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Cannabis als letzte Lösung

Sataydtndeurot:ikexr hat die Diskussion gestartet


Schönen guten Tag zusammen,

ioch hoffe ihr habt etwas Zeit mit gebracht. Dies ist meine Leidensgeschichte und zugleich in etwas abgeänderter Form ein Brief, den ich an einige Bundestagsabgeordneten der Grünen geschrieben habe. Mich würde sehr interessieren, was ihr dazu denkt!

Bevor ich Ihnen meinen Fall vorlege und vortrage was mir am Herzen liegt möchte ich Ihnen eine kurze Beschreibung meiner Person geben, damit Sie wissen mit wem Sie es zu tun haben!

Ich bin 23 und studiere an der Ludwig-Maximilians-Universität in München im 4.Semester Physik. Ich erhalte monatl. BaföG in Höhe von 330 Euro, was bei weitem nicht für meine Warmmiete von 450 Euro(für 25 qm, also durchaus keine Luxuswohnung) ausreicht, weshalb ich nebenbei noch auf 150 Euro-Basis jobbe! Zusätzlich musste ich mir einen Kredit aufnehmen, da ich die Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester sonst unmöglich bezahlen könnte! Was ich ansonsten noch zum Leben brauch muss ich mir von den 200 Euro monatl. , die ich von meiner Mutter und meinem Stiefvater erhalte bezahlen.Weshalb ich speziell auf meine nicht rosigen finanziellen Verhältnisse eingehe, wird später klar werden.

