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Narzissmus

lainnexa23 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Die Hauptthematik meines psychischen Lebens mit der ich mich seit eineinhalb Jahren intensiv auseinandersetze dreht sich um das Thema Narzissmus. Diese Beschäftigung begann durch die Erkenntnis, dass ich mich beinahe ausschließlich von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung angezogen fühle- und der weiteren Erkenntnis dass mein Vater ein Mensch mit eben dieser Störung ist.

Die Symptomatik äußert sich folgendermaßen: Ich lerne einen narzisstischen Menschen kennen und fühle mich auf der Stelle magisch angezogen von: emotionaler Kälte, Distanziertheit, Arroganz und Dominanz. Der Narzisst und ich kommen uns näher, er verletzt mich irgendwann zu sehr und distanziert sich bzw. ich distanziere mich- woraufhin ich oft viele Monate lang über den Narzissten intensiv nachdenke- wobei mein größter- natürlich heimlich gehegter- Wunsch noch immer darin besteht die Liebe des Narzissten zu gewinnen. Wobei mir bewusst ist, dass dieser Wunsch niemals erfüllt werden kann.

Noch sehr bedeutend in diesem Zusammenhang ist dass eine tatsächliche Nähe nie zustande kommt. Es ist stets eine imaginierte Nähe und ein Ideal von Nähe, während ich den Narzissten nie wirklich "kennen lerne".

Dieses Szenario hat sich in meinem Leben mit der Ausnahme einer dreijährigen Beziehung mit einem Nicht- Narzissten seit meinem 12 Lebensjahr immer und immer wieder so abgespielt.

Vor eineinhalb Jahren wurde mir durch eine erneute Wiederholung dieses Musters und meiner folgenden Versuche mein eigenes Verhalten zu reflektieren bewusst, dass mein Vater ein Mensch mit einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit sämtlichen Symptomen ist- dem ich in meiner Pubertät und wahrscheinlich auch Kindheit nicht nahe kommen konnte, der mir nie zuhörte, beinahe alle anderen Menschen außer sich selbst abwertete, unter Größenwahn litt und unglaublich dominant und auch emotional distanziert war.

Nun zu meinem eigentlich Problem:

Die Erkenntnis der Persönlichkeitsstörung meines Vaters und der offensichtlich daraus resultierenden Störung meiner Liebesfähigkeit hat mir nicht ermöglicht diesem, meinem Streben nach der Liebe eines Narzissten Einhalt zu gewähren. Immer noch fühle ich mich einzig und allein von diesem Verhalten- emotional kalt, distanziert, arrogant, dominant- angezogen- erfahre aber dementsprechend nie eine Befriedigung.

Ich halte mich für eine starke Persönlichkeit, sehr unabhängig, mit ausgesprochen tiefen von Nähe gezeichneten Freundschaften- daher denke ich dass bei mir kein Narzissmus vorliegen kann. Ich erlebe gerne Nähe, kann sie zulassen, kann anderen meine Schwächen zeigen. Wünsche sie mir auch in einer Partnerschaft- doch bin an Männern, die sie mir freiwillig geben würden absolut uninteressiert.

Habe versucht meinem Vater nahe zu kommen und in der letzten Zeit ein warmes, von liebevollem Umgang geprägtes Verhältnis zu ihm aufgebaut(da ich dachte, dass dadurch meine Sehnsucht nach der Liebe eines Narzissten gestillt werden bzw. transformiert werden könnte) und er gibt mir nun seinen Respekt, lässt mich seine Achtung vor mir spüren und erzählt mir auch ab und an von Situationen die für ihn enttäuschend waren. Ich habe den Eindruck, dass sein Narzissmus im Alter plötzlich zu schwinden zu scheint. Alle haben diesen Eindruck in meiner Familie. Und ich kann sagen, dass nun eine Nähe zwischen uns besteht wie sie früher niemals da war.

Nun meine Frage, auf die ich einfach keine Antwort finde: Hat irgendjemand hier eine Ahnung, wie man sich von der Faszination, dem krankhaften "Angezogen Fühlens" von Narzissmus befreien kann? Wie man es schaffen kann sich von liebevollen, offenen und emotional zugänglichen Charakteren angezogen zu fühlen wenn man so eine Vergangenheit hat wie ich? Wenn die Erkenntnis nicht reicht, dass diese Anziehung aus der Sehnsucht nach der Vaterliebe entsteht- wie kann man dann an das Problem herangehen?

Danke für die Antworten schon jetzt. Tut mir leid dass der Text so lange geworden ist, aber ich beschäftige mich schon so lange mit dem Thema und komme alleine einfach nicht weiter da ich absolut keine Literatur dazu finden kann. Und eine Psychotherapie kann ich mir momentan finanziell nicht leisten.

DANKE fürs Zuhören!! Linnea_

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