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Wie mit Selbstmorddrohung(en) umgehen?

GG.W.\ vo-n Ruxe


Gut, dann werde ich das im neuen Jahr mal in Angriff nehmen.

Danke für die Ratschläge @:)

g:änsbebluxm


ist sie also schon etwas älter? und arbeitet nicht? hast du den eindruck, sie hätte bisher wenigstens versucht ihre situation irgendwie zu verbessern?

den hausarzt zu informieren halte ich auch für in ordnung, obwohl es natürlich immer blöd ist etwas hinter dem rücken des betreffenden zu machen... könntest du vielleicht sagen "ich werde deinen hausarzt davon informieren weil ich nicht will dass du dich umbringst, denn ICH würde dich vermissen und ich werde dich nicht durch mein schweigen dabei unterstützen" oder sowas in der art?

wenn du so offensiv bist sieht sie ja vielleicht doch was sie da die ganze zeit mit dir macht... :-/

G0.WF. voFn` Ruxe


@ gänseblum

ist sie also schon etwas älter?

50+

und arbeitet nicht?

Doch, aber die Arbeit bereitet ihr keine Freude mehr.

hast du den eindruck, sie hätte bisher wenigstens versucht ihre situation irgendwie zu verbessern?

Nein, sie bemitleidet sich nur selbst. Mittlerweile fehlt ihr wahrscheinlich wirklich die Kraft, um etwas zu ändern. Anfangs habe ich versucht, mit ihr in diese Richtung (neue Wohnung, neuer Job, neuer Partner, etc.) zu arbeiten, aber sie ist darauf nicht angesprungen.

könntest du vielleicht sagen "ich werde deinen hausarzt davon informieren weil ich nicht will dass du dich umbringst, denn ICH würde dich vermissen und ich werde dich nicht durch mein schweigen dabei unterstützen" oder sowas in der art?

Könnte ich, aber was würde es bewirken? Dass ich sie vermissen würde, habe ich ihr schon mehrfach gesagt. Und auch, dass ich im Ernstfall jemanden verständige. Ob ich nun im Vorfeld so konkret werden sollte, in dem ich ihr sage, dass ich mit ihrem Hausarzt sprechen möchte, weiß ich nicht :-/

sFa)nn1\0x6


hallo,

was ich dir jetzt dazu sagenkönnte wird sich sehr hart anhören,

wenn du trotzdem meine meinung dazu hören möchtest dann schreib mich einfach an, habe schon oft mit solchen menschenzu tun gehabt.

du scheinst sehr stark zu ein, aber auch für dich sollte es da grenzen geben.

also wenn du willst, schreib mich an

liebe grüße sann106

H[erb>stwiNnd


Ich hab jetzt nicht alles gelesen.

Wenn mir einer sagt, dass er sich umbringen will (am Telefon z. B.) dann sage ich:

Dann beenden wir jetzt das Gespräch und ich hole den Notarztwagen.

1 x hab ich das bei einer früheren Bekannten gemacht, die hat das nie wieder bei mir gesagt.

Das würde ich immer machen. Es ist eine zu große Belastung, sich das immer anzuhören und zu bangen, ob es tatsächlich ausgeführt wird oder nicht.

gtä_nseb+lum


Könnte ich, aber was würde es bewirken?

zum einen kann sich nicht hintergangen fühlen und zum anderen würde sie dann vielleicht mal erkennen, dass es nicht in ordnung ist was sie da mit dir macht dir diese verantwortwortung aufzubürden

g1än%suebluxm


klingt vielleicht blöd aber: könntest du ihr nicht ein haustier schenken? wenn sie sich um jemanden kümmern muss rücken vielleicht die negativen gedanken in den hintergrund ;-)

o_be/l-8X


Keine Ahnung, wie ich tatsächlich reagieren würde - aber zumindest theoretisch würde ich, wenn ich den Eindruck habe daß derjenige nicht in einer akuten emotionalen Extremsituation ist, sondern mir -als Vertrautem, als Freund - seine Entscheidung mitteilt, einen Bilanzsuizid durchführen zu wollen...ich glaube nicht, daß ich ihn aufhalten würde.

