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Borderline und Adhs

SvonntUagskxind hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Kann mir jemand den Unterschied zwischen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und ADHS bei Erwachsenen erklären? Die Symptome überschneiden sich ja teilweise, darum würde mich interessieren, ob es Symptome gibt, die wirklich nur dem einen oder nur dem anderen zugeschrieben werden können.

Ich war schonmal mit einer BL-Verdachtsdiagnose konfrontiert, habe mich aber nicht richtig darin wiederfinden können, zu viel "passte" einfach nicht. Jetzt bin ich auf ADHS gestoßen, womit ich viel mehr anfangen kann. Viele Berichte über richtige Diagnose und Therapie haben mich aber versichert. Wie wird denn ADHS diagnostiziert, weiß das jemand? Gibt es User mit diagnostiziertem ADHS hier, die mir eventuell weiterhelfen können?

Antworten
STheep8x4


Beides kann nur von einem Facharzt diagnostiziert werden (möglichst von einem, der auch Erfahrung mit ADHS im Erwachsenenalter hat).

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Borderline und ADHS, da sich eben viel überschneidet und ADHS auch gehäuft bei Borderlinern zusätzlich mit auftritt.

Wie wird denn ADHS diagnostiziert, weiß das jemand?

Über Tests und die gute alte Anamnese. Laut aktuellem Forschungsstand hat man AD(H)S nämlich entweder schon als Kind oder man kriegt's als Erwachsener auch nicht mehr.

Die Diagnostik MUSS ein Arzt vornehmen, der sich mit beidem auskennt - je nachdem, wo du wohnst, ist die Uniklinik Freiburg da zu empfehlen. Die forschen auch ordentlich auf beiden Gebieten kennen da auch die Zusammenhänge zwischen Borderline und AD(H)S.

Leider sind beide Diagnosen in Mode gekommen und so "formuliert", dass jeder für sich so viele Kriterien sammeln kann, dass er die Kriterien einer Diagnose erfüllt. :-/ Die Übergänge zwischen gesund und krank sind bekanntlich fließend und das macht die Diagnostik auch für erfahrene Fachärzte sehr schwierig, da eben jeder was für sich dort raussuchen kann, was passt. :(v

S@onWntavgskiEnd


Sheep84

Danke für die Info!

Dass sowohl ADHS als auch die BLS-Diagnosen in "Mode" gekommen sind und häufig nicht richtig diagnostiziert werde, habe ich in einigen Berichten gelesen. Darum ist es mir auch wichtig, schon im Vorfeld etwas darüber zu erfahren und auch in die richtigen Hände zu kommen. "Krank" im eigentlichen Sinne fühle ich mich gar nicht, eher "anders strukturiert" - mit allen Vor-, aber auch Nachteilen. An den Nachteilen will ich arbeiten, und zwar so, dass es auch effizient ist.

Kannst du mir auch sagen, was und wie getestet wird?

S|helmlxy


Laut aktuellem Forschungsstand hat man AD(H)S nämlich entweder schon als Kind oder man kriegt's als Erwachsener auch nicht mehr.

Das ist korrekt, wenn man ADS oder ADHS hat, dann hat/hatte man es bereits als Kind.

Es handelt sich hierbei um eine vererbbare Stoffwechselstörung, hauptsächlich innerhalb des Frontalhirns.

Diagnostiziert werden sollte es von einem Arzt, der sich hierauf spezialisiert hat, und mit den verschiedenen Ausprägungen dieser Störung Erfahrung hat, denn in einigen Fällen ist eine Diagnose wirklich nicht eindeutig zu stellen, eben weil sie aufgrund der vielen möglichen Symptome sehr unterschiedlich in Erscheinung treten kann.

Borderline kann, muß aber nicht eine komorbide Störung sein.

SLhVellxy


Diagnostiziert werden kann es durch Fragebögen, aber auch ein persönliches Gespräch ist wichtig, in dem u.a. über schulische Leistungen gesprochen wird, über Verhaltensweisen, ebenso wie über die Familie, ob bei Eltern/Geschwistern/Kindern evtl. typische Symptome zu beobachten sind (weil es eben erblich ist).

Es gibt aber auch Fragebögen, die z.B. von den Eltern oder dem Partner ausgefüllt werden können.

S%hee%p84


Borderline kann, muß aber nicht eine komorbide Störung sein.

Korrekt - kam bei mir wohl etwas unglücklich formuliert rüber. ;-)

An den Nachteilen will ich arbeiten, und zwar so, dass es auch effizient ist.

D. h. du planst eine Therapie? Da hast du natürlich sehr gute Chancen, ordentlich diagnostiziert zu werden, weil einfach mehr Zeit für die Diagnose bleibt.

Kannst du mir auch sagen, was und wie getestet wird?

Zum Großteil über die Ananmese. Schulzeugnisse werden oft mit besichtigt, da sie oft hilfreich sind. Außerdem über Testbögen wie z. B.

- Waren Sie als Kind zappelig, unaufmerksam, verträumt, motorisch unruhig?

- Konnten Sie nie lange bei einer Sache bleiben?

- Fällt es Ihnen schwer, Dinge zu beenden?

- Haben Sie Probleme, sich länger auf etwas zu konzentrieren?

- Sind Sie schnell gelangweilt?

und, und, und.

Empfehlenswert finde ich auch das Buch "zwanghaft verstreut" - da geht's speziell um die ADHS bei Erwachsenen.

