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Das ist nur ein böser Traum und ich wache gleich auf

A2mygdialla


:-) :)z :)^ @:) *:) ;-D x:) :p> 8-) :)D ;-D

Wenn Timo nach Hause kommt, dann gibt es bei mir zur Feier des Tages wieder 'ne Salamipizza.....aber diesmal eine Familienpackung....mindestens! ;-D

:)_

Szigg#i-xzwo


Liebe Jutta und Familie,

ich bin sehr dankbar, dass du wieder von dir hören ließt.

Kannst du dir vorstellen, dass ich -nach wie vor- euch in mein tägliches Gebet einschließe.

Gelitten, gebangt, gehofft, habe ich von erster Stunde an.

Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass diese große emotionale und positive Initiative all dieser guten Menschen hier im Forum, ein Teil dieser göttlichen, guten Fügung war, dass Timo wieder genesen ist.

War es doch ein riesiger Kreis von Menschen, der all seine intensive Emotion, Kraft und positive Energie aktivierte.

Timo war Frühchen und schon immer sehr zart.Dass ihm solch ein schwerer Schlag besonders trifft, wird durch seine Zartheit noch verstärkt.

Ich bin aber der ganz festen Überzeugung, dass Timo im Laufe der nächsten 10 Jahre diesen Defizit-seine momentan etwas langsamere Konzentration, seine etwas länger dauernde Reaktion, wieder aufholen wird.

Sollte dieser Zustand dennoch so bleiben, so vergiss nicht, dass auch ihr in diese Rolle hineinwächst und den früheren Zustand nicht mehr als so relevant empfindet, denn ihr lebt ja dann nun im IST-ZUSTAND von Timo.

Ich glaube, solch ein widerfahrenes Geschenk, dass Timo zu euch zurückgkehrt ist, macht demütig und dankbar, und fragt nicht nach dem Früher.

Ich bin so glücklich mit euch, dass es Timo so gut geht, denn solch ein schwerer Schicksalsschlag beutelt die Seele

bis zum Exzess, aber er lässt auch sensibler gegenüber all dem Leid werden.

Lasst euch einfach nur mal ganz feste drücken

und herzlichst grüßen

Siggi

LXavaxti


Liebe Siggi-zwo,

Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass diese große emotionale und positive Initiative all dieser guten Menschen hier im Forum, ein Teil dieser göttlichen, guten Fügung war, dass Timo wieder genesen ist.

War es doch ein riesiger Kreis von Menschen, der all seine intensive Emotion, Kraft und positive Energie aktivierte.

Besser hätte ich es selber nicht schreiben können. Ich habe ja immer darum gebeten Kerzen für Timo zu entzünden und für ihn zu beten.

Ja es stimmt:

Alle User dieses Fadens die an Timo gedacht haben, für ihn gebetet haben und Kerzen entzündet haben, gepaart mit Gottes Hilfe und die Kunst der Ärzte, und die Liebe unserer Familie haben dieses Wunder bewirkt.

Ich glaube, solch ein widerfahrenes Geschenk, dass Timo zu euch zurückgkehrt ist, macht demütig und dankbar, und fragt nicht nach dem Früher.

Auch das ist genau das was wir fühlen.

Und sensibler sind wir auf jeden Fall geworden. Das Leben sahen wir noch nie als Selbstverständlichkeit an aber nun erst recht nicht. Egal wie es weitergeht, ob Timo ganz gesund wird oder es so bleibt, die Hauptsache ist das er bei uns bleiben darf!!!

L'avatxi


Oh sorry es sollten zwei Zitate werden, habe ich wohl was falsch gemacht.

Aber ihr wisst bestimmt wie es gemeint war...

