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Hypnagogie - die relative Realität

Aebseance hat die Diskussion gestartet


Hallo meine lieben Mitforenmenschen~.

Obwohl ich hier bewusst nach diesem Thema gesucht habe, fand ich lediglich einen -recht kurzen- Faden, der sich zum Teil mit Hypnagogie befasst und der schon sehr alt ist.

Da ich mich viel damit beschäftige, wollte ich mal eben eine kleine Diskussion anheizen.

Erstmal erklärt: Was ist Hypnagogie überhaupt?

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Hypnagogie]]

Wikipedia beschreibt es recht gut.

Kurz gesagt, Hypnagogie tritt dann auf, soweit ichs richtig begriffen habe, wenn die menschliche Schlafparalyse frühzeitig eintritt (hypnagog) oder verspätet aufhört (hypnopomp).

Schlafparalyse ist die prakitsche Reaktion des Körpers auf das Einschlafen. Sobald man schläft, tritt diese auf, um die Bewegungen, welche man im Schlaf vollführt, nicht auch wirklich auszuführen. Sie hält euch quasi davon ab, ins Bett zu pissen, wenn ihr von eurem täglichen Stuhlgang träumt ;-) And so on.

Bei Schlafwandlern ist diese Schlafparalyse/Schlafstarre geschädigt, bzw. nicht allzu stark, somit werden diese durch ihre Träume zum Manövrieren animiert.

Nun stelle man sich aber vor, was passiert, wenn man sich ins Bett legt, die Augen schließt und in diese Paralyse verfällt - ohne vorher ins Traumland gesegelt zu sein.

Sprich, die Starre setzt versetzt ein, dieser Zustand dauert nie länger als eine Minute. In dieser Zeit kann aber so mancherlei passieren...

Der Körper schläft, aber das Hirn ist wach. Wenn man merkt, dass man nicht fähig ist, sich zu bewegen, nicht einmal die Augen zu öffnen, gerät man natürlicherweise erstmal in eine ungute Panik, welche allerdings alles andere als förderlich für diesen Zustand ist.

Der Körper schläft, man ist somit fähig, zu träumen. Und was passiert, wenn man sich im Traum fürchtet? Richtig, er wird noch viel, viel schlimmer und mutiert zu einem Alptraum.

Jetzt träumt man, ist aber zeitgleich wach. Wie äußert sich das?

So, und an nun an werde ich mal etwas persönlicher.

Soweit ich das bei mir selber beobachten konnte, gibt es verschiedenste Stufen, Unterteilungen und Arten.

Mein erster, hypnagoger Traum äußerte sich mit reiner Panik. Ich war zarte 12 oder 13 Jahre, glaube ich, und sah nur mehr schwarz. Und das Gefühl, als schliche in diesem unendlichen Dunkel etwas Bestialisches herum und ich? War hilflos, ausgeliefert und manövrierunfähig. Ich wünschte mir den Tod mehr, als noch länger diese irrsinnige Panik zu ertragen. Als ich aufwachte, hatte ich Angst zu blinzeln, um nicht Gefahr zu laufen, die Augen nicht mehr öffnen zu können.

Dieses Geschehen verdrängte ich bravourös und gekonnt gute 2 Jahre lang. Bis es wieder passierte. Diesmal war es allerdings harmlos, ich träumte nicht dabei. Ich lag einfach nur da und konnte mich nicht bewegen. Ich erinnerte mich erst am nächsten Morgen daran.

Seither kehrt das immer mal wieder zurück - meistens, wenn ich unregelmäßig und wenig schlafe. Ich denke, das ist eine Art der Narkolepsie (fällt auch darunter).

Nun bin ich 18 und weiß, was passiert und schaffe es meistens, dies nicht in einen Alptraum zu verwandeln. Wenn ich in diesen Zustand verfalle, dann fühlt es sich an, wie eine Gratwanderung an einer Klippe. Ich kann in den Schlaf "hinabfallen", wenn ich mich entspanne oder ich strenge mich an und mache einen festen Schritt auf sicheren Boden, ins "Wachsein" hinein.

