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Geschichten/Texte zum Nachdenken.....

bjomobxo


Immer wieder überquerte Nasreddin eine Landes- und Zollgrenze. Jedes Mal hatte er zwei Körbe mit Stroh dabei und kam ohne sie zurück. Jedes Mal untersuchte die Wache ihn wegen Schmuggelware. Niemals fand man etwas. "Was bringst du herüber?", fragten Sie ihn. "Ich bin ein Schmuggler", antwortete er immer. Jahre später, Nasreddin machte einen immer wohlhabenderen Eindruck, zog er in ein anderes Land. Dort begegnete er einem der Grenzwächter. "Sag einmal, Nasreddin, jetzt wo du außerhalb der Gerichtsbarkeit bist und hier in solchem Wohlstand lebst, sage mir doch, was war es eigentlich, was du geschmuggelt hast als wir dich nie überführen konnten." "Esel".

[[http://www.eslam.de/begriffe/n/nasreddin_hodscha.htm]]

HNardexr


So bin ich nur als Kind erwacht

So bin ich nur als Kind erwacht,

so sicher im Vertraun

nach jeder Angst und jeder Nacht

dich wieder anzuschaun.

Ich weiß, sooft mein Denken misst,

wie tief, wie lang, wie weit – :

du aber bist und bist und bist,

umzittert von der Zeit.

Mir ist, als wär ich jetzt zugleich

Kind, Knab und Mann und mehr.

Ich fühle: nur der Ring ist reich

durch seine Wiederkehr.

Ich danke dir, du tiefe Kraft,

die immer leiser mit mir schafft

wie hinter vielen Wänden;

jetzt ward mir erst der Werktag schlicht

und wie ein heiliges Gesicht

zu meinen dunklen Händen.

Rainer Maria Rilke, 5.10.1899, Berlin-Schmargendorf

KPongoO-Otxto


;-D Diese Geschichte hatten wir mal als Nacherzählung in einer Englisch-Klausur. Allerdings ging es da um den jungen Zollbeamten Joe Parker und einen Mann, der Fahrräder schmuggelte ;-)

KPong|o-\Octto


[[http://www.n-tv.de/panorama/Papageienkueken-besaenftigen-Moerder-article2959726.html Kein "Text" zum Nachdenken]], aber trotzdem hat es mich sehr berührt, als ich es seinerzeit gelesen habe... :-)

1KFragxe


Danke für Eure schönen Texte Kongo-Otto und Harder :)^ ,

fand den Text mit der Aufzuch der Papageien übrigens auch sehr rührend.....

kenne auch so eine ähnliche (wahre) Erzählung eines Strafrichters, der vor

sich einen Täter sitzen hatte, der darum bettelte KEINE Bewährung zu bekommen....

Er war zuvor schon einmal inhaftiert und durfte im "offenen Vollzug" in einem landwirtschaftlichen

Projekt mitarbeiten.....und der Grund für seinen Rückfall war, dass eine Kuh trächtig war, um die er

sich zuvor gekümmert hatte. Er hoffte so, wieder in diesem Projekt mitarbeiten zu können (von dem er nach seiner Entlassung ausgeschlossen wurde, weil er sich wohl an einige Regeln nicht hielt).

Dieser Richter ist in seiner Stadt als harter Knochen bekannt....aber zu diesem Mann hat er offen seine Sympathie bekundet :-)

k-nuf-feltxje


Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken..... genauer.. an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."

"Ja", sagte der alte Mann, "Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.

Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde....und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus.

Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.

.

Woher ich diese Geschichte habe, weiß ich leider nicht mehr. Ist schon fast drei Jahre her ;-)

1qFraOge


Ich kenne diese Geschichte auch und mag sie sehr knuffeltje :)^ .

Habe sie sogar mal (schön ausgedruckt) verschenkt.....zusammen mit dem kleinen Teddy, der Flicken am Körper hatte ;-).

1aFraxge


Es war einmal ein kleines Stiefmütterchen, das wuchs auf inmitten eines grossen Blumenbeetes. Eines Tages, die Mittagssonne lachte vom Himmel herab, das hörte das kleine Stiefmütterchen neben sich eine Stimme:

"Sag mal, wie siehst DU denn eigentlich aus?"

Das kleine Stiefmütterchen blickte sich um, sah aber nichts ausser vielen anderen Blumen, die auch auf dem Blumenbeet wuchsen. Und wieder tönte es mit unverkennbar vorwurfsvollem Ton aus dem Blumenmeer hervor:

"Du bist ja GELB!"

Das kleine Stiefmütterchen schaute an sich herunter, ja, es war gelb - na und? Und es drehte ein wenig sein Gesicht zur Seite und erblickte dicht neben sich ein violettes Stiefmütterchen, das es unverhohlen anstarrte.

