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Psychose einbilden?

s2chrot'thaufTenx1 hat die Diskussion gestartet


Hallo

habe das ein oder andere Mal hier im Forum über verschiedenen Dinge reingeschrieben. Zuletzt suchte ich Rat, nachdem ein enger Freund von mir an einer Psychose erkrankte.

Dabei beschrieb ich auch, dass er nicht der erste Freund von mir war, der Schizophren wurde.

Es ist also nun das zweite Mal, dass ich sowas miterleben durfte und ich habe mich auch in den vergangenen Jahren viel über diese Krankheiten informiert.

Doch nun, habe ich seit ein paar Tagen Angst, dass es mich auch erwischt hat.

Es war in letzter Zeit wirklich viel Stress bei mir, viele Veränderungen, viel Druck.

Dazu kommt, dass ich seit 8 Jahren Kiffe und in den letzten Zeiten immer wieder damit aufgehört, und wieder angefangen habe. Nun aber lasse ich seit einigen Tagen komplett die Finger davon, da ich bei mir im Kopf Veränderungen festgestellt habe.

Ich habe viel über den Bruder meiner Freundin, der an Schizo ist und sich nicht behandeln lassen will, nachgedacht, und manchmal auch versucht eine solche Psychose nachzuvollziehen.

Bis ich an einem Abend im Bett plötzlich ein merkwürdiges Gefühl hatte.

Seit dem fühle ich mich so bedrückt, als ob ich mich selbst verliere und mich so fremd fühle, auch meine engsten Leute, fühle ich mich so fremd gegenüber und ich muss mich echt zwingen, so zu tun, als ob nichts wäre.

Mir schiessen alle Möglichen Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel hatte der Bruder meiner Freundin sich ja eingebildet, er würde mit Kameras beobachtet werden. Wenn ich nun ein Loch in der Wand sehe, schiesst mir dieser Gedanke auch durch den Kopg, obwohl ich weiss, dass es blödsinn ist.

Ich fühle mich auch nicht ganz wach, als ob ich mich in meinen Kopf zurückgezogen hätte.

Aber normalerweise ist es ja so, dass Psychotiker, zumindest am Anfang, nicht der Einsicht sind, krank zusein oder sich alles einzubilden. Ich im Gegenteil schon. Daher weiss ich nicht, ob wirklich eine Psychose habe, oder ob meine Seele einfach ein wenig angeschlagen ist.

Fühle mich zur Zeit einfach so von der Realität entfernt. Ich kontrolliere mich ständig selbst, ob ich gerade etwas schizophrenes Denke oder tue.

Habe gerade eine eine neue Wohnung bezogen, meine erste eigenen überhaupt, was schon lange mein Traum war. Doch die Nachbarschaft ist sehr seltsam, querolanten, arbeitslose und auch solche, die sich in allen Dingen einmischen wollen.

Gestern sah ich in der Fussleiste ein kleines Loch, mir ging der Gedanke durch den Kopf, ob da vielleicht eine Kamera wäre, obwohl ich genau wusste, dass es Schwachsin ist. Aber ich musste umbedingt nachgucken gehen, um mich zu vergewissern. Sowas finde ich selbst schon nicht normal.

Ich habe mir auch überlegt, zu einem Psychologen zugehen, allerdings denke ich auch, dass umso mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, ich vielleicht wirklich Krank werden könnte. So war es bei meinem ersten Kumpel, der schizo wurde.

Ich hoffe, dass ist nur eine Phase, die vorbei geht, so bald ich wieder Ruhe in meinem Leben habe. Ich war immer der Meinung, dass meine Psyche stark genug wäre, sowas nicht zu bekommen.

Doch nun bin ich der Meinung, dass solche Geisteskrankheiten oder Störungen wie eine Kettenreaktion übertragbar sind.

Ich hatte nach den ersten Tag, wo ich mich so seltsam fühlte, drei Tage nicht gekifft und fühlte mich wieder sehr gut. Dann wollte ich versuchen, ob es am Kiffen liegen könnte, und habe dann doch wieder ein Joint geraucht. Doch ich merkte, dass ich mich wieder schlecht fühlte. Nun Kiffe ich seit 5 Tagen nicht mehr und fühle mich immer noch nicht gut.

