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Suizid

sXuca^medixca


Und genau das ist das Problem: kaum jemand kennt sich wirklich aus und noch weniger informieren sich über dieses Thema. Eine Psychische Erkrankung ist leider immer noch stigmatisiert und man redet nicht darüber.

s[mile#-4-xme


@ sucamedica @gewndolynn

Ich arbeite mit psychisch kranken älteren Menschen. Menschen, die schon Zeit ihres Lebens, 30, 40 oder 50 Jahre lang chronisch psychisch krank sind und immer Betreuung und Unterstützung im Alltag brauchten. Es dauert eine ganze Weile, bis man auch nur ansatzweise nachvollziehen kann, was in so einem Menschen vor sich geht. Ich arbeite nun auch erst seit 5 Monaten in diesem Berufsfeld und keine Sorge, mit diesem Klientel pflege ich einen anderen Umgang. Trotzdem versuchen wir in unserer Arbeit auch immer das Positive hervorzuheben, ja, auch bei depressiven Menschen. Ihnen zu vermitteln, dass sie mehr können als sie sich zutrauen, dass sie geliebt und geachtet sind und auch, dass sie Nein sagen dürfen. Letzteres ist eine zusätzliche Problematik in größeren Heimen bzw. Psychiatrien, aber das ist auch ein anderes Thema.

Ich möchte keinem Depressiven oder anderem psychisch kranken Menschen sagen, dass er selbst schuld an seiner Lage ist. Ich weiß, dass das eine Krankheit ist und kenne ihre Folgen. Trotzdem denke ich, dass ein 20jähriger Mensch mit psychischen Problemen seine Gegenwart und Zukunft noch ganz anders bewegen kann (unter Umständen) wie ein 80jähriger psychisch Kranker, der Zeit seines Lebens in Einrichtungen untergebracht war und gar nicht mehr in der Lage dazu ist aus diesem Kreislauf auszubrechen, auf welche Art und Weise auch immer. Ja, ich denke schon, dass ein junger Mensch körperlich und geistig noch andere Möglichkeiten hat, um seine Krankheit anzugehen als ein älterer Mensch in der gleichen Situation.

Mehr wollte ich eigentlich gar nicht mit meinen Worten sagen, vielleicht waren sie nicht gut genug gewählt. Das mag sein.

sGuc2amedixca


Natürlich ist ein 30-jähriger noch beweglicher als ein 80-jähriger, aber dennoch ist es nicht so einfach, wenn man an einer Depression erkrankt ist, seinen Weg positiv zu beeinflussen. Man hat das mit so vielen Dingen zu kämpfen, dass man mehr als einmal am Tag daran denkt, dass es doch einfacher wäre, einfach aufzugeben. Jeder Tag ist von Neuem ein Kampf gegen die Antriebslosiglkeit, gegen die Sozioalphobie, gegen die tiefe Trauer und Ernsthaftigkeit, gegen das geringe Selbstbewusstsein und gegen die beständige Angst, ungeliebt zu sein.

T7elerxi


Das Problem ist am Suizid, es scheint alle gegenwärtigen Probleme auf eine verführerische Art und Weise zu lösen.

Sie scheinen, die Gedanken auszulöschen, die man hat. Scheint die Fehler auszulöschen, die man selbst gemacht hat.

Scheint einfach die perfekte Lösung zu sein.

Nur, dass ist sie nicht.

Ich glaube die Hoffnung ist sehr stark dabei untergraben. Die Hoffnung ist schon verschwunden. Ihr erlebt jeden Tag eigentllich nur als Qual habe ich recht?

Carnivol- das mag vielleicht eine verführerische Lösung für dich sein, aber der darfst du nicht nachgeben. Glauben heißt nicht, dass man danach strebt in eine bessere Welt zu kommen, ich glaube da liegst du völlig falsch.

Glaube heißt, etwas zu besitzen, woran man sich in Notsituationen festzuhalten. (Ich bin kein Christ, kein Hinduist oder sonstwas und trotzdem glaube ich)

Glaube gibt dir Kraft!

Ich glaube du hast eine zweite Chance bekommen, vom Schicksal, wenn es einen richtigen Gott geben sollte, eben von dem oder von sonst irgendetwas. Wenn du hättest sterben sollen, dann wärst du gestorben, aber du hast die Möglichkeit dein Leben in den Griff zu kriegen, wenn du dir bewusst machst, dass es genügend Sachen gibt, für die es sich zu leben lohnt. Das Leben kann Spaß machen, wenn man es von der richtigen Perspektive sieht und diese Perspektive musst du erst finden. Wenn du die hast, dann werden auch die Suizidgedanken aufhören.

