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Erinnerungen triggern - aber wie?

a'.fisxh hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Ich hätte da mal ein Problem...bzw. mehrere ;-) Die würd ich eigentlich gerne angehen - ich hatte nun ein paar Monate lang sehr intensiven Mailkontakt mit einer Psychologin. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich so gut wie überhaupt nicht an meine Kindheit/Jugend erinnern kann.

Nach Meinung der Therapeutin wäre es wichtig, mich mit dieser Zeit auseinander zu setzen - nur wie :-/ Ich weiß davon ja nichts mehr!

Ich habe es schon mit Photoalben probiert, reine Fakten (also Ereignisse wie ein Urlaub o.ä.) fallen mir dann auch wieder ein, aber wenn es um so Themen wie meine Gefühlslage oder den Umgang miteinander geht, wie der Alltag aussah, ach überhaupt alles abseits von so großen Ereignissen - da ist einfach nichts in meinem Kopf. Die Bilder lösen bei mir auch heute keine Gefühle mehr aus. Ich erinner mich dann meist auch an wenig "drumherum", eig. nur die Situation, in der das Photo entstanden ist, auch wieder ohne irgendwelche Gefühle. Und zeitlich einordnen kann ich das dann auch überhaupt nicht.

Das nervt mich schon - vor allem stimmt es mich auch sehr nachdenklich. Meine Erinnerungen sind quasi alle "aus zweiter Hand", also Geschichten, die mir irgendjemand mal erzählt hat.

Ich hab meine Kindheit/Jugend immer als extrem unproblematisch und schön angesehen, aber wenn jemand fragt, woran ich das festmache - tja, an dem, was Andere mir erzählen. Also, ich red jetzt nicht von der Zeit als ich 4 Jahre alt war oder so, da ist ja klar, dass man sich nicht erinnert. Ich mein alles...

Ich hab ja auch immer gesagt, alles wäre "normal" gelaufen. Aber als ich der Therapeutin so meine Biographie bis zum 18. Lebensjahr geschildert hab, hat sie ziemlich verwundert reagiert, dass ich das "normal" nenne. Das war das erste Mal, dass ich darüber nachgedacht hab, dass diese Zeit bei mir eig. mit großen Problemen belastet war...nun würd ich das halt gern weiterverfolgen, stoß aber immer nur auf "Weiß ich nicht mehr". :-/

Fällt euch außer Photos anschauen was ein? Möglichst ohne Beteiligung von Verwandten...

Antworten
sAwe%etFalice


also ich habe ungefähr das selbe problem.

ich kann mich auch nicht an die kindheit erinnern. kann aber sein das es daran liegt das meine eltern sich haben scheiden lassen als ich drei jahre alt war. vielleicht habe ich desshalb meine erinnerungen verdrängt.

aber wenn du sagst das es solche probleme deiner meinung nahc nicht gab, frag doch einfach mal deine mutter wie du so als kind warst. kannst ja einfach mal ein bisshcne nahc sachen fragen die du wirklich nicht mehr wisen kannst. aus dem kindergarten oder so...und dann weiter nachhorchen.

vielleicht mekrts du dann das du das eig selber auch weißt oder du merkst das es eben alles weg ist, und wenn die bez zu deinen eltern gut ist sags ihnen einfach mal :-)

av.fTish


Mh, erstmal gut zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Obwohl das natürlich nicht gut für dich ist.

Ich würde meine Mutter sehr ungern da mit reinziehen. Also, es ist so: mein Vater war schon schwer krank, als ich auf die Welt kam und er ist (für mich überraschend..wahrscheinlich war ich die einzige Person auf der Welt, dies nicht hat kommen sehen) gestorben, als ich elf Jahre alt war. Das scheint viel mit meinen derzeitigen bzw. eig. schon seit ich denken kann bestehenden Problemen zu tun zu haben, aber ich kann mich einfach nicht erinnern.

Ich möchte aber meine Mutter nicht darauf ansprechen. Ich möchte nicht, dass sie denkt, ich hätte irgendwelche Probleme deswegen.

Ich muss irgendwie allein einen Weg finden. Das muss doch in meinen Kopf sein, verdammt, warum komm ich nicht ran? >:(

S)iplber


Erinnerungen lassen sich nicht hervorzwingen (leider). Die kommen dann, wenn man psychisch stabil genug ist - dass du nicht rankommst, ist vielleicht eine Schutzfunktion.

Oft passiert es dann, wenn man es gar nicht erwartet - z.B. grad an was ganz anderes denkt und plötzlich fällt einem wieder was ein. In schlaflosen Nächten bin ich oft - auch ungewollt - gedanklich in der Vergangenheit und versuche, an Dinge ranzukommen. Auch das hat schon neue Erkenntnisse gebracht, aber es dauert.

Gefühlserinnerungen habe ich übrigens auch keine. Ich weiss nur bei bestimmten Dingen (z.B. Mobbing) rein vom Kopf her, dass das schlimm gewesen sein muss. Aber sonst? Keine Ahnung.

aS.2fzish


Die kommen dann, wenn man psychisch stabil genug ist - dass du nicht rankommst, ist vielleicht eine Schutzfunktion.

Aber eine saublöde :-/ Wie soll ich jemals weiterkommen, wenn mir quasi die Hälfte meines Lebens fehlt, bzw. ungefähr soviel Bedeutung für mich hat, wie ein Film, den ich mal gesehen habe. Oder eigentlich: wie ein Film, den jemand anders gesehen hat und mir davon erzählt.

Es macht mich verrückt, wenn ich denke, jetzt hätte ich es geschafft, etwas zu erinnern und dann wird mir klar: nein, das hat dir jemand erzählt (meist verbunden mit dem Satz: "Wie, das weißt du nicht mehr...") bzw. ich hab es aus Gesprächen, die ich gehört habe, entnommen.

Und du meinst, es gