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Nicht gesellschatfsfähig?

A?yamxi hat die Diskussion gestartet


Hallo...

Ich bin ein extrem unsicherer Mensch, und weiß einfach nicht, wie ich das in den Griff bekommen soll. Egal was ich tue, immer ist diese Unsicherheit da. Sie blockiert mich völlig, so dass ich nicht in der Lage bin, klar und vernünftig zu denken.

Das ist nicht nur deprimierend und auch oft ziemlich peinlich, sondern auch schulisch gesehen ein großes Problem, da ich schlechte mündliche Leistungen erbringe - selbst in den Fächern, die mich wirklich interessieren. Und wenn ich später zu einem Vorstellungsgespräch muss... wie soll ich das nur schaffen?

Mir nahestehende Menschen bezeichnen mich als "lieb", "sanft", "einfühlsam", "verständnisvoll", "hochintelligent", "selbstständig". Ich habe oft zu hören bekommen, ich hätte ein unheimliches Feingefühl und wäre ein sehr reflektiert denkender Mensch.

Doch was bringt mir das, wenn ich es nicht einzuschätzen weiß? Ich wirke unsicher, unselbstständig, "verpeilt", scheine selbst mit den einfachsten Dingen überfordert.

Beispielsweise heute im Sportunterricht. Aufgrund einer Erkältung konnte ich nicht mitmachen, und bekam deshalb von meiner Lehrerin die Aufgabe, etwas vorzubereiten. Ich sollte den Schülern später eine Übung erklären (ein Schlag beim Badmintonspiel). Ich habe mir das alles durchgelesen und genau angeschaut, und dann hat meine Lehrerin die anderen Schüler geholt (die bis dahin gespielt hatten), und ich sollte erklären. Da saßen dann also zwanzig Leute um mich herum und haben mich angeschaut, und ich sollte erklären. Womit ich absolut überfordert war! Ich saß da also, hab auf die Unterlagen gestarrt, wusste absolut nicht, was ich sagen sollte. Die anderen fingen natürlich schon an zu kichern. Meine Lehrerin meinte dann: "Ich dachte, du wärst fertig?!" Und ich meinte, "Ja... aber ich weiß nicht, wie ich das erklären soll!" Mir war einfach nicht klar, wie ich den Schülern das verständlich rüberbringen sollte, wenn sie doch die Bilder dazu gar nicht hatten. Wie sollte ich ihnen denn ohne Bild erklären, wie sie sich hinzustellen hatten? Das habe ich dann meiner Lehrerin gesagt. Sie meinte dann, ja, da hätte ich recht, und hat dann die Übung vorgemacht, während ich erklärte.

Denkt ihr, ich wäre auf die Idee gekommen, ihr dieses Problem vorher zu schildern?! Ich hätte ja einfach sagen können: "Frau X, mir ist nicht ganz klar, wie ich das gleich erklären soll. Ohne Bilder können sich die anderen die Übung doch gar nicht vorstellen. Könnten sie das vielleicht parallel zu meinen Erklärungen vormachen?"

Für andere ist das so leicht. Aber nicht für mich. Ich sitze dann einfach nur da und denke: "Oh Gott, wie erkläre ich das gleich nur?!" und bin so verunsichert, dass ich einfach gar nicht auf die Idee komme, um Hilfe zu bitten.

Könnt ihr euch vorstellen, wie demütigend so eine Situation ist? Ihr sollt etwas ganz einfaches, etwas selbstverständliches machen, und ihr sitzt da wie erstarrt und bekommt kein Wort heraus.

Ich will nicht immer als "komisch" gelten. Ich möchte so gerne zeigen, wie ich sein kann. Aber ich weiß nicht, wie. Ich mache so einen furchtbar unbeholfenen und dümmlichen Eindruck, dabei weiß ich, das ich so nicht bin.

Von Freunden bekomme ich so viel Positives zu hören. Aber was hilft es mir, wenn ich diese Seiten doch in der Öffentlichkeit nicht zu zeigen imstande bin?

