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Psychotherapie bewirkt das Gegenteil

btlackro_se2x7


hy!

du schreibst:

Was ist, wenn all das Negative nicht von der Therapie, sondern von meinen falschen Denkmustern herrührt? Wenn sich das alles hauptsächlich in meinem Inneren abspielt und ich es nur auf die Therapie richte (projiziere), um es aus mir raus zu haben? Wenn mein Therapeut seine Sache schon richtig macht und ich nur falsch darauf aufbaue?**

diese erfahrung habe ich gemacht. weil ich gewisse sachen damals gar nicht zulassen wollte in der therapie selber - und ich habe es auf die therapie ansich geschoben und mir gedacht: alles quatsch - passt alles nicht für mich in dieser therapie. wie schon mal geschrieben: erst nach nem guten jahr ging es für mich aufwärts.

trotzdem finde ich am allerwichtigsten das du nochmal genau punkt für punkt deine bedenken mit deinem therapeuten wirklich durchsprichst. gebe auch yamiras recht was er in seinem nachtrag sagt. nicht jeder therapeut kann mit seinem klienten.. .. aber auch umgekehrt.

bin auch ziehmlich erstaunt darüber das manche auf den therapeuten hier "losgehen" obwohl ihn sie ihn nicht kennen ... oder auch dich nicht. :-) weisst du was ich meine?

vieleicht kannst du für dich überprüfen ob die thera für dich wirklich das richtige is.. aber ich kann nur immer wieder wiederholen das die therapie ja nicht ein wunderheilmittel innerhalb von nem halben jahr is. nicht falsch verstehen - aber manche prozesse dauern einfach länger. vieleicht lässt du dir einfach ein wenig zeit - um deine gedanken zu sortieren.

lg.

blackrose *:)

N\age8lfexe1


hallo Sven...

erstmal möchte ich sagen ob schwul oder nicht schwul spielt KEINE Rolle!

ich habe mir deinen text durchgelesen und möchte dir meine meinung dazu sagen.

So wie ich es einbisschen bei dir raus lese hast du Ängste/sozialeängste. Mein Freund mit dem ich fast 3 Jahre zusammen bin leidet auch an Ängsten/Panikattacken und Depressionen.die ängste etc. sind so schlimm geworden,dass er jetzt in einer Klinik für Depressionen ist. Er Hat auch seit einem 3/4 Jahr eine Therapie gemacht bei einem Analytiker und in der zeit hat er sich in einer "abwerts spiralle gedreht "

Ich kann dir nur ratten das der Therapeut nicht der richtige für dich ist denn in so einer situation sollte man sich an eine Klinik wenden oder such dir bitte eine Verhaltenstherapeuten denn eine Analyse in u.a noch härter als eine normale Therapie!!!!

gruß

AKlex9i~na


Ich will noch mal kurz auf die Übertragungsspielchen eingehen, weil die für mich bei dieser Therapieform der Punkt sind, wo man aufpassen muß. Die sind ja gewollt und passieren, wie auch andere schon geschrieben haben, in jeder Therapie (und auch im normalen Leben). Genauso wie das Gefühl der Abhängigkeit. Man geht ja eine intensive Arbeitsbeziehung zwecks Heilung ein, es werden intime Dinge besprochen. Man zeigt sich sehr, man weint vielleicht vor dem Therapeuten und gibt ihm preis, was andere Menschen nicht erfahren. Da ist ein ungetrübtes Vertrauensverhältnis ganz wichtig. Und da finde ich persönlich es bedenklich, wenn man in der Übertragungsarbeit an den Punkt kommt, daß der Klient im Therapeuten eine Person (sehr wahrscheinlich eine wichtige Bezugsperson aus der Vergangenheit) sieht und die Grenzen zwischen Therapeut (Helfer, Heiler, Freund an deiner Seite) und eventuellem frühen Schädiger (oder einfach nur dem negativen Anteil einer Person aus der Vergangenheit) verschwimmen. Daher kommt dann diese Verwirrung.