S:onn=tags+kixnd


Danke nochmal!

Dass man AD(H)S bereits als Kind hatte, hat mich hellhörig gemacht. Vor allem ist es bei uns so, dass mein Bruder die gleichen Probleme und auch eine sehr ähnliche Vita hat wie ich (von Kindesbeinen, wenn nicht sogar Babybeinen an). Und wie ich gelesen habe, ist es z.T. genetisch bedingt.

Wie ist das denn, wenn man deswegen ein Therapiegespräch ausmacht? Manche Therapeuten mögen es nicht so gern, wenn Patienten bereits eine laienhafte Vordiagnose gestellt haben. Soll ich trotzdem sagen, dass ich mich auf ADHS testen lassen möchte oder erst einmal darüber reden, wie sich das meiner Meinung nach immer wieder sichtbar negativ auf mein Leben auswirkt und den Diagnosebegriff erst mal gar nicht erwähnen? Ich bin so unsicher, weil ich es von Anfang an richtig machen will. Eine Therapie ist ja nicht gerade billig, und da möchte ich nicht mit "herumdoktern" Zeit und Geld vergeuden.

S*hell{y


Wenn Du zu einem Spezialisten für ADS gehst, ist es ja logisch, weswegen Du ihn aufsuchst. Du kannst ihn ruhig darauf hinweisen, dass Du diesen Verdacht hast bzw. Du Dich daraufhin untersuchen lassen möchtest! :-)

S&onnt-agskixnd


Sheep84

Ja, ich plane eine Therapie, unbedingt. Schon allein die fünf Fragen, die du hier gestellt hast, kann ich mit JA beantworten. Ich habe mir schon einige Selbsttests angesehen, und finde mich in den meisten ganz stark wieder.

Schulzeugnisse u.ä. sind ein Problem, da ich schon immer Schwierigkeiten hatte, Ordnung in meinen Dokumenten zu halten bzw. ist in dem einen oder anderen gedankenlosen Umzugschaos einiges verloren gegangen. |-o Meine Eltern oder Großeltern kann ich leider auch nicht mehr dazu befragen, da hab ich nur meine eigenen Erinnerungen und das, was mir von meiner Familie über mich als (Klein)-Kind erzählt wurde.

Danke für den Buchtipp! Ich habe gerade "Lass mich, doch verlass mich nicht" und "ADHS im Erwachsenenalter" gelesen. Ersteres fand ich schonmal ziemlich aufschlussreich. Werde mir das Buch, das du empfiehlst, auch noch besorgen. Bist du AD(H)S betroffen, wenn ich fragen darf?

Sxonnt;agskiEnd


Wenn Du zu einem Spezialisten für ADS gehst, ist es ja logisch, weswegen Du ihn aufsuchst.

Da hast du auch wieder recht. Werde mich mal umsehen, ob ich in meiner Gegend jemand geeigneten finde.

S)hreexp84


Am Anfang jeder Therapie steht sowieso erst einmal die Diagnostik. Ich würde meine Beschwerden schildern. Du kannst ja fragen, ob AD(H)S in Frage kommt und erwähnen, dass dein Bruder da ähnliche Probleme hat.

Eigendiagnosen solltest du aber dem Therapeuten nicht unterbreiten. ;-) Das mögen die nicht besonders gerne. ;-)

SronntAags;kixnd


Ok, danke, Sheep84!

Also hab ich das jetzt richtig verstanden: Zappeligkeit oder Träumerei, Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnde Ausdauer, nichts zu Ende bringen oder sich im Detail verlieren usw. sind Symptome, die bei einer "reinen" BLS eher nicht vorkommen? Gibt es auch BL-Symptome, die bei ADHS so gut wie nie vorkommen?

Sbonnt agskixnd


Weiß wirklich niemand mehr zum Thema? Es gibt so viele Fäden hier, die sich mit BLS befassen, aber über ADHS liest man eigentlich so gut wie nichts. Woran liegt das?

*Dezent nochmal hochschieb* ;-)

SVhexep84


Zappeligkeit oder Träumerei, Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnde Ausdauer, nichts zu Ende bringen oder sich im Detail verlieren usw. sind Symptome, die bei einer "reinen" BLS eher nicht vorkommen? Gibt es auch BL-Symptome, die bei ADHS so gut wie nie vorkommen?

Puuuuuuuuuuuuh - du stellst Fragen! ;-)

Es ist schwierig, darauf zu antworten, weil natürlich jeder Mensch anders ist: Der eine ist eher "zappelig" (auch ohne BPS oder ADHS), der andere ist eher der ruhige Typ. Da sich eben beide Störungen sehr ähnlich sind und in vielen Dingen auch überschneiden, kann man das kaum klar trennen. Z. B. Konzentrationsschwierigkeiten: haben auch viele Leute mit BPS - z. B. weil sie zusätzlich noch Depressionen haben. Ebenso bei den anderen Symptomen, die du aufgezählt hast. Bei Borderline kommen oft noch Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) hinzu wie z. B. Essstörungen, Zwangserkrankungen, ADHS, Depressionen, und, und, und. Gerade die Komplexität von der BPS allein plus Komorbiditäten macht die Diagnostik ja auch so immens schwer!

Stonntxags5kinxd


Hallo sheep84, danke für deine Antwort!

Ich merke, es wirklich ein komplexeres Thema, das sich nicht so einfach mal schnell klären lässt.

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