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Frage zu Antidepressiva

s_mi6le20#08 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr, *:)

ich weiß, dass diesbezüglich der Arzt der richtige Ansprechpartner ist, aber vielleicht kann ich ja auch mal von mir aus Vorschläge machen bzw. fragen, ob dies oder jenes Mittel, mit denen andere gute Erfahrungen gemacht haben, evtl. auch bei mir helfen könnten. ;-)

Ich nehme seit 3 Wochen Citalopram (20mg- seit gestern auf 30mg gesteigert), habe aber noch keine Wirkung bemerkt und ich stelle mich schon langsam auf ein AD-Wechsel ein. Bei mir besteht der Verdacht auf Borderline, es könnte aber auch "nur" eine Depression+Angststörung oder sogar bipolar sein. Habe zudem momentan massive Konzentrations- und Schlafstörungen und bin dauernd müde und antriebslos. Die letzte Woche habe ich wieder mal wegen Überforderung Panikanfälle bekommen, die kurzfristig mit Benzos behandelt wurden.

Folgende ADs wurden mir von einem befreundeten Apotheker bzw. bekannte Betroffene "vorgeschlagen" bzw. empfohlen:

- Reboxetin (Edronax oder Solvex)

- Buspar oder Bespar (Buspiron)

- Insidon (Strangyl, Opipramol)

- Trevilor

Wer hat mit den oben genannten Medikamenten bereits Erfahrungen gemacht, besonders in Zusammenhang mit Angststörungen (Panikanfällen), Borderline-ähnliche Symptome und affektiven Störungen? Was nimmt ihr so? Werden denn ADs miteinander kombiniert?

Ich danke schonmal im Voraus für Eure Antworten *:)

Grüße, smile

Antworten
Slijlb>exr


Buspiron ist kein Antidepressivum, sondern gegen Angstzustände. Aber gegen Depressionen hilft es m.W. nicht, deshalb nimmt man es oft zusätzlich zu einem Antidepressivum. Insidon ist auch primär angstlösend, die stimmungsaufhellende Wirkung ist nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Wirkstoffen.

Edronax wirkt antriebssteigernd und hat weniger Einfluss auf Stimmung und Angstzustände - aber oft hat man davon Schlafstörungen (eben wegen Antriebssteigerung) - gerade wenn du die eh schon hast, ist das vielleicht nicht so optimal.

Trevilor wirkt sowohl auf Antrieb, auf Stimmung als auch auf Angstzustände.

Ich hatte alle 4 Wirkstoffe schon und bin bei keinem geblieben, wobei man da wirklich nochmal betonen muss, dass die WIrkung bei jedem anders ist. Bei mir wirkt sowieso kaum was. ;-)

So rein vom Anwendungsgebiet bzw. von der Wirkungsweise würde ich dir am ehesten Trevilor vorschlagen. Bei mir hat das damals leider gar nicht gewirkt; war halt Pech.

Man kann ADs kombinieren, das kommt jedoch immer auf den Wirkstoff an. Des weiteren sollte natürlich beachtet werden, dass sich nicht nur Wirkung, sondern auch Nebenwirkungen verstärken können. Ich bekam von der Kombination Trevilor + Edronax Harnverhalten; das hatte ich weder unter Edronax noch unter Trevilor allein. Das nur so als Hinweis.

Buspiron alleine, ohne zusätzliches Antidepressivum, dürfte in deinem Fall nicht ausreichen (wegen den Depressionen und der instabilen Stimmung).

Sfilb:er


...ich vergass: Ich würde dem Citalopram noch etwas Zeit geben; 3 Wochen sind noch nicht besonders lange. In manchen Fällen dauert es 4-6 Wochen bis man was merkt.

s0mile2z008


Hi,

erstmal vielen vielen Dank für die ausführliche Antwort- war sehr hilfreich!! Ich denke, es kommt etwas besser an, wenn man nicht völlig ahnungslos zum Arzt geht und von sich aus auch Vorschläge macht, denn so Dinge wie "ich kriege meine Angst nicht mehr in den Griff" sagen nicht unbedingt aus, dass man nach einem Medikament dagegen fragt ;-) Werde dann Trevilor, Reboxetin (Edronax) und evtl. Buspiron als Alternative zu den Benzos, die ich jetzt nehme, vorschlagen, wenn Citalopram nicht die erwünschte Wirkung bringt- angstlösend ist es auf jeden Fall nicht, sonst hätte ich ja keine Panikanfälle bekommen...

