einem Dauerkonflikt mit mir selbst. Ihm dürfte das nicht mal bewußt sein - er trägt diesen Konflikt nicht aus, obwohl sie sich ihm gegenüber genauso verhalten. Er läßt sich im Gegensatz zu mir bis heute schön seine Wäsche von Mutti waschen, von Zeit zu Zeit die Wohnung aufräumen usw. usw.. Das hat zwar m.M. nach auch Folgewirkungen (z.B., daß er keine Freundin hat), aber psychische Probleme hat er keine.

@ tintenfischerin

Ich glaube, Dein Problem dürfte etwas anders gelagert sein, denn Du hast m.M. nach direkte Angst vor dem Autofahren - jetzt vermutlich auch schon, weil Dir die Fahrpraxis fehlt.

Ich glaube, hier könnte Übung oder Konfrontation tatsächlich etwas Positives bewirken. Dir könnte diese Psychologin tatsächlich weiterhelfen.

Meine Mutter ist auch jahrzehntelang nicht Auto gefahren, obwohl sie den Führerschein hatte. Vor allem deshalb, weil mein Vater was dagegen hatte. Heute ist es gut so, daß sie wieder irgendwann eingestiegen ist, weil mein Vater gar nicht mehr fahren kann. Ich weiß nicht, ob sie Angstzustände hatte - in jedem Fall kann ich aber sagen, daß sie sehr unsicher war und sie jetzt zumindest in der Stadt total entspannt fährt. Und das kam allein mit der Fahrpraxis wieder. Autobahn braucht sie nicht fahren, aber ich bin sicher, daß sie das mit Praxis auch schnell könnte.

Bei mir ist das etwas anders. Ich habe jetzt seit fast 18 Jahren den Führerschein und vermutlich eine halbe Million Kilometer auf dem Buckel. Ich habe in den 18 Jahren nie eine Unterbrechung gehabt. Ich hatte in den Jahren nie einen schweren Unfall, noch kein einziges Mal einen selbstverschuldeten Unfall (bis auf eine Bagatelle und eine Teilschuld mit einem kleinen Kratzer) und ich kann mich auch an keine extrem kritische Fahrsituation erinnern (ich meine eine solche, in der ich jetzt realistisch gesehen z.B. "den Tod vor Augen" gehabt hätte - die Situationen JETZT erlebe ich zwar auch als Horror, weiß aber rational gesehen, daß überhaupt keine große Gefahr besteht oder eben nur deshalb, weil ich meine Zustände habe, aber nicht, weil ich grundsätzlich nicht Autofahren könnte).

Ich war eigentlich immer ein begeisterter Autofahrer und habe mich auch bei hohem Tempo auf der Autobahn sicher gefühlt - weil ich aufgrund der Fahrpraxis nie das Gefühl hatte, das Auto nicht unter Kontrolle zu haben und weil ich trotz aller Zügigkeit nie Harakiri gefahren bin (d.h. schnell gefahren bin ich nur, wenn es der Verkehr zuließ und wenn bei strömenden Regen manche mit 180 vorbeirasten, bin ich ganz bewußt langsamer gefahren - nicht aus Angst, sondern aus Vernunft)

Bei mir ist es heute auch nicht so, daß ich das Autofahren gänzlich vermeide. In der Stadt zu fahren ist eigentlich nicht so ein Problem, egal wieviel Verkehr um mich rum ist.

Das Problem sind echt diese bestimmten Situationen: Lange Geraden, höheres Tempo, mehrspurig und schon kriege ich meine Zustände. Wobei ich nicht sagen kann, daß mir das Fahren an sich Angst macht. Ich kann nur nicht ordentlich Autofahren, wenn mein Körper und meine Empfindungen total verrückt spielen - da würde jeder andere auch nicht mehr das Gefühl haben, er hätte die Situation unter Kontrolle.

Gestern erst mußte ich zu einem Kunden und habe die Stadtautobahn bewußt nicht gemieden. Mir war zwar bewußt, was auf mich zukommen wird, aber diesmal war mal wieder Konfrontation angesagt.

Tja, was soll ich sagen - die Zustände kamen wieder mit voller Wucht. Es war zwar nur eine relativ kurze Strecke, aber ich habe es hin und zurück durchgezogen, obwohl ich auch anders fahren hätte können.

Ich denke mir nach dem Erlebten jetzt, um sich der Angst und dem Schwindel entgegenzustellen, muß man von innen die Einstellung entwickeln, daß es einem vorsichtig ausgedrückt egal wäre, wenn man in der nächsten Sekunde frontal in eine Wand fahren würde. Hat man Angst die Spur zu wechseln, muß man es just tun. Kommt einem das Tempo zu hoch vor, muß man 10km/h schneller fahren. Irgendwie ist es ein ständiger Kampf zwischen dieser Überkontrolle/Übersensibilität und sie aufzugeben.

Wer nun gedacht hat, daß dieses Erlebnis die Angst kleiner werden ließ, täuscht sich. Am Abend bin ich durch die Stadt von meinen Eltern heimgefahren und da gibt es eine relativ lange, zweispurige Gerade, auf der man wegen einer Busspur links fahren MUSS. Obwohl ich da nur 50 oder 60 gefahren bin, gab´s prompt wieder diese Schwindelattacken bzw. attackenartigen Adrenalinflashs, wie wenn man für eine Zehntelsekunde das Gefühl hat, daß das Auto in eine Richtung ausbricht, obwohl das natürlich kompletter Schwachsinn ist.