Ctlemenxi


hach liebe Jutta :-D :-D, es freut mich auch rieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeesig, dass Timo so riesengroße Fortschritte macht. Ich bin jedesmal richtig gerührt wenn ich hier in diesen Faden komme. Hier ist auf -bis jetzt- 148 eine Berg-und Talfahrt beschrieben, die sehr nahe geht. Was als Berg und was als Tal empfunden wird, legst du fest und es ist so schön, dass Dinge, die für "andere" gar nicht gesehen werden, für dich phasenweise eine riesengroße Bergfahrt war (sei es das Bewegen der Augen, das Drücken mit der Hand). Ihr seid, wie du ja auch selbst schreibst, so sensibel geworden und konntet Dinge dadurch sehen, die leider gar nicht mehr so selbstverständlich sind, vielleicht für Kinder mehr: guck mal, wie war dies mit der feschgekleideten Ameise? ;-) x:), oder mit den Fröschen?

Einfach sehr schön hier so emotional mitlesen zu können. Ich freu mich echt für euch mit, dass der Gang zum Steg bestimmt wieder mit Timo geschieht, wer weiß was euer kleiner Schlumpf noch so entdeckt und euch zeigen will.

Du schriebst mal davon, dass du dich freust, dass ihr wieder lebende Hopseburg spielen wollt: ich kann mir vorstellen, dass dies gar nicht mehr so weit weg sein wird, oder? ;-) x:) ;-D x:).

Ich wünsch euch weiterin eine schöne Zeit @:) @:)

LQaTvaxti


Hallo zusammen,

ich muss mich gerade einfach mal an Euch wenden weil ich mich nicht mehr verstehe.

Bis vor ein paar Tagen ging es noch einigermassen, aber seitdem geht es total bergab mit meinen Gefühlen. Ich habe so furchtbare Angst.

Timo kommt nachhause und ich müsste glücklich sein. Bin ich natürlich auch, aber da ist etwas viel stärkeres, nämlich diese Angst. In einem Moment bin ich total happy, aus dem Häuschen das endlich alles vorbei ist. Kann es dann gar nicht wirklich fassen das Timo nachhause kommt. Im anderen Moment bekomme ich einen Weinkrampf. Je näher der Tag kommt das er wiederkehrt desto schlimmer wird es. Habe jetzt 3 Nächte hintereinander wirklich schlimme Albträume gehabt und bin total übermüdet. Vorgestern habe ich z.B. geträumt das sein Zimmer in der Rehaklinik gebrannt hat und Timo darin umgekommen ist. Und ich kam dann dazu wie sie ihn aus dem Zimmer getragen haben und habe nur gedacht: Ich konnte ihn wieder nicht beschützen,ich war wieder zu spät, jetzt ist er tot. Dann habe ich geschrieen : Warum? Warum? und bin so wach geworden und habe es wirklich geschrieen und mein Mann kam um mich zu beruhigen. Ich habe so furchtbare Angst das wir ihn nicht beschützen können. Jetzt in der Reha ist er in Sicherheit aber wenn er nachhause kommt wird er auch wieder alleine raus gehen zum spielen, wenn auch nur in den Garten. Oder überhaupt, wird er ja raus gehen. Und das man ihn nicht immer beschützen kann haben wir ja leider erfahren müssen.

Ich verstehe meine Panik selber nicht so genau, und kann ja auch mit niemanden Fremden reden weil die mich alle für verrückt halten wenn ich das so sage. Alle meinen, jetzt müssten wir total happy sein. Ja. Aber diese Angst und diese

" Trauer " ( nenne ich mal so, denn so fühlt es sich an komischerweise ) ist einfach da und kommt aus heiterem Himmel. Bisher konnte ich mich immer noch beherrschen vor anderen, aber seit Donnerstag geht das nicht mehr. Ich war im Laden in der Bäckerei und eine Kundin fragte nach Timo und sagte: "Er kommt ja jetzt heim. Da seid ihr bestimmt alle sehr glücklich." Und ich war es überhaupt nicht komischerweise sondern war einfach nur " fertig " und fing an zu weinen, sehr heftig sogar. Und die Kundin meinte zum Glück vor Freude. Und wenn ich ehrlich bin weiss ich es selber nicht warum, aber da war nicht nur Glück, sondern auch eine wahnsinnige Last und Angst. Also alles schwer zu beschreiben und zu verstehen und ich verstehe es nicht wirklich.

