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Ausraster, rumschreien, nix auf die Reihe kriegen

rjhabaurbaxra hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich sehe mich langsam am Ende und muss endlich alles rauslassen:

In letzter Zeit habe ich vermehrt große Ausraster. Das äußert sich so: Wenn ich mit meinen Argumenten am Ende bin, dann schreie ich vor Verzweiflung rum. Genauso geht es mir, wenn ich vor Wut koche (was auch immer häufiger der Fall ist). Ich kann meine Wut und das Schreien nicht mehr unter Kontrolle halten. Danach weine ich oft oder in mir steigt ein Gefühl auf, das ich nur schwer beschreiben kann...es ist jedenfalls so, dass ich dann ganz zittrig werde und ich mich am liebsten übergeben würde. Das passiert mir (bis auf das Weinen) sogar im Straßenverkehr.

Durch die Wut- und Zornattacken habe ich schon etliche Beziehungen zerstört. Dabei wurde ich zwar nicht handgreiflich, aber Gegenstände sind schon durch die Gegend geflogen. Jetzt ging gerade eine langjährige Freundschaft zu Bruch - was auch in einem Ausraster endete. Eine andere Freundschaft ist ungewiss. Hier hatte ich auch geschrien. Mein letzter Freund will nichts mehr von mir wissen, weil ich ständig rumschreie und ihn kritisiere. Ich habe oft meinen Missmut an ihm wegen Kleinigkeiten ausgelassen (z.B. als ich ihn einmal besuchte, wollte er mir etwas zu essen machen. Als ich ankam und nichts war vorbereitet, hab ich ihn angeschrien). Als er mit mir per Brief Schluss machte (den fand ich in seiner Wohnung - hatte einen Schlüssel dafür), habe ich alles verwüstet. Ein 100er Pack Dübel, seine Kleidung...alles flog durch die Luft.

Das macht mir langsam Angst. Ich möchte nicht so sein :|N Ich möchte eine ausgeglichene Persönlichkeit sein :)z

Außerdem bekomme ich nichts mehr auf die Reihe: Meine Wohnung ist total unordentlich, durch mein Studium hangel ich mich gerade so durch. Oft hatte ich auch Lernschwierigkeiten, die sich dann in Schreib- und Lernblockaden äußerten. Früher habe ich schon fast alles bis auf die letzte Minute hinausgeschoben, doch vor gut 1,5 Jahren war es soweit, dass ich selbst für die letzte Minute keine Kraft mehr aufbringen konnte. Meine Noten sind dementsprechend schlecht. Klausuren kann ich nicht schieben (lt. Prüfungsordnung). Jetzt sitze ich an meiner Seminararbeit, die heute fertig werden muss und mir fehlen noch 80% Text. Hinzu kommen noch Formatierung und Literaturverzeichnis, Fußnoten etc. Ich weiß echt nicht wie ich das hinbekommen soll... :-(

Ich habe mir schon oft Listen gemacht, die ich versucht habe abzuarbeiten. Das gelingt mir nur manchmal. Liegt auch daran, dass ich Zeit sehr schlecht einschätzen kann (bin auch oft unpünktlich und unzuverlässig). Aber nach ein paar Tagen oder Wochen vergesse ich die Listen wieder. Einen Terminplan zu führen, hat keinen Sinn. Ich spiele nur damit...fange 3 Kalender gleichzeitig an und hake nichts ab. Ich habe keine Selbstdiziplin. Wie kann man so etwas lernen?

Und bei den Wutanfällen habe ich mir überlegt, wenn ich merke ich werde wütend, gehe ich aufs Klo und atme 10 mal tief durch und überlege, wie ich vernünftig die Situation/das Problem lösen kann. Bei dem Kritikproblem weiß ich allerdings auch nicht weiter. Oft bemerke ich das gar nicht.

Habt ihr mir vielleicht den ein oder anderen Tipp ??? ? Wäre euch sooo sehr dankbar.

PS: Danke fürs Lesen @:)

Antworten
rvhab9a/rbxara


Schade, dass keiner antwortet, aber es tut trotzdem gut sich hier mal alles von der Seele zu schreiben.

MFyLzifeUxncut


Hey

ich kenn es auch, zwar nicht in der Häufigkeit, aber WENN ich ausraste, dann genauso...In letzter Zeit häuft es sich bei mir auch, dass ich öfter rummotze, für Dinge, die eigentlich unerheblich sind - oder rumschreie, weil mich einfach alles so nervt und so verdammt ankotzt - am meisten kotz ich mich dabei selber an.