Naja, wenn ich ausgeruht bin, ist es schlimm und wenn ich so wie am Abend schon müde bin ist es halt noch schlimmer.

bblauesw veilchxen


ich bin trotzdem beeindruckt dass du es immer weiter durchziehst mit der konfrontation. eines tages bringt es bestimmt was. muss doch! soviel mut und ehrgeiz gehört belohnt!!!

mZaxx35


Ich bin da nicht ganz so optimistisch.

Wobei ich da die Wahrscheinlichkeit noch für größer halte, daß es von alleine aufhört als daß mir irgendein Therapeut hilft, da rauszukommen.

Interessant wäre mal zu wissen, wie es ehemalige Betroffene geschafft haben, da wieder rauszukommen, aber bis dato habe ich ja noch keinen kennengelernt.

Es neeervt :-/

mBaxx35


@ Sabine

Bin gerade draufgekommen, daß ich Dir noch eine Antwort schulde (glaube ich jedenfalls).

Tjam was tue ich.

Vor 1,5 Jahren hätte ich noch gesagt, ich stelle mich der Angst. Denn da mußte ich beruflich jede zweite Woche 400km fahren.

Das war immer daselbe Spielchen. Rauf auf die Autobahn - irgendwann ging der Schwindel los und dann habe ich entweder die eine Tour (200km) durchgezogen oder ich bin nach unterschiedlich schon gefahrenen Kilometern entnervt von der Autobahn runter. Oft war es dann allerdings so, daß der Schwindel auf der Landstrasse auch gleich weiterging.

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich mal so an die 600km gefahren - das ging so einigermaßen. Dann wurde wieder alles schlimmer.

Kurz und gut: Ich hatte zumindest nie das Gefühl, das Konfrontation irgendetwas bringt, denn ich bin ja immer wieder auf die Autobahn raufgefahren und der Schwindel kam JEDESmal.

Das einzige, was ich feststellte: Wenn ich Streß hatte war er extremst schlimm, wenn ich keinen hatte war er "nur" schlimm.

Das abgelaufene Jahr bin ich keine längeren Strecken gefahren - auch, weil ich nicht mußte. Eigentlich nur Stadtautobahn und dort wurde es in letzter Zeit auch immer schlechter.

Ich würde also zusammenfassend (für mich) sagen: Konfrontation hilft allenfalls daß es nicht noch schlimmer wird, es trägt aber absolut nichts dazu bei, daß es besser wird (denn das hätte ich bestimmt bemerkt, denn durch das berufliche "Fahren müssen" hätte ich das zumindest da feststellen müssen).

Ansonsten kann ich Dir leider keinen einzigen brauchbaren Tipp geben - es gibt Atemtechniken, Ablenkung, Medikante etc. etc. - bei mir hat das alles nichts geholfen. Allein Bachatmung hilft ein wenig, es besser auszuhalten, mehr aber auch schon nicht.

Unsere Fälle klingen jedenfalls sehr ähnlich, zumal Du ja früher auch "normal" gefahren bist.

Ich weiß nicht - manchmal denke ich mir, daß etwas ganz anderes dahinter steht als etwas Psychisches - aber wenn ich nur wüßte was.

mWax3x5


Mal wieder raufschieb |-o .

Vielleicht gibt es ja doch noch ein paar Betroffene mit Erfahrungen...

mVax3x5


Und nochmal raufschieb |-o |-o - die Hoffnung stirbt zuletzt...

b-laue@s veilxchen


ich helf mal mit beim schieben ;-D

b*laOues vezilTchexn


armer max... hier tut sich ja gar nichts mehr... :|N

mpaixx35


Mal schauen, ob sich doch mal wieder was tut... |-o

GDalebxyu


Auch wenn der Thread schon ziemlich angestaubt ist, will ich ihn nochmal hochholen.

Mir geht es ziemlich genau wie Max.

Auch mein erstes Wort war Auto (ohne Scheiß) und bis zu meinem 27. Lebensjahr war Autofahren für mich Genuss... Entspannung... Hobby... Passion...

Bis ich eines Tages eine Attacke hatte und plötzlich dachte, dabei ohnmächtig zu werden. Seitdem ist alles anders.

Und wie bei Max tritt auch bei mir das Problem nur auf, wenn ich zu viel Zeit zum Nachdenken hab. Weil ich wie Max in den ersten Jahren des Führerscheinbesitzes extrem viel Fahrpraxis gesammelt hab, geht Autofahren bei mir vollautomatisch... Das heisst ich habe eigentlich immer zu viel Zeit zum Nachdenken... :(

Der Horror sind für mich besonders lange, gerade Landstraßen...Da kann ich mich so richtig schön auf meine Angst konzentrieren.

Auch ich hab keine Angst vor dem Fahren selber, das beherrsche ich ja. Angst habe ich vor meinen Zuständen - und dass ich dadurch die Kontrolle verliere.

Hab schon Psychotherapie und Hypnosen hinter mir... Das mit der Konfrontation hilft vllt. bei richtiger Angst. Was wir haben sind aber eher Zwangsgedanken... mit somatischen Empfindungen.

Ich denke man müsste irgendwie ne Möglichkeit finden, wieder entspannt Auto zu fahren. Z.b. durch die Sicherheit eines Fahrlehrers nebendran.

Man muss das einstudierte Programm wieder überschreiben... Abermit was? Hab schon überlegt den Motorradführerschein oder sowas zu machen.

@ max:

Falls du das noch liest... Meld dich mal bei mir. Ich weiß genau, wie's dir geht...

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