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Gefühlskalt werden...

AWmy88 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben!

Diesen Faden eröffne ich für alle, die genug haben von durchgeweinten Nächten, Kopf zerbrechen, Kummer, Sorgen und Gefühlschaos.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man immer wieder dieselben Enttäuschungen erlebt? Wenn man sich auf etwas einlässt und es immer dasselbe traurige Ende nimmt? Kennt ihr die Angst, etwas Neues zu beginnen, weil man ständig denkt, dass es ja ohnehin scheitern wird?

Kennt ihr das Gefühl, wenn man eine tolle Person kennen lernt und hofft, dass mehr drauß wird? Wie man sich dann immer mehr reinsteigert, ständig an diese Person denkt und deswegen keine Zeit und Energie für andere, wichtige Dinge hat, wie z.B. Hobbys, Beruf, Freunde,...?

Mein Ziel und mein Wunsch ist es, COOLER zu werden. Ich möchte nicht mehr so emotional sein hinsichtlich Beziehungen.

Ich möchte mich selber mehr lieben lernen und nicht immer irgendeine Person in den Mittelpunkt meines Lebens rücken.

Irgendwie ist bei mir immer etwas los. Entweder ich bin glücklich verliebt und alles ist wunderbar, aber dann kommt irgendwann die Angst, den schönen glücklichen Zustand zu verlieren.

Oder ich bin unglücklich, weil ich gerade das Glück verloren habe oder um das Glück kämpfe und es ist immer scheinbar unerreichbar...

Ich verabscheue dieses Gefühlschaos! Ich möchte so gerne in dieser Hinsicht cooler und lockerer werden. Wieso kann ich nicht auch einfach meinen Spaß haben? Wie wird man emotionsloser und kühler?

Gibt es hier ein paar Profis, die Tipps geben können, wie sie Beziehungen angehen? Wie sie ihren Alltag gestalten, um es emotional möglichst angenehm zu haben?

Antworten
oObevl-xX


Es ist der falsche Weg.

Ich habe mir oft, sehr oft gewünscht, "cooler" zu werden...sprich, nichts mehr zu fühlen. Ich habe mir das sehr lange gewünscht. Und...irgendwann wurde mir dieser Wunsch erfüllt.

Und weißt du was ? Es ist der Horror.

Das Leben verliert jeglichen Sinn, wenn man nicht mehr fühlen kann. Mit der Fähigkeit, negative Gefühle zu empfinden, verschwindet auch die Fähigkeit, positive Gefühle zu empfinden. Alles wird zu einem Einheitsbrei, jeder Tag gleicht dem anderen.

Wirklich glücklich zu sein, wirklich traurig zu sein, wirklich wütend zu sein, wirklich verletzt zu sein, wirklich zu lachen und wirklich zu weinen...das bedeutet Leben. Nichts zu fühlen, bedeutet tot zu sein, während deine Organe weiter funktionieren.

Freu dich darüber, mehr fühlen zu können als andere. Es ist eine Gabe, kein Fluch, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

e4inf\ach_iWch


hallo amy

ich schliesse mich obel an.

es bringt nichts kalt zu werden.

ich wollte das auch lange,aber erstens geht es nicht und zweitens,tritt eher das ein,was obel beschrieben hat. das ist dann ganz hart .das was du beschreibst,liegt an deinem selbstbild.

ich habe das selbe problem.es ist deshalb jedesmal dasselbe,weil wir unsewr selbstbild ändern müssen.solange wir uns selbst nicht lieben,uns ganz ganz wichtig sind,uns egal ist was andre denken,uns nicht über einen mann definieren,solange wird sich diese zustand nicht ändern,glaubs mir.

ich bin jetzt in thera und mein thera bringt mir das jetzt grad bei...ist mühselig,weil es so verinnerlicht ist,aber ich will es endlich ändern um auf einen gesunden mann treffen zu können.auf den trifft man aber blos,wenn man selber "gesund" ist.

ich denke,du hast wie ich,als kind nicht echte,tiefe liebe bekommen.musstest drum kämpfen.das gibt kein gesundes selbstwert gefühl und das muss man nachholen.

aber werde bitte nicht kalt,amy.das klingt nur gut,aber ist es nicht.besser ist es,an sich zu arbeiten mit hilfe eines guten thera,der sich damit auskennt.

viel glück und herz!