Ein Teil meiner Persönlichkeit, der mich schon von Kindestagen an prägt sind meine ausgeprägten Zwangsneurosen! Bereits im Alter von acht Jahren hatte ich "Ticks", die sich in Form von Schulterzucken und Kopfnicken äußerten, oder darin, dass ich Sachen drei- viermal machen musste- wie etwa Schuhe zubinden-, weil ich während des Vorgangs an etwas dachte, was mir nicht gefiel. Diese kleinen Ticks wurden aber immer schlimmer, sodass ich mit 12 bereits einen ausgeprägten Waschzwang hatte, mit allem was dazugehört, sprich tägliches fast einstündiges duschen und vor allem Händewaschen bis zu 300!!! mal pro Tag! Meine Hände waren damals über und über voller blutiger Wunden, da die Haut schlicht aufriss! Damals ging ich dann auch freiwillig das erste Mal in Therapie, wo ich auch fast 2 Jahre war, jedoch ohne erhoffte Besserung. Die Waschzwänge wurden immer schlimmer und ich immer älter...wie es so ist hatte ich dann mit 14, 15 auf Partys gelegentlich mit Freunden einen Joint geraucht und zu meiner sehr positiven Überraschung festgestellt, dass meine Zwänge dadurch unglaublich leichter wurden. Ich musste nicht mehr nur den ganzen Tag ans Waschen denken! Seit ich damals gelegentlich (1-2 mal pro Woche) kiffte ging es mir psychisch einfach besser! Mit 16 hatte ich jedoch großen privaten Streess, sodass ich aufhörte mit dem Kiffen. Leider fingen danach meine Zwangsneurosen wieder an richtig aufzublühen, und diesmal nicht nur mit Zwangshandlungen, sondern vor allem auch mit Zwangsgedanken. Das bedeutet im Klartext: Egal welche Handlung man gerade macht, man macht diese Handlung solange, bis man dabei, seinem subjektiven Empfinden nach, an etwas"Gutes" denkt. Das bedeutet, dass es passieren kann, dass man eine Treppe 20 mal auf und ab läuft nur aus dem einen Grund, weil man erst beim 20ten Mal den Gedanken gefunden hat, der die vorhergehenden "schlechten" Gedanken neutralisiert. Das gilt natürlich auch für alles andere.Einige Beispiele: Türen auf- oder zumachen, sich an- oder ausziehen, eine Straße entlang zu fahren oder beim Einkaufen etwas vom Regal in die Tasche zu stecken. Das ging soweit, dass ich schon gar nicht mehr aus dem Haus, geschweigeden spazieren gehen und schon gar nicht, wie für mein damaliges Alter typisch, weggehen konnte, weil ich für 20 Meter Straße fünf Minuten brauchte, da ich zigmal vor- und zurücklief, weil mir ein Kieselstein, oder der Gedanke beim Überschreiten einer gewissen Stelle nicht passte!(Psychologen bezeichnen sowas als "Magisches Denken". Was sich hier so lustig anhört, ist in Wahrheit eine Qual sondersgleichen, eine konstante nicht enden wollende Stresssituation. Und zwar in solchem Maße Stress, dass man gar keine andere Wahl hat, man will es nicht tun, wird aber von seinen eigenen Gedanken dazu gezwungen. So absurd das klingen mag, es ist unerträglich, ganz zu schweigen vom sozialen Ausschluss den man natürlich erlebt! Diese Gedanken wurden dann immer schlimmer. Mein Stiefvater geht gern ins Fitness- Studio und hat daher daheim Protein- oder Aminosäure-Getränke rumstehen. Da Diese Getränke manchen Berichten zufolge starke Nebenwirkungen haben, hatte ich plötzlich Angst davor und konnte mich nicht mal mehr in der Küche aufhalten, noch meinen Stiefvater berühren und nicht mal mehr mit ihm im Auto mitfahren! Während der ganzen Zeit war ich bei einem anderen Psychologen in Behandlung- bei diesem insgesamt von meinem 16ten bis zu meinem 18ten Lebensjahr- der sich mit Zwängen schon häufig befasst hatte, aber gebracht hat es nichts! Als ich 17, 18 war hab ich aufgehört etwas im Restaurant zu essen, da ja schon jede Menge Menschen vorher das Besteck benutzten und mit dem Essen in Berührung gekommen sind! Es war auch gar nicht daran zu denken aus einem Glas im cafe zu trinken.Öffentliche Toiletten waren tabu. Ich habe damals auch begonnen selbst Lebensmittel einzukaufen und selbst zu kochen, weil ich nichtmal mehr das gegessen habe, was meine Mutter gekocht hat, keiner durfte auch nur in die Nähe meiner Lebensmittel kommen! Ich kaufte mir eigenes Besteck, eigene Töpfe usw.Ich wusch auch meine Kleidung separat von der, der anderen Familienmitglieder selbst. Als ich 18 war wechselte ich, wegen ausbleibendem Erfolg, wieder den Therapeuten und diesmal zu einem, der mir von anderen Psychotherapeuten und Ärzten als einer der Besten für neurotische Zwangserkrankungen empfohlen wurde! Ich war auch bei ihm knapp zwei Jahre, ohne, dass sich auch