Ich sehe meine Mitschülerinnen, die einfach so locker, so selbstbewusst, so "strahlend" wirken. Natürlich sind auch einige schüchtern. Aber nicht auf so eine extreme Art und Weise wie es bei mir der Fall ist.

Ich würde diese ganzen alltäglichen Dinge so gerne mit dieser Selbstverständlichkeit tun, mit der sie das tun.

Aber ich weiß nicht, wie. Ich finde einfach den Weg nicht.

Habt ihr eine Idee? Irgendeinen Ratschlag?

Ich würde mich sehr freuen!

Danke fürs Lesen.

Antworten
A_yaxmi


Das da oben sollte übrigens "einzusetzen" heißen, nicht "einzuschätzen".

mFilli=oxnman


Leider gibt es da nur einen Rat:

Üben, üben, üben. Vor allem viele Referate vortragen usw.

Vielleicht auch mal versuchen Dinge der ganzen Familie zu erklären

mhillioxnman


Macht ihr in der Schule Gruppenarbeiten?

A@yamxi


Ja, machen wir. Warum?

Das "Üben" ist viel leichter gesagt als getan...

NOorikkerixn


1. Wie alt bist Du?

2. Gesellschaftsfähig bist Du auf jeden Fall. Event. introvertiert, schüchtern und - wie Du schon geschrieben hast - sehr unsicher. Wie geht es Dir damit in Deinem Freundeskreis/Familie? Ist es dort auch so, oder bist Du in einer solchen Umgebung sicherer?

3. Glaub bitte nicht, dass es den meisten Menschen besser geht. Ich seh das an der Uni tagtäglich, wie nervös und so gar nicht selbstsicher StudentInnen sind, die z. B. Referate halten müssen. Einige üben städig, so dass man keine diesbezüglichen Fehler merkt, aber das Zittern der Hände verrät sie. Auch bei mir selbst ist das ganz unterschiedlich. Am meisten hilft es, wenn ich mir vor Augen halte, dass die anderen sich ähnlich fühlen. Wenn jemand zu stottern beginnt, oder mal was vergisst, dann wird er/sie an der Uni nat. nicht ausgelacht, sondern das wird akzeptiert. Ganz klar warum das so ist: sich darüber lustig zu machen ist kindisch und wohl Ausdruck der eigenen Unsicherheit. Also, etwas was man maximal an der Grundschule vorfinden sollte.

4. Ich kann Dir nur raten nicht vor solchen Reden vor größerem Publikum zurückzuschrecken. Übung macht den Meister. Und wenns mal nicht so hin haut, vergiss nicht, dass sehr viele von Selbstzweifeln geplagt werden und sich sicher nicht andauernd Gedanken darüber machen, was DU nicht 100% hinbekommen hast. Deine Mitschüler werden z. B. das im Turnunterricht wahrscheinlich schon längst vergessen (oder als nicht so arg empfunden) haben, nur Du machst Dir noch einen Kopf darüber.

Ahyamxi


Ich bin 17.

Wenn ich mit Leuten zusammen bin, die ich mag und von denen ich auch weiß dass sie mich mögen, ist es viel besser.

Das Problem sind ja nicht einmal solche Reden oder Referate... Die fallen mir zwar nicht leicht, aber irgendwie bekomme ich sie schon hin. Es sind diese ganz einfachen, alltäglichen Dinge. Die Dinge, über die die anderen nicht einmal nachdenken. Auf eine Gruppe von Mitschülern zuzugehen beispielsweise. Soll ich mich dazustellen? Oder nicht? Soll ich etwas sagen? Lächeln?

"Denk doch einfach nicht drüber nach" - das sagt sich so leicht. Aber ich kann meine Gedanken nicht einfach abstellen.

Und so bald ich anfange nachzudenken, klappt gar nichts mehr.

