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Generalisierte Angsterkrankung mit Herzneurose

mmississLippix58 hat die Diskussion gestartet


Hallo!!

Leide seit vielen Jahren an einer Angsterkrankung.Das Schlimmste sind für mich die Herzbeschwerden.Nach unzähligen Arztbesuchen,Check-ups,Blut-und Ultraschalluntersuchungen und EKGs immer derselbe Spruch:Organisch alles in Ordnung...Aber die Herzstolperer kommen mittlerweile im Minutentakt,besonders abends komme ich nicht zur Ruhe wegen der ständigen Todesangst.Ein normales Leben ist undenkbar geworden.ich schaffe es nicht,das ganze als "unangenehm,aber harmlos" einzustufen!Der Alltag wird zur Qual.Da ich allein lebe,kann ich auch mit niemandem darüber reden.Gibt es vielleicht hier Betroffene,die das alles auch kennen?Wer weiß Rat ??? ?Danke schon jetzt fürs Lesen!!!

Antworten
S+yd7ney


Mississippi

:°_ Ich kenne das, was Du hast nur zu gut. Nur ist es mit einem Rat leider nicht so einfach getan. Du wirst Dir therapeutische Hilfe suchen müssen. Einen Therapeuten, der Dir Deine Angsterkrankung und in Folge dessen Deine körperlichen Reaktionen auf diese Angst erklärt. Die Ängste, die Du auszuhalten hast, lassen sich leider nicht mit rationalen Antworten seitens der Ärzte oder Diagnosen beheben. Am besten wäre, Du würdest Dir ZUSÄTZLICH das Buch: Der kranke Gesunde (Taschenbuch) von Hans Lieb und Andreas von Pein, kaufen. Es ist wirklich sehr, sehr hilfreich.
Zu Deinen Ängsten möchte ich einen meiner Therapeuten zitieren, er zu mir sagte: Wenn Sie schon so viele ungezählte male glaubten an einer Herzattacke zu sterben, weswegen sitzen Sie dann trotzdem hier bei mir auf diesem Stuhl?
Mississippi, unternimm was: Suche Dir einen Therapeuten, lies dieses Buch und lasse Dir helfen! Und schreibe uns, wie es Dir ergeht, ok? :)_

mkissis~silppi5x8


hallo Sidney,ganz lieben Dank für Deinen Rat,es tut so gut,wenn jemand einen versteht und das Ganze nachvollziehen kann,obwohl man diese Sache natürlich KEINEM wünscht!!Ich bin bei einem Therapeuten,er ist FA für Psychiatrie und Psychotherapie,gehe allerdings in der letzten Zeit nur ca. alle 3 monate hin,ist vielleicht zu wenig?Aber irgendwie habe ich das Gefühl,ich bin "austherapiert"...es dauert schon so lange,und theoretisch weiß ich vieles,habe nur im Alltag keine Kraft es umzusetzen >:(Man wird so müde,es kommen ja so viele Körpersymptome der Angst zusammen,von denen allerdings diese herzprobleme für mich mit Abstand das Schlimmste sind.leider gibt es auch in der Familie wenig Rückhalt.Aber das Buch werde ich mir auf jeden Fall besorgen!Und irgendwie glaube ich noch immer,daß es eines Tages wieder einen halbwegs normalen Alltag gibt!Auch Dir alles Liebe und Gute!!!Gruß!mississippi58

S/ydxney


Mississippi :°_

Austherapiert? Wie kommst Du denn darauf? Es dauert schon so lange? Wie lange gehst Du schon zu diesem FA? Und ja, alle 3 Monate mal ist zuuu wenig, viiiiel zu wenig. Du, ich rannte damals zwei-dreimal die Woche zu meinem Therapeuten, bequasselte seinen Anrufbeantworter und ließ mich, wann immer es ging und notwendig war, von ihm zurückrufen. Das ist wichtig, das braucht man, denn das gibt einem das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

