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Extrem schreckhaft

jiawaqxue hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was genau für ein Problem ich wohl habe. Vielleicht könnt ihr mir weiter helfen, Tipps geben?!

Also ich bin schon immer sehr schreckhaft gewesen, als Kind hatte ich oft Angst vor Sachen vor denen andere Kinder keine Angst hatten. Silvester war für mich bis vor 4 Jahren unerträglich. Daran kann ich mich noch erinnern, bin aber dann doch ganz normal aufgewachsen bzw. mir sind keine weiteren Probleme aufgefallen. Nun bin ich 17 und habe seit etwa einem dreiviertel Jahr ein Problem mit extremer Schreckhaftigkeit. In der Schule erschrecke ich mich wenn jemand HUSTET oder sonstige Geräusche plötzlich auftreten. Es ist wirklich extrem und ich werde deshalb auch immer schräg angeguckt. Sobald ich mich einmal erschreckt habe befinde ich mich wie in einem Kreislauf, ich bin dann so angespannt das ich mich beim nächsten Geräusch sofort wieder erschrecke. Es beeinträchtigt mich schon sehr, denn dem Untericht folgen fällt mir immer schwer und ich gehe schon mit der Angst in die Schule, dass ich mich bestimmt wieder erschrecken werde. Mich wundert dies einfach da ich mich an eine solche Schreckhaftigkeit vorher nicht erinnern kann -> ich erkläre mich selber für bescheuert warum ich mich erschrecke wenn jemand hustet, denn vorher hatte ich dieses Problem nicht. Heute ist es mir wieder aufgefallen: Ich war in einem kleineren Theaterstück und es war alles still um mich herum plötzlich erhebt ein Darsteller seine Stimme (etwa zwischen schreien und rufen) und ich zucke total zusammen. Danach konnte ich nicht mehr ruhig sitzen, ich habe ständig gedacht "gleich erschreckst du dich wieder", war angespannt und habe mir ständig an den Ohren rumgefummelt (versuche diese immer unauffällig zu zuhalten).

Was kann das sein?! Ich sehen mich wieder zurück in die Zeit in der ich solche Probleme nicht gehabt habe und auch niemals daran gedacht habe. In denen neben mir jemand räuspern, husten oder sonstiges machen konnte ohne das ich zusammen zucke. In denen ich normal Veranstaltungen besuchen und im Unterricht sitzen konnte ohne das ich Angst vor dem erschrecken hatte.

Kann man irgendetwas dagegen tuen?!

Viele Grüße

jawaque (übrigens M)

Antworten
BrallBVusxt


Hi,

also ich bin kein Experte für deine spezielle Problematik. Aber diese Schreckhaftigkeit ist wirklich ungewöhnlich. Daher solltest du als erstes Versuchen, den Grund oder die Gründe dafür zu finden. Auch könnte dir ein Psychologe weiter helfen.

Bspw. erschrecken die meisten Menschen, wenn sie völlig auf eine Tätigkeit konzentriert (Arbeit schreiben, am PC sitzen etc.) sind und das Bewusstsein die Umwelt fast vollständig ausgeblendet hat. Wenn dann plötzlich jmd. auftaucht. Ups.

Angst ist wohl der stärkste Auslösefaktor. Die Grunde sind so vielfältig, dass man nur ganz gezielt danach forschen kann, um sie zu finden und mit Hilfe von Experten abzustellen.

Permanent verdrängte unbewältigte Probleme können bspw. zu Schreckhaftigkeit führen (sexueller Missbrauch, Mobbing, Gewaltandrohung oder gar Gewaltausübung durch Mitschüler etc.)

Ein schlechtes Gewissen ist auch ein extremer Auslösefaktor (z. B. das Leben mit einer Lüge, aus der man nicht wieder rauskommt).

Die "Notwendigkeit" oder der Glaube, ständig jmd. darstellen zu müssen, der man eigentlich nicht ist, d.h. sich zu verstellen, führt auch dazu (bspw. ungewöhnliches sexuelle Neigungen oder Verlangen, verdrängte Homosexualität etc.).

Ein nur wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein gepaart mit Versagensängsten ist eine weitere Möglichkeit.

Eine unerwartete und daher zu tiefst enttäuschende Zurückweisung von einer anderen Person oder Gruppe kann einen solche Zweifel bringen, dass man sich nicht mehr traut auf den- oder diejenigen zuzugehen und Angst bekommt, erneut was falsch zu machen.

Deine zunehmende Angst davor, immer wieder zu erschrecken, baut sich anscheinend zu einer fixen Idee auf.

Was kannst du versuchen zu tun?

Du musst dich mehr entspannen und versuchen, relaxter mit deiner Umwelt zu interagieren. Deine Umwelt bewusster wahrnehmen und Geräusche (Husten, Niesen etc.), die dir wahrlich nichts anhaben können auch für dich als solche zu definieren (quasi Filter setzen, damit dein Gehirn sie "Überhört" und ausblendet --> nicht mehr so extrem darauf reagiert.)