Ich würde fragen, ob ich helfen kann. Würde er verneinen, würde ich mich verabschieden - aber ihn bei Polizei oder sonstwo anzeigen, nein. Das wäre für mich ein Vertrauensbruch.

"Versteckte Hilfeschreie", damit wäre ich vorsichtig. Jemandem sowas zu unterstellen bedeutet, ihn zu entmündigen. Klar würde ich nachhaken, ob dieser Suizidwunsch nicht eher gemeint war als ein "Hilf mir". Aber wenn diese Frage verneint wird - dann ist für mich an dieser Stelle klar, daß ich nicht helfen kann. Und das wäre für mich zwar schade, aber ich würde es akzeptieren.

Anders sähe es eben aus in einer emotionalen Ausnahmesituation. In so einem Fall würde ich versuchen zu beruhigen, ihm/ihr eine Valium in die Hand drücken, oder den Notarzt holen.

Aber wenn da jemand ruhig, und wiederholt, immer wieder von seinen Suizidwünschen spricht, weder eine Therapie, noch irgendetwas anderes möchte, und auch von mir keine Hilfe möchte...dann kann ich ihm, aus meinem Verständnis zum Selbstbestimmungsrecht heraus, nur eine gute Reise wünschen. So herzlos das auch klingen mag.

g>änseVbluxm


seine Entscheidung mitteilt, einen Bilanzsuizid durchführen zu wollen...ich glaube nicht, daß ich ihn aufhalten würde.

sagt sich so einfach... eine bilanz zum lebenswert ist nunmal immer eine frage der inneren einstellung, sowas wie objektivität gibt es da überhaupt nicht... insofern ist es schon schwierig jemanden an dem einem etwas liegt einfach so gehen zu lassen... auch eine nüchtern gezogen bilanz kann folge einer depressiven einstellung sein, die wiederum vielleicht nur auf einer organischen krankheit beruht... alles nicht so einfach finde ich :-|

übrigens g.w., wie stehen denn mal ganz praktisch gesehen ihre chancen sich tatsächlich umzubringen mit ihren tabletten die sie jetzt schon hat? so einfach wie man denkt macht es ja die pharmaindustrie den suizidwilligen gar nicht - die wirkung mancher mittelchen wird da wohl oft überschätzt

G1.W. v-on wRue


@ gänseblum

zum einen kann sich nicht hintergangen fühlen und zum anderen würde sie dann vielleicht mal erkennen, dass es nicht in ordnung ist was sie da mit dir macht dir diese verantwortwortung aufzubürden

Hmm, ja, ich werde darüber nachdenken.

könntest du ihr nicht ein haustier schenken? wenn sie sich um jemanden kümmern muss rücken vielleicht die negativen gedanken in den hintergrund ;-)

Prinzipiell keine schlechte Idee, blöd nur, dass es ihr auch deshalb schlecht geht, weil sie ihre geliebten Tiere im ehemaligen Haus mit Garten zurück gelassen hat (zurücklassen musste). Ihre neue Wohnsituation erlaubt keine Haustierhaltung. Zumindest nicht von Tierarten, die sie gerne mag.

GA.W&. 2vo-n Ruxe


@ obel-X

Aber wenn da jemand ruhig, und wiederholt, immer wieder von seinen Suizidwünschen spricht, weder eine Therapie, noch irgendetwas anderes möchte, und auch von mir keine Hilfe möchte...dann kann ich ihm, aus meinem Verständnis zum Selbstbestimmungsrecht heraus, nur eine gute Reise wünschen. So herzlos das auch klingen mag.

Ich finde nicht, dass es herzlos klingt, aber ich bin dazu nicht in der Lage. Für mich wiegt in solchen Fällen der Schutz des Lebens schwerer, als das Selbstbestimmungsrecht.