Das einzige was mich tröstet ist, dass es anderen aus meiner Familie nicht viel anders geht. Andrea hat auch sehr verwirrende Träume aber mit anderem Inhalt teilweise. Aber nicht soviel Angst komischerweise....

Ich höre ein Lied, sehe irgendwas was mich in der schweren Zeit beschäftigt hat und ich fange gleich an zu weinen obwohl alles vorbei ist.

Seit ein paar Tagen, je näher der 5. August kommt. Und was mir zu schaffen macht ist, das ich das nicht mehr unterdrücken kann. Was vor ein paar Tagen noch ging, geht jetzt einfach nicht mehr und ich habe Angst das das nie mehr weggeht. Das jetzt die Angst mein Leben bestimmen wird.

Sorry ist sehr lang geworden, aber es hat immer gut getan hier meine Angst zu schildern denn es gibt bestimmt einige die schon ähnliches erlebt haben und meine Hoffnung ist, dass es vielleicht doch irgendjemand vertseht, wenn ich selber nicht wirklich.....

Ganz liebe Grüsse an Euch alle da draussen,

Eure Jutta

AVmygdalxla


Ach liebe Jutta, ich nehm Dich erst mal in den Arm :°_......dann schreib ich Dir...

A,m$ygda6lla


ich muss mich gerade einfach mal an Euch wenden weil ich mich nicht mehr verstehe

Ich glaube, hier verstehen Dich sehr viele Menschen :)_

LEavxati


@ Amygdalla

:)_

CClebeni


hey Jutta :°_ :)* :)*

Ich finde es sehr verständlich was du schreibst :)*. Als ich anfing deinen Beitrag zu lesen, schossen mir gleich sehr viele Gedanken in den Kopf, was ich als Erklärung denke. Diese Gedanken schriebst du dann selbst auch auf: Die Angst ihn nicht beschützen zu können, die Angst, dass das "Glück" nicht noch ein zweites mal mitspielen mag.

:)* :)* Ich denke, es hilft dir nicht, wenn du die Gefühle jetzt unterdrückst: wem hilfst du damit? Dir? Timo? :)* :)* Ich denke, dass es für dich hilfreich sein kann, wenn du genau diese Gefühle spüren lässt und dir dann probierst zu erklären, warum sie kommen und dann ob du an den Ursachen etwas ändern kannst oder nicht. :)*

Diese Angst, dass wieder so etwas passieren kann, ist nicht soweit hergeholt: wer kann dir sagen, dass es nicht mehr passiert? Wer kann dir versichern, dass du dann da sein wirst, falls etwas passiert? Fühlst du dich stückweise "schuldig" dafür, dass du ihm das letzte mal nicht helfen konntest und hast es dir bewusst oder unbewusst als Ziel gesetzt ihn jetzt immer beschützen zu wollen und je näher der Termin rückt, desto größer wird die Last in dir und damit auch die Versagensangst?

Das Gefühl kann ich sehr gut verstehen :°_, aber leider ist es so, dass du euren kleinen Schatz nicht in Ketten legen kannst, damit nichts passiert (der wunsch ist aber nachvollziehbar). Ich denke, dass du vielleicht jetzt in diesem Moment gefühlsmäßig auch dies durchstehst, was viele Mütter nach der Geburt haben (werde ich immer für meinen Schatz da sein können? Werde ich ihn beschützen können? Wie soll dies überhaupt gehen?), denn dieses Ereignis und deren Folgen und so wie es jetzt im Moment ist, ist es ja wie ein Neuanfang (wie du auch schonmal schriebst), also warum nicht auch genau diese Gefühle haben? Und vor allem: warum deshalb sich noch unter Druck setzen, es nicht so zu "dürfen"?