Seheexp84


Ich würde dem Arzt nix vorschlagen, sondern ihm genau deine Symptome schildern. ;-) Es gibt hunderte von Antidepressiva und anderen Psychopharmaka und oft haben Ärzte ihre Lieblingsmedis die sie in dieser oder jenen Situation verschreiben. Hinzu kommt, dass immer wieder neue Medikamente auf den Markt kommen. Abgesehen davon sind manche Ärzte stinkbeleidigt, wenn man ihnen eine bestimmte Medikation vorschlägt, denn "sie haben ja schließlich studiert". %-|

Angstlösend sind häufig auch Neuroleptika.

3 Wochen Citalopram finde ich auch etwas kurz. Antidepressiva brauchen oft bis zu 2 Monate, bis sie komplett wirken.

sqmil+e200x8


Hi,

naja, mein Arzt war damals überhaupt nicht beleidigt, als ich Elontril vorgeschlagen habe und dann meinte, dass ich das mal von einem Bekannten gehört habe ;-) Am Ende habe ich dann doch Citalopram bekommen... Bis zu 2 Monate? :-o Ein Therapeut hat mir mal gesagt, dass wenn ein AD nach 3 Wochen keinen Effekt hat, dass es dann nicht wirkt. Bin ja jetzt sowieso auf 30mg rauf- unter Absprache mit dem Arzt ;-) Vielleicht wirkt es dann schneller, mal sehen.

Angstlösend sind häufig auch Neuroleptika.

Ich habe mal gelesen/gehört, dass Neuroleptika starke Nebenwirkungen haben und daher nicht so oft angewandt werden.

PbaniGkhäsxchen


Hallo,

Bei mir besteht der Verdacht auf Borderline, es könnte aber auch "nur" eine Depression+Angststörung oder sogar bipolar sein

wie bei mir und bei mir steht noch evtl eine ADS im Raum

wie auch schon von den anderen gesagt kann es sein das dein Medi noch nicht richtig Wirkt und es war ja auch eine recht niedrige Dosis. Bei mir hat es 4 Wochen gedauert bis ich was gemerkt habe und ich hatte auch eine höhere Dosierung. Ich würde es noch eine Zeit lang nehmen um zu schaun wie es dann aussieht.

Stangyl ist eher ein Behruigendes AD dashalb auch gut zum schlafen. Finde aber Remergil besser. Vorallem gibt es die Kombi recht häufig.

Edronax hat bei mir gar nix geholfen und Trevilor auch nicht bzw. hatte starke Nebenwirkungen davon. Was nicht bei jedem kommen muss ich kenn viele die das sehr gut verkraften.

Ich habe mal gelesen/gehört, dass Neuroleptika starke Nebenwirkungen haben und daher nicht so oft angewandt werden.

das stimmt. Auch ein Grund warum sie es nicht oft anwenden ist weil sie ja einer Anderen Erkrankung zu geschrieben sind. ich hatte auch schon Neuroleptika wegen den starken ängsten also bei mir hat es nichts gebracht aber wie schon gesagt es ist jeder anders.

Also ich würde noch eine Weile das medi ausprobieren.

SSheepx84


naja, mein Arzt war damals überhaupt nicht beleidigt, als ich Elontril vorgeschlagen habe

Glück gehabt. ;-) Elontril ist nur sehr wenig bis gar nicht angstlösend.

Bin ja jetzt sowieso auf 30mg rauf- unter Absprache mit dem Arzt ;-) Vielleicht wirkt es dann schneller, mal sehen.

Höheres Dosieren bringt in der Regel keinen schnelleren Wirkungserfolg. :-/ Wenn's abgesprochen ist, ist's ok, aber in der Regel bringt's nix, das schnell hochzudosieren. Die Wirkung tritt trotzdem erst voll nach einigen Wochen ein - lediglich die Nebenwirkungen verstärken sich dann häufig.

Ich habe mal gelesen/gehört, dass Neuroleptika starke Nebenwirkungen haben und daher nicht so oft angewandt werden.

Auch das ist natürlich sehr unterschiedlich - kenne einige, die sehr davon profitieren (man kann die auch gut nur bei Bedarf nehmen). :)z

s&andZyAleipn86


Ich habe gegen meine generalisierte Angstörung Paroxitin 10 mg bekommen, sollte auch erst Citalopram nehmen 200mg habe ich aber dann auf raten meines nervenarztes nicht genommen. die wechselwirkungen waren schlimm, die wirkung trat aber nach ca. 2 wochen und ich bin nun fast beschwerdefrei. zusätzlich habe ich für notfälle Valocordin Diazepam bekommen

ZLwa,ck4x4


Hallo smile2008,

ich habe keine Angststörungen, Borderline-ähnliche Symptome oder affektiven Störungen, sondern bin schlicht depressiv. Aber zu ADs kann ich einiges erzählen:

1. Ja, heute ist es Stand der Technik, ADs miteinander zu kombinieren. Dabei sucht man nach Kombinationen einzelner Wirkstoffe, die den Patienten in die gleiche Richtung "schieben", wobei sich die Nebenwirkungen allerdings nicht kumulieren sollen, weil jeder Wirkstoff (hoffentlich) andere Nebenwirkungen auf das Individuum ausübt.