"Hast Du mich gerade angesprochen?" fragte das gelbe Stiefmütterchen.

"Ja. Weißt Du, dass Du gelb bist?"

"Ja. Warum?"

"Nun, siehst Du nicht, dass wir alle violett blühen?"

Etwas verunsichert schaute das gelbe Stiefmütterchen nochmals an sich herunter und liess dann einen inzwischen etwas scheuen Blick über das Blumenmeer gleiten.

"Ja, ich blühe gelb.... Aber das macht doch nichts, oder?"

"Aber Du siehst doch hoffentlich ein, dass es falsch ist, gelb zu blühen, violett ist die richtige Farbe!"

Bei diesen Worten nickten die anderen violetten Stiefmütterchen beifällig mit den Köpfen:

"Jawohl! Du musst violett sein! Wenn Du nicht schleunigst Deine Farbe änderst, dann bekommst Du kein Sonnenlicht mehr, denn die Sonne liebt nur violette Stiefmütterchen, und deshalb scheint sie nur für violette Stiefmütterchen."

Das gelbe Stiefmütterchen wurde ganz still und senkte den Kopf.

"Aber ich brauche doch das Sonnenlicht um zu wachsen und gedeihen..."

"Ja, eben!" kam die Antwort. "Deshalb ändere schnell Deine Farbe, damit Du das Sonnenlicht auch verdienst!"

Das gelbe Stiefmütterchen wurde ganz nachdenklich, aber je mehr es darüber nachdachte, wie es seine Farbe ändern konnte, desto verzweifelter wurde es, und bald flossen die Tränen aus seinem kleinen Gesicht. Es schaute für den Rest des Tages immer und immer wieder furchtsam zur Sonne hinauf und bekam immer grössere Angst bei dem Gedanken, dass die Sonne ihm ihr Licht, ihre Wärme, entziehen würde. Bald würde die Sonne, so wie immer, untergehen, und vielleicht schon morgen früh, wenn sie von neuem ihre Strahlen versenden würde, nur keine mehr zum ihm, dem kleinen Stiefmütterchen, weil es gelb blüht, die falsche Farbe.... Die Nacht brach herein, die Sterne fingen an, geheimnisvoll am Himmel zu blinken, der Mond schien mit silbernem Licht. Das gelbe Stiefmütterchen weinte immer noch tonlos vor sich hin, da es ja nicht wusste, wie es seine Farbe ändern sollte, keiner hatte ihm gesagt, wie das ging, und keiner hatte ihm gesagt, warum eigentlich gelb die falsche und violett die richtige Farbe sein sollte.

Stunden vergingen. Langsam brach schon die Morgendämmerung an, der Sonnenaufgang kündigte sich an. Das gelbe Stiefmütterchen fing jetzt an zu schluchzen.

"Warum weinst Du?"

Das gelbe Stiefmütterchen zuckte erschrocken zusammen und schaute sich furchtsam um.

"Warum bist Du so traurig, was ist geschehen?"

Eine kleine rote Tulpe, die ein Stück weiter entfernt von ihm wuchs, beugte sich ein wenig zu ihm hinüber. Das gelbe Stiefmütterchen schaute die kleine Tulpe an, die jetzt, im Licht der Morgendämmerung in einem noch intensiverem Rot leuchtete.

"Ich werde sterben!"

"Warum? Du siehst doch ganz gesund aus?"

"Ja, aber bald bekomme ich keine Sonne mehr. Dann werde ich zugrundegehen."

"Warum solltest Du keine Sonnenlicht mehr bekommen?"

"Weil ich gelb blühe...." flüsterte das Stiefmütterchen fast tonlos, die Tränen rannen ihm noch immer übers Gesicht.

"Ja und? Das macht doch nichts!"

"Die richtige Farbe aber ist violett, und ich bin also falsch!"

"Aber Du bist doch ein gelbes Stiefmütterchen, und Du tust keinem etwas zuleide. Und schau mich an, ich blühe rot!"

"Dann hast Du auch die falsche Farbe und wirst sterben!"

"Nein, gewiss nicht. Glaube mir, wir sind alle Blumen und die Sonne liebt uns allesamt, egal wie wir aussehen! Die Sonne scheint für uns alle, sie schenkt uns ihr Licht und wir leben von diesem Licht. Hab keine Angst, fürchte Dich nicht."

Das gelbe Stiefmütterchen schaute die kleine rote Tulpe an, die immer mehr anfing im Licht der aufgehenden Sonne zu leuchten.

"Bist Du sicher? Die violetten Stiefmütterchen sagen, ich verdiene keine Sonne, weil ich anders blühe!"

Es herrschte ein kurzes Schweigen, dann neigte die Tulpe ihren Kopf noch ein Stück näher zu dem gelben Stiefmütterchen.

"Spürst Du es nicht?" Die kleine rote Tulpe lächelte.