mSissfissippxi58


****Sidney

hab mal darüber nachgedacht.hast garantiert Recht,daß die Abstände der Arztbesuche zu lang waren...Gehe schon seit ein paar jahren zu diesem Doc,anfangs war es öfter,so alle 3-4 Wochen.Merke ja selber auch,daß es zu wenig ist.Besonders,weil sich in den letzten 2 Jahren mein Leben sehr (zum Nachteil) verändert hat durch Veränderungen in meiner Family.hab vom Arzt Amisulprid bekommen,ganz niedrig dosiert,nehme bei Bedarf 50mg am Tag.Anfangs hat es gut geholfen,auch keine Nebenwirkungen,aber mittlerweile merke ich kaum noch was von der Wirkung.habe es auch nur genommen,weil es kein Suchtpotential hat.das war mir wichtig,damit es da nicht noch ein Problem gibt.hab am 26.9. wieder einen Termin,da werde ich einiges bereden beim Doc.Manchmal denke ich,ich traue mich gar nicht,ihm zu sagen,WIE mies es mir geht,hab jahrelang von den "lieben Mitmenschen" immer nur gehört."Darüber redet man nicht/stell dich nicht so an/sei froh,daß du nicht RICHTIG krank bist ??? ??? Es zählte nur,was man sieht oder was man mit einem Gips heilen kann,dabei ist da ja kaum ein Leidensdruck dabei!Hab mich inzwischen von diesen "Beratern"zurückgezogen...endlich.War lange Zeit einfach zu blöd und hab gedacht,wenn man es in sich reinfrisst,gehts schon weg.Das Gegenteil war der Fall...Na ja,kann nur besser werden!!Der Spruch Deines Arztes ist nicht schlecht-Recht hat er!Mein Arzt hat mal gesagt:"70% aller HERZGESUNDEN Menschen haben gelegentlich Herzrythmusstörungen"Das sage ich mir im Panikfall auch immer.

Was mich sehr interessieren würde:Wie gehen Deine Familienangehörigen mit dieser Krankheit um?Da hab ich keine Erfahrungswerte,kenne nur meine eigene Situation und die finde ich total krass...

Gruß mississippi58

S6ydnexy


Mississippi

Sag mal :-), ist die "58" Dein Alter, oder Dein Geburtsjahr? Oder weder das eine, noch das andere? ;-)

Nun, bei Deiner Problematik ist auch ein Termin alle 3-4 Wochen viel zu wenig und deshalb würde ich in Erwägung ziehen Dir einen "richtigen" Therapeuten zu suchen und keinen Psychiater, der nebenbei noch Pychotherapie macht. Schau vielleicht in den "Gelben Seiten" nach, oder lasse Dir von Deiner Krankenkasse eine Liste zukommen.

Was meinst Du eigentlich mit "weil sich in den letzten 2 Jahren mein Leben sehr (zum Nachteil) verändert hat durch Veränderungen in meiner Family". Wie ist das zu verstehen? Welche Veränderungen ergaben sich in Deiner Familie?

Mississippi, Todesängste und Panikattacken sind Reaktionen Deiner Psyche, die Dich darauf aufmerksam machen möchten, dass in Deinem Leben etwas nicht stimmt, etwas zu lange verdrängt, beiseite geschoben, bzw. nicht wahrgenommen wurde. Das heißt, eine Panikattacke zwingt Dich genauer hinzusehen, aber auch diese Zustände auszuhalten ... sie nicht mehr wegzudrücken. Deine Psyche und Dein Körper sagen Dir: Kümmere dich um uns!!!

Nun zu Deiner Frage: Ich fand damals nirgends Akzeptanz, geschweige denn Unterstützung, außer bei der Ärzteschaft und meinem damaligen Freund, den ich kurz nach dem Ausbruch dieser Krankheit "gefunden" hatte. Vor meinem Sohn, der damals erst 7 Jahre alt war, riss ich mich zusammen und meine Mutter, mit der ich damals zusammenlebte, fühlte sich hilflos und überfordert. Je schlechter es mir ging, desto mehr kümmerte sie sich um unseren Haushalt - und ich zog mich immer tiefer zurück. Die wenigen, halbwegs erträglichen Stunden verbrachte ich mit meinem Söhnchen. Ich war damals 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Der Aufenthalt tat mir sehr gut, denn ich fühlte mich dort wirklich verstanden, aber die Rückkehr ins "normale" Leben war krass, also suchte ich mir meine Therapeutin, zu der ich über einen längeren Zeitraum dreimal die Woche ging, mein einziger Lichtblick in dieser Zeit.
Mississippi, ich denke, Du solltest Dich öffnen, aufhören Deinen Leidensdruck wegzudrücken. Erzähl vielleicht ein bisschen wie Du lebst ...

m8issisRsippi5x8


sidney

Habe eben Deine Antwort gelesen...könnte glatt heulen,denn Du hast so Recht,diese Attacken sind ein Hinweis der Seele,daß etwas schiefläuft...Gestern Abend war es natürlich wieder soweit,heftige Panik und völige Verspannung mit Hezstolpern alle 2 min...ABER:ich habe nicht den ärztl.Notdienst gerufen,auch nicht die telefonseelsorge oder eines meiner Kinder...