Es tut mir leid und wird einige hier auch eventuell angreifen, aber ich habe einen Fall in der Familie, der mir zeigt, dass manchmal Krankheiten auch einfach ausgenutzt werden, um sich auszuruhen. Ich glaube nicht, dass das bei dir ein Fall ist, aber auf einige andere mag das auch zutreffen.

Darf ich dich fragen, wieviele gute Freunde du hast und wie gut du dich um sie kümmerst?

seucanmedCicxa


Das Problem ist am Suizid, es scheint alle gegenwärtigen Probleme auf eine verführerische Art und Weise zu lösen

Aber ein Suizid löst doch die Probleme. Man ist danach tot und hat somit keine Probleme mehr. Ich wünsche mir nichts mehr, als tot zu sein um endlich Ruhe zu haben.

Tzelmexri


Nein, das ist ein Irrtum. Die Probleme bestehen weiterhin. Sie sind dann nicht einfach weg- sondern es wird Menschen geben, die dich dann für deine - entschuldigt bitte das harte Wort- aber ich weiß, was ich denken würde- für deine Feigheit nicht gerade lieben. Mit deinem Tod verletzt du Menschen. Die Menschen, die du dabei verletzt haben dann Probleme. Willst du mit deinem Tod verantworten, dass da andere sitzen, um dich weinen und vielleicht selbst wollen, dass sie lieber tot sind?

Das Leben ist schwer und auch nicht gerade einfach zu meistern, aber es gibt Menschen da draußen, die Hungern, arbeiten von früh bis spät, bekommen vielleicht umgerechnet 50 Cent für die Arbeit und können sich kein Essen leisten. Es gibt Menschen da draußen, die sitzen auf der Straße, und bringen sich trotzdem nicht um. Es gibt Menschen, die haben ein mieses Leben gehabt und stehen doch noch auf beiden Beinen.

Zu sterben ist einfach.

ZU Leben dagegen schwer und der leichte Weg ist nicht immer der richtige.

S3chwarpzes Blxut


Die Probleme bestehen weiterhin

Meine schon

Die Menschen, die du dabei verletzt haben dann Probleme. Willst du mit deinem Tod verantworten, dass da andere sitzen, um dich weinen und vielleicht selbst wollen, dass sie lieber tot sind?

Was gehen mich andere Leute an?

LbordOfTmhe4Rinxgs


Naja in dem Moment ist dir das wohl nicht egal, dass andere da sitzen und um dich trauern, aber der Mensch ist nun mal jemand, der für den Moment entscheidet. Du wägst halt nach Risiko/Nutzen ab und für DICH ist das eine richtige Entscheidung.

Feigheit

Für den, der Selbstmord begeht, ist es keine Feigheit. Es gibt den Unterschied zwischen davonlaufen und keinen Ausweg mehr haben und in diesem Moment hat man seiner Meinung nach keine Ausweg mehr und setzt einen Schlussstrich.

Vielleicht verstehst du was ich meine..

T6eglexri


Ja ich verstehe, was du meinst. Aber, wenn man die Leute jetzt streichelt und sagt: "Es tut mir fürchterlich leid, dass du dich umbringen willst. Aber ich kann dich ja scheinbar nicht davon abhalten" bringt es ihnen das auch nichts. Man muss ihnen zeigen, dass es einen anderen Ausweg gibt, außer dem Tod.

Der Tod kann nie die Lösung sein. NIE!

Jeder tote Mensch hinterlässt eine Lücke. Eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann.

L1ordOfZThe4RiVngs


Manchmal gibt es eben keinen Ausweg mehr, keine Lösung. Wenn es KEINE Lösung (Auch Tod nicht) gibt, greift man auf Notlösungen zurück und das ist eine Notlösung, die deine Probleme wirklich verschwinden lässt. Auch wenn es keine schöne (für Angehörige und vlt. auch für dich) ist.

SMchwa*rzesx Blut


Ja ich verstehe, was du meinst. Aber, wenn man die Leute jetzt streichelt und sagt: "Es tut mir fürchterlich leid, dass du dich umbringen willst. Aber ich kann dich ja scheinbar nicht davon abhalten"

Das macht doch keiner. Wenn ich jetzt sagen würde, ich bringe mich um, dann kriege ich die Zwangsjacke an und werde mit Glücksmachern vollgepumpt. Das ändert aber die Probleme nicht.

