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Asperger oder Hochbegabung (Ähnlichkeiten): Selbstdiagnose?

Oyrhxan_7 hat die Diskussion gestartet


Hi Leute,

also ich habe vor langer Zeit(naja ich bin 15) ein Buch über Hochbegabung gelesen, in dem Merkmale und Verhaltensweisen an denen man einen HB erkennt aufgelistet waren (natürlich waren in den andere 342 Seiten des Buches noch sehr viel Hintergrundinfos), gelesen. Es war auch ein Selbsttest vorhanden sowohl fürs Verhalten als auch für die Merkmale. Ich lese generell sehr viel und ausgibig und auch viele verschiedene Themen und Subjecte so kam ich überhaupt dazu das Buch zu lesen.

Als ich diesen Selbsttest machte und mithilfe des Punkteauswertungssystem welches am Ende vorgegebn war die Punkte zusammengezählt habe war das Ergebniss, dass ich warscheinlich einen IQ von 130- über 140 habe. Naja und wie soll ich sagen ich war riesig erstaunt und habe erst seitdem in Betracht genommen das ich vllt. hochbegabt bin (der Auto, ebenfalls hb meinte das es dazu da sei). Aber ich habe noch ein paar andere Bücher gelesen und es kam nicht wirklich was anderes raus.

Ok dachte ich mir und habe mir (nach einer Pause dazwischen) ein paar Bücher und Artikel über Autismus, Asperger und die Intelligenz durchgelesen. Naja mir fiel eine relativ große Ähnlichkeit zwischen Asperger und Hochbegabung auf (es wäre nicht wirklich adäquat Autusmus mit einzubeziehen, das das alles so übertrieben nun auch wieder nicht ist) und ich dacht mir naja ich bin nicht gerade ein Top-Schüler und ich arbeite auch lieber gerne alleine als mit anderen und ich komme auch oft mir anderen nicht klar. Da dachte ich vllt. könnte es genausout Asperger statt Hochbegabung sein oder eine Mischung aus beidem. Aber so genau kannte ich mich mit allem nun auch wieder nicht aus.

Ich schreibe das um ein paar Expertenmeinungen und auch die Aussagen einiger ''Betroffener'' einzuholen bevor ich irgendwie weiterspinne.

MFG Orhan

Antworten
SEinnlHos


nehmen wir mal an es stellt sich heraus das du hochbegabt bist oder Asperger, bist du dann motivierter zu lernen und was aus deinen fähigkeiten zu machen?

S>idh!artxa


Selbsttests sind für die Katz - stell mal einen ins Forum und du wirst feststellen, dass 99% der Mitglieder einen IQ von 130 und drüber haben - was natürlich sehr glaubwürdig ist, vor allem wenn man sich dann deren Beiträge durchliest...

ein richtiger IQ-Test dauert ziemlich lange (ich glaube so an die 2 Stunden waren es) und beinhaltet ziemlich andere Dinge als diese Online-Dinger.

Merkmale von Asperger gibts bei vielen anderen Krankheitsbildern - z.B. kann jemand, der eher introvertiert oder gar sozialphobisch ist, bei diesen Selbsttests einen hohen Wert oder ein Ergebnis à la "Sie haben höchstwahrscheinlich das Asperger-Syndrom" erhalten.

Diagnostik deshalb bitte einer Fachperson überlassen. Asperger ist sowieso nicht wirklich wünschenswert - grad so von wegen Overloads etc...

O7rh1anx_7


Der Selbsttest war ja nicht online sondern innerhalb dieses Buches und der Schriftsteller des Buches war ebenfalls Psychologe und so ein Kurleiter für Creatives Schreiben...... :)^

Sjiennlxos


DU hast die frage nicht beantwortet, was ist wenn?

OtrhanU_7


Ich bin jetzt schon motiviert was zu tun, aber wenn ich es genauer weiss dann würde es so einiges erklären....Aber ich glaube im endeffekt würde es nicht viel ändern.... *:)

E!hemaliger5 Nutzer (7#69.928x)


Zunächst einmal, das einzig verlässliche Mittel zur Feststellung einer Hochbegabung ist immer noch ein Intelligenztest. Es gibt zwar Merkmale, die für Hochbegabte "typisch" sind, hierzu sind aber einige Dinge zu beachten. Erstens, es gibt mehr als genügend hochbegabte Personen, die nur wenige dieser Merkmale (offensichtlich) aufweisen. Zweitens, es gibt Personen ohne Hochbegabung, die solche Merkmale zeigen. Wäre das anders, wäre die Identifikation eines hochbegabten Kindes nicht so schwierig. Es ist nicht möglich, mit einer Liste neben einem Schüler zu stehen und anhand dessen zielsicher eine Aussage über seine Begabung zu machen. Es gibt Anzeichen, die einen auf ein hochbegabtes Kind aufmerksam machen können. Sie sind allerdings eben nur ein Indiz und kein Beweis. Drittens, jegliche Art von Selbstbewertung ist subjektiv und meist stark ins Positive verzerrt. Insbesondere wenn du eine Hochbegabung als Erklärung negativer Eigenschaften siehst (komme mit anderen nicht klar, bin kein Musterschüler), besteht eine starke Gefahr, dass du dich ungerechtfertigterweise mit diesen Anzeichen angesprochen fühlst. Bereits ohne diesen Faktor neigen viele Menschen dazu, sich mit frisch gelesenen und erlernten Dingen zu identifizieren. Typische Beispiele dafür sind Psychologiestudenten, die plötzlich überall an sich und anderen Anzeichen einer psychischen Erkrankung sehen oder Leute, die nach Symptomen in Suchmaschinen suchen und danach überzeugt sind, diese Krankheit zu haben. Kurzum, es besteht die Gefahr, dass du dir hier vieles einredest.