nur geringfügig etwas verbessert hatte! Ich bin dann nach dem Abitur nach München gezogen in mein eigenes Appartemment, da Studentenheim oder WG natürlich nicht in Frage kamen mit nmeinen Zwängen.Es hat insgesamt ein halbes bis dreiviertel Jahr gedauert, bis ich meine Wohnung eingerichtet hatte, sodass ich sogar ein Jahr verschwendete, weil ich damals einfach noch nicht fähig war zu studieren, solang meine Wohnung und mein Leben hier nicht passte! Mir konnte bei der Wohnung niemand helfen, da keiner meine Sachen berühren durfte. Sie können sich vorstellen, was es für meine Neurosen bedeutete allein in einer neuen Stadt ohne Psychotherapeut. Die wurden immer noch schlimmer, obwohl ich damals schon dachte, das sei gar nicht mehr möglich. Das ging soweit, dass ich plötzlich, fragen Sie mich nicht warum, ich weiß es selbst nicht genau, Angst vor Alzheimer hatte, zusätzlich zu all dem anderen! Ich suchte mir im Internet die Standorte aller Münchener Altenheime und Geriatrien heraus und meide seither ganze Straßen, U-Bahn-Stationen oder Parks, die sich auch nur in entfernter Nähe befinden. Im Wohnblock vor unserem Wohnblock ist ein Durchgang, wenn man auf die Straße will muss man diesen passieren und im obersten Stockwerk lebt ein an Alzheimer erkrankter Mann. Seitdem ich das weiß geh ich grundsätzlich, egal ob Schnee, Hagel, Regen oder strahlenster Sonnenschein nur noch mit Regenschirm raus- die Leute lachen schon über mich.Natürlich benutz ich auch keine Sitzplätze in der U-Bahn, Zug oder im Bus!Auch den Kühlschrank in meinem Appartement benutz ich nicht, da ja schon andere Leute vorher den benutzt haben. Den Müll trägt ausschließlich meine Stiefschwester für mich raus, die gottseidank, ein Jahr nach mir wegen dem Job nach München zog und eine Wohnung im selben Haus gefunden hat. Vorher hatte ich mich nach dem Müllraustragen immer viermal geduscht- mehr als eine Stunde- und dabei mindestens zwei volle Flaschen Duschgel verbraucht! Seitdem in einem der Hörsäle ein versuch mit radiopaktiven Präparaten gemacht wurde, geh ich nicht mehr in diesen Hörsaal, was dazu führt, dass ich eine komplette Vorlesung nicht hören kann und den Stoff rein von zuause aus, aus dem Buch erlerne. In den anderen Hörsälen gibt es nur ganz bestimmte Plätze auf die ich mich sitzen kann und selbst da leg ich mindestens 15 Blatt Druckerpapoier auf Sitz und Lehne, bevor ich mich hinsetze!Ich habe mit einem Komillitonen, der über alles Bescheid weiß im Münchner-Business-Plan-Wettbewerb, den ersten Preis meiner Universität geholt, mit einem Projekt, das sich mit neuartigen Methoden zur Krebstherapie beschäftigt(ich musste dazu allerdings nie außerhalb meiner Uni arbeiten und hatte nichts mit Keimen, Viren oder Bakterien zu tun, sonst wär das gar nicht möglich gewesen.Wir haben daraufhin ein Labor im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zur Verfügung gestellt bekommen, in das ich allerdings nie gehen werde-aus Zwangsgründen. Ich mache nur von zuhause aus die notwendigen Berechnungen, den Spaß haben dann die anderen! Letzte Woche musste ich ins Krankenhaus, weil ich mir den Zeh gebrochen hatte. Die Kleidung, die ich an hatte, hab ich anschließend weggeschmissen und hab mich viermal geduscht.Um es kurz zu sagen. ALLES, wirklich ALLES was ich den ganzen Tag über erlebe hat mit Zwängen zu tun. Kein einziger Gedanke ohne Zwangsgedanken, keine einzige Handlung ohne Zwangshandlung! Wissen Sie wie schön es ist, wenn man sich über die unlogische Absurdität bewusst ist, aber letztendlich von den eigenen Gedanken dazu gezwungen wird etwas zu tun, was man nicht will, als ginge es um Leben und Tod und das ist keine Übertreibung! Sie wissen, das macht keinen Sinn, aber gleichzeitig fühlen sie sich, als müssten sie sterben, wenn sie es nicht machen. Stress pur. Prüfungsstress oder solche Geschichten wie Höhenangst oder Platzangst sind ein Witz dagegen , ein laues Lüftchen! Und das den ganzen Tag lang, ständig hohen Blutdruck, ständig! Ich könnte diese Liste endlos fortführen, aber ich glaub ich konnte Ihnen einen Eindruck von meinem tollen "Leben" vermitteln. Ich habe sogar ab und zu Selbstmordgedanken, weil ich auf diesen Mist einfach keine Lust mehr habe. Sie müssen sich das vorstellen, Sie stehen ständig unter Strom, von früh bis spät, von spät bis früh, eine nicht enden wollende Dauerstresssituation 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Antworten
Sztad-tnveurotiiker