Kurz zu mir:58 bin ich geboren,hab vor ein paarWochen meinen 50. gefeiert.Aufgewachsen in einer streng baptistischen Familie,Mutter besonders krass:alles,was irgendwie Spass macht ist Sünde.Ehe meiner Eltern ein einziges Trümmerfeld seit 40 Jahren,tägich erbitterter Streit als ich klein war,selbstmordversuch meiner Mutter vor unserenAugen usw.Mit 18 Flucht durch Heirat,das war meine beste Zeit,hab diesen Mann ehrlich geliebt,1978 kam unser Sohn,mir gings super!Als der Kleine eineinhalb war,ging mein Mann drei Wochen vor Weihnachten einfach weg.Wortlos.Ende unserer Ehe.Danach gab es bis heute keine feste Bindung,nur Beziehungen.1983 kam meine Tochter.Der Vater 28 Jahre älter als ich und verheiratet.Wir haben es allein geschafft.Zurück nach hause konnte ich nicht und wollte es auch nicht.Meine baptistische Mutter hat mir das sowieso nie verziehen...Sex ohne Ehe war und ist für sie eben eine Todsünde...Hab die Kinder also ganz allein großgezogen bis sie aus dem haus gngen.War eine schöne,wenn auch nicht immer leichte Zeit.Als ich 30 war,kam die erste Panikattacke.Ich weiß es noch wie heute.Na ja,und so ging die Angst wie ein roter Faden durch mein Leben.Hab mich nur auf die Kinder konzentriert.Wollte ihnen das geben,was ich nie hatte zu hause:Respekt,Anerkennung,Geborgenheit.Mein Sohn ist jetzt 30,seit 6 Jahren verheiratet,meine Schwiegertochter liebe ich sehr,tolle Frau,die beiden haben einen süssen,lieben Sohn von 4 Jahren,sind beruflich und finanziell gut abgesichert,bin sehr froh.Na ja,mein Sohn ging vor 8 Jahren aus dem haus,war nicht schwer für mich,ich hatte ja meine Tochter noch bei mir.Als sie dann vor zwei Jahren auszog,habe ich zwar verstanden,daß es normal ist...aber plötzlich war ich total allein und das war ziemlich schwer und ich bin ziemlich in die Depression gesackt.Zudem geriet ich in finanzielle Schwierigkeiten,denn als wir zusammenlebten,haben wir uns alle Kosten geteilt und es ging,aber allein reichte meine Rente eben nicht mehr aus,und da kommen Sorgen auf einen zu.Und als sie mir eröffnete,daß sie,nach mehreren Beziehungen mit Männern,nun mit einer Frau zusammen ist,fiel ich erst mal in ein schwarzes Loch.Sie war damals 23 und Studentin,und diese Partnerin war 18 und ging noch zur Schule.Das Ganze dauert jetzt schon über zwei Jahre.Ich habe mich damit arrangieren müssen,und das Verhältnis zu meiner Tochter ist sehr innig und gut nach einigen Schwierigkeiten am Anfang.

Eigentlich könnte und sollte ich jetzt mal an MICH denken...aber die Ängste lähmen mich total und ich würge mich eigentlich nur durch den Tag.

Nun aber genug,sorry,das ist alles so komplex,aber es hat sehr gut getan,das zu schreiben,ich hoffe nur,es hat Dich nicht gelangweilt :-) :-) :-) :-)

Gruß!!!

S0ydxney


Mississippi :°_

Nein, Dein Beitrag hat mich keineswegs gelangweilt, im Gegenteil, Du hast mein größtes Mitgefühl. Und ich finde gut, dass Du diese Panikattacke gestern ohne Ärztlichen Notdienst und ohne Telefonseelsorge durchgestanden hast, denn ich weiß, was Du durchgemacht und ausgestanden hast. Du kannst wirklich sehr stolz auf Dich sein!

Mississippi, wie gesagt, ich denke, Du brauchst Hilfe, fachmännische Unterstützung, um Ursache und Wirkung besser verstehen zu können, um Dich aus dieser Umklammerung der Angst zu befreien.