Gi.W. vonm Ruxe


@ gänseblum

wie stehen denn mal ganz praktisch gesehen ihre chancen sich tatsächlich umzubringen mit ihren tabletten die sie jetzt schon hat?

Das kann ich nicht beurteilen. Sie verfügt über "Beruhigungstropfen" (Diazepam, denke ich) und möchte sich demnächst, wie gesagt, Schlaftabletten verschreiben lassen.

so einfach wie man denkt macht es ja die pharmaindustrie den suizidwilligen gar nicht

Das hoffe ich.

K lPeWio


G.W. von Rue

Das mag objektiv schon stimmen, aber es fühlt sich für mich anders an. Natürlich ist die Person im Prinzip für sich selbst verantwortlich. Nur dadurch, dass sie sich an mich wendet, holt sie mich - ob ich es will oder nicht - mit ins Boot. Ich kann nichts dafür, wenn sie sich dann ins Wasser stürzt, aber ich werde mich doch immer wieder fragen, ob ich sie nicht doch hätte halten können bzw. müssen.

Das sehe ich nicht so. Sie holt Dich ins Boot, wenn Du zustimmst, sonst bist Du nicht im Boot. Soweit ich aber verstehe, übernimmst Du eine gewisse Verantwortung und meiner Meinung nach eine, die Du gar nicht übernehmen kannst.

Es ist auch mein Recht auszusteigen, aber ich glaube, ich könnte es mir nie verzeihen, sie alleine gelassen zu haben. Auch dann nicht, wenn ich weiß, dass es zu meinem Besten war und manchmal ein gesunder Egoismus durchaus notwendig ist, um selbst nicht unterzugehen.

Aus Erfahrung kann ich Dir davon nur abraten, vor allem, wenn Du Dir selbst schadest und damit meine ich, etwas tust, was Du gar nicht tun willst. Meines Erachtens ist das somit auch der Schutz des Lebens – Deines Lebens und somit hälst Du Dich nicht an Deine Devise.

Ich könnte damit leben, wenn sie die Freundschaft beendet. Meine Sorgen gehen in eine andere Richtung. Da ich ihre einzige Bezugsperson bin, fällt mit unserer Freundschaft auch die einzige Möglichkeit, sie irgendwie zu "retten". Vertraut sie mir nicht mehr, tut sie das bei keinem. Das heißt auch, dass sie im Fall der Fälle dann wirklich gar niemanden mehr hat, an den sie sich wenden kann. Und was sollte sie dann noch davon abhalten, tatsächlich einen Schlussstrich zu ziehen?

Das hat etwas mit der Illusion der Kontrolle zu tun.

Anfangs ging es mir tatsächlich gut dabei, weil ich dachte, ich könne ihr helfen.

Da fing es schon an, dass Du meintest ihr überhaupt helfen zu können. Ihr habt nun ein therapeutisches Verhältnis, ohne dass Du diese Fähigkeiten hättest.

Kennst Du diesen Faden:

Wie helfe ich richtig

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/134511/1/]]

Ich wusste aber lange Zeit nicht mal, dass ich ihre einzige Bezugsperson bin Deshalb hatte ich auch nie das Gefühl, sie "in der Hand" zu haben. Ich freute mich nur, wenn sie durch mich (scheinbar) etwas lebensfroher wurde. Das ist aber lange her. Inzwischen belastet mich die Beziehung, ihr Hilfesuchen nur noch.

Wenn man das aus der Distanz betrachtet, ist es logisch, dass Du natürlich nicht helfen kannst, wenn die Person nichts ändern will, usw. Genauso hast Du natürlich keine "gottesähnliche" Stellung, die darüber entscheidet, ob diese Person nun lebt oder stirbt. Alleine dass Du dies denkst, bestätigt, dass dies keine Hilfe-Konstellation ist. Du bist der Person zu nahe, um das Ausmaß Deiner und Ihre und Eurer wechselwirkender Handlungen abschätzen zu können.