Was solltest du also tun? Mein Ratschlag wäre, deine Bücher zur Seite zu legen und vorerst keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden. Nach zwei bis drei Wochen Pause von dem Thema würde ich mich an deiner Stelle fragen, ob ich immer noch überzeugt von dem Gedanken bin, dass eine Hochbegabung bestehen könnte und ob mir das Thema wirklich ein Anliegen ist. Wenn ja, absolviere einen offiziellen Test. Schiebe es nicht hinaus, nenne dich nicht hochbegabt ohne Beweis und fange bitte erst recht nicht an, schlechte Eigenschaften auf eine ungeprüfte Hochbegabung deinerseits zu schieben. Du schadest dir damit nur selbst. Du kannst den Test zum Beispiel bei Mensa ([[http://www.mensa.de/]]) oder einem Psychologen ablegen, wobei dich letzteres im Normalfall teurer kommt. Hast du den Test abgelegt und dein Ergebnis erhalten, gibt es zwei Möglichkeiten. Du liegst unter der zweifachen Standardabweichung und hast die Kriterien für Hochbegabung nicht erfüllt. Insofern du nicht gerade einen wirklich miesen Tag hattest und nur haarscharf an der Grenze vorbeischrammst (in einem solchen Fall wäre eine Testwiederholung angebracht), akzeptiere dieses Ergebnis und stelle dir keine Selbstdiagnose. Oder aber, du liegst über der zweifachen Standardabweichung und erfüllst damit die Bedingung, als hochbegabt bezeichnet zu werden. Darüber darf man sich selbstverständlich freuen, aber du solltest nicht den Fehler machen, deine Hochbegabung als Ausrede zu benutzen. Dein Potential eröffnet dir Möglichkeiten, zwingt dich aber nicht in eine bestimmte Richtung. Fange nicht an, dein Testergebnis als Begründung für Schulversagen, Einzelgängertum und ähnliche Eigenschaften zu benutzen. Das ist zwar bequem, kann aber den Beginn einer stetigen Abwärtsspirale einläuten. Wer seine Fehler in positiven Eigenschaften zu suchen beginnt, wird wenig Lust haben, an ihnen zu arbeiten. Abgesehen davon macht man sich mit dieser Einstellung wenig Freunde und findet selten Verständnis - auch unter anderen Hochbegabten!

Das war die Kurzfassung. Um mich noch kürzer zu fassen, bitte überlasse die Diagnose einer Hochbegabung unbedingt einer Fachperson und nutze die Hochbegabung (ob nun eingebildet oder bewiesen) nicht als Ausrede.

Gruß,

s`ucaVmexdica


Ich empfehle Dir, diese beiden Bücher zu diesem Thema zu lesen:

Jenseits-Norm-hochbegabt-sensibel-Lernen

normal-hochbegabt-Leben-hochbegabter-Erwachsener

Ich habe sie selbst gerade gelesen und finde mich überall wieder.

kDrautjkompfkonnexy


Man kann sich mit einem Buch nicht selbst eine "Diagnose" stellen... Wozu wären dann Psyschologen, studierte, überhaupt da?

Eben darum, weil nur Profis genügend kritische Distanz zum "Betroffenen" haben.

E#hemalig:er Nu/t+zer (x#69928)


Ich empfehle Dir, diese beiden Bücher zu diesem Thema zu lesen:

Welchen Sinn hat es, dem Threaderöffner weitere Bücher zum Thema Hochbegabung zu empfehlen, wenn noch gar nicht geklärt ist, ob er überhaupt tatsächlich hochbegabt ist?

s|uc{amedxica


In diesen beiden Büchern wird in vielen Beispielen geschildert, welche Eigenschaften Hochbegabte haben und wie sich die Hochbegabung äußert. Ich fand es sehr aufschlussreich, diese beiden Bücher zu lesen und fand mich überall wieder. Insofern könnte es dem Threadersteller durchaus eine Hilfe sein.

SIhe,ep8x4


Ich schreibe das um ein paar Expertenmeinungen und auch die Aussagen einiger ''Betroffener'' einzuholen bevor ich irgendwie weiterspinne.

Expertenmeinungen werden hier wohl kaum viele kommen, da das hier ein Laienforum ist. ;-)

Gewissheit kann dir nur ein fachkundiger Psychologe/Psychiater geben und evtl. musst du für einen "ordentlichen" Test nicht einmal was zahlen, wenn du dir eine gute Begründung einfallen lässt, warum du das wissen willst. ;-)

m<iguelmLariacxhi


Übers Schulamt oder zuständige Ministerium oder übers Internet kann man die nächste staatlich anerkannte Stelle finden, die kostenlos testet, und sich dort einen Termin geben lassen.

OBrhQanz_7


Hi, vielen dank für all die Tipps....Ich glaube ich werde mich wol on dem Thema etwas distanzieren, wie mir schon empfohlen wurde...Ich muss sagen im Vergleich zu den vielen anderen Threds waren hier wirlich sinnvolle und hilfreiche Beiträge. Ich werde sie alle früher oder später befolgen....Und einen besonderen Dank an euch alle. :)^

SCidhIartxa


findest du, dass in anderen Threads die Antworten nicht hilfreich sind?

sorry, interessiert mich jetzt. ;-)

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