Ich kann ganz einfach nicht mehr. Das einzige was mich am Leben erhält, ist der Gedanke, dass ich meiner Mutter, das nicht antun kann.Verstehen Sie, diese Frau, der einzige Mensch, der immer für mich da war und unter meinen Zwängen so unglaublich mitleidet und mitgelitten hat, dass sie teilweise mit den Nerven am Ende war, dem kann ich sowas ganz einfach nicht antun. Sie hat dazu inIhrem Leben durch meine Zwänge und meinen Alkoholikervater, der sie und mich acht jahre lang immer geschlagen hat, einfach schon zuviel erlebt, das hat sie nicht verdient, dass sich ihr einziges Kind das Leben nimmt. Ich hab in München lange versucht einen Psychotherapeuten zu finden, obwohl alle zuvor nichts gebracht haben. Aber versuchen Sie mal in der "Großstadt mit Herz"(dass ich nicht lache,wenn man Geld hat vielleicht) einen Therapeuten zu finden, der gesetzlich Krankenversicherte behandelt. Und wenn man dann doch mal Glück hat, hat man in 8- 10 Monaten einen Termin, da der Terminkalennder zu voll ist! Aber selbst, wenn ich einen finden würde, gäbe es keine Aussicht auf Besserung, was durch Gespräche mit meinen früheren langjährigen Therapeuten und durch Gespräche in zahlreichen einschlägigen Psychotherapieforen im Internet sonnenklar ist. Zwangsneurosen von meiner Tragweite, lassen sich ganz einfach nicht oder kaum therapieren. Man lernt- auch den Meinungen der Psychiater zufolge- in der Therapie mit den Zwängen zu leben und damit umzugehen. Toll, das kann ich so auch schon, immerhin bin ich noch am Leben und mache erfolgreich ein Physikstudium. Mit meinen Therapeuten hatte ich auch mehrmals über die Möglichkeit einer geschlossenen stationären Behandlung gesprochen, sind jedoch allesamt jedesmal zu dem Schluss gekommen, dass es mir nichts, aber absolut gar nichts helfen würde. In dieser Behandlungsform, wär ich mit meinen Ängsten konfrontiert worden und man hätte mich vor Situationen gestellt, in denen ich micvh meinen Zwängen hätte stellen müssen. Das Dumme ist nur, es hätte nichts geholfen, weil meine Neurosen so strukturiert sind, dass eine Konfrontation nichts bringt. Sie müssen sich das so vorstellen: Das Gewünschte bei dieser Behandlung ist ein Gewöhnungseffekt, dass der Patient sieht" Aha, jetzt hab ich 50 mal aus einem normalen Glas im Cafe getrunken und mir ist nichts passiert, also wovor sollt ich Angst haben!" Tatsache ist aber, dass ich denke:" 50mal ists gut gegangen, das bedeutet aber nicht, dass es beim hundertsten Mal, oder 200ten Mal oder beim 51ten Mal gutgeht." Aus diesem Grund hilft Konfrontation bei Zwängen herzlich wenig. Also sprachen wir über die ultima ratio, die letztmögliche Behandlunsform, die noch aussteht. Medikamentöse Behandlung. Die einzigen Medikamente, die medizinischen Studien zufolge bei neurotischen Zwängen anschlagen sind Antidepressiva und zwar genauer Antidepressiva aus der Kategorie der Serotoninwiederaufnahmehemmer! Diese werden bei Zwängen in bis zu doppelter Dosis eingesetzt, als es bei der Behandlung von Depressionen der Fall ist, was noch mal gravierend unterstreicht, wie schwerwiegend eine Zwangserkrankung ist. Nur haben diese Medikamente schwerste Nebenwirkungen, angefangen bei Übelkeit, Appetitlosigkeit,Durchfall bis hin zur Impotenz.Schwangere dürfen sie nicht verwenden, weil beim Kind Psychosen ausgelöst werden können und und und. Auch die Absetzsymptome sind schwerwiegend.Z.B. berichten btroffene, es würde sich anfühlen, als würde man Stromschläge mitten ins Gehirn bekommen. Diese Zustände können Wochen bis Monate anhalten! Ich bin zwar dank meiner Zwänge kaum lebensfähig, ständig unter psychischem Höchststress, der richtigen Nervenzusammenbrüchen ähnelt teilweise, aber deswegen, will ich nicht impotent werden oder eine andere der schwerwiegenden, teilweise hier nicht aufgeführten Nebenwirkungen bekommen! Zumal man nicht mal weiß, wieso Antidepressiva überhaupt bei Zwängen helfen, also spielt man Versuchskaninchen, weil was anderes ist halt nicht da!Eine Alternative wären Neuroleptika wie Olanzapin, das Diabetes auslösen kann. Toll!Und auch hier weiß man nicht wieso es wirkt. So wie es aussieht bin ich wohl auf ewig dazu verdonnert mit diesen Zwängen zu "leben", wenn ich es mal vorsichtig so nennen darf, da alle anderen Therapieformen scheiterten, nicht geholfen haben, oder wegen zu hoher gesundheitlicher Risiken nicht in Frage kommen.