Aber es ist bereits ein großer Schritt, den Du getan hast, die Ängste anzunehmen, Dich nicht mehr dagegen zu wehren oder aufzubäumen, auch wenn das vielleicht nicht immer perfekt gelingt. Sei also nachsichtig mit Dir selbst. Ok?

Wir sind übrigens fast gleich alt, ich bin 54 geboren und mir steht - zu all dem anderen, noch unausgegorenem Tiefgang, den ich in mir trage, ein ähnliches Kapitel bevor, das Du schon hinter Dir hast. Auch mein Sohn wird in den nächsten Monaten ausziehen und bisher haben wir uns Kosten geteilt. Zu allem Elend bin ich arbeitslos, mit einer eher düsteren Aussicht auf einen halbwegs gutbezahlten Job ...
Soll keiner behaupten, das Leben wäre ein Pony-Hof ... ;-)

Lieben Gruß @:) :)^

mRissisqsippi*58


Hallo sidney!!

Danke Dir so sehr fürs Mutmachen,hast Du wirklich,und vielleicht hast Du ja auf meiner Visitenkarte mein Motto geleden : "Ein Wort,das von Herzen kommt,hält dich drei Winter warm!"

Nein,das Leben ist wirklich kein Ponyhof!!!Da lebst Du ja im Moment auch bin einem ganz schönen Gefühlschaos,wenn Du dich darauf vorbereiten musst,daß Dein Sohn bald auszieht,und dazu die Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Existenzsorgen,ich glaube,keiner,der da keine Erfahrungen hat,kann da mitreden!

Bleibt denn Dein Sohn in Deiner Nähe oder zieht er weit weg?Als Alleinerziehende hat man es zehnmal schwerer,wenn die Kinder gehen,finde ich,man bleibt allein zurück.Hätte man in einer stabilen Partnerschaft gelebt,bliebe man zu zweit zurück und könnte sich sagen : "So,unsere Kinder sind erwachsen,jetzt haben wir wieder uns zwei" So hat es ja mal angefangen.Da schließt sich dann einfach nur ein kreis.Na ja,man kann es sich nicht immer aussuchen...

Vor einer neuen Partnerschaft habe ich - was sonst :-)-große Angst.Ich glaube auch nicht,daß ich momentan "partnerschaftstauglich" bin... :-/ Na ja,und wenn ich mal jemanden vorsichtig kennenlerne...immer dasselbe,nach der zweiten Tasse Kaffee fängt schon die Unruhe an....wann geht es endlich ab ins Bett!??? Kein Interesse an so etwas.Bin dann immer ganz schnell weg!Zuerst mal möchte ich als Mensch gesehen werden und zumindest irgendwas wie Vertrauen aufbauen...

Könntest Du denn-wenn es ein gutes Angebot gäbe-noch voll arbeiten?Oder geht es Dir auch so,daß Du durch die Angststörung gar nicht mehr genug Power hast?Ich fühle mich,als wenn ich höchstens noch 20% Kraft übrig habe.Kommen ja auch diese ewigen Schmerzen dazu,der Arzt nennt es Fibromyalgie,hängt alles irgendwie zusammen.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir schon jetzt ganz viel Kraft für die zeit der Veränderung in Deinem Leben....

lg,mississippi

MEr.Iumnotxsure


@ mississippi

zu deinem herzproblem: hast du es mal mit ausdauersport versucht, bei dem man konstant eine höhere herzfrequenz hat? ich hatte ähnliche probleme wie du, vor allem wurde es schlimmer, weil ich meine aufmerksamkeit immer mehr auf diesen starken herzschlag gerichtet habe. das problem war dann durch sport gelöst. versuchs einfach mal (jogging z.B)

mAississbippi5x8


Hallo Mr.Imnotsure...!

Einen ähnlichen Rat hat mir neulich mein hausarzt auch gegeben nach dem soundsovielten EKG ohne Befund!Durch einen Betablocker habe ich kein herzrasen mehr,sondern "nur" ständig diese Stolperer,die Todesangst und Panik mit sich bringen.Sobald ich wieder etwas mehr Vertrauen in mein Herz und meinen Körper habe,möchte ich es gern mal mit Joggen o.ä. versuchen,sicher ist das ein guter Rat!Bis jetzt schaffe ich es immerhin schon,Fahrrad zu fahren ;-) :-)

Danke für Deinen Rat und Dein Interesse!!!Gruß,missi

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