"Was meinst Du?"

"Die Sonne ist aufgegangen..."

Das gelbe Stiefmütterchen schaute zum Himmel auf, wo die Sonne ihre ersten Strahlen verschickte, und das Licht fiel auf das ganze Blumenbeet.

"Höre nicht auf die violetten Stiefmütterchen, wenn sie Dir wieder Angst machen, nur weil Du nicht so blühst wie sie. Spüre einfach das Licht und die Wärme, die Dir die Sonne schenkt und vertraue, dass sie immer scheinen wird, auf alle Blumen, und nicht nur auf die Blumen auf diesem Beet. Die Sonne scheint auf uns alle hernieder, sonst wären wir nicht am Leben, denn ohne Licht und Wärme hätten wir gar nicht aus dem dunklen Boden heraus wachsen können. Die Sonne schenkt uns allen ihr Licht, und keine Blume kann sagen, sie hätte es mehr verdient als eine andere."

Die Sonne stieg hoch am Himmel auf, die Vögel fingen an zu zwitschern, und die Blumen reckten ihre Köpfe gen Himmel. Das gelbe Stiefmütterchen schaute zaghaft lächelnd ins Licht und sagte: "Guten Morgen, liebe Sonne!"

Und die Sonne schaute dem gelben Stiefmütterchen liebevoll ins Gesicht und lächelte voll Güte zurück.

(c) 2002 by Antje Grüger

L/adyHeOlena


Du bist so unverzichtbar

für mich wie Schokolade,

und ohne Schokolade

zu leben wär’ echt schade.

Du bist so unentbehrlich

für mich wie Brot und Käse

und wie ein gutes Buch,

in dem ich gerne lese.

Du bist wie klares Wasser

für mich und so lebendig,

uneingeschränkt erforderlich

und absolut notwendig.

Für eine solche Freundin

würd mancher alles geben....

Ich hoff, Du bleibst für alle Zeit

ein Teil von meinem Leben!

1HFrAage


Eines Tages beschlossen drei, die sich mehr Gedanken als andere machten, die Welt zu verbessern.

Der erste ging zu den Völkern im Osten und Westen, sprach auf Versammlungen und großen Plätzen über Frieden und Verständigung. Und siehe da: Die Völker im Osten spendeten Beifall, und die Völker im Westen spendeten Beifall - die einen so laut wie die anderen. Doch eine Woche später kam ein Fremder zu den Völkern im Osten und Westen und sprach auf Versammlungen und großen Plätzen von Bedrohung und von Pflichten gegenüber dem Vaterland. Und siehe da: Die Völker im Osten spendeten Beifall, und die Völker im Westen spendeten Beifall - die einen so laut wie die anderen.

Der zweite sammelte Geld. In allen großen und kleinen Städten sammelte er wochenlang, monatelang, jahrelang - bis er einen riesigen Betrag zusammen hatte, den er zu verschenken gedachte. Und er teilte auf: Ein Viertel für die Kirche; ein Viertel für ein Land, das Hunger litt; ein Viertel für die kranke Frau, die er im Treppenhaus getroffen hatte; ein Viertel für Menschen, die Bäume, Wiesen und Tiere zu schützen versuchten.

Die Kirche freute sich über das Geld und bekehrte damit Ungläubige. Das Land, das Hunger litt, freute sich über das Geld, besonders der Präsident, und ganz besonders dessen Frau. Die kranke Frau aus dem Treppenhaus freute sich auch über das Geld und konnte endlich die teure Behandlung bezahlen. Leider war es schon zu spät. Und die Menschen, die Bäume, Wiesen und Tiere zu schützen versuchten, freuten sich ebenfalls über das Geld. Sie konnten damit Millionen von Papieren bedrucken und verteilen, in denen sie alle Bürger des Landes aufforderten, Bäume, Wiesen und Tiere zu schützen. "Recht haben sie, diese Leute", meinte jemand, verwöhnte seinen Dackel und mähte den Rasen.

Der dritte ging in den nahen Park und setzte sich dort auf eine Bank.

"He, du?" sagte ein kleiner Mensch von fünf Jahren und kletterte neben ihn.

"Guten Tag", sagte der dritte.

"Das ist meine Bank!" sagte der kleine Mensch.

"Hmm", sagte der dritte und kramte verlegen in seinen Hosentaschen. Zwei vergammelte Bonbons kamen zum Vorschein. "Kannst ja eins haben."

"Joooh."

der dritte und der kleine Mensch betrachteten angestrengt ihre Schuhe.

Der kleine Mensch malte mit seinen Zehen Kreise in die Luft:"Kannst auch ein Stück von meiner Bank haben."

Schweigend saßen sie dann lange Zeit nebeneinander und lutschten leise an ihren Bonbons herum

(von Bert Losse)

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