Ich hatte hypnagogische Träume auf verschiedensten Ebenen. Meistens war es ein Gefühl des "Niedergedrücktwerdens", als würde irgendetwas deinen Brustkorb in die Laken pressen (hab gehört, dies würde die Entstehung der Succubus-Legenden erklären).

Dies weitete sich aus zu Geräuschen, Lauten, Melodien, einmal sogar in Form von einer seltsamen Stimme. Was aber wirklich grausam war, passierte eines Morgens. Hatte das Gefühl, gewürgt zu werden. Als sich die Starre löste und ich um mich schlug, war aber niemand mehr da.

Nun bin ich auf dem besten Wege, meine Paniken davor zur Seite zu legen und meine Neugierde ranzulassen. Ich finde, es hat etwas schockierend Faszinierendes...

Bedenkt man, wie verflucht real sich das alles anfühlt und was man alles allein durch sein Hirn steuern kann, so wird das, was wir "Wirklichkeit" nennen, ins vage Unglaubwürdige gerückt.

Danke an alle, die sich das hier durchgelesen haben, ist doch recht lang geworden. Aber ich wollte ja eine Diskussion vom Zaun brechen:

Wer hat Ähnliches erlebt? Wer kann davon berichten? Setzt sich jemand damit auch vll auseinander oder würde diese Informationen, die ich habe, erweitern?

Vielen lieben Dank,

~Absence.

Antworten
BZatxch


Sowas, das Thema scheint den meisten hier wohl zu "abgedreht" :-o

Find ich eigentlich schade, weil der hypnagoge Zustand wie erwähnt eigentlich recht interessant ist.

Zum ersten mal richtig hypnagog wurd ich mit ca. 7 Jahren. Ich hatte nachts nen Alptraum, wollte wie immer in diesem Fall ins Schlafzimmer meiner Mutter nebenan rennen, aber auf halbem Weg knicke ich plötzlich ein und eine Gestalt mit rot leuchtenden Augen befindet sich plötzlich vor mir und gibt tiefe Töne von sich, ich hocke da und kann mich kein Stück bewegen. Hab danach recht doll geheult. Die Paralyse setzte echt mitten im Laufen bei mir ein. Naja, mein Schlafrythmus war damals so oder so ein bissl komisch.

Ansonsten hab ich vor ein- zwei Monaten angefangen mich mit dem Thema "Klarträumen" zu beschäftigen, dass eng mit Hypnagogie zusammenhängt. Habs dann sogar hinbekommen den hypnagogen Zustand manuell durch eine spezielle MP3 einzuleiten. Diesmal war alles recht trüb, ich hatte ein vages Wachbewusstsein und spürte wie ich im Bett lag, dann hörte ich ein kurzzeitiges Brummen im Kopf, die Stimme meiner Mutter und eine weitere Stimme aus einem PC-Spiel, beide Stimmen waren von der Akkustik her recht deutlich. Jo ansonsten hab ich noch kurz meinen PC-Drucker gesehen, weiß der Geier warum ;-D

In letzter Zeit hab ich mehrere Paralyseartige Zustände während und nach dem Schlaf mitbekommen, aber ohne besondere Halluzinationen. Liegt vermutlich daran, dass ich erst so gegen 5:30 ins Bett gehe und regelmäßig Zeug nehme, dass die Psyche anregt (Grüner Tee, Vitamin B6-Präparate)

Einmal hab ich irgendeinen Witz geträumt und hab dann wirklich laut gelacht und bin anschliessend dadurch aufgewacht ;-D

Ein anderes mal hab ich einfach dagelegen, irgendwie noch im Traum, und habe dabei gemerkt wie ich schief auf dem Bett liege und mit offenem Mund an die Decke starre. Nicht sehr angenehm, aber was bringt es einem in solch einem Zustand, Angst zu kriegen oder Panikattacken heraufzubeschwören?? ;-)

Alles in Allem ein spannendes Thema über dass ich immer wieder gerne rede!