Bedeutet aber vielleicht auch: X dreht dann endgültig durch und nimmt sich tatsächlich das Leben. Und das würde ich mir nie verzeihen. Auch wenn sich X selbst umbringt, so würde es in dem Beispielszenario doch hauptsächlich deshalb geschehen, weil ich nicht (mehr) da war. Sobald sie aufgibt, weil ich sie alleine gelassen habe, bin ich mit verantwortlich.

Dann hätte sie gar nicht soweit kommen können, denn ich gehe davon aus, dass Du vorher nicht da warst, zumindest nicht in dieser Konstellation. Schließlich hat sie es geschafft einige Jährchen alt zu werden, ohne Deiner Hilfe.

Das mit den "Aufgaben" werde ich allerdings mal versuchen. Das habe ich bislang noch nicht (bewusst) getan.

Damit involvierst Du Dich nur noch mehr.

Wieder zu Deinen Eingangsfragen:

Kann oder soll ich jemanden mal grundsätzlich darüber informieren? Wenn ja, wen? Und was bringt das überhaupt? Wie kann ich der betroffenen Person direkt helfen? Ich bin ratlos.

Das, was Du tun solltest, nämlich anderen, die auch die Qualifikation haben das ganze Ding zu übergeben, davor scheust Du Dich ja. Du scheust zurück vor Polizei, Rettung oder Kontakt mit dem Hausarzt. Was Du tun solltest, ist Dir ja klar. Du willst es nur nicht und dann stellt sich die Frage für mich, warum? Nicht Deine ängste sie betreffend, sondern was Dich dazu verleitet nicht loszulassen – Dein Grund. Du schreibst, Du könntest sofort loslassen. Was fehlt Dir also, dass Du das auch willst oder zumindest dass Du anfängst Dich abzugrenzen, was möglicherweise in diesem Stadium gar nicht mehr geht.

Gl.W. v+oxn Rue


@ Kleio

Kennst Du diesen Faden:

Wie helfe ich richtig

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/134511/1/ [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/134511/1/]]]]

Nein, bislang noch nicht. Ich werde ihn mir mal durchlesen. Vielen Dank @:)

Schließlich hat sie es geschafft einige Jährchen alt zu werden, ohne Deiner Hilfe.

Das ist richtig, aber in diesen Jahren waren eben immer andere für sie da. Sie war nie alleine, nie nur auf sich gestellt. Wenn ich mich nun abwende, dann ist sie das zum ersten Mal in ihrem Leben.

Was Du tun solltest, ist Dir ja klar. Du willst es nur nicht und dann stellt sich die Frage für mich, warum? Nicht Deine ängste sie betreffend, sondern was Dich dazu verleitet nicht loszulassen – Dein Grund.

Es sind eben diese - meine - Ängste, die mich davon abhalten, loszulassen. Ich möchte hinterher keine Schuldgefühle haben, wenn sie sich tatsächlich das Leben nimmt. Und in meinen Augen steigt die Gefahr, dass sie es wirklich tut, mit jedem Schritt, den ich mich von ihr entferne.

KZlei6o


G.W. von Rue

Das ist richtig, aber in diesen Jahren waren eben immer andere für sie da. Sie war nie alleine, nie nur auf sich gestellt. Wenn ich mich nun abwende, dann ist sie das zum ersten Mal in ihrem Leben.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht verstehen und nachvollziehen kann, was in Dir vorgeht. @:) Argumentation für Dein Verhalten findet sich ja ohne weiters.

Es sind eben diese - meine - Ängste, die mich davon abhalten, loszulassen. Ich möchte hinterher keine Schuldgefühle haben, wenn sie sich tatsächlich das Leben nimmt. Und in meinen Augen steigt die Gefahr, dass sie es wirklich tut, mit jedem Schritt, den ich mich von ihr entferne.

Was denn dann hieße, sich an die entpsrechenden Örtlichkeiten zu wenden und nicht sich noch mehr um sie zu kümmern. :-)

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