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Leben in einer Scheinwelt

S6iVi@18805 hat die Diskussion gestartet


Kennt Ihr das auch? In einer Scheinwelt leben? In einer Welt leben, die es wirklich gar nicht gibt. Damit meine ich nicht sich in Alkohol oder Drogen flüchten, sondern ich meine damit z.B. das man sich nicht so gibt wie man ist. Sondern man gibt sich so, wie man gerne sein möchte. Um anderen zu gefallen. Um besser da zu stehen. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Um akzeptiert und respektiert zu werden. Um dazuzugehören. Um nicht dabei erwischt zu werden, wie man wirklich ist.

Ich denke es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die in einer, in ihrer Scheinwelt leben. Es ist mir bei Beobachtungen anderer Menschen aufgefallen, insbesondere aber auch bei mir selber. Wenn ich alleine mit mir bin, lebe ich in der Realität. Sobald aber andere Menschen in meiner Nähe sind, switche ich sekundenschnell um und bin automatisch in meiner Scheinwelt. Ich gehe anders, meine Haltung ändert sich, meine Mimik, ja sogar meine Atmung verändert sich. In Gesprächen sage ich oft das, wo ich glaube, was der andere hören möchte. Bei Begegnungen weiche ich grundsätzlich aus, obwohl ich gerne einmal rempeln möchte... und und und. Ich gebe mich anders, und zwar so, wie ich glaube, das andere mich haben und sehen möchten. Man ist in dem Moment nicht man selbst. Aufgrund dessen, das man vermutlich schon sein ganzes Leben in einer Scheinwelt lebt, weiß man dann auch gar nicht, wer bzw. wie man wirklich ist.

Die Angst, die dahinter steckt ist vermutlich die, das - wenn man sich so gibt, wie man wirklich ist - schlecht über einen gesprochen werden könnte oder das man schlechter behandelt werden könnte.

Mich würde es interessieren, ob und wer auch in so einer Scheinwelt lebt.

Antworten
Mpue1 837


Hi SiVi,

ich schon wieder |-o,

ich denke mal ein Stück weit macht das jeder von uns.

Selbst der Abteilungschef der vor dem Firmeninhaber gut ta stehen will.

Oder ein Firmengründer vor den Aktionären usw.

b:jmelkxa


hallo, ich lebe in tirol und ich finde die menschen sowie die gegend schon ziemlich gekünstelt, wenn ich aber mit einem einheimischen alleine rede, da kommen sie wirklich offen entgegen. aber sobald turismus da ist, ist hier wieder alles gekünzelt. ich lebe in einer scheinwelt(-dorf) ;-D

Cxri)msoxn


Hi,

jeder lebt ein wenig in einer Scheinwelt sobald bestimmte Menschen da sind. Ich habe Jahre lang versucht, mich so zu geben dass ich allen gefalle, aber das hat natürlich nie funktioniert. Als ich ein Jahr arbeitslos war, habe ich mehr und mehr mich selbst entdeckt und mich so gegeben wie ich bin. Inzwischen lebe ich nur noch meiner Mutter gegenüber in einer Scheinwelt weil sie nicht versteht wie man so sein kann wie ich und es jedes Mal Streit gab wenn ich es ihr erklären wollte.

UND...Seit ich mich gebe wie ich bin, bin ich von wesentlich weniger falschen unehrlichen >Freunden umgeben, was für mich persönlich eine Erleichterung ist.

AbzraRel-tAlkasaxr


ich würde es nicht scheinwelt nennen sondern schauspielerei. jeder mensch tut dies. einer mehr einer weniger. mir sind beim bund menschen untergekommen die eine riesen klappe haben, selbstbewust sind, rummotzen.. aber zuhause backen sie gaaaanz kleine brötchen.

ich für meinen teil lebe in drei welten... einmal die realität die ich zuhause haben, dann die realität die ich für andere menschen, als freunde und familie habe und zuguterletzt habe ich eine fantsiewelt in der ich alles sein kann.

T/ILT


Mich würde es interessieren, ob und wer auch in so einer Scheinwelt lebt.

jeder tut das. in der soziologie spricht man dabei von soziologischen rollen, die mit den erwartungshaltungen der jeweiligen milieus zu tun haben. an einen familienvater hat man eben andere erwartungen als an einen firmenchef oder an den ehemann, mit einem guten freund redet man über andere dinge als mit einem kollegen.

ich denke die scheinwelten von denen du sprichst sind also soziologische rollen, mit denen das individuum nicht im reinen ist, d.h. man kommt mit den erwartungshaltungen nur oberflächlich klar und versucht die erwartungen zu erfüllen, innen drin lehnt sich aber etwas dagegen auf. ich schätze es ist tatsächlich eine kleine kunst, die eigenen, noch so verschiedenen rollen miteinander in einklang zu bringen und sich dabei nicht zu verbiegen. muss man eine der rollen, in der man sich verbiegt nur selten ausleben okay, aber bei einer alltags-rolle gibts da wohl probleme...

ich für meinen teil lebe gerne mit den verschiedenen rollen und spiele dieses spielchen nur allzu gerne mit. dazu gehört aber auch, dass ich die erwartungen sehr bewusst mal nicht erfülle und damit provoziere.

LLew^ian


**SiVi1805 **

Ich denke auch, sowas kommt oft vor, und jeder hat das bis zu einem gewissen Grade. Jedoch in unterschiedlichem Masse. Fuer manche ist es ganz normal, es ist genauso ihre "Realitaet" wie wenn sie alleine sind, nur halt eben anders.

Fuer andere fuehlt es sich an wie Selbstverleugnung, und dann ist es nicht gesund, glaube ich.

Wie geht es dir denn damit? Moechtest du etwas aendern?

Der Umstand, dass man in Gesellschaft ist, wird immer Einfluss auf die Menschen haben; man kann mit anderen nie genauso sein wie alleine.

Aber: Manche Menschen machen sich viel mehr von anderen Leuten abhaengig als noetig und neigen dazu, sich selbst zu verleugnen. Sie koennen sich dann nicht durchsetzen und haben keine echten Kontakte, weil sie sich nicht zeigen.

Es ist ein ungeheures Gefuehl, so, wie man ist, angenommen, akzeptiert und vielleicht sogar geliebt zu werden. Dieses funktioniert nicht, wenn man sich immer versteckt.

Das waere etwas zum Lernen, dass man sich nicht immer verleugnen muss; dass man mehr und mehr von sich zeigen kann, wenn man sich nicht so abhaengig von anderen macht, und dass das eine Bereicherung fuer das Leben sein kann.

Mxoglwhaxy


Liebes Seelenwesen ;-)

Ich habe festgestellt das es sehr viel Mut braucht sich so zu geben und zu verhalten wie man wirklich ist.

Natürlich sage ich viele Dinge auch nicht, aus Angst jemand zu verletzten, oder schlicht und einfach deswegen weil

viele Menschen meine Meinung nicht teilen. Deshalb sagt man das was gehört werden will, vielleicht auch nur um einer Diskussion aus dem Weg zu gehn. Diese "Scheinwelt" oder auch gesagt "Fassade", hat mich aber daran gehindert mich zu verändern. Viele Leute erstaunt es heute noch wenn ich sie nach Jahren wiedersehe wie ich mich verändert habe. Mir selber fällt das nicht so auf, aber ich denke ich bin gut mit mir ins Gleichgewicht grutscht, und habe diese Fassade abgelegt. Vielleicht hast du so ein ähnliches Gefühl wie ich gehabt hab, das man dann verletzlicher ist, oder anderen Leuten einen Tiefen Einblick gewährt. Aber man kann nur so gut sein wie man ist, und wenn man eine Fassade vorspielt, dann verbirgt man das Beste was in einem Schlummert.Denn das beste bist du :)z Ich mach seit 6 Jahren Musik oder beschäftige mich Kreativer-Art. Das hat mir sehr geholfen. Vielleicht weil es so ist wie du gesagt hast, alleine ist man in der Realität und bei anderen in der Scheinwelt. Ich hab die Leute in meine Realität gelassen und sie da, werde mit Respeckt belohnt und hab einen Anderen Status erreicht.

Ich nenne es mal ganz frech..."aufgeblüht".. :)^

M}onax_85


Also ich denke jeder lebt teilweise in einer gewissen "Scheinwelt". Ich bin im moment beruflich bedingt von Sonntag abend bis Freitag weg von zu hause. Hier lebe ich eigentlich auch mehr oder weniger in einer Scheinwelt... sage halt nicht immer das was ich wirklich denke, sondern das, was von mir erwartet wird. Ich gebe mich so, dass ich nicht auffalle zwischen den anderen. Das stinkt mir manchmal auch ganz schön, umso mehr freue ich mich jedesmal auf die Wochenenden zu Hause, wo ich einfach die sein kann, die ich bin.