Ich wünsche dir, dass du es für dich und für Timo schaffst, nicht zu meinen doch so zu reagieren, wie die anderen es glauben: merkst ja selbst, dass das die Last auch noch erhöt und du vielleicht selbst noch daran glaubst, dass du, wenn du dich nicht so freuen kannst (also diese Freude nicht zeigen kannst), dich vielleicht gar nicht freust und dich dann fragst, was die anderen denken oder gar meinst: mensch ich müsste doch eigentlich dankbar sein, dass er noch lebt und nun "versage" ich auch da.

Die Gedanken der anderen, dass du dich freuen "müsstest", sind eine Seite der Medaille: sie haben diese Monate wie ihr nicht durchleben müssen, sie sehen, dass Timo nach Hause kommt, freuen sich auch darauf garantiert, aber haben eben wie du es jetzt von dir glaubst, nicht die Verantwortung zu tragen, wie es jetzt weitergeht. Vielleicht ist das etwas damit zu vergleichen, dass du so lange Timo noch in "guten Händen" (in der Reha) ist, diese Gedanken nicht hattest, was ist wenn er wieder draußen ist und wir dafür verantwortlich sind. So lange konntest du dich über die Fortschritte unbefangener freuen als jetzt. Die anderen Personen (wie beim Bäcker) können ja so unbefangener auch die Fortschritte betrachten und es ehrlich meinen, weil sie diese Last, die du dir grad auferlegst, nie haben werden (müssen - zumindest für Timo).

Machst du dir vielleicht auch Gedanken, dass wenn er nicht mehr in Reha ist, dass die Fortschritte davon beeinflusst werden können, weil du glaubst, es nicht so gut wie die Fachmänner zu können? :)* Ich glaube die Fachmänner sind auf ihrem Gebiet eben Fachleute, für sie ist das "alltäglich" sie kümmern sich vorrangig um ihr Gebiet. Nun ist Timo dadurch stärker geworden, hat Fortschritte gemacht und wird bald entlassen: aber hey :°_ er wird ja nicht entlassen, weil die meinen, dass er keine Fortschritte macht, sondern weil er mit deren Hilfe es geschafft hat so weit zu kommen und nun zusätzlich noch andere Dinge wichtiger werden, eben weil er so großen Nutzen dort raus ziehen konnte: er ist nicht mehr so auf deren Hilfe angewiesen und nun kommt ein neuer Abschnitt: das was er gelernt hat draußen in seiner Welt anzuwenden und zu festigen: und dafür steht ihr im zur Hilfe: welcher Arzt oder Therapeut kann es sich leisten mit seinen Patienten ganz lange spazieren zu gehen, zum Bach zu gehen, Ameisen im Schlafanzug zu beobachten, Dinge zu entdecken?

Das Werkzeug wie er greifen, laufen, essen kann, wurde ihm dort gegeben, er hat gelernt es anzuwenden und nun braucht er euch wie ihr seid und nicht wie ihr meint vielleicht sein zu müssen (nämlich so wie die Therapeuten). Er kann dank der Ärzte und Therapeuten (und euch) wieder Dinge tun, die ihm durch den Unfall genommen wurden er weiß jetzt wieder wie er laufen kann und nun will er dies tun und zwar mit euch, wie ihr seid. Ich schätze dich jetzt auch so sensibel ein, dass du auf ihn achten wirst liebe Jutta und dies weiß Timo bestimmt auch. Dies heißt aber nicht, dass du jetzt probieren musst alles zu ersetzen (Arzt, Therapeut etc.): denn wenn er vorrangig dies noch brauchen würde, würde er nicht entlassen werden.