Und da wird in anderen Therapieformen ordentlicher gearbeitet, um das mal so auszudrücken. Noch ist ja nicht klar, was an alten, unbewußten Konflikten da gerade hochkommt. Wenn es traumatisch war und du, Sven, jetzt Anteile davon im Therapeuten personifiziert wahrnimmst, aber auf der anderen Seite doch weißt, daß er ja der Therapeut ist, der sich aber gerade irgendwie nicht so anfühlt, passiert das, was du beschrieben hast: Du zweifelst an deiner Wahrnehmung. Ist er so oder bildest du dir das aufgrund deiner Vorgeschichte ein? Wenn man aber zunehmend unsicher wird, was die Realität ist, wenn man seine Wahrnehmung in Zweifel zieht, ist das für mich kein gesunder Prozeß, nichts, was man sich wünschen sollte. Man will sich doch auf seine Gefühle verlassen können ... Blackrose hat ja nicht Unrecht, wenn sie meine polemische Bemerkung mit dem Therapeuten als Schädiger etwas deftig fand; ich finde eben, er sollte es nicht nur nicht sein, sondern sich auch nicht so anfühlen.

An Denkmustern (ich will gar nicht schreiben: falschen, sagen wir, Denkmustern, die man verändern und erweitern könnte) kann man auch mit anderen Ansätzen arbeiten. Ich finde auch, ähnlich wie Yamiras, daß der Therapeut begleiten sollte. Seine Rolle sollte die ganze Zeit klar sein. Manche Klienten brauchen da einfach mehr Struktur, Klarheit, Ordnung, während andere den analytischen Ansatz gut vertragen können. Für mich liest sich deine gegenwärtige Zustandsbeschreibung da etwas bedenklich, aber ich hoffe, ihr könnt das klären.

W4ar mawl6 de r KaDtexr


Hi Sven

ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass gerade bei einer Psychotherapie alle drei Komponenten ( Klient, Therapeut, Methode) zusammenpassen sollten. Natürlich kommt es im Laufe einer Therapie zu Phasen, in denen es schlechter läuft aber in der Tendenz sollte es spürbar besser werden, sonst läuft was schief.

Ich ganz persönlich habe z.B. Vorbehalte gegen die Psychoanalyse, zu lang, zu wenig hilfreich in konkreten Konflikten. Wenn eine Therapie dazu führt dass das gesamte Leben praktisch problematisiert wird und es dann zu einer wachsenden Verunsicherung kommt wäre es vielleicht sinnvoll nachzudenken, ob die Methode oder Therapeut umpassend sind. Manchmal macht es keinen Sinn endlos in der Kindheit zu stochern oder abstrakte Diskussionen zu führen.

Ich habe auch einiges durchprobiert und erst nach langem Suchen das grosse Glück gehabt eine Psychologin zu treffen die mir geholfen hat wirklich weiterzukommen.

Viele Grüsse

s|ve}n70x0


Hallo, da bin ich wieder.

Zuerst möchte ich mich noch mal ganz herzlich für eure Beiträge bedanken.

Vorgestern hatte ich Therapiesitzung.

Gleich zu Beginn habe ich ganz direkt meinem Therapeuten meinen Eindruck mitgeteilt, dass die Therapie genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie soll. Er hat gemeint, das dürfe vorübergehend durchaus der Fall sein. Es gehe in der Therapie ja nicht nur darum, dass man darüber redet, was einem das Leben schwer macht, sondern in der Therapie solle sich auch EREIGNEN, was einem das Leben schwer macht.

Insgesamt hat er – soweit ich das beurteilen kann – sehr gut reagiert: Er hat mich weder allzu sehr getröstet noch allzu sehr belehrt. Auch interessant: In der Sitzung konnte ich endlich mal wieder weinen.

Ich glaube, er hat auch noch einen Tick besser verstanden, dass meine Homosexualität nicht das Problem ist.

Ich habe ihn auch gefragt, ob für jemanden wie mich, der sowieso dauernd am Denken ist und alles analysiert, eine psychoanalytische Therapie, bei der jedes Detail hinterfragt wird, das Richtige sei. Seine Antwort: gerade dann! (Er hat das auch kurz begründet, aber die Begründung habe ich vergessen.)