Was soll ich tun?

Antworten
Sdheexp84


Ich war immer der Meinung, dass meine Psyche stark genug wäre, sowas nicht zu bekommen.

Psychische Krankheiten können ebenso wie körperliche Erkrankungen JEDEN treffen - ob arm, ob reich, ob vorbelastet oder nicht, ob mitten im Job stehend oder arbeitslos - niemand ist dagegen immun!

Was soll ich tun?

Abwarten und versuchen, ruhig zu bleiben.

Je mehr du dich reinsteigerst, desto schlimmer wird's werden.

Doch nun bin ich der Meinung, dass solche Geisteskrankheiten oder Störungen wie eine Kettenreaktion übertragbar sind.

Das ist Quark - psychische Krankheiten sind NICHT ansteckend!

BBesser|Wissxer2008


Beides wäre möglich.

Es ist ja oft so, dass man, wenn man etwas über eine Krankheit gelesen hat, in der Folgezeit immer mehr Symptome dieser Krankheit an sich feststellt. Meistens verfliegt so etwas ja nach einiger Zeit.

Andererseits hast Du eine Vorgeschichte als Drogenkonsument, und ich habe ein paar Mal gelesen, dass durchaus auch nach dem Konsum sogenannter weicher Drogen genau die Symptome auftreten, die Du an dir beobachtest.

Du hast das Glück, diese Dinge genau beobachten und beschreiben zu können. An deiner Stelle würde ich zu einem Psychiater gehen und es genauso beschreiben wie hier. Wenn er nur halbwegs was taugt, sollte er deine Situation gut einschätzen können und vor allem unterscheiden können, ob es sich um eine eingebildete oder tatsächliche Psychose handelt.

Die Heilungschancen sind wesentlich besser, je früher man sich in ärztliche Behandlung begibt. Es ist sehr traurig und geradezu haarsträubend dass der Bruder deiner Freundin trotz offensichtlicher schwerer Symptomatik nicht in Behandlung ist. Wie hält sein nähere Umgebung das aus?

SUheSep8x4


Andererseits hast Du eine Vorgeschichte als Drogenkonsument, und ich habe ein paar Mal gelesen, dass durchaus auch nach dem Konsum sogenannter weicher Drogen genau die Symptome auftreten, die Du an dir beobachtest. [...] An deiner Stelle würde ich zu einem Psychiater gehen und es genauso beschreiben wie hier. [...] Die Heilungschancen sind wesentlich besser, je früher man sich in ärztliche Behandlung begibt.

Jop - jetzt weiß ich wieder, was ich noch erwähnen wollte - *vor die Stirn schlag* ;-D

srchro]tthaufeen1


Ich muss dazu sagen, dass auch die beiden Freunde von mir, die Schizo wurden, gekifft haben, und zwar genau so lange wie ich.

Allerdings gab es bei uns allen auch die Gemeinsamkeit, dass es alles in großer Stresssituation begann mit den Psychosen(bei mir weiss ich es ja nicht, ob ich eine habe)

Daher kann man nicht wirklich sagen, dass es am Kiffen liegt, aber auf jedenfall, dass es das begünstigt.

Ich habe mich heute selber wieder beobachtet, den ganzen Tag. Ich war mit meiner Freundin unterwegs, um neue Möbel auszusuchen. Ich verhalte mich ganz normal, führe keine Selbstgespräche, mache keinen Blödsinn und wirke auch normal, aber ich fühle mich so abwesend und empfinde die Umgebung anders als zu vor.

Vielleicht kennt ihr das, wenn man kurz tagträumt und für ein paar Sekunden in die Gegend starrt, wärend man an etwas denkt.

So ist es bei mir in etwa die ganze Zeit, ich muss mich echt am Riemen reissen, um bei der Sache zu bleiben. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich mit meiner Freundin rede, dass ich mit dem Kopf nicht da bin. Aber so richtige Symptome einer Psychose habe ich eigentlich nicht.

Es ist echt seltsam. Ich habe echt Angst zum Psychiater zu gehen, weil ich mich da nicht reinsteigern will.