Jeder tote Mensch hinterlässt eine Lücke. Eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann.

Das geht auch vorbei. Wenn jemand diese Lücke empfindet, hätte er sich halt vorher Gedanken machen müssen.

sAuc1am(edicxa


@ Telerie:

Nein, das ist ein Irrtum. Die Probleme bestehen weiterhin. Sie sind dann nicht einfach weg...

Nein, sie sind dann weg. Ich muss mich nicht mehr mit der Arge herumplagen, ich muss keine Medis mehr nehmen, ich muss nicht mehr täglöich kämpfen und ich muss mich nicht mehr von anderen Leuten beschimpfen lassen.

für deine Feigheit

Suizid zu begehen ist keine Feigheit, sondern viel Mut. Waum glaubst Du wohl, bin ich noch hier?

Mit deinem Tod verletzt du Menschen. ... Willst du mit deinem Tod verantworten, dass da andere sitzen, um dich weinen...

Ich verletze keine Menschen, weil da keine sind, die um mich weinen werden.

Das Leben ist schwer und auch nicht gerade einfach zu meistern, aber es gibt Menschen da draußen, die Hungern, arbeiten von früh bis spät, bekommen vielleicht umgerechnet 50 Cent für die Arbeit und können sich kein Essen leisten. Es gibt Menschen da draußen, die sitzen auf der Straße, und bringen sich trotzdem nicht um. Es gibt Menschen, die haben ein mieses Leben gehabt und stehen doch noch auf beiden Beinen.

Diese Menschen sind vielleicht einfach stärker als ich. Und woher willst Du wissen, dass ich nicht auch schon schwer geschuftet habe und dennoch kaum genug zu Essen hatte?

ZU Leben dagegen schwer und der leichte Weg ist nicht immer der richtige.

Für mich schon. Und da gäbe es auch eine Reihe Leute, die froh wären, wenn ich nicht mehr existierte.

gXwendQoKlynxn


@ Telerie

Es gibt Menschen da draußen, die sitzen auf der Straße, und bringen sich trotzdem nicht um. Es gibt Menschen, die haben ein mieses Leben gehabt und stehen doch noch auf beiden Beinen.

Es gibt auch Menschen da draußen, die haben ein schönes Leben, obwohl sie nichts dazu getan haben.

Was willst du denn mit solch platten Weisheiten erreichen? Verständnis sieht anders aus.

Skao!irsxe


@ Teleri

Deine Worte mögen gut gemeint sein, aber ich glaube nicht, dass sie irgendeinen in dieser Situation erreichen werden, mich jedenfalls nicht. Ich muss da gwendolynn recht geben, es sind auch meiner Meinung nach nur "platte Weisheiten", mehr nicht.

Du sagst im Prinzip, dass wir es uns zu einfach mit dieser Art Lösung machen, aber du machst genau dasselbe und erkärst uns anhand verschiedener Dinge, wie leicht es doch wäre, alles positiver zu sehen. Aber so einfach ist es eben nicht! Manche Menschen müssen mal begreifen, dass psychische Erkrankungen (wenn auch anscheinend nicht der Fall in deiner Familie) eine wirklich ernstzunehmende Krankheit darstellen, die man sich weder wünscht, noch für die man etwas kann und die nicht einfach mal eben so zu lösen ist.

Mich ärgert die Ignoranz mancher Menschen sehr. Wie hier schon mal geschrieben wurde, ist ein Mensch mit sichtbarer Erkrankung/Verletzung (z.B. einem Beinbruch) immer bemitleidenswert und er wird unterstützt, ein anderer mit schweren seelischen Qualen wird als Simuant hingestellt und die meisten denken sich dann noch, "stell dich doch nicht so an!". Das ist wirklich schlimm und sehr traurig!

Du schreibst, der Suizid beendet nicht die Probleme. Doch, die eigenen schon! Dass durch den eigenen Tod womöglich ein neues Problem für andere Menschen (durch die Trauer) entsteht, kann man natürlich nicht ausschließen, aber ich für meinen Teil habe mir diese Entscheidung deshalb auch nie leicht gemacht und würde (bzw. habe ich es auch immer getan) bei bestimmten Menschen Vorkehrungen treffen (z.B. mit Briefen), dass sie sich nicht schuldig fühlen und verstehen, dass sie mir nie hätten helfen können. Mehr ist nicht möglich und letztendlich ist jeder für sein eigenes Leben selbst verantwortlich, d.h. ich darf ganz zwanglos für mich entscheiden, was ich mache und was die anderen (nach meinem Tod) aus ihrem Leben machen, bleibt ihnen überlassen. Niemand kann für mich leben und ich kann für niemand anderen leben, so ist es nun mal. Das soll auch nicht hartherzig klingen, wie gesagt, wegen eines Menschen fällt mir das Ganze auch furchtbar schwer, sonst hätte ich es dieses Jahr endlich zu Ende gebracht (und dieses Mal hätte es geklappt!). Du siehst also, dass man sich solch eine Entscheidung nicht unbedingt leicht macht, das macht keiner, sonst würden wir hier alle nicht mehr schreiben.