Er meinte, er habe wohl unterschätzt, wie verunsichert ich sei, und er hat noch einmal deutlich gemacht, dass er seine Anmerkungen nicht als Handlungsempfehlung und schon gar nicht als Kritik verstanden wissen will, sondern nur als eine Spielen mit Möglichkeiten, das mir Anregungen geben soll. Er hat betont, dass ich (bzw. wir in der Therapie) von dem Bedürfnis wegkommen muss, perfekt zu sein bzw. es allen Leuten recht machen zu wollen.

Wie geht’s mir jetzt? – Irgendwie fühle ich mich erleichtert. Zugleich bin ich sehr verwirrt. Ich glaube, das kommt daher, dass ich schon wieder versuche, seinen "Auftrag" zu analysieren, um ihn dann "möglichst gut umsetzen" zu können. Dabei sollte ich doch eigentlich versuchen, ein anderes LebensGEFÜHL zu bekommen...

Wenn’s etwas wesentlich Neues gibt (nicht bezogen auf den Gegenstand der Therapie, sondern bezogen auf meinen Umgang mit Therapie und Therapeut), dann werde ich weiter berichten.

Für eure Anmerkungen und Anregungen bin ich weiterhin dankbar!

HPanseXl]ine


Hallo Sven,

das hört sich doch schon mal gut an, daß ihr ein klärendes Gespräch führen konntet!

Ich möchte dir meine Gedanken zum Thema mitteilen, aber um nicht mißverstanden zu werden, muß ich betonen, daß ich kein Fachwissen über Psychologie/Psychotherapie besitze - außer dem, was man als interessierte Laiin und "Betroffene" so mitkriegt.

Ich bin gegenüber der Psychoanalyse skeptisch eingestellt: Weil sie so extrem lange dauert, weil mir nicht einleuchtet, was es bringen soll, endlos in der Vergangenheit herumzustochern oder über seine Persönlichkeit zu philosophieren, und weil man immer wieder von dem bei dieser Therapieform offenbar zwangsläufig entstehenden Abhängigkeitsgefühl gegenüber dem Therapeuten kommt. Soviel kann ich mit Sicherheit sagen: Abhängigkeit oder ein Abhängigkeitsgefühl (sowie irgendwelche "Übertragungen", unter denen ich mir ehrlich gesagt nichts vorstellen kann) gehören NICHT zu jeder Therapie!!! Vielleicht zu jeder Psychoanalyse, aber nicht zu jeder anderen Therapieform.

Aus eigener Erfahrung kenne ich zwei Therapieformen: Die "ganz normale" Gesprächstherapie (wo also der Therapeut nur zuhört) - meiner Meinung nach ist die eher für solche Fälle geeignet, wo es z.B. darum geht, ein bestimmtes Erlebnis zu "verarbeiten" oder bei akuter Verwirrung seine Gedanken über sich selbst besser zu ordnen. Also eher weniger grundlegende Sachen. Man lernt, sich selbst besser zuzuhören und eigene Denkfehler aufzudecken. Man fühlt sich mal ein bißchen verstanden. Ich glaube, für wirklich grundlegende Probleme ist diese Therapieform zu "oberflächlich", dafür enthält sie einfach zu wenig Veränderungsanstöße von außen.

Das zweite, was ich kennengelernt habe, war die Kognitive Verhaltenstherapie. (Ich hatte auch Probleme mit meinem Selbstwertgefühl, nahm die - vermeintliche - Meinung und das Verhalten anderer zu wichtig, und außerdem hatte ich seit Jahren teilweise schwere Depressionen,s chließlich gipfelte das ganze in einem Nervenzusammenbruch und irrationalen Ängsten. Es ging also schon ziemlich an die Substanz meiner "Persönlichkeit", um Probleme, die teilweise seit meiner Kindheit dawaren.)

Diese Therapie hat mir einerseits sehr schnell und effektiv geholfen (ich bin weniger als ein Jahr da hingegangen), andererseits hatte sie auch gewisse Nachteile und Risiken. Ob letztere der Therapieform oder dem Therapeuten geschuldet sind, weiß ich nicht!