NVorikeUrixn


??? es geht wohl vielen so. Ein allgemeines Rezept gibts da wahrscheinlich nicht. Was die Mitschüler betrifft, so hättest Du ja zumindest genug Stoff zum Reden (Klausuren, LeherInnen,...). Hast Du keine Freunde in der Klasse, oder gibt es da so Gruppenbildungen (wo man nicht so einfach reinkommt)? Ansonsten fang am besten bei Einzelpersonen oder kleinern Gruppen an. Einfach nur dazustellen und nichts reden, wird wohl etwas komisch rüberkommen. Wie läuft das z. B. am Morgen ab, wenn Du in die Klasse kommst. Grüßt ihr Euch da, oder wie? Bist Du eine totale Einzelgängerin oder gar Aussenseiterin (zumindest in der Schule)? Grundsätzlich würde ich sagen, dass jeder kleine Schritt eine solche Situation verbessert. Du musst Dich eben quasi warmlaufen. Such Dir einfach mal jemanden, bei dem/der Du annehmen kannst, dass er/sie ähnlich gestrickt ist. :-)

A:yanmxi


Ich bin in der Oberstufe, da gibt es keinen Klassenverband mehr. Ich bin in zehn verschiedenen Kurse. Ich kannte hier vorher kaum jemanden, aber ich habe zumindest etwas Anschluss gefunden. In manchen Kursen gibt es Leute, zu denen ich morgens auch einfach hingehe und Hallo sage. In anderen Kursen wiederum nicht. Im Großen und Ganzen geht es eigentlich. Das mit dem einfach dazustellen habe ich dieses Schuljahr ausprobiert, das war ein großer Fortschritt für mich. Ich freue mich zwar über meine Erfolge, aber sie gehen nicht schnell genug. Meine Unsicherheit macht mir meine Noten kaputt. Ich habe in kaum einem Fach eine Chance auf eine Zwei auf dem Zeugnis, da ich mündlich nur Vier stehe (oder sogar schlechter).

Ich muss unbedingt diese Blockaden wegbekommen, diese Blackouts. :-(

E;ichenfblxat


Ayami

Der Text hätte von mir sein können nur das du das besser beschreiben kannst!!!

Es geht mir genauso wie dir!!!

Liebe Grüsse!!

N8orik@erin


Es gibt ganz, ganz viele Bücher und Internetseiten, welche sich mit diesem Problem (Prüfungsangst, Unsicherheit bei Referaten udgl.) beschäftigen. Es gibt zudem auch Seminare und Kurse, wie man das bewältigen kann. Ihr seht - es ist ganz normal (ansonsten gäbe es nicht soviele Angebote zu diesem Thema). Im Grunde könnt ihr in jedem Buchladen was dazu finden.

Z. B.:

[[http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_782.html]]

[[http://www.panikattacken.at/pruefungsangst/pruefungsangst.htm]]

[[http://www.psychotipps.com/Pruefungsaengste.html]]

[[http://www.iflw.de/wissen/pruefungsangst.htm]]

(vielleicht ist ja was dabei, was euch helfen kann. Geben tuts da noch viel mehr).

Ein Lösungsvorschlag wird immer dabei sein: Üben, üben, üben. Das am besten laut und vor dem Spiegel. Es hilft auch, wenn man sich von anderen abfragen lässt, bzw. in Gruppen lernt.

Nochwas: Prüfungsangst, Schüchternheit (event. Soziophobie) udgl. sind keine Charakterschwäche und werden von den meisten Menschen auch nicht als solche betrachtet. Also: bei einer Prüfung oder dergleichen zuzugeben (auch vor der ganzen Klasse) bzw. darauf hinzuweisen, dass man nervös und unsicher ist, schadet nicht. Die meisten ProfessorInnen/LehrerInnen werden das auch dementsprechend akzeptieren (sowas müsste normalerweise in deren Ausbildung behandelt worden sein).

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen. *:)

Sachmacukexs


Andersein ist auch gut

Liebe Ayami,

hier schreibt ein Erwachsener (39 bin ich schon), der einen langen Weg zur Selbstakzeptanz hinter sich hat.

Ich würde diese ganzen alltäglichen Dinge so gerne mit dieser Selbstverständlichkeit tun, mit der sie das tun.

Aber ich weiß nicht, wie. Ich finde einfach den Weg nicht.