Ein fast bildliches Beispiel für den Filter ist das Schnarchen. Schnarcht ein anderer kann man nicht ein- oder weiterschlafen. Schnarcht man selbst genauso laut, "hört" man das gar nicht (wg. Ausfilterns durch das Gehirn).

Anderes Beispiel für Filter: Kitzeln, man kann sich selbst nicht kitzeln, aber eine fremde Person kann dich sehr wohl durchkitzeln.

Musik, angenehme oder unangenehme, filterst du auch in kürzester Zeit heraus.

Weiß nicht, ob dir das irgendwie weiterhilft.

Viele Grüße

jRawxaque


danke für deine antwort :)

also eigentlich bin ich immoment sehr glücklich, habe seit kurzem eine Freundin die ich wirklich Liebe und auch um mich herum ist alles im grünen Bereich. Mir fällt es gerade schwer mich auf einen deiner Punkte festzulegen. Deshalb wundert mich es ja so stark und auch das es so plötzlich aufgetaucht ist kann ich einfach nicht verstehen... Zudem passt mein Hobby und auch meine Musik überhauptnicht zu diesem Problem. Ich spiele Gitarre und in einer Band (beides ja eigentlich keine leisen Angelegenheiten) und dort erschrecke ich mich auch nicht. Manchmal frage ich mich wirklich ob ich bescheuert bin...

viele grüße

jawaque

Imsax09


Ich kann mir auch vorstellen, dass das durch (unbewußte?) Ängste entsteht. Ich hatte früher Angst vor Hunden und bin z.B. bei jedem Bellen zusammengezuckt. Die Angst vor Hunden habe ich bewältigt und nun erschrecke ich mich auch nur noch seltenst bei Bellen.

S,idharVtxa


Dein Beitrag könnte von mir sein - ich bin auch extrem schreckhaft. Sogar wenn man es mir vorher ankündigt ("Achtung, es gibt gleich einen Knall!") oder ich es vorher weiss (z.B. am Bahnhof, bei einem Zug).

Allerdings denke ich, dass z.B. das Spielen in einer Band schon ziemlich was anderes ist - dort bist du ja quasi "mitverantwortlich" für die Lautstärke. Wenn jemand plötzlich laut wird oder hustet, hast du absolut keinen Einfluss darauf und kannst es ja auch nicht vorher wissen.

Vielleicht ist das mittlerweile zu einem Kreislauf geworden und du fürchtest dich unbewusst schon derart vor lauten Geräuschen (bzw. vor dem Erschrecken), dass du ständig angespannt bist? Das merkt man nicht zwangsläufig und ist dann auch nicht wie die spürbare Angespanntheit, nachdem man sich bereits erschreckt hat und Angst hat vor weiteren Geräuschen.

Ich glaube, dass du dich deswegen für bescheuert erklärst bzw. so unglücklich damit bist, hilft auch, das Problem weiter aufrechtzuerhalten. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, das Erschrecken quasi zu "akzeptieren" - also so nach dem Motto "ok, momentan habe ich das Problem halt - das wird sicher auch irgendwann wieder besser".

Weiss nicht, ob das weiterhilft, ich warte auch noch auf die ultimative Lösung..

j2awaqNue


da hast du recht... ich bin eigentlich ständig angespannt sobald es um mich herum etwas leiser wird. versuche schon immer an etwas anderes zu denken aber zwangsläufig denke ich dann an das erschrecken...

vielleicht gibt es auch keine lösung?! :(

SCidZharxta


Das denke ich nicht. Also dass es keine Lösung gibt, meine ich.

Was genau ist schlimm am Erschrecken? Wäre es schlimm für dich, wenn andere mitkriegen, dass du schreckhaft bist?

jCawa&q3uxe


das wäre nicht nur schlimm für mich, das ist es... jedes mal wenn ich mich erschrecke könnte ich im boden versinken. finde es brutalst peinlich. was mögen andere nur von mir denken wenn ich mich schon für bescheuert erkläre...

SZid[haxrta


Was würdest du denn denken, wenn jemand in deiner Nähe zusammenzuckt und sich ganz offensichtlich erschrocken hat?

Ich kann dir mal sagen, was ich denken würde: Gar nichts. Ich würde es nicht peinlich finden, warum auch?

Hat ein bisschen was sozialphobisches, deine Angst. Rein verhaltenstherapeutisch würde man da z.B. mit Verhaltensexperimenten arbeiten - z.B. dass du vor den Augen anderer so tust, als würdest du dich erschrecken, und hinterher fragst, was die Leute in dem Moment über dich und das Erschrecken gedacht haben. Das nennt sich Realitätsüberprüfung; du kontrollierst damit, ob deine Befürchtungen ("die werden alle denken, dass das sehr peinlich ist", "die halten mich alle für bescheuert", etc.) tatsächlich wahr sind und eintreffen.

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