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Mutter verweigert dringende ärztliche Behandlung

WVar9head hat die Diskussion gestartet


Hallo,

in Fortsetzung dieses Threads

[[http://www.med1.de/Forum/Neurologie/442949/]]

versuche ich hier etwas Informationen zu bekommen. Meine Mutter ist nun soweit, dass sie nach dem Schlag vor 1,5 Wochen noch im Krankenhaus liegt und schlecht bis gar nicht sprechen kann, ihr fallen die Sätze einfach nicht ein. Auch ist sie auf der rechten Körperseite gehandicapt, sie hat einen extrem wackligen gang und kann grad mal so die Suppe löffeln mit der rechten Hand.

Nun haben die Ärzte im Kernspin festgestellt, dass ihre Halsarterie fast komplett zu ist. Die Ärztin hat schon 2x mit meiner Mutter geredet um ihr klar zu machen, wie wichtig die Operation ist. Zu mir hat die Ärztin gesagt, wenn sie sich nicht operieren lässt, liegt die Chance eines Schlaganfalls innerhalb des ersten Monats nach der Entlassung bei ca. 30% (optimale sonstige Behandlung z. B. des festgestellten Diabetis, des Übergewichts und des Blutdrucks vorausgesetzt). Rechnet man das ganze nun mal auf 3 Monate hoch liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90%....

Es haben ihr schon alle ihre bekannten im Krankenhaus gesagt, wie wichtig die Operation ist, aber sie sagt nur jaja und winkt ab. Ich muss dazu sagen, dass sie seit dem Tod meines Vaters 1984 (Leukämie) eine panische Angst und Misstraune vor Ärzten hat. Damals bekam sie von den Ärzten gesagt meinem Vater geht es noch gut und er wird schon wieder und irgendwann war er dann halt tot. Wahrscheinlich sind ihr die quälenden Behandlungen damals auch noch gut in Erinnerung geblieben.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich würde sie gerne soweit entmündigen lassen, dass ich als ihr gesetzlicher Vormund die Operation genehmigen kann. Sie ist zwar geistig noch ziemlich fit aber sie hat eben dieses psychische Problem, die Angst vor Ärzten und Behandlungen. Ich kann mich zeit meines Lebens nicht daran erinnern, dass sie z. B. jemals eine Zahnarztpraxis von innen gesehen hat, dementsprechend sehen auch ihre Zähne aus. Wenn sie mit Leuten spricht hält sie sich immer einen Finger vor den Mund um einen möglichen Einblick zu verhindern. Zu Hause konsumiert sie jeden Tag 2-3 ASS Tabletten (Spalt, Aspirin) pro Tag, und das schon seit Jahren, obwohl es wohl keine medizinische Begründung dafür gibt (höchstens sie hat Schmerzen aufgrund ihrer schlechten Zähne, das wär denkbar). Sie raucht Kette (ca. 40 Zigaretten am Tag) und der Arzt hat es ihr ab sofort ausdrücklich verboten. Ich bin mir absolut sicher, dass sie, sobald sie zu Hause ist, wieder damit anfangen kann. Sie lügt den Ärzten ins gesicht und sagt sie hat kein Verlangen nach Zigaretten mehr nur um Behandlungen zu umgehen.

Was kann ich tun, hab ich eine Chance ihr die Operation von Gesetz wegen zu verpassen? An wen kann ich mich wenden? Amtsgericht? Wie lange dauert das Verfahren?

Antworten
d)arkwMilloxw


Naja, es ist so eine Sache mit der Entmündigung........

Einerseits, ist das eine Scheiß Idee, sie antmündigen zu lassen, denn jeder Mensch hat das Recht auf die freie Entscheidung, ob er sich behandeln lassen möchte, oder nicht. Du kannst nicht einfach deine Mutter entmündigen und ihr damit den freien Willen nehmen.

Andererseits, kann es sein, dass der Schlaganfall auch die Psyche beeinträchtigt, so dass sie in ihrer Entscheidung blockiert ist.

Hat sie vorher sich mal dazu geäußert? Will sie lebenserhaltende Maßnahmen? Habt ihr als sie gesund war mal darüber gesprochen?

Wenn sie geistig fit dir gegenüber erklärt hat, das sie auf keinen Fall will, dann solltest du sie nicht dazu zwingen, das ist unmenschlich...

MoonsHti


Hallo Warhead,

zuerst: Zu einer OP kann man Deine Mutter nicht zwingen, solange sie geistig zurechnungsfähig ist.

Meinem Vater hatte man schon vor zwei Jahren gesagt, seine Carotis seien nahezu dicht und sollten operiert werden. Er aber weigerte sich. Vor gut einem Monat hatte er seinen ersten großen Schlaganfall. Seitdem kann er nicht mehr sprechen, ist halbseitig gelähmt und geistig leider auch nicht mehr auf der Höhe.