Diese Erfahrungen und "mein Leben" vor Augen, hab ich mich nach langem Hin und Her, dazu entschlossen, auf das einzige zurückzugreifen, was mir bisher geholfen hat, ein halbwegs menschenwürdiges Leben zu führen. Cannabis. Ein, von meiner Perspekive aus, von der Natur gegebenes Heilmittel, dessen Risiko und Nebenwirkungen mir wohlbekannt sind. Die einzige Nebnwirkung, die ich verspüren konnte, war, dass es mir besser ging! Da es mit meinen Zwängen schlichtweg unmöglich ist von irgendeinem Dealer etwas zu besorgen, hab ich mich im Internet schlau gemacht, wie man Cannabis zuhause anbaut und mir aus einem Growshop die nötigen Utensilien online bestellt, Samen aus Österreich geholt und tatsächlich angefangen bei mir in der Wohnung 6 Pflanzen großzuziehen, das war vergangenen November! Mir war klar, dass ich mich, dank großartiger deutscher Gestzgebung, strafbar mache, aber glauben Sie mir, wenn Sie nur eine Sekunde in meinem Kopf stecken würden(was ich Keinem wünsche), dann würden Sie mich verstehen. Ich meine, wenn man so verzweifelt vor den Scherben des eigenen Daseins und der eigenen Zukunft steht, wie ich mit meinen Neurosen, dann nimmt man dieses Risiko einfach in Kauf. Doch bei meinem Glück, wurde ich am 28.01.08 im Zuge des Ermittlungsverfahrens gegen den catweazel-growshop, Zeuge meiner eigenen Hausdurchsuchung! Und natürlich wurde alles gefunden. Ich habe nach der Hausdurchsuchung fast all meine Kleidung weggeschmissen, da die Polizisten diese im Bad neben das Klo auf den Boden schmissen. Außerdem stellten sie meine Schuhe aufs Bett und vieles vieles mehr. Ich entsorgte mein Kopfkissen, meine Bettdecke, meinen Kleiderständer, mein geschirr, meine Töpfe und eigentlich meine halbe Wohnungseinrichtung- fast wie in einem Schockzustand! Ich hab mir- trotz meiner finanziellen Verhältnisse- einen Anwalt genommen, da ich wenigstens auf Augenhöhe mit dem Staatsanwalt verhandeln wollte. Ich bekam von meinen ehemaligen Psychotherapeuten eindeutige Atteste, die meinen Krankheitsverlauf schilderten und sogar aufführten, dass ich ihnen gegenüber damals schon erwähnte, dass durch den Konsum von Cannabis meine Neurosen erheblich und maßgeblich leichter werden! Zusätzlich hab ich mich weiterhin um eine neue Therapiestelle bemüht, wie sowieso die ganze Zeit über und hatte tatsächlich vor meiner gestrigen Gerichtsverhandlung noch einen Termin, bei meiner neuen Therapeutin. Doch auch sie vergewisserte mir bereits in unserem ersten Gespräch, in dem wir abwägten, was ich mir von einer Therapie erwarte, dass die Therapie wohl nicht in der Lage sein wird meine Zwänge besser werden zu lassen, sondern mir hilt damit zu leben. Die Analyse der Cabnnabispflanzen, zeigte auf, dass die getrockneten 138 Gramm Cannabis (wobei die Stängel und Blätter, was in dem Entwicklungsstadium der Pflanzen den Großteil ausmachte, mitgewogen wurden) lediglich einen THC-Gehalt von 2%, also unterdurchschnittlich, aufwiesen. Ich hatte auch bewusst keine starken Sorten genommen, da es mir nicht um extremes High-Sein geht, sondern darum meine Neurosen zu lindern! Die 2 % THC-Gehalt bedeuteten also insgesamt eine Menge von etwa 2,5 g laut Gutachten (nach Adam Riese wohl eher 2,76 g, aber naja). Die Grenze zur nichtgeringen Menge liegt bei 7,5 Gramm, also dem Dreifachen!!! Das alles, plus Atteste, plus der Tatsache, dass ich keinerlei Vorstrafen habe, plus der Tatsache, dass ich keinerlei Kontakt zu irgendwelchen "kriminellen Elementen", wie der Staatsanwalt es so schön ausdrückte, hatte und habe, plus der Tatsache, dass ich erfolgreich mein Studium mache, plus meiner Stiefschweter und einem Komillitonen als Zeugen, die noch mal zusätzlich ein paar Bsp. aus meinem "Alltag" aufzählen konnten, plus der Kenntniss meiner finanziell sowieso schon mehr als gespannten Situation, hat den Richter nicht davon abgehalten mich zu verurteilen! Es lag aber nicht daran, dass er mir keinen Glauben schenkte, überhaupt nicht.