Ganz platt geantwortet: da kannst du suchen bis du schwarz wirst.

Anpassung ist ein wichtiges Stichwort im gesellschaftlichen Zusammenleben und Funktionieren.

Sich an Regeln halten, sich mit anderen vergleichen ... all diese Dinge.

Anpassung kann aber auch etwas negatives sein, wenn es nicht aus dir heraus kommt.

Dann verhältst du dich nicht so wie du möchtest, sondern so wie es andere von dir erwarten.

In gewissen Ausmaßen macht das jeder durch und es gehört zum Leben dazu, soetwas zu lernen.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dir nicht empfehlen, dich zu sehr an den anderen orientieren und "so zu sein wie sie".

Die Leute spüren es mehr oder weniger, dass du dann nicht du selber bist.

Meine Freunde und Vertrauten haben mir auch ganz deutlich bei meinen Anpassungsversuchen gesagt, ich solle mit dem Scheiß aufhören.

Ein positiver Weg war für mich, das Konstruktive an meiner Andersartigkeit zu sehen.

Du bringst Fähigkeiten mit, die die anderen nicht haben. Du siehst Dinge, die andere nicht wahrnehmen. Du fühlst etwas, wo andere nicht im Leben drauf kommen.

Das ist eine sehr besondere Gabe @:)

Darauf darfst du stolz sein und deine Freunde teilen es dir mit, was ich sehr schön für dich find @:).

Meine Freunde und meine Familie haben mich auch immer sehr unterstützt, weil sie wussten wer und wie ich bin - mit anderen Fähigkeiten ausgestattet, aber gut.

Das war es für heute, muss noch Sachen erledigen, wo andere nicht drüber nachdenken müssen und was mir solche Mühe bereitet - Wohnung putzen ]:D

Achso, zu den Kleinigkeiten wie Lampenfieber vor Präsentationen hast du schon sehr gute Hinweise bekommen.

Fjeenkxind


Hallo Ayami :-)

es geht wirklich vielen Menschen so wie dir, du bist also nicht allein! Was dich wahrscheinlich deswegen jetzt nicht unbedingt ermuntern wird, aber ich kann dir versichern, allein was du über deine Unsicherheit preisgibst kann dich nur stärker machen.

Ich selbst kämpfe tagtäglich mit meiner Unsicherheit, z.B habe ich seit ca. 2 Jahren solche Selbstzweifel im Umgang mit anderen Menschen ob Freunde oder Fremde! Dies drückt sich allein durch meine Artikulation aus, ich habe immer Angst davor ich könnte auf andere dumm wirken wenn ich etwas erzähle. Was ich vor lauter Selbstzweifel irgendwann auch geschafft habe, das jemand meinte ich würde mit meinen Aussagen dümmlich rüberkommen! Ich sage nur, der Glaube versetzt Berge, umso mehr man darüber nachdenkt, umso schlimmer wird es :-( ( Ich bin dadurch immer mehr in mir zusammengesackt, so dass ich irgendwann eine Psychotherapeutin aufsuchte, der ich mich anvertraute.

Es half, ich wurde mit der Zeit( ca. 1 Jahr) immer mehr gestärkt und war glücklich, solche Fortschritte gemacht zu haben. Ich habe mich wieder mit Menschen unterhalten, mein fröhliches Lachen erlangt und habe Auf jedenfall einen grossen Schritt nach vorne gemacht :-)) Wenn alles nichts hilft, dann treibe Sport, das schüttet Glückshormone noch und nöcher aus. Wird auch von den meisten Ärzten und Psychologen als beste Medizin beschrieben :-) oder autogenes Training um einfach erstmal zu dir selbst zufinden und die äusseren Einflüsse ablegen zu lernen.

Meine Unsicherheit ist auch noch nicht verschwunden, glaube mir, es ist ein langwieriger Prozess an dem man hart zu feilen hat, aber allein eine Verbesserung gibt dir täglich neuen Schwung daran arbeiten zu wollen :-)) Viel Glück und liebe Grüsse Feenkind *:) *:) *:)*alle guten Dinge sind 3 :-))

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