mfg Batch

B@a5tcxh


Was mir vor garnicht allzu langer Zeit recht häufig passiert ist: Bin im Bett gelegen, dachte an irgend einen Song und irgendwann hat sich die Melodie dann verselbstständigt und hat sich dann so klar angehört, als ob ein Radio neben mir stehen würde :)

M\rZManZtel


Habe sowas zwar noch nie gehabt, finde es aber ziemlich interessant, würde mich interessieren, ob es noch mehr menschen gibt, die sowas erlebt haben.

kann man das lernen?

wo genau ist der unterschied zwischen euren erlebnissen und einem wachtraum?

Albsenxce


Oh, es wurde ja doch geantwortet =) Hatte damit gar nicht gerechnet, merci.

Wachtraum... mh, sehr verwandt. Während eines Wachtraumes bist du allerdings in einem Traum. Du spürst deinen Körper nicht, du bist meist in einer Traumlandschaft und kannst frei darüber verfügen... hatte ich einige Male. Habe mich eine Zeit lang oft mit den luziden Träumen beschäftigt, hatte auch Erfahrungen damit, die immer sehr positiv waren :-) Denke, wenn du wirklich weißt, dass du träumst und keinen Körper hast, ist alles halb so wild. Bei Hypnagogie allerdings bist du in deinem Bett, in deinem Körper und spürst alles, kannst dich aber keinen Milimeter bewegen. Vielleicht ists auch die Angst der Verwundbarkeit... *kopfkratz* Könnte sein.

Uh, die Geschichte, die dir mit 7 passiert ist, hätte ich auch nicht gerne erlebt.

Mh, dafür kenne ich die automatisch werdenden Radiomelodien. Hatte ich hin und wieder... frage mich gerade, ob sich das praktisch nutzen ließe... spart MP3-Akku ;-D .

Nein, mal ehrlich. In meiner besonders kreativen Phase habe ich eigene Melodien gesummt, die sich dann selbst gesummt haben. Ich war meine eigene Musikanlage, ist mir aber nur einmal passiert, theh.

Angst davor zu haben ist sicherlich etwas absolut Unkluges. Das kann nur schiefgehen... allerdings ist es schwierig, bei sehr abgedrehten Sachen einen klaren Kopf zu bewahren. Würde mir JETZT ein rotäugiges Viech begegnen, das mich anknurrt - den Gedanken "Ach, is nur meine spinnende Fantasie." hätte ich da nicht so schnell. Aber ich komm wohl nicht von dem Thema los, dazu ist es zu interessant. Es bannt einen richtig.

~Abs.

jLediar(iellxe


hi, ich erlebe seit 3 tagen immer wieder das gleiche. jedesmal wenn ich mich schlafen lege, fühlt es sich an als ob mein bewusstsein einfach "wegdriften" und mein körper plözlich ganz schwach wäre. meistens versuche ich dagegen anzukämfen, weil ih pank kriege, und das funktioniert auch indem ich mich bewege; aber nachdem ich jetzt schon mehrmals beim arzt und einmal sogar im krankenhaus war und ich für völlig gesund erklärt wurde, dachte ich mir ich habe vielleicht einfach nur panikattacken und sollte nicht dagegen ankämpfen sondern mich entspannen. und dann falle ich immer in eine art traum, in dem ich entweder krampfanfälle hab oder sozusagen in meinem traum ohnmächtig werde. jedes mal lieg ich dabei im bett (im traum) und versuche meinen freund der neben mir schläft zu wecken damit er mir helfen kann, aber ich kann mich nicht oder kaum bewegen. dann versuche ich im traum jedesmal eine atemübung zur entspannung durchzuführen, die ich mir mal gegen panikattacken beigebracht hab und dabei wache ich dann immer auf. ich weiß nicht ob das was ich da erlebe auch diese art von schlafparalysen ist, aber ich hab inzwischen echt angst vor dem einschlafen.. habt ihr vielleicht einen tipp was ich dagegen machen kann, oder zumindest gegen die angst?

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