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An alle mit psych. Problemen: Wie ist's im Beruf?

P1etixa hat die Diskussion gestartet


Also, ich wollte fragen, ob ihr, die an Essstörungen, SVV, Depressionen, Emetophobie, Panik, Zwängen und so weiter leidet, im Beruf Nachteile gegenüber den gesunden Menschen habt. Werdet ihr als psychisch zu labil eingeschätzt, sodass man euch nichts zutraut? Oder versteckt ihr alles und niemand weiß etwas?

Antworten
Lsav-azzEa


Also, ich wollte fragen, ob ihr, die an Essstörungen, SVV, Depressionen, Emetophobie, Panik, Zwängen und so weiter leidet, im Beruf Nachteile gegenüber den gesunden Menschen habt. Werdet ihr als psychisch zu labil eingeschätzt, sodass man euch nichts zutraut?

Eindeutig: JA!

Wenn man nach einem Klinikaufenthalt beim Arbeitsamt auftaucht wird man gleich schräg angeguckt, mir wurde auch mal gesagt das ich nicht mehr vermittelbar bin :(v

Auch wenn man sich bewirbt macht so ein Klinikaufenthalt oder längere Krankheitszeichen es einem schwerer, das wollen viele Arbeitgeber nicht.

Ich bin seit 2006 Erwerbsminderungsrentner, auch wegen einigen körperlichen Einschränkungen (die auf Misshandlungen zurückgehen). Dazu habe ich einen 400 Euro Job als Putzfrau, bin froh das ich den bekommen habe und auch behalten werde. Ist wirklich nicht selbstverständlich da ich in zwei Wochen die dritte OP wegen den bleibenden Schäden habe.

Man kann wirklich froh sein das es solche Arbeitgeber noch gibt, leider sind sie eher selten.

Oder versteckt ihr alles und niemand weiß etwas?

Das hab ich versucht, mir ist es nicht gelungen. Grad weil man ja unter Umständen auch regelmäßige Arztbesuche erklären muss auf der Arbeit.

Nqala-`Smetxty


Bei mir ist es nicht anderst. Man wird schief angeschaut, Gerüchte gehen rum, Mobbing beginnt & man wird als Psychisch gestört abgestempelt. Dabei sind dies meist Leute die selbst genug Probleme mit sich haben, doch diese natürlich nicht beachten. Ich finde alle die so drauf sind sollten sich selbst an der Nase packen! Denn diese Leute wissen NIEMALS wie man sich als SVV-lerin & Essgestörte fühlt wie bei mir. Doch wem sagt man das...

Suelleqrixe


Oder versteckt ihr alles und niemand weiß etwas?

momentan ist es bei mir so! ich bin erst neu und es muss viel geschafft werden. mein Problem ist, das ich eigentlich viel lieber mit den Kolleginnen quatschen würde statt zu arbeiten... denke oft, ich halte alle auf oder so.

P[et[ia


Oh Mann... ich bin so wütend auf unsere Gesellschaft... :-| %-| :-/ :-( Sobald man nicht ins Klischee des perfekten Arbeiters hinenpasst, ist man ANDERS und muss natürlich auch sofort diskriminiert werden.

ARGH... Wohin gehen nur unsere wahren Werte??

Und was ist mit den Leuten, die studieren? Habt ihr Probleme?

s:ucamiedxica


Ja, ich hatte Probleme während des Studiums. Allerdings wusste ich da noch nicht, dass ich psychisch krank bin. Ich hatte immer Schwierigkeiten, Kontakte zu den Mitstudenten zu pflegen und am Ende des Studiums steckte ich in einer depressiven Episode und da ging fast nicht mehr. Alle hielten mich für faul.

Danach habe ich zehn Jahre versucht, eine Stelle zu finden. Heute weiß ich, dass das vom ersten Tag an aussichtslos war. Die Firmen haben doch alle ihre Psychologen in der Personalabteilung und merkten, dass bei mir was nicht stimmt.

Ich selbst merkte all die Jahre zwar, dass ich nicht so normal bin wie der Durschschnitt, aber niemals dachte ich, dass das krankhaft ist.

J7acky(28


Ich musste die Ausbildung abbrechen im dritten lehrjahr. Konnte nach einem Klinikaufenthalt net mehr weiterarbeiten, teils wegen meiner psyche, teils wegen mein Chef der mich kündigte( war in der probezeit, da ich wie schon mal gewechselt habe) Hab schnitte, verletzungen immer verstecken müssen, wegen patienten auch( war zahnarzthelferin) Da ich ja net mehr in dem beruf arbeite, schneid ich jetzt auch am arm. Naja am arbeitsplatzt wird man wirklich als sehr labil eingeschätzt und er hat sich auch immer reiflich überlegen müssen, mich net gleich wieder zu kündigen. Aber als ich dann in die klinik kam, wegen suizidversuch, war es ihm wohl zu viel. :-| Arbeiten kann ich erst mal vergessen, aber ich versuch schule weiter zu machen, wenn das klappt.