Also, Vorteile: Wie gesagt, schnell und effektiv. Es wurde nichts "analysiert", keine Wenns und Abers hin- und hergewälzt. Es ging nie um die Vergangenheit, sondern es war immer die Frage: "Wie verhältst du dich JETZT - und wie MÖCHTEST du dich gerne verhalten?" "Welcher Gedanke liegt deinem momentanen Verhalten zugrunde - und welche Gedanken müßtest du denken, um dich so zu verhalten (und letztlich auch zu fühlen), wie du es von jetzt an möchtest?" Die Grundgedanken waren erstens, daß es keinen feststehenden "Charakter" gibt, sondern nur Verhaltensweisen, die jeder an sich selbst ändern kann, wenn er es möchte; und zweitens, daß mein Verhalten nicht verrückt oder unnormal sei (einschließlich meiner Ängste, Depressionen usw.), sondern eine ganz normale, erwartbare Reaktion auf meine momentanen Gedanken. (Also z.B. wenn ich denke "wenn ich auf diesen Stuhl steige, dann falle ich bestimmt runter, weil ich ja so ungeschickt bin, und dann schlage ich mit dem Kopf auf und bin tot", dann ist es klar, daß ich Angst habe. Frage: Was wollen Sie stattdessen empfinden? Was müßten Sie dazu denken? Ich möchte Zuversicht empfinden, das würde ich, wenn ich dächte: Ich bin ein gesunder Mensch und verfüge über eine dementsprechende Geschicklichkeit. - Diesen Satz sollte man sich selbst dann einbläuen.)

Man konzentriert sich auf jeden Fall auf das, was man selber tut (statt auf das, was andere tun). Also lernt man z.B., nicht zu denken: "Ich bin traurig, wütend und ängstlich, weil X mich angeschrien hat (=X hat mich traurig gemacht, X ist für meine Gefühle ursächlich verantwortlich)", sondern "Ich bin traurig etc. weil ich so und so darüber DENKE, daß X mich angeschrien hat". Es wird die Fähigkeit gelernt, sozusagen eine Schranke zwishen dem Wutausbruch von X (oder dem komischen Blick von Y) und den eigenen Gefühlen zu errichten, so daß man nicht mehr "automatisch" mit einem bestimmten Gefühl reagiert,sondern selbst entscheiden kann, wie man reagiert.

Jetzt die Nachteile: Ich fühlte mich nicht immer ausreichend ernstgenommen. Über manches Problem hätte ich mich gerne zuerst kurz ausgesprochen, bevor es zum Einüben einer Veränderungstaktik gekommen wäre.

Es wurde nicht ausreichend zwischen realen, praktischen Problemen und emotionalen Problemen unterschieden. Also: Ich hätte gern Hilfe gehabt in Bezug auf meine Rechenschwäche, die für mich ein Problem im praktischen Leben darstellt. Der Therapeut hielt es für angebracht, mir klarmachen zu wollen, daß ich halt einsehen müßte, daß man nicht ALLES können muß. Das war total unangemessen.

Ein ähnlicher Nachteil: Es wurde eine zu große Gleichgültigkeit eingeübt. Statt "ich kann mir aussuchen, wie wichtig ich ... nehme", wurde eingeübt "... ist nicht wichtig". Das hat mich von meinen Gefühlen entfremdet. Die Therapie machte also sehr schnell wieder funktionstüchtig, arbeitsfähig, aber ich kam mir hinterher noch etwa drei jahre lang vor wie ein Zombie - so lange, bin ich genügend kritische Distanz zu der Therapie gefunden hatte.