S)ilbexr


Und weißt du was ? Es ist der Horror.

:)z

ich hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen der "Kälte". Es mag einen positiven Aspekt haben - ich war merklich stabiler - aber die negativen Seiten überwiegen eindeutig: Ich kam mir vor wie eine leere Hülle. Wie tot. Da war einfach immer nur alles leer und kalt. Ich hab z.B. nie mehr geweint - ich war ja nicht traurig.

Aber auch nicht glücklich oder zufrieden. Ich war gar nichts. Weiterer Nachteil: Meist mangelt es einem dann auch am Empathie. Ich fand es schon ziemlich krass, wenn mir jemand erzählt hat, dass es ihm nicht gut geht und ich merkte, dass mir das völlig egal ist. :-|

Tipps habe ich leider keine, als Beziehungsratgeber bin ich sowieso der falsche Ansprechspartner. ;-)

Aqmy8x8


Ja, aber vielleicht wäre das ja mal eine Art "Erholung" für meine Seele. Wenn ich gefühlskalt werde. Den Zustand der inneren und äußeren Ereignislosigkeit. Einfach mal nicht mehr so viel fühlen. Nicht mehr so viel Freude, nicht mehr so viel Trauer, nicht mehr so viel Schmerz...

Es gab Phasen, da war ich so glücklich, dass ich gesagt habe: "Mir gings zwar schon so schlecht, ich hatte so viel Pech und Kummer in Sachen Liebe, dafür empfinde ich jetzt die Freude umso mehr!"

Aber dann kam wieder das Unglück. Ich weiß nicht, aber ich hab das Gefühl, dass mich die ganzen Enttäuschungen nur noch misstrauischer und unglücklicher machen. Dass ich garnicht mehr fähig bin, eine Beziehung ohne Angst einzugehen...

c2aUro 5scaxr


ich bin auch verliebt, und habe mir kurze zeit gewünscht, es würde mehr daraus werden. nun bin ich froh, diese person zu meinen guten freunden zählen zu können, obwohl sie von meinen gefühlen weiß. ich denke immer noch viel an ihn, doch er lenkt mich nicht mehr so enorm ab wie freüher. das kam eigentlich von ganz allein, es hat sich beruhigt.

manchmal habe ich angst, gefühle zu zeigen, weil man sich damit ja öffnet und teilweise angreifbar macht. doch deine vertrauten personen merken dann nie, wenn du glücklich, traurig, wütend oder einsam bist! deshalb ist es immer gut, wenn meinen seinen emotionen freien lauf lässt. sicher sollte man auch nicht überreagieren, doch das muss man lernen. ...tu ich ja manchmal auch. ich seh dinge als schlimm an, die andere nicht der rede wert finden. bin etwas zu empfindlich, das habe ich eingesehen, doch einfach gar keine gefühle mehr zu zeigen, bringt einen auch nicht weiter sondern nur zurück!

wichtig ist, dass du menschen hast, mit denen du bei bedarf über deine gefühle sprechen kannst- dort kannst du sie mal rauslassen und vielleicht wirst du sogar verstanden. ich glaube, jeder wünscht sich so jemanden... :-)

Aimyx88


Ich bewundere halt die Männer (und auch die Frauen) die ihren Spaß haben, eiskalt abblitzen lassen und cool bleiben, auch wenn ein wundervoller Mensch gegenüber steht.

Ich bewundere die Menschen, die sich entscheiden können, ob sie sich nun verlieben sollen oder nicht.

Bei mir geht das garnicht. Wenn ich jetzt z.B. wüsste, dass ich bald wegziehe, dann würde ich mich trotzdem nicht wehren können, wenn ich jemanden kennenlerne und es dann gewaltig funkt.