Ich bin seit einigen Wochen in Therapie, weil ich mit mir selbst nicht mehr klarkomm - mit meiner Gefühlswelt und habe Depressionen. . . mit 23...

Vielleicht steckt auch in dir irgendwas, was raus muss? Warst du schonmal beim Hausarzt?

:°_ @:)

r0haba)rbaxra


Erstmal danke für deine Antwort @:) es tut gut, wenn da jemand ist :-)

ich hab mich auch schon etwas beruhigt und mit meinem Ex-Freund geredet (heute hatten wir schon ein Telefonat - er war nicht gut drauf wegen seiner Wohnung*irgendwie verständlich*...aber vorhin hat er bei mir angerufen und sich entschuldigt).

Beim Hausarzt war ich schon. Ich war dort weil ich eine Krankmeldung wegen einer Prüfung brauchte und da habe ich mein Problem mit den Blockaden geschildert. Er war auch sehr nett und wir hatten beschlossen, dass eine Therapie sinnvoll wäre um die Lernblockaden und die damit zusammenhängende Prüfungsangst in den Griff zu kriegen. Beim Vorgespräch war ich auch, aber der Therapeut war nicht so mein Fall. Außerdem ging es mir danach schlechter als vorher...ein paar Wochen später gings mir dann auch wieder besser. Tut dir die Therapie gut?

Das ist das Tückische: Erst bricht alles um mich herum zusammen und dann gehts mir wieder gut.

Eigentlich kenne ich auch einige Ursachen: Tod meiner Schwester vor 6 Jahren, Eltern ohne Zukunftsperspektive, Schläge in meiner Kindheit und Jugend, sexueller Übergriff eines Nachbarn als ich 11 war, meine Mutter hat mich oft krank geschrieben wenn ich nicht zur Schule wollte - das fing schon im Kindergarten an, Eltern die sich um meine behinderte Schwester kümmern mussten -da war ich erst 1 Jahr alt, ein Vater der mich als Miststück bezeichnet hat und mich geprügelt hat, ich wurde nie recht zur Selbstständigkeit erzogen... ich weiß, ich bin jetzt 26 Jahre alt und ich sollte es allmählich selbst schaffen mein Leben zu leben und diese Dinge nicht als Entschuldigung zu sehen. Genau das versuche ich auch zu vermeiden, aber immer wenn ein Tief da ist, dann kommen zeitverzögert ständig diese Erinnerungen an diese Sachen...und dann weine ich und es ist erstmal wieder gut...dann kommt wieder was und es überrannt mich förmlich...bin ich überhaupt "normal" (soweit man davon sprechen kann) ??? ??

Denkst du ich sollte nochmal einen anderen Therapeuten aufsuchen?

In letzter Zeit häuft es sich bei mir auch, dass ich öfter rummotze, für Dinge, die eigentlich unerheblich sind - oder rumschreie, weil mich einfach alles so nervt und so verdammt ankotzt - am meisten kotz ich mich dabei selber an.

Ja ich kenn das auch. Ich kotz mich dann selber auch an. Vielleicht rührt daher dieses komische Gefühl bei mir, wenn ich im Auto ausraste und mich über andere aufrege (dabei reg ich mich mehr über mich selber auf, dass ich mich überhaupt aufreg...und ich reg mich auf, wenn ich durch das Aufregen andere aufrege...ich hoff du weißt was ich meine).

So, die Seminararbeit ist zwar noch nicht fertig, aber ich bin schon mal etwas vorangekommen. Ich schreib jetzt noch ne halbe Stunde und dann geh ich ins Bett zzz

MMyLifceUncxut


Hallooo @:)

Also mir tut die Therapie NICHT gut, weil ich den falschen Arzt hatte. Bin grad im Wechsel, warte auf den Termín bei der neuen, und hoffe SO sehr, dass sie mir mehr helfen kann mit mir selbst klarzukommen.

Wenn du das Gefühl hast, dass ihr nicht miteinander arbeitet, oder dass du nicht vorrankommst (so wie ich), wenn du dem Therapeuten nicht vertraust, dann wechsle...

Du hast ne ganze Menge erlebt in deinem Leben und damit:

ich weiß, ich bin jetzt 26 Jahre alt und ich sollte es allmählich selbst schaffen mein Leben zu leben und diese Dinge nicht als Entschuldigung zu sehen

umzugehen ist nicht leicht, das braucht Zeit und vor allem Verarbeitung, denke ich. Es ist schonmal ein riesen Schritt, dass man erkennt, dass da was falsch gelaufen ist, was man selbst nur begradigen kann..man muss nur den richtigen Weg finden...

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