Damit zusammenhängend: Der Therapeut bestand darauf, daß ich "negative" Gefühle niemals zulassen solle, sondern sie immer abblocken müsse (mit den erlernten Techniken". Und er meinte auch zu wissen, was negativ sei, nämlich Wut, Traurigkeit, Furcht. Das hat mir schon während der Therapie nicht eingeleuchtet. Richtig finde ich, daß solche GEfühle nur manchmal angemessen sind und daß man sich nicht exzessiv reinsteigern sollte - aber manchmal ist es eben auch angemessen und notwendig. Ich hätte also lieber gelernt, frei zu entscheiden, wann und und wie viel ich diese Gefühle zulassen will. Ich denke, das automatische totale Abblocken hätte zum Abschluß der Therapie hin unbedingt relativiert werden, die "emotionale Selbstbestimmung" gefördert werden müssen. Erstens, weil die angeblich negativen gefühle durchaus auch ihren Sinn haben und ein Leben als Gefühlszombie sehr, sehr dröge ist. Und zweitens, weil Furcht vor GEfahren warnt, weil Wut zur Veränderung unhaltbarer Zustände antreibt usw. Die Techniken dieser Therapieform durchzuführen, heißt, alles einfach hinzunehmen und sich im Grunde für nichts mehr zu interessieren.

Mist, das war jetzt wieder viel zu lang. Was ich mit diesem Beitrag eigentlich wollte: Dir eine Alternative zur Pschotherapie (mit ihren Vor- und Nachteilen) vorzustellen. In Bezug auf mein Selbstwertgefühl hat sie mir echt geholfen!!

Eine Therapieform, von der ich nur gelesen habe, ist die Logotherapie (NICHT "Logopädie"!), zu deutsch "Sinn - Therapie". Hier steht die Frage im Mittelpunkt, was du eigentlich willst, was dir wirklich wichtig ist; es geht darum zu lernen, sich von den eigenen Prioritäten leiten zu lassen und weniger wichtigen Dingen weniger Beachtung zu schenken (das ganze ist also weniger konfliktscheu als die Therapie, die ich gemacht habe - dort habe ich gelernt, nicht zu streiten, sondern Desinteresse zu empfinden. Bei der Logotherapie könnte man zu derselben Entscheidung kommen - oder aber zu der Erkenntnis "die Sache ist mir so wichtig, daß ich einen Streit in Kauf nehme, ich weiß, worum es mir dabei geht".)

Hoffentlich hat dir das jetzt irgendwie weitergeholfen. Bitte entschuldige die Länge.

H_ansel>ine


Oh, und was das Schwulsein angeht: Als ob Heterosexuelle keine Probleme hätten... {:(

Kleine Anekdote: Ich bin vor jahren mit meiner besten Freundin zusammen zur psychologischen Studienberatung gegangen. Wir sind zusammen hingegangen, weil wir genau das gleiche Problem hatten. Die Psychologin sagte, bei DEM Problem könne sie uns nicht helfen und es sei ja schließlich auch gar kein Problem (woher die das wissen wollte...). Sie glaube vielmehr, wir seien aus einem ganz anderen Grund gekommen! - womit sie offenbar andeuten wollte, daß wir bestimmt lesbisch wären und es nur nicht zugeben wollten und daß wir das aber wirklich sehr problematisch zu finden hätten. %-|

(Die Freundin ist wirlich lesbisch, aber was das jetzt mit den Studienproblemen zu tun haben sollte?)

bFomxbo


Hallo Sven700,

ich habe ein komplette Psychoanalyse hinter mir. Es hat letztlich 2 1/2 Jahre gedauert (2 Sitzungen p. Woche). Zwischendrin habe ich auch oft nicht gewußt, was das alles soll, hatte das Gefühl, nur noch auf der Stelle zu treten. Dann wieder wußte ich nicht, was ich dem Therapeuten noch erzählen sollte.

Erst im letzten halben Jahr fügte sich plötzlich alles zusammen. Da habe ich erst verstanden, was erreicht werden sollte.

Heute kenne ich meine 'Schwachstellen'. Trotzdem verfalle ich doch manches Mal wieder in meine alten Muster.

Aber - ich würde es sofort wieder tun und hoffe, Du machst weiter. In jedem Fall solltest Du Deine Bedenken auch zum Thema in der Therapie machen.

Viel Erfolg

bombo

HDaseDnreixch


Hallo Hanseline,

Zitat: " Damit zusammenhängend: Der Therapeut bestand darauf, dass ich "negative" Gefühle niemals zulassen solle sondern sie immer abblocken müsse...nämlich Wut, Traurigkeit, Furcht."