Der Boden wurde gelegt und ist jetzt da von euch betreten zu werden. Außerdem seid ihr ja dennoch nicht alleine :)*. Ich denke, dass ihr euch trotzdem noch an die Ärzte wenden könnt (vielleicht hilft dir dies ins Bewusstsein zu rufen, da dir nicht die ganze Verantwortung aufzudrücken).

Deinen Traum wegen Verbrennung: ich bin kein Traumdeuter, will nur mal so Vermutungen äußern: einerseits lässt es sich so deuten, wie du es gemacht hast: du konntest ihm wieder nicht helfen. Anderseits kann dies aber auch heißen, dass dir der Traum sagen wollte, dass du jetzt zwar noch glaubst, dass ihm dort nichts passieren kann, weil er ja in deinen Augen ganz sicher ist, aber dennoch auch nicht vor allem sicher ist: denn der Brand hat ja nichts mit dem Unfall zu tun und brennen kann es überall. Diese Sicherheit die du suchst wirst du leider nicht finden :°_, die wird dir niemand geben können :°_, denn diese Sicherheit hat man ja auch nicht bei einem selbst, oder bei anderen Personen die einem nahe stehen. Also warum ihn dort in einer Einrichtung lassen, wo er sehr viel gelernt hat für sich und für die Welt hier draußen? :)*

Dass du so sehr vorsichtig bist, ist auch alles andere als verständlich: es ist alles neu, es ist unbekannt, du weißt nicht wie Timo reagiert, du weißt nicht wie du reagieren wirst, kannst dir im Moment da selbst nicht so richtig trauen :)*. Aber guck mal: genau solche Gefühle (oder ähnliche) entstehen in jeder neuen Situation, und wie kann ihr begegnet werden? Wie viele Situationen gab es schon, wo du dachtest du schaffst es nicht und als du es dennoch, trotz Angst in Angriff genommen hast, dich dann über dich wundertest, dass es klappte. Diese Situation mit Timo ist nun sehr extrem :°_ :)*, aber dennoch wirst du da nicht drumrum kommen, ihn die Schritte machen zu lassen, die er selbst gehen will (auch wenn er vielleicht selbst noch ganz unsicher und wackelig ist). Du wirst für ihn da sein, dies glaube ich ganz dolle, du kannst aber nicht mehr geben als in deiner Hand liegt :)*. Und dies ist jetzt ein Lernprozess für beide, ich glaube nicht dass Timo es dir krumm nehmen wird, wenn du am Anfang jetzt übervorsichtig bist. Gib euch die Chance gegenseitig neu zu lernen, auch wenn es schwer ist, liebe Jutta :°_. Und verlang nicht von dir, keine Fehler machen zu dürfen :)*.

Ganz liebe Grüße @:)

CMleZenxi


Dass du so sehr vorsichtig bist, ist auch alles andere als verständlich

|-o ich meinte natürlich: Dass du so sehr vorsichtig bist, ist mehr als verständlich |-o

LDamvati


@ Cleeni,

das hast du soooooo schön geschrieben. Ich weine schon wieder. Weil mir genau diese Gedanken alle durch den Kopf gehen. Daran das du sie so gut beschrieben hast erkenne ich das es wohl doch etwas " normal " ist so zu reagieren.

Ich denke, es hilft dir nicht, wenn du die Gefühle jetzt unterdrückst: wem hilfst du damit? Dir? Timo? :)* :)* Ich denke, dass es für dich hilfreich sein kann, wenn du genau diese Gefühle spüren lässt und dir dann probierst zu erklären, warum sie kommen und dann ob du an den Ursachen etwas ändern kannst oder nicht. :)*

Ja, zuhause lasse ich es ja auch zu. Aber ich " schimpfe " dann auch mit mir weil es doch so viel schlimmes Leid gibt, viel schlimmeres. Und bei uns ist doch alles wieder in Ordnung. Und doch zerfliesse ich plötzlich in Selbstmitleid was ich eigentlich gar nicht mag. Aber es kommt einfach so und ich kann nichts dagegen tun. Und dann weine ich halt und lasse es zu. Aber draussen ist mir das sehr unangenehm.