Y?amirxas


Als ich nach 2 Jahren Therapie zum ersten mal psychisch so angeschlagen war, dass ich mich krankschreiben lassen mußte, habe ich den Fehler gemacht, meinen Chef über meine Neurose aufzuklären, weil ich ehrlich sein wollte. Das war sehr dumm von mir! 2 Tage später hatte ich meine Kündigung. Ich sei ja nun nicht mehr berechenbar. Zumindest hat er mir mit einer "freiwilligen" Abfindung den Gang zum Arbeitsgericht erspart und mir ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

Gerade bei einer Neurose ist es so, dass man seinen beruflichen Alltag normalerweise im Griff hat, nur eben im persönlichen nicht klarkommt. Da ich im medizinischen Bereich arbeite, hatte ich bei meinem Chef dieses Wissen vorausgesetzt. (wir hatten sogar mal eine interne Schulung über die Unterschiede von Neurosen und Psychosen)

ree!bMird


Hallo, *:)

ich mache dieses Martyrium seit über 20 Jahren durch, obwohl ich sagen muss, dass es mich letztlich auch gefestigt hat. Ich habe Ende der 80'er Jahre eine (zunächst) ambulante Therapie begonnen, wegen massiver psychosomatischer Beschwerden, ich hatte also erst den Jahrlangen Ärztemaraton hinter mir, was sicherlich auf Viele hier kennen, wie gesagt letztlich bin ich beim Psychologen gelandet, Damals war die Akzeptanz psychischer Erkrankungen noch erheblich geringer als Heute.

Aus der ambulanten- wurde dann ein stationäre Therapie, die sich über 3 Monate erstreckte (Angst- und Panikanfälle und Agoraphobie) dazu kamen aber noch andere Problem wie z. B. Essstörungen (Übergewicht).

Die Zeit in der Klinik war mit das Beste, was mir bis dato passiert war, ich habe ein Großteil meiner Ängste überwunden, viel abgenommen, Sport getrieben viele neue Menschen kennen gelernt und wollte nach der Therapie wieder in meinen (ich war bereits seit 7 Jahren in der Firma) Job zurück, aber da wurde ich kurzerhand rausgekickt, meine Vorgesetzten waren immer mehr als zufrieden mit mir, da ich immer sehr engagiert war. Aber nun war ich nicht mehr Tragbar.

Seit dem wurde es wirklich "lustig" immer wieder ein Wechsel von Jobben, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Festanstellung, Krankheit, Weiterbildungen, Umschulung, Jobben, Arbeitslosigkeit.

Zum Glück konnte ich mir meinen Humor und meinen Optimismus bewahren, aber es ist schon verdammt Bitter, wie die Gesellschaft mit Menschen umgehen, die nicht mehr richtig "funktionieren".

Freunde werden auch immer weniger und ehrlich gesagt habe ich auch keinen Bock mehr auf all diese Falschheit und die Lügen, nichts ist schlimmer als falsche Freunde.

Jetzt hat meine Lebensgefährtin fast ihre stationäre Therapie hinter sich (war Selbständig, Burnout, Depressionen, ALGII) neben meinen psychischen Problemen habe ich noch somatische Beschwerden, die teilweise körperlich und seelisch sehr belastend sind. Selbst das Arbeitsamt hält mich für nicht mehr Vermittelbar. Aber ich bin Optimist und möchte eigentlich nicht schon mit 44 in Rente gehen, fange jetzt wieder mal eine Therapie an, Körper und Geist. Beschäftige mich viel mit Spiritualität und Philosophien anderer Kulturen (also ohne jetzt abgedreht zu sein). Vielleicht suche ich nur Antworten.

Meine Freundin will nun nach 9 Jahren Beziehung erstmal eine Auszeit, nicht wegen mir, wegen der Gesamtsituation, will sich erstmal (mit ihren Problemen) alleine auseinander setzen. Räumliche Trennung. Keine Ahnung ob sich unsere Wege wieder vereinigen, ich kann es sogar verstehen, dass sie erstmal sich finden will, aber es macht die Sache auch nicht angenehmer für mich.

Nun sitze ich hier und bin auf das "Ich" reduziert und muss sehen wie es weiter geht, die meisten in unserer Gesellschaft haben kein Auge dafür, es interessiert wohl die wenigsten, da ist man bestenfalls ein "Bekloppter" oder Jemand der es sich auf Kosten Anderer gut gehen lässt. Bitte schön…..Aber nach all dieser Zeit geht es mir langsam am A.sch vorbei. Und doch mag ich die Hoffnung nicht aufgeben.