Was das Leiden anderer Menschen betrifft (Hunger etc.), so sehe ich solch einen Vergleich immer sehr kritisch. Die eigenen Probleme findet man immer am schlimmsten, weil man nur diese selbst erlebt und spüren kann. Sicher kann man sich einreden, wie gut es einem im Vergleich zu anderen Menschen geht, aber das ist immer so leicht dahin gesagt. Genauso einfach könnte ich es mir auch machen und sagen, "warum geht's mir im Vergleich zu manch anderen so schlecht?", denn es gibt auch immer jemanden, dem es viel besser geht als einem selbst. Das ist also ein ganz schlechtes Argument!

Aber, wenn man die Leute jetzt streichelt und sagt: "Es tut mir fürchterlich leid, dass du dich umbringen willst. Aber ich kann dich ja scheinbar nicht davon abhalten" bringt es ihnen das auch nichts.

Wer sagt, dass wir das hören wollen? Ich würde es nicht hören wollen, genauso wenig, wie den Satz, "dass es immer einen Ausweg gibt". Beides hilft nicht! Entweder man macht eine gute Therapie und entwickelt zusammen mit dem Therapeuten neue Wege, für die man sich dann auch von ganzem Herzen entscheidet oder man muss selbst erkennen, dass das Leben womöglich doch reizvoller ist als der Tod. Alles andere ist (zumindest bei mir) zwecklos! Und je mehr du schreibst, wie toll das Leben usw. doch ist, desto mehr denke ich, ehrlich gesagt, an den Tod. Nenne es meinetwegen "Trotzreaktion", aber ich lasse mir nicht gerne etwas einreden, von dem ich selbst nun mal nicht überzeugt bin. Du glaubst, du könntest deine Weltanschauungen und deinen Glauben auf andere Menschen übertragen, aber das ist wohl sehr naiv und sinnlos.

Du hast es zwar nicht "ausgesprochen" (glaube ich zumindest, ich mag jetzt nicht noch mal alles lesen), aber in deinen Texten schwingt unterschwellig schon mit, dass du alle Menschen, die Selbstmord begehen (oder daran denken), für feige hältst. Das sehe ich gar nicht so und nicht nur, weil es mich selbst betrifft, sondern weil ich vor allen Menschen, die diesen schweren Weg gegangen sind, einfach großen Respekt habe. Es gehört sehr viel Mut dazu (das weiß ich nur zu gut) und man macht sich diese Entscheidung auch nicht leicht. Immer zu behaupten, es wäre viel stärker weiterzuleben, ist totaler Unsinn! Eine für sich akzeptable Wahl zu treffen und sei es nun mal der Tod, ist oft mutiger, als sein ganzes Leben lang vor sich hin zu vegetieren.

Leider ist wegen vieler engstirniger Menschen auch "Sterbehilfe" in Deutschland nicht möglich (ein Hoch auf die Schweiz!). Das ist zwar noch mal ein ganz anderes Thema, hat aber schon mit der ganzen Mentalität hierzulande zu tun. Doch jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich und sollte auf jegliche Art und Weise auch die Freiheit haben, für sich selbst wählen zu dürfen und dazu gehört auch, ob man lieber leben oder sterben möchte!

S*aoiCrse


@ sucamedica

Ich bekomme so oft zu hören, ich habe meiner Mutter gegenüber Pflichten und keiner mag sehen, wie sehr ich unter ihr gelitten habe und daher diesen einfach nicht nachkommen kann und will.

Oh je, wer sagt denn so etwas? Da hab ich es ja noch gut, das muss ich mir zum Glück nicht anhören, sogar meine Therapeutin sagt, dass sich meine Eltern schön um sich selbst kümmern sollen und können :)^. Nimm dir das nicht so zu Herzen und letztendlich kannst du dir sagen, dass du selbst genau weißt, dass du ihr nichts schuldig bist!!! :°_

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