Ich finde es allerdings schon problematisch, wenn man selbst gegenüber seinen engsten Freunden und seiner Familie in einer Scheinwelt lebt und nicht so sein kann wie man wirklich ist. Ich glaube nicht dass man das auf Dauer gut verkraftet.

S@i)V!i180x5


@ mue

ich schon wieder |-o,

Freut mich. Wir haben scheinbar die gleichen Themen, worüber man sich austauschen kann.

@ Crimson

UND...Seit ich mich gebe wie ich bin, bin ich von wesentlich weniger falschen unehrlichen >Freunden umgeben, was für mich persönlich eine Erleichterung ist.

Wie hast du dich denn gegeben, dass du falsche und unehrliche Freunde hattest? In meinem Umfeld stimmt eigentlich alles, ausser eben ich, die ja in ihrem Umfeld eine Scheinwelt vorgibt bzw. in ihr lebt.

@ lewian

Wie geht es dir denn damit? Moechtest du etwas aendern?

Ja. Ich möchte gerne etwas ändern. Und zwar möchte ich lernen, mich so zu geben wie ich bin. Denn mir geht es damit ziemlich besch... Ich habe oft ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber. Weil ich sie ja im Prinzip belüge. Und zwar mit meiner Art und meinem Verhalten. Nicht mit meinem Charakter. Ich möchte manchmal gerne offen meinen Ärger zeigen oder auch meine Ängste oder andere Gefühle. Ich halte mich mit diesen und anderen Gefühlen oft zurück oder zeige vorgetäuschte Gefühle. Das Ende vom Lied ist, dass ich scheinbar deshalb psychisch Krank bin.

Aber: Manche Menschen machen sich viel mehr von anderen Leuten abhaengig als noetig und neigen dazu, sich selbst zu verleugnen.

Da liegt bei mir der Hase im Pfeffer. Und genau DA möchte ich raus. Ich weiß ja selber gar nicht wer ich bin. Hab es ja nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben ausgelebt, bis ich gemerkt habe, dass ich mit der Art, wie ich wirklich bin, nur noch bestraft wurde.

Es ist ein ungeheures Gefuehl, so, wie man ist, angenommen, akzeptiert und vielleicht sogar geliebt zu werden. Dieses funktioniert nicht, wenn man sich immer versteckt.

Aber ich mußte mich doch immer verstecken. Hätte ich mich gezeig, wurde ich erwischt und bestraft.

Das waere etwas zum Lernen, dass man sich nicht immer verleugnen muss; dass man mehr und mehr von sich zeigen kann, wenn man sich nicht so abhaengig von anderen macht, und dass das eine Bereicherung fuer das Leben sein kann.

Das wünsche ich mir fürs Leben gerne.

@ Mogway

Vielleicht hast du so ein ähnliches Gefühl wie ich gehabt hab, das man dann verletzlicher ist, oder anderen Leuten einen Tiefen Einblick gewährt. Aber man kann nur so gut sein wie man ist, und wenn man eine Fassade vorspielt, dann verbirgt man das Beste was in einem Schlummert.Denn das beste bist du

Natürlich ist man dann verletzlicher, wenn man sich zeigt. Genau DAS hat mich ja in meine Scheinwelt getrieben. Es schlummert sicher so einiges in mir, aber ich traue mich nicht es zu wecken. Weil die Angst erneut verletzt zu werden (innerlich wie auch äußerlich) ist einfach ZU groß :°(

Ich nenne es mal ganz frech..."aufgeblüht".. :)^

Das freut mich sehr für dich. Ich wünsche mir, dass ich das auch eines Tages einmal erreichen werde.

@ Mona_85

Ich finde es allerdings schon problematisch, wenn man selbst gegenüber seinen engsten Freunden und seiner Familie in einer Scheinwelt lebt und nicht so sein kann wie man wirklich ist. Ich glaube nicht dass man das auf Dauer gut verkraftet.

Da gebe ich dir ausnahmslos recht. Es zerrt an der Energie und hat mich über die Jahre ja auch richtig krank gemacht. Deshalb würde ich nichts lieber, als ab sofort aus dieser Scheinwelt austreten und in die Realität übergehen. Wenn es denn auch nur so einfach wäre, wie ich es mir wünsche. Denn die Ängste davor haben sich sehr tief in meine Seele eingebrannt.

Mmogfwaxy


""""Natürlich ist man dann verletzlicher, wenn man sich zeigt. Genau DAS hat mich ja in meine Scheinwelt getrieben. Es schlummert sicher so einiges in mir, aber ich traue mich nicht es zu wecken. Weil die Angst erneut verletzt zu werden (innerlich wie auch äußerlich) ist einfach ZU groß :°( !!!!""""

Aber ein ganzes Lebenlang das zu verstecken was doch eigentlich andere Menschen an dir erfreuen lässt, das willst du eingehen??

Natürlich wird man wieder verletzt, aber man kann nur an dem Wiederstand wachsen, wenn man sich versteckt, dann kann man nicht wachsen..

Wenn man verletzt wurde sollte man das auch akzeptieren, natürlich nicht sofort das verstehe ich ja, aber das als "Lehre" in betracht zu ziehen, das ist definitiv ein Fehler. Weil es einem auf kurz oder lang das Gefühl vermitteln wird, das es so sein muß.

Und keiner hat eine Entscheidung zu treffen wie du dich fühlst oder vor was du dich versteckst, ausser du selbst!!!!

Wenn eine andere Person das geschafft hat, werde ich nicht mein Lebenlang mich wegen dieser Attacke verstecken.

Weil dieser Person dann Recht geben würde!!!!!

schunyQata0x1


Wir leben alle in einer Scheinwelt, und wenn wir da heruswollen, so kommen wir nur in die nächste.

Die Welt so zu sehen wie sie wirklich ist, das ist fasst unmöglich. Da spielen unsere Denkmuster eine Rolle.

Ich gebe mal ein Beispiel. Du wirst verletzt. Ob dein gegenüber das so wollte oder nicht wollte, spielt das für dein Verletzt Gefühl eine Rolle.? Der Schmerz bleibt, egal ob du absichtlich einen Hammer auf den Fuß bekommst oder unabsichtlich. Aber wenn du mal erforscht, was dich verletzlich macht, wirst du erkennen, das verletzt werden immer ein Gefühl ist das aus einen selber entsteht und daher auch eine Konditionierte Reaktion ist. Und wenn man sich bewusst ist, das das verletzt werden nur eine Hirnfunktion ist, die anerzogen, konditioniert ist, kann nichts mehr verletzen. Man lässt alles beim "verletzer". Daher es ist nicht dein Problem, sondern das des/der anderen.

Scheinwelten zu durchdringen bedarf der permanenten Beobachtung und Reflexion der eigenen Existenz. Und meine Anregung bei deinen Problem währe, …. Beobachte einfach alles was geschieht. Wie ein Alien aus dem all, beobachte die Menschen sehr sehr genau, mach dir deine Gedanken aber werte es nicht. Unterscheide nicht zwischen gut und böse. Versuch einfach alles neutral zu sehen. Du bist das Alien und beobachtest seltsame Wesen. Und du wirst sehen das du immer mehr und mehr aus deiner Scheinwelt heraustreten kannst, weil du die Scheinwelten der anderen entlarvst. Dann kannst du von Welt zu Welt gehen, und irgendwann erkennen, das alles nur schein ist. Ein Theaterstück.

M_ogwLay


shunyata01

Das was du geschrieben hast gefällt mir wirklich sehr...Ehrlich!!!!

Aber, wir sind keine Personen die sich auf Mars Popcorn machen, einen kühlen Schluck von der eiskalten Coke nehmen, und herab auf die Erde blicken... ;-) ---Das war lieb gemeint..

Du hast auch Recht was das betrifft mit dieser "von einer Welt in die andere"... Aber das is etwas, was von dem Standpunkt ausgeht. Die Welt die in einem Standpunkt beginnt, pendelt sich um diesen Standpunkt. Wenn man das Pendel verliert!!Dann trifftet man in Welten ab die vielleicht für andere unreal erscheinen.Erscheint das unreal ??? Das Leben von oben betrachten wie ein Alien?... ich selber ich wünschte mir, das ich das Leben von oben betrachten könnte, nicht aus meiner Perspecktive sehen müsste, weil ich schon das ein oder ander gesehen hab was viele nur aus dem Fernsehen kennen.

Ich war 4 Monate in Afghanistan und im Kosovo, un ich weiß was eine Scheinwelt bedeudet, Leuten etwas vor zu machen das es ihnen gut geht, obwohl 3 meter neben ihne ein Berg von Müll liegt und sie an Essen ran kommen wie wir an ein Audi a4!!! Klar, manche schaffen das aber der Großteil bleibt auf der Strecke. Was ich damit sagen will, ich habe meine Welt gefunden in der Realität, und man kann mich ein Stück hier und ein Stück hier in eine andere Welt ziehen, aber meine Welt und mein zuhause, bleibt da wo ich bin, in meiner eigenen Welt!!!!:-) :-) :-) :-) :-)

SQiVi18905


Danke für euer Feedback. Ich sehe schon, es ist ein sehr komplexes Thema. Wie es aussieht hat so ziemlich jeder seine Welt. Der eine lebt in einer Scheinwelt, der andere "scheinbar" in einer realen Welt.

@ Mogway

Aber ein ganzes Lebenlang das zu verstecken was doch eigentlich andere Menschen an dir erfreuen lässt, das willst du eingehen??

Von wollen kann hier keine Rede sein. Ich hab es mir nicht wirklich bewußt so ausgesucht. Es hat sich automatisch so entwickelt. Vermutlich fing das schon in meiner Kindheit an. Und da passt dann auch dein Satz:

Und keiner hat eine Entscheidung zu treffen wie du dich fühlst oder vor was du dich versteckst, ausser du selbst!!!! Wenn eine andere Person das geschafft hat, werde ich nicht mein Lebenlang mich wegen dieser Attacke verstecken. Weil dieser Person dann Recht geben würde!!!!!

Denn als Kind lernst du ja von den Eltern und anderen Erwachsenen. Und als Kind glaubt man so gut wie alles, was einem vorgemacht wird. Meine Eltern haben es mir vorgelebt, dass wenn man verletzt wird, dass man sich zurückzieht und sich danach "verändert", um frieden zu haben. Und dann komm mal von selber auf die Idee, dass die Eltern, die ja "Vorbildfunktion" haben, kein Recht haben. Wie will ich das als Kind beweisen? Jetzt, wo ich selber "erwachsen" bin, weiß ich dass sie kein Recht hatten, aber meine Scheinwelt ist schon so "normal" geworden, dass es super schwer ist, da wieder raus zu kommen.

@ shunyata

Ich beobachte ja schon seit eh und je die Welt, wie sie angeblich wirklich ist. Und vielleicht DESWEGEN verziehe ich mich auch immer wieder aufs neue in meine Scheinwelt.

Ich will euch mal ein ganz blödes aber simples Beispiel erzählen:

Wenn ich Auto fahre, dann richte ich meinen Blick immer ganz intensiv "mit einem Auge" in den Rückspiegel. Erst mal auch normal. Bei mir aber nicht. Denn ich schaue in den Rückspiegel, um meinen Hintermann zu beobachten. Ich beobachte, wie er auf mich bzw. meinen Fahrstil reagiert. Je nach seiner Reaktion verändere ich meinen Fahrstil. Ich fahre schneller, wenn ich glaube, dass ich ihm zu langsam fahre. Ich fahre weiter rechts, wenn ich glaube, er will mich überholen. Denn tue ich das nicht, könnte die Gefahr bestehen, dass er hupt oder wilde Handbewegungen macht, die ja gegen mich gewertet werden. Ich weiß ihr denkt, wie bescheuert das ist. Ist es ja auch. Aber aus Angst das man mich negativ beurteilen könnte, passe ich mich an. Das ist harte arbeit, denn wenn ich mich jedem anpassen würde, dann hätte ich enorm Stress. Man kann ja gar nicht jedem alles recht machen. Ich fahre jeden Tag mit dem Auto. Und seit ca. 4 Jahren bin ich dran, mir das abzugewöhnen. Weil ich so fahren möchte, wie ICH das möchte und nicht, wie es andere evtl. von mir erwarten könnten. Ich sag euch, solch eingebrannte Verhaltensweisen zu verändern ist alles andere als ein Kindergeburtstag.

RcaiNndr*oXp


Hey SiVi1805

ich hab das auch lange Zeit gemacht, weil ich ziemlich unter Mobbing zu leiden hatte...

Mein "Verstellen" hat zwar nicht viel Abhilfe geschaffen, aber ich hab's trotzdem gemacht...

Teilweise mache ich es heute noch, aber lange nicht mehr so häufig...

Mittlerweile weiß ich, dass es besser ist man selbst zu sein und wenn einen Leuten dann nicht mögen, dann ist es eben so.

Man kann nicht jeden mögen und von jedem gemocht werden.

Ist schwierig damit umzugehen, wenn man so lange in einer Scheinwelt verbracht hat, aber man muss es lernen glaub ich...

Liebe Grüße

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