Aber zu meinen Fragen: merkt man das, wenn man eine Psychose hat? Gibt es auch sowas wie leichte Psychosen, ohne viele Wahnvorstellungen und sowas?

BdesserWjisser2x008


Es ist echt seltsam. Ich habe echt Angst zum Psychiater zu gehen, weil ich mich da nicht reinsteigern will.

Das Bild, das man von Psychiatern hat, trifft auf meine Erfahrungen (an mir selbst und mit Leuten aus meiner näheren Umgebung) nicht zu. Alles was ich bisher mitbekommen habe, deutet darauf hin, dass die grosse Mehrzahl der Psychiater sich sehr bemühen, "Scheinkranke" schnell herauszufiltern, da sie mit echten Fällen schon genug zu tun haben. Ich würde sagen, der Psychiater (und nicht Psychologe!) ist die erste Anlaufstelle, um eben auszuschliessen, dass Du dich in etwas hineinsteigerst.

Aber zu meinen Fragen: merkt man das, wenn man eine Psychose hat? Gibt es auch sowas wie leichte Psychosen, ohne viele Wahnvorstellungen und sowas?

Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vermuten würde ich aber: Wenn Du nie zuvor etwas von Psychosen gehört oder mitbekommen hast, wirst Du eine aufziehende Psychose als solche nicht bemerken. Wenn das aber in deinem näheren Umfeld schon passiert ist, wirst Du aufmerksamer und erkennst Symptome, die andere nur als "merkwürdig" empfinden würden, richtig. Deshalb wäre es schade, wenn Du nicht so schnell wie möglich einen Psychiater aufsuchst.

S6heepx84


Vielleicht kennt ihr das, wenn man kurz tagträumt und für ein paar Sekunden in die Gegend starrt, wärend man an etwas denkt.

Klar!

führe keine Selbstgespräche, mache keinen Blödsinn und wirke auch normal, aber ich fühle mich so abwesend und empfinde die Umgebung anders als zu vor.

bei jedem verlaufen psychische Krankheiten unterschiedlich.

Ich habe echt Angst zum Psychiater zu gehen, weil ich mich da nicht reinsteigern will.

Bist du sicher, dass du dich jetzt (ohne Gewissheit) nicht noch mehr reinsteigerst, weil's vielleicht doch sein könnte?

Aber zu meinen Fragen: merkt man das, wenn man eine Psychose hat? Gibt es auch sowas wie leichte Psychosen, ohne viele Wahnvorstellungen und sowas?

Manchmal ja, manchmal nein. Hängt wohl auch von der Stärke ab. Klar gibt's auch leichte Psychosen. Und wie gesagt: Das gleiche Krankheitsbild kann bei einem anderen schon wieder völlig andere Symptome hervorrufen.

Gewissheit kriegst du nur durch einen Besuch beim Facharzt. :)z

sDch]rotut4haufenx1


Ich werde es wohl noch ein wenig beobachten, und wenn es nicht besser wird, gehe ich zum Psychiater damit.

Hab übrigens etwas gefunden, was ziemlich gut darauf passt, was ich gerade spüre. Depersonalisierung.

Ich erinnere mich an früher, so ca. 10 Jahre zurück, da hatte ich schon mal schwere Depris mit zwanghaften Gedanken gehabt. Und als es mir richtig schlecht ging, habe ich mich selbst bemühmt, mich von diesen Gedanken zu verabschieden. Es hatte geklappt, ich war dann Jahrelang in Ordnung.

Ein Gutes hat es ja, seit dieser Sache, ist mir die Lust auf Gekiffe gründlich vergangen.

B.e-sserDWiqsser<200&8


Ok, aber geh' dann bitte wirklich hin! Will keine Panik verbreiten, aber in meinem näheren Umfeld gab es zwei Fälle von Schizophrenie. Beide begannen mit relativ harmlosen Symptomen. Während die eine sich früh in ärztliche Behandlung begab und jetzt ein normales Leben führt, hat die andere es selbst in den Griff zu bekommen versucht, die Sache um 10 Jahre verschleppt, bis es so heftig war (Stimmen, Gefühl, von anderen kontrolliert zu werden) dass nichts mehr zu machen war.

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