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Von den Eltern abnabeln

B'astia*n21 hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum,

ich bin männlich, 21 Jahre, studiere seit einem Jahr in einer Stadt ein paar Hundert Kilometer von zu hause entfernt und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich ziemliche Schwierigkeiten habe, mich von meinen Eltern abzunabeln. Mein Vater ist schon etwas älter und oft habe ich das Gefühl, dass er es am liebsten hätte, wenn ich immer noch sein "Kleiner" wäre und wenn ich jetzt mit ihm telefoniere, komme ich mir auch ganz oft wie ein Junge vor. Und eben nicht wie ein junger Mann mit 21.

Leider zieht sich das auch durch mein sonstiges Leben durch, ich bin zwar an manchen Stellen im Leben durchaus selbstbewusst, aber dennoch fühle ich mich eher als Junge.

Dazu habe ich leider auch das Problem, dass ich noch nie eine feste Freundin hatte. Dabei mangelte es gar nicht unbedingt an Gelegenheiten, aber ich konnte mich einfach nie mit vollem Herzen zu einem "ja, die möchte ich jetzt als Freundin haben" entschließen, wenn ich die Gelegenheit dazu hatte. Wenn man sich mal so umschaut in der Psychologie, dann findet man ja oft, dass sowas häufig mit der eigenen Beziehung zur Mutter oder so zusammenhängt, was ja auch zum Thema Abnabeln passt. Und auch da trifft es zu, dass ich meine Mutter (meine Eltern sind geschieden und meine Mutter wohnt recht weit weg) nur sehr selten sehe aber mich dennoch irgendwie zu sehr an sie gebunden fühle - ist ganz schwer zu beschreiben. Ich telefoniere auch nicht öfters als einmal die Woche mit ihr, meist noch weniger, aber wenn dann quatschen wir gleich mal locker 2 Stunden und ich bin dann meist überrascht, dass schon 2 h rum sind. Und das ist doch nicht normal oder?

Es heißt immer so schön, dass alles möglich ist im Leben, aber ich habe trotzdem ständig das Gefühl, dass ich alle meine wichtigen Entscheidungen vor meinen Eltern rechtfertigen müsste, obwohl das ja gar nicht der Fall ist. Schließlich bin ich Volljährig...

Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema gemacht? Wie habt ihr es geschafft euch abzunabeln bzw. euch zu "befreien" von dieser - ja fast schon Kette - ans Elternhaus?

Ich wäre echt dankbar für eure Antworten!

Grüßle,

Bastian

Antworten
c-red:enxza


hallo bastian,

ich verstehe dein problem. ich bin weiblich, 24, und habe auch eine sehr starke bindung zu meinen eltern. ich telefoniere mit ihnen eigentlich jeden tag, einfach nur um von meinem alltag zu erzählen, oder um rat zu fragen, etc.

nachdem ich mit der schule fertig war, wollte ich -so wie alle meine freunde damals- ausziehen, doch meine eltern meinten, dass unser haus sowieso gross genug sei, und ich genug platz und freiraum habe, und sie deswegen nicht verstehen, warum ich ausziehen will. Wir haben damals schon oft deshalb gestritten, doch schliesslich habe ich nachgegeben.

Nun habe ich seit 1 1/2 Jahren meine erste fixe beziehung. mein freund hat mich schon vor einem halben jahr gefragt, ob fix zu ihm ziehen will, da ich eigentlich sowieso jede nacht bei ihm schlafe.

ich habe damals gesagt, dass ich das auch will, doch irgendwie bin ich dann doch fast jeden tag, wenn ich nicht auf die uni oder sonst irgendwo hin musste, zu meinen eltern nachhause gefahren. ich bin auch nie wirklich von zuhause aus gezogen, da ein grossteil meiner sachen nach wie vor dort ist.

ich weiss nicht einmal warum mir die abnabelung von meinen eltern so schwer fallt; ich habe das auch eigentlich nie als ein problem gesehen, und einfach immer gedacht, dass ich ein sehr gutes verhältnis zu meinen eltern habe. doch mein freund ist mittlerweile so sauer auf mich, dass ich diesen schritt nicht schaffe, fix bei ihm einzuziehen, dass wir fast nur noch deswegen streiten. jedesmal wenn er mich anruft, und ich sage, dass ich bei meinen eltern bin, gibt es wieder streit.

nun hat er gemeint, nicht im streit, sondern in einem ganz ruhigen gespräch, dass ich vielleicht zu einem psychologen gehen sollte, da das ganze seiner meinung nach nicht normal ist. meine eltern haben auch zu meinen grosseltern ein sehr nahes verhältnis. ich habe nie gedacht, dass so etwas als "unnormal" gesehen werden könnte.

aber andererseits, wenn ich manchmal so nachdenke, an den schritt weg vom elternhaus - also, sich weniger sehen, weniger telefonieren, von zuhause ausziehen, dann tut es mir wahnsinnig leid, dass ich meine eltern so im stich lasse. ich weiss, dass sie sehr an mir hängen, (bin kein einzelkind - hab einen jüngeren bruder) und sie waren einfach immer - in guten und schlechten zeiten 100% für mich da.

mich würde auch echt interessieren, wie ihr das seht. muss ich deshalb wirklich zum psychologen? mein freund meint, ich liebe meine eltern mehr als ihn und scheine irgendwelche verlustängste im unterbewusstsein zu haben.

vielen dank fur antworten!

Slheepx84


mich würde auch echt interessieren, wie ihr das seht. muss ich deshalb wirklich zum psychologen?

Nur wenn DU darunter leidest.

Ansonsten würd ich mich an deiner Stelle freuen, dass ich so ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe.

Prinzipiell ist eine Therapie ja wirklich nur dann angedacht, wenn man selbst eingeschränkt ist und SELBST (nicht das Umfeld!) unter irgendwelchen Verhaltensweisen leidet.

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