Oder einfach die Gefühle abstellen, wenn man merkt, die Person hat kein Interesse- ich bewundere das! Ich will das auch können!

*DMurmBel*xFee


hey,

GEfühlskälte ist nicht schön das kannste mir glauben...

Ich selber habe mir irgenddwann angewöhnt Gefühlskalt zu werden weil ich eine sehr schlimme ZEit mitgemacht habe und es mich irgendwie nie loslässt.

Das Problem hierbei ist,das man sich irgendwann damit in einem TEufelskreis befindet und nicht mehr rausfindet.ICh habe damit die angewohnheit Menschend ie ich liebe,immer wieder gegen den Kopf zu stoßen und zeige dadurch auch kaum bis garnicht was wirklich in mir vorgeht...

Mach dir lieber mochmal gedanken darum ob das der richtige Weg für dich ist.

Lg

Evinsam eSeQe<le


Kann man Gefühlskälte eigentlich auch wieder verlernen? Also so machen, dass alles wieder so wird, wies mal war?

*"MurmTel*Fxee


ich hab es bis heute nicht geschafft und merke imme r wieder wenn ich es mir aufs neue vornehme,das es einfach nicht klappen will... :-(

Euinsa6meSe>elxe


Wie lange ist das jetzt so, bei dir?

o:belV-xX


Amy88

Ja, aber vielleicht wäre das ja mal eine Art "Erholung" für meine Seele.

Hmmm...je nach Betrachtungsweise ist es tatsächlich eine Art Erholung. Es ist die Sorte Erleichterung die du verspürst, wenn du deine Hand von einer heißen Herdplatte herunter nimmst, und in den Gefrierschrank steckst.

Eine Weile ist das OK - aber dann wieder genauso unangenehm wie vorher, nur eben auf eine andere Art :-)

Es gibt da ein schönes Bild:

Stell dir ein Pendel vor. Wie tief ein Mensch fühlen kann, das ist die Länge des Pendels. Äußere Ereignisse stoßen das Pendel an. Und die meisten Menschen klammern sich ziemlich weit unten, am Gewicht des Pendels fest...so auch du.

Andere Menschen, die nicht so tief fühlen können, spüren zwar den Anschlag des Pendels, aber sie bewegen sich kaum, denn ihre Schnur ist zu kurz.

Das ist einfacher, denn sie sind ohne großes Zutun immer ziemlich nahe an ihrer Mitte. Aber sie können sich auch nicht so viel bewegen wie du, können gar nicht so weit mitgerissen werden, selbst wenn sie es möchten.

Du wirst von jedem Schubser immer weit hin- und hergeschleudert...und das ist nervenaufreibend.

Du kannst deine Schnur nicht verkürzen, genausowenig wie andere ihre verlängern können. Du kannst - und das versuchst du gerade - das Pendel anhalten. Sein Gelenk versteinern, die Schnur durch eine Eisenstange ersetzen.

Dann kann man dich nicht mehr anstoßen...das Pendel bewegt sich nicht mehr, du bewegst dich nicht mehr, du spürst nicht einmal mehr die Schwingungen des Pendels. Und das ist miserabel...denn wozu lebst du dann noch ?

Was du suchst, ist etwas anderes. Nämlich die Fähigkeit, dann, wann du es möchtest, an dem Pendel hoch- und runterzuklettern. Selbst ganz oben am Gelenk des Pendels spürst du noch seine Bewegungen...und kannst entscheiden, wie weit du dich mitbewegen willst.

Wenn du das kannst, hast du keinen Grund mehr, andere mit kurzer Schnur zu beneiden...im Gegenteil. Sie werden dich beneiden darum, so sehr lachen und so sehr weinen zu können, und doch immer wieder zu deiner Mitte zurückzufinden.