2. Anders als bei "normalen" Krankheiten, wirkt ein AD auf jeden Patienten unterschiedlich, und zwar in Bezug auf Wirkungen und Nebenwirkungen. Deshalb nützt der Rat eines Kollegen oder eines Apothekers wenig. Die Tabelle in Frage kommender Wirkstoffe ist bekannt; die Crux liegt in der individuellen Wirkung bzw. Nebenwirkung.

3. Ich kenne keine Arzneimittelklasse, die mit so vielen Nebenwirkungen verbunden ist wie die der AD (die nicht nur auf dem Beipackzettel erwähnt werden, sondern zum Teil auch wirklich auftreten).

4. Das soll Dich nicht abschrecken, sondern nur signalisieren: Geduld, Geduld, Geduld!

5. Eine einmal als wirksam erkannte Medikation muß nicht auf Dauer wirksam bleiben, so dass man u.U. erneut auf die Suche gehen muß.

6. Beachte unbedingt, dass angstlösende und aktivierende Wirkung oft nicht gleichzeitig eintreten, so dass für eine Übergangszeit erhöhte Selbstmordgefahr besteht.

7. Auch der Arzt kann nur verständig ausprobieren, kann Dir aber bei Erfahrung viel Zeit sparen (Ich wäre ohne AD nicht lebensfähig).

Alles Gute!

Z=wac|ka4x4


Noch ein Wort zum Warten auf die Wirkung:

Nach meiner Erfahrung wirken ADs bei mir rasch. Wenn keine Wirkung da ist, signalisiert das meistens, dass eine Dosiserhöhung notwendig wäre.

Aus meiner Sicht fallen die meisten ADs durch unangenehme Nebenwirkungen auf, die nicht akzeptabel sind, wie z.B. Bluthochdruck, Albträume, Gewichtszunahme, Phototoxizität, Bauchschmerzen, sofern sie nicht nur vorübergehend sind. Ich gebe keinem AD länger als 14 Tage; wenn es nicht zufriedenstellend wirkt, setze ich es ab. Es kann also möglicherweise zu einer langwierigen Suche kommen, die sich allerdings lohnt, weil ein Leben ohne Lebensqualität eben kein Leben ist.

szmil=e2R008


Hi an alle,

danke für die ausführlichen Beiträge. Wie schlimm Nebenwirkungen sein können, habe ich selbst bei Trimipramin mitbekommen- ich hab´s einmal probiert und mir war noch 2 Tage danach schlecht davon (bei nur 1/3 Tablette!).

Bis nächsten Freitag (da sind dann fast 4 Wochen vergangen) soll ich es noch mit Citalopram probieren- echt schade, wenn es nicht wirkt, denn ich hatte keinerlei Nebenwirkungen !! --> vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass es auch deshalb in meinem Falle nicht wirkt?? :-/)

@ sandylein

Wenn ich es richtig verstanden habe, nimmst du eine Kombi aus Paroxitin und Citalopram? Hast du auch eine Depression zur Angststörung dazu?

SPhee\p8x4


denn ich hatte keinerlei Nebenwirkungen !! --> vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass es auch deshalb in meinem Falle nicht wirkt??

Nein - Nebenwirkungen MÜSSEN NICHT auftreten! Das Medikament kann trotzdem wirken.

sCmi@leY2008


Hi,

irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Wirkung so "plötzlich" von einen auf den anderen Tag voll eintritt... ist es wirklich so, dass die Wirkung von ADs sich so quasi entfaltet? Dann müsste man ja aber schon nach 2-3 Wochen irgendwas merken :-/

Sqheep584


Die Wirkung von Antidepressiva setzt nach und nach schleichend ein. Zum Beispiel erst die Antriebssteigerung und dann erst die Stimmungsaufhellung. Deswegen ist oft die Suizidgefahr erhöht, weil eben plötzlich der Antrieb für einen Suizid da wäre. (Nur ein Beispiel).

Leider ist die Suche nach dem richtigen Antidepressivum oft langwierig und ich kann dir auf Anhieb 5-10 Antidepressiva nennen, von denen ich - wenn überhaupt - Nebenwirkungen und sonst nix gemerkt habe. :-/ Es ist leider häufig so, dass man auf Psychopharmaka nicht anspricht und keine positive Wirkung von verspürt bzw. wenn, dann minimal.

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