Er und der Staatsanwalt sagten wortwörtlich, sie glauben mir, dass ich das Cannabis lediglich zur selbsttherapeutischen medizinischen Behandlung meiner Zwangserkrankungen verwende und es mit Sicherheit nicht zum Verkauf bestimmt war. Der Richter wusste Alles von mir und glaubte mir, hat es sogar selbst nochmal gesagt! Trotzdem wurde ich zu 90 Tagessätzen a 15 Euro verurteilt und natürlich muss ich die Kosten des Gerichts zahlen. Das sind 1350 Euro plus Gerichtskosten! Das kann ich mir einfach nicht leisten. Ich komm jeden Monat grad mal so um die Runden, ohne mir irgendwas Außergewöhnliches zu leisten!

S tadtnfeurGotxiker


Und warum? Weil ich meine Lebensqualität, die im Keller ist, steigern wollte, weil ich es nicht mehr ertragen kann wie es läuft und weil alles andere schon versagt hat! Wo ist denn da die Gerechtigkeit in diesem Land? Statt mir zu helfen, hab ich jetzt noch zusätzlichen Stress am Hals. Gesetzte sollten da sein um den Bürger eines Landes zu schützen, um die Allgemeinheit zu schützen.So ist es auch meistens die Begründung bei Btm-Sachen. Der Angeklagte, der handelt, oder sich was von einem Dealer kauft wird bestraft, weil er das Wohl der Allgemeinheit gefährdet! Wo hab ich denn das gemacht? Das wusste der Richter auch, dass nur "Gefahr" für mich bestand! Die einzige Gefahr wäre gewesen, dass es mir wesentlich besser geht und ich wieder ein menschenwürdiges Leben führen kann! Wenn ich nichtmal das Recht auf meine körperliche Unversehrtheit habe, frage ich mich schon, was an der Gesetzeslage nicht simmt! Ich hätte es verstanden, wenn ich eine geringe Strafe bekommen hätte, vielleicht noch mit gewissen therapeutischen Auflagen,da ich ja immerhin gegen geltendes Recht verstßen habe. Aber gleich so einen Hammer, ohne Interesse für meine psychotherapeutische Zukunft? Muss sowas wirklich sein? Was hat der Staat davon? Dass es mir genauso schlecht geht wie eh und je? Ich kanns einfach nicht begreifen, wie man angesichts dieser meiner Umstände zu so einem Urteil kommt! Da gehen Recht und Gerechtigkeit zwei völlig verschiedene Wege!

Ich bedanke mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben meine lange e-mail durchzulesen und hoffe auf ein Statement von Ihnen, da ich mich ziemlich alleingelassen fühle! Was könnte man in so einem Fall machen? Könnte man denn generell kein Volksbegehren durchführen, um Cannabis als Medizin zuzulassen? Ich will nichts verharmlosen oder eine Aufhebung des generellen Verbotes. Lediglich den Einsatz von Cannabis als Medizin, bei Personen, die nach ärztlicher Untersuchung bewiesenermaßen dadurch ihr Leiden verringern!

Euch allen im Forum herzlichen Dank für die Geduld :-)

mfg Stadtneurotiker

pPhoebxe


oh mann, da hast du dir aber etwas eingefangen.

erstmal will ich dir sagen ..das du mir ungeheuer leid tust..mit all deinen zwängen :°_ ich hatte auch einige zwänge früher und litt tierisch darunter.. es waren aber im verhältnis gesehen..nur ein geringer teil dessen -was du alles hast.

was ich dir als tipp geben könnte.. :-/ auf das bisherig geschriebene -wohl nichts...vielleicht melden sich ja noch der ein oder andere anwalt -die wir hier im forum haben..aber auf die zukunft gerichtet ..da könnte ich dir eventuell einen rat geben. ich bin schmerzpatientin -und daher kenne ich gegen schmerzen das mit dem canabis auch -und daher weiß ich dass es diese auch in tablettenform gibt ..das mittel heißt dronabiol und wird vom arzt verschrieben. -eventuell hilft dir das ja auch -ich hoffe es zumindest dass ich dir wenigstens ein bisschen helfen konnte..ich wünsche dir von ganzem herzen alles alles gute. :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Moagxa


Hallo

Diese Gesetzeslage regt mich schon lange enorm auf!

Was verschreiben Ärzte nicht alles, was viel heftiger ist als Canabis? Was das Wahrnehmungsvermögen viel mehr beeinflusst? Was den Körper viel mehr schädigt? (Soviel dazu, dass du eine Gefahr für dich selbst darstellst... Kortison ahoi!)

Ich wünsche dir von Herzen Besserung! (wie auch immer du die erreichst... ;-))

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