Inzwischen hat er in den nötigen Eingriff eingewilligt. Es wurde ihm (zunächst auf einer Seite) ein Carotis-Stent gelegt. Das ist nur ein kleiner Eingriff unter örtlicher Betäubung. Die andere Seite wird demnächst fällig.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Mutter zur Vernunft kommt!

LG Angie

W ar=head


Du kannst nicht einfach deine Mutter entmündigen und ihr damit den freien Willen nehmen.

Als ich 13 Jahre alt war hatte ich ne Entzündung an den Augen. Ich lag ein halbes Jahr zuhause ohne mal zu einem Augenarzt gebracht zu werden wegen den bescheuerten Ticks von meiner Mutter. Wenn meine Oma dann nicht irgendwann gesagt hätte, dass mein Bruder mich jetzt endlich zu einem Augenarzt fahren soll wär ich heute auf beiden Augen blind. So bin ich es nur auf einem. Ich weiß also was passieren kann, wenn man die Wehwehchen, die man hat, nicht behandeln lässt.

S7heQep84


Um es auf den Punkt zu bringen: Ich würde sie gerne soweit entmündigen lassen, dass ich als ihr gesetzlicher Vormund die Operation genehmigen kann.

Entmündigung gibt's nimmer - Vormund demnach auch nicht. Beides wurde durch die Betreuung ersetzt. *Klugscheißermodus aus* ;-D

Sie ist zwar geistig noch ziemlich fit aber sie hat eben dieses psychische Problem, die Angst vor Ärzten und Behandlungen.

DANN wird's schwierig. Eine Betreuung muss vom Vormundschaftsgericht genehmigt werden und wenn die Person geistig auf der Höhe ist und in der Lage ist, alleine Entscheidungen zu treffen (was durch ein ärztliches Attest bestätigt werden muss) muss sie der Betreuung zustimmen. Ist sie nicht mehr in der Lage, das Ausmaß ihrer Entscheidungen zu verstehen, begreift die Notwendigkeit der OP nicht etc. kann per Eilverfahren eine Betreuung errichtet werden - auch gegen ihren Willen. So oder so: Ein Psychiater muss das aber bestätigen und attestieren, dass deine Mutter in der Lage (oder eben nicht) ist, die Tragweite ihrer Entscheidungen zu begreifen.

Man kann einen Menschen nicht zu medizinischen Eingriffen zwingen (das wäre Körperverletzung, was genau genommen jede OP auch ist). So hart's ist: Sie ist ein erwachsener Mensch, der nicht immer so handeln muss, wie andere das gerne hätten. Natürlich verstehe ich, dass du dir Sorgen machst, aber sie darf nunmal alleine entscheiden (im Normalfall).

Hast du auch mal mit ihrem Arzt gesprochen? Vielleicht haben die auch Psychologen im Krankenhaus, der mal mit ihr reden könnte? Wer weiß, was sonst noch dahintersteckt aus ihrer Verweigerung?

Mnonxsti


Fakt ist, dass man Deine Mutter zur OP nicht zwingen kann. Es gibt auch krebskranke Menschen, die z.B. eine Chemotherapie verweigern. Diese Weigerung ist legitim, auch wenn sie meistens tödlich endet.

d`arkwiallxow


was ihr vielleicht helfen könnte, sich selber zur Operation durchzuringen, wäre wenn sie jemanden im Krankenhaus trifft, der das gleiche hat wie sie. Dann können sie ihre Erfahrungen austauschen.......

Andererseits, wird es wohl so ausgehen, das sie einen neuen Schlaganfall bekommt, und vielleicht nicht mehr sprechen kann und ans Bett gefesselt ist. Dann bekommst du wahrscheinlich die Bevollmächtigung und kannst mit ihr tun, was du willst. Vielleicht solltest du ihr das so hart mal sagen......

Oder du versuchst es mit psychologischer Hilfe, vielleicht bekommt der Psychologe was zustande........

S'an8d+raLeuisa


zwing deine mutter auf keinen fall egal wie schwer das für dich sein mag

wer weiß schon was in ihr vorgeht und das kannst du nicht ändern

WGarhbefad


Im Krankenhaus haben sie leider keinen Psychologen. Ich hoff, dass bei der Reha einer anwesend ist und mal mit ihr reden kann.

Andererseits, wird es wohl so ausgehen, das sie einen neuen Schlaganfall bekommt, und vielleicht nicht mehr sprechen kann und ans Bett gefesselt ist.

Traurig, dass es erst so weit kommen muss. Erinnert mich an kleine Kinder, denen man 100 mal sagt, nicht auf die heiße Herdplatte zu greifen... und dann tun sie es doch. Nur dass die Folgen hier etwas weitreichender sind.

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