Das witzige ist ja aber, dass gerade unsere Gesellschaft diese Leiden erst schafft, immer mehr Leistungsdruck, soziale Ungerechtigkeit, suggerieren von Schönheitsidealen und wie man zu Leben hat, falsche Idole usw.. Schon vor 20 Jahren hat eine Psychologin (und der Meinung war / bin ich auch) zu mir gesagt, dass eh die falschen Menschen in Therapie sind, die Opfer!

Sorry, ein bisschen OT. und sehr lang, aber es lag mir jetzt auf dem Herzen @:)

Ciao, rebird

P3estia


@ rebird:

Oh Mann :°_, ich wünsche dir alles Gute! Manchmal möchte ich am liebsten die Gesellschaft umändern, sie tolerant machen und ihnen einfach zeigen, wie es uns geht!

@ sucamedica:

Die Firmen haben doch alle ihre Psychologen in der Personalabteilung und merkten, dass bei mir was nicht stimmt.

Echt? :-o Erzähl bitte mal ein wenig! Beobachten die dich dann und machen ein Gutachten oder wie sehe ich das? In jedem Fall - Frechheit! >:(

rBebKir#d


@ Petia….

Danke…. @:)

Ich bin gar nicht traurig, eher besorgt um den Weg, den viele gehen…es gibt ein passendes Fernöstliches Sprichwort…

Wenn der Wind

des Wandels weht,

bauen die einen

Schutzmauern,

die anderen

Windmühlen.

Letztlich wird man auch immer stärker, wenn man erkennt…

Ciao, rebird

cG@roUlin88


Also bei dem was ich hier so lese muss ich echt sagen, dass ich sooo Glück habe. Ich werde so unterstütz von meiner ganzen Abteilung, ich hab auch nicht das Gefühl irgendwie verstecken zu müssen wer ich bin.. Ich fühl mich halt nur selber schlecht, weil ich mir denke warum kann ich nicht einfach "normal" sein..

K,rueHmelxs


Ich habe vor 6 Monaten eine neue Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel angefangen.....habe vorher schon eine Ausbildung zur Friseurin gemacht.......bei beiden Ausbildungen und was ich sonst noch so zwischendurch gemacht habe,habe ich verschwiegen das ich psyischiche Probleme habe ( Angsterkrankung) ...... mir fällt das aber sehr schwer,weil es mich auch zusätzlich sehr belastet immer allein damit klar kommen zu müssen :-(

Nun hat vor ca 1 Woche meine Psychotherapie angefangen.....und früher oder später muss ich dann auch mit meinem Chef darüber sprechen,da die ganzen Therapie Termine mit meinen Arbeitszeiten nicht sonderlich harmonieren....

Habe aber grosse Angst auf unverständniss zu stossen :-/

LFavBazzxa


Nun hat vor ca 1 Woche meine Psychotherapie angefangen.....und früher oder später muss ich dann auch mit meinem Chef darüber sprechen,da die ganzen Therapie Termine mit meinen Arbeitszeiten nicht sonderlich harmonieren....

Habe aber grosse Angst auf unverständniss zu stossen :-/

Oje, da kann ich Dich sehr gut verstehen, das Du Angst hast mit Deinem Chef drüber zu reden :°_

Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen das er Verständnis hat :)*

o20n0Jizzekic"k0o


JA! Ich bin wegen meines übermäßigen Helferlein-Syndroms (Wie das Fachwort heißt weiß ich nicht) und wegen SVV in Therapie. Vor 2 Jahren ist ein guter Freund von mir auf einer Party vor unseren Augen erstochen wurden. Ich arbeite in der Altenpflege (Ich weiß ich habe mir für meine Probleme nicht gerade den "perfekten" Beruf für mich ausgesucht ...) . Und ich selbst (sowie auch mein Chef) leidet stark darunter, einerseits kann ich keine Menschen leiden sehen, aber anderer seits könnte ich niemals einen Beruf machen wo ich rein garnichts mit Menschen zu tun hab. Aber in der letzten Zeit sehe ich es selber ein das es nicht soweiter gehen kann, bin mit meinen Nerven am ende, gerade auch weil die Arbeitsbedingungen dort nicht die besten sind (5 Leute in der Frühschicht auf 70 bewohner davon über 30 Pflegestufe 3 und 3 Härtefälle, 10 Menschen mit Pflegestufe 1 und der rest Pflegestufe 2) das geht soweit das ich schon seit 2 wochen wegen Psychischen Streß krank geschrieben werde. Im moment gucke ich mich für eine Ausbildung als Arzthelferin um, da helfe ich auch menschen doch wenn die Krankheiten zu schlimm werden, werden sie im Krankenhaus behandelt.

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