Eine solche "Therapie" finde ich hochgradig gefährlich!!! - Denn sie lehrt Konflikt- oder auch Verlustsituationen nicht verarbeiten sondern verdrängen! - Besonders fatal wirkt sich das in einer echten Trauersituation aus: Die Trauer wird verdrängt und nicht verarbeitet, was zur Folge hat, dass der Betroffene NIE mehr aus seiner Trauer herausfindet und auch nicht konstruktiv mit ihr umgehen kann und somit immer tiefer in den Strudel der verdrängten Trauer hineingerät und endweder in eine ewige Depression fällt oder aber verbittert und schließlich am Leben verzweifelt. Und in eine Verlustsituation kann jeder jederzeit kommen.

Ich finde es sehr gut und auch wichtig, dass Du einen gesunden Abstand zu diesem Therapeuten und auch zu dieser Form der Therapie gefunden hast und Dir Deine ganz eigene Meinung dazu gebildet hast!

Liebe Grüße.

sxvexn700


zur Therapieform:

Also, ich liege nicht auf der Couch. Ich glaube, mein Therapeut hat gemeint, wir machen eine "psychoanalytische Gesprächstherapie". Bei Wikipedia habe ich das nirgends gefunden, dafür aber die "tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie". Weiß jemand, ob das das gleiche ist?

@ Hanseline:

Bitte entschuldige die Länge.

Hey, kein Problem! Ich fand sehr interessant, was du über die Kognitive Verhaltenstherapie geschrieben hast. Aber aus meiner Sicht sind die Nachteile größer als die Vorteile.

Liebe Grüße

H@anselrixne


Wie gesagt: Ich weiß nicht, ob die Nachteile der METHODE zuzuschreiben sind oder einfach einer partiellen Unfähigkeit des Therapeuten! Habe keinen Vergleich.

Und nochmal: Mir hat es sehr geholfen. (Aber die nachteile habe ich ja dazugeschrieben, damit der geneigte Leser sich seine eigene Meinung bilden kann.)

Was das "Verarbeiten" vs. "Verdrängen" angeht: Ich denke, daß mal das eine, mal das andere sinnvoll ist. Ich neige von Natur aus überhaupt nicht dazu, irgendetwas zu verdrängen. Vor der Therapie war ich sogar komplett unfähig dazu. Alle schmerzlichen Erfahrungen blieben immer akut, egal wie alt sie waren. Und ich mußte immer wieder zwanghaft daran denken. Das ist nicht gut. Man sollte inder Lage sein, sich zu fragen: "Hat das Problem in der Realität noch eine Bedeutung für mich, oder ist das etwas, was früher mal war?" Und wenn man zu dem Schluß kommt, daß es bei Lichte betrachtet echt veraltet ist - dann sollte man es meiner Meinung nach verdrängen (damit meine ich: es endlich auch gefühlsmäßig konsequent ad acta legen). So, wie es psychisch gesunde Menschen täglich tun. Ich bin sehr froh, daß ich das gelernt habe. Denn auch heute noch ist bei mir ALLES aus der Vergangenheit akut, WENN ich mich erstmal drauf einlasse (also was mich als Dreijährige aus der Fassung gebracht hat, bringt mich immer noch zur Weißglut. Und ich spreche hier von alltäglichen Frustrationen!). Also bin ich froh, daß ich mir heute aussuchen kann, ob ich mich drauf einlassen will oder nicht.

Mal zum Vergleich:

Ich habe das Gefühl, jemand auf der Straße guckt mich komisch an.

Ich früher: "Oh, der guckt so komisch. Was ist mit mir? Ich sehe bestimmt ganz komisch aus, wie ich hier so verschüchtert langschleiche. Oder ist der helle Rock durchsichtiger, als ich dachte? Bestimmt belästigt der mich gleich. Ich wünschte, ich wäre nicht hier langgegangen. Wie konnte ich so blöd sein. Ich bin immer so blöd. Und so ängstlich. Das kommt, weil ich als Kind... blablabla..."

Ich heute: "Na, der guckt aber. Wenn da bloß nicht die Augen rausfallen. Findet der mich so merkwürdig? Naja - ist ja SEIN Problem."

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