Soviel zur Theorie...wenn du wissen möchtest, wie man sich diese Fähigkeit aneignet - frag mich in ein paar Jahren nochmal ;-D

OFptim7ismuxs


Amy

Gefühle können oft ganz schön anstrengend sein. In jungen wie in fortgeschritten jungen Jahren. Weisst Du, ich glaube nicht, dass es was bringt gefühlskalt zu werden, denn das ist NICHT das richtige Selbstbewusstsein und die gewünschte Selbstsicherheit. Das ist einfach nur kalt und auch lieblos. Jeder Mensch hat aber irgendwo das Bedürfnis geliebt zu werden. Und zurückgestossen und abgelehnt zu werden tut weh. Man fragt sich: "Was ist denn an mir so schrecklich? Warum mag er/sie mich denn nicht?" Aber auch das ist so nicht die Wirlichkeit. Wir können nicht alle Menschen gleich gern haben und werden somit auch nicht von jeder Person gleich geliebt. Das auszuhalten ist ein Entwicklungsprozess. Und der braucht einfach Zeit.

Gibt es hier ein paar Profis, die Tipps geben können, wie sie Beziehungen angehen? Wie sie ihren Alltag gestalten, um es emotional möglichst angenehm zu haben?

Also, ich bin sicher kein Profi. Aber ich möchte trotzdem was dazu sagen. Wie ich Beziehungen angehe? Gar nicht. Ich kann nicht mal flirten. Das hab ich nie gelernt. Ich rede einfach locker mit den Menschen. Ich suche nicht nach Worten oder Gesten. Wenn im Laden jemand neben mir niest, sage ich "Gesundheit". Wenn eine Mama mit einem Quengelkind unterwegs ist, bestätige ich "Sie wissen bestimmt auch oft, wovon Sie abends müde sind" oder einfach die Feststellung "Wie beruhigend, dass nicht nur meine Kinder manchmal anstrengend sind". Wenn jemand ein tolles Fahrrad hat, dann sage ich einfach "ein schickes Rad". Wenn jemandem was runterfällt, dann bück ich mich und heb es auf "Bitte sehr". Wenn jemand mit einer schweren Mappe rumläuft "Wenn der Inhalt erst mal im Kopf ist, dann wird es bestimmt leichter". Und ich versuche generell höflich und anständig zu sein, auch wenn mich etwas ärgert. Damit komme ich in der Regel am Weitesten und aufgeregte Gemüter beruhigen sich schneller. Also, eigentlich mache ich GAR NICHTS - ich lebe einfach. Mit allen Gefühlen, die da kommen. Und manchmal sind die auch bei mir äusserst chaotisch und anstrengend. Aber sie gehören zum Leben dazu. Manchmal kann man sogar Frust und Traurigkeit positiv nutzen. Ich kann selten so sauber putzen, wie wenn ich Frust hab. Positiver Nebeneffekt: Frust weg - Bude blitzeblank.

Ich wünsche Dir ein gefühlsreiches Leben - denn das lohnt sich zu leben. Lass Dir Zeit. :)*

oVb`el-ZX


EinsameSeele

Kann man Gefühlskälte eigentlich auch wieder verlernen? Also so machen, dass alles wieder so wird, wies mal war?

Ich bin mir ziemlich sicher, daß man das kann. Wieso auch nicht ? Man hat sie sich selbst angedacht, also muß man sie auch wieder wegdenken können. Schließlich veränderte sich ja nicht die Kopfform oder irgendeine andere physische Eigenschaft, nur nie Verdrahtung im Gehirn, und wenn Gedanken die verdrahten können, können sie sie auch wieder umverdrahten.

Sich Gefühlskälte "beizubringen" dauert entweder sehr lange, oder geschieht durch sehr starke, vielleicht traumatischer Ereignisse. Bedeutet im Umkehrschluß für mich, daß dasselbe erfordelich ist, um sie wieder loszuwerden - aber nicht, daß es unmöglich ist. :-)

OLpt,imism~us


Bedeutet im Umkehrschluß für mich, daß dasselbe erfordelich ist, um sie wieder loszuwerden - aber nicht, daß es unmöglich ist

Das denke ich auch. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es "danach" trotzdem nicht mehr ist, wie "davor". Schliesslich sind zu der gefühlskalten Zeit nicht unwesentliche Dinge geschehen. Aber möglich müsste es sein. Vielleicht nicht ganz einfach.

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