Fühlst du dich stückweise "schuldig" dafür, dass du ihm das letzte mal nicht helfen konntest und hast es dir bewusst oder unbewusst als Ziel gesetzt ihn jetzt immer beschützen zu wollen und je näher der Termin rückt, desto größer wird die Last in dir und damit auch die Versagensangst?

Ich weiss indirekt das ich das nicht verhindern konnte, aber du hast recht. Meine Schwester hat auch gesagt: Jetzt passen wir zusammen noch besser auf. Das wird nie mehr passieren. Und das will ich auch. Meine Schwester macht sich in dieser Hinsicht noch viel verrückter weil sie ja schliesslich dabei war. Und auch ihr sage ich immer wieder das sie trotzdem nichts verkehrt gemacht hat. Timo ist immer sehr vorsichtig gewesen beim überqueren der Strasse und es war ja auch nicht seine Schuld.

Aber wahrscheinlich ist es dieser hilflose Teil in mir, dieses dazukommen und nichts tun können. Ich war ja bei ihm durfte aber eigentlich nicht und konnte ihm nicht helfen. Das macht mir noch sehr zu schaffen. Dieses Nichts tun können. Und das will ich verhindern indem ich demnächst immer dabei bin und sofort zur Stelle wenn was ist. Obwohl ich innerlich weiss das ihm das auch nicht sehr gut tun würde.

oder gar meinst: mensch ich müsste doch eigentlich dankbar sein, dass er noch lebt und nun "versage" ich auch da

Ja, genauso ist es :°(.

Außerdem seid ihr ja dennoch nicht alleine :)*. Ich denke, dass ihr euch trotzdem noch an die Ärzte wenden könnt (vielleicht hilft dir dies ins Bewusstsein zu rufen, da dir nicht die ganze Verantwortung aufzudrücken).

Ja, er bekommt ja noch weitere Therapie zuhause :)^.

Danke für Dein Verständnis, ich hätte meine Gedanken mal wieder nicht besser formulieren können. Das ist halt so bei mir. Sovieles geht mir durch den Kopf aber wenn ich es beschreiben will geht alles durcheinander...

Aber nun geht es wieder etwas besser weil ich weiss das es wohl doch ein Stück " normal " ist wie ich reagiere ...

A{my1gdallxa


Liebe Jutta,

Timos Unfall, die lebensbedrohliche Situation danach....dann das Koma.....dann die Sepsis mit Not-OP und das Bangen und Hoffen danach....das waren alle für sich genommen traumatisierende Ereignisse :°_......und Du/Ihr hast/habt sie hintereinander erlebt. Ihr habt das toll gemacht, wart für Timo und für einander da. :)_ Jetzt, wo sich die Situation eigentlich entspannt hat, kommen die eigenen Gefühle, die eigenen Verletzungen hoch. :°_

Die Gedanken und Gefühle, die Dich jetzt belasten, sind Folgen der traumatischen Erlebnisse nach Timos Unfall. Und ich halte Dich nicht für "unnormal".....im Gegenteil: Dass Du jetzt so reagierst, ist für mich das Normalste auf der Welt. "Sowas haut auch den stärksten Elefanten um" ;-) :)_

Ich hab Dir mal einige Symptome rausgesucht, die bei einer Traumatisierung auftreten:

* stark kontrollierendes Verhalten, da ein Trauma als ein extremer Kontrollverlust erlebt wird,

* gedankliche Vorwegnahme des Schlimmsten, um nicht wieder überrascht zu werden, was von der Umwelt als eine nervige Art von Dauer-Pessimismus erlebt wird,

* unverhältnismäßig heftige Reaktionen auf äußere oder innere Einflüsse (durch sog. Trigger ausgelöst): beispielsweise Panikattacken, [...] ebenso wiederkehrende Albträume [...]

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Trauma_%28Psychologie%29]]

Unter "Erste Hilfe" heißt es dort weiter:

Unbehandelte Traumata können zu einschneidenden, sehr belastenden Folge-Erkrankungen führen, die womöglich lebenslang anhalten bzw. die Biographie einer Person negativ beeinflussen. Sie müssen es jedoch nicht, wie die Langzeitstudie von Emmy Werner gezeigt hat.[2] Durch diese Langzeitstudie ist bekannt, dass eine stabile Bezugsperson die wichtigste und bedeutendste Hilfe für einen traumatisierten Menschen ist. Ebenso ist es von großer Hilfe für Betroffene, dass ihnen erklärt wird, was sie haben, und dass ihre Verhaltensweisen und Empfindungen typisch, also gewisserart "normal" bei einem Trauma sind. Wer einem potenziell traumatisierenden Ereignis ausgesetzt war, sollte sich dringend möglichst professionelle Hilfe organisieren. Zur Ruhe kommen, mit Vertrauten darüber sprechen, sich womöglich an einen darauf spezialisierten Psychotherapeuten oder -therapeutin wenden, welche traumatherapeutisch ausgebildet und in dieser Therapieform erfahren sind.

Wie Du weißt, arbeite ich mit Krebspatienten. Wir bieten unseren Patientinnen immer eine spezielle, psychoonkologische Betreuung an. Hier geht es darum, individuelle Bewältigungsstrategien zu finden und eigene Ressourcen zu mobilisieren, um mit den Folgen der Krankheit und dem Schock der Diagnose umgehen zu können. In ähnlicher Weise könnte Dich ein Psychotherapeut, der sich mit Traumen auskennt, dabei unterstützen, für Deine Erlebnisse und Gefühle Bewältigungsstrategien zu finden.

Vielleicht kann Dir der Psychologe, der Euch betreut hat, bei der Suche nach einem Spezialisten helfen?

Du schaffst das! Du bist eine starke, kluge Frau! :)_ Aber auch eine starke Frau darf Angst haben :°_....und auch eine kluge Frau darf sich Hilfe holen :)^

Ich würde mich übrigens über einen weiteren "Ausflug" freuen

:)* :)* :)*

:)_

LNav3ati


Danke Amygdalla :)_.

Das da ein Trauma hinterstecken kann, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Für mich war/ist es eine sehr belastende Phase die wir da durchgemacht haben, aber ein Trauma ???.

Wo ich mir jetzt aber die Symptome durchgelesen habe kommt das schon sehr hin. Das einzige was ich wusste ist, das man diese Bilder die man plötzlich vor Augen hat, die aber gar nicht real sind, Flashback nennt. Das habe ich von einer Freundin gehört nachdem ich ihr das erzählt hatte.

Ach man, ich will das alles immer schnell so abtun, aber leider ist die Realität anders :-/.

Danke für den Hinweis Amygdalla, jetzt wo ich einen Anhaltspunkt habe, werde ich mich mal etwas schlauer machen zum Thema Trauma. Vielleicht hast du ja recht und es ist doch "schlimmer " als ich mir eingestehen will.

Denn sonst würde ja nicht so ein Chaos in mir herrschen zurzeit....

A|mygd6aAlla


Vielleicht hast du ja recht und es ist doch "schlimmer " als ich mir eingestehen will.

Ich finde, es ist nicht "schlimmer" ....Du fühlst, wie Du fühlst....vollkommen normal. :)_ Wir (Menschen) müssen Dingen manchmal einen Namen geben, damit wir wissen, dass wir über das Selbe reden. Aber es ist doch eigentlich schei** egal, wie man es nennt ;-)....Hauptsache, es gibt Mittel und Wege, damit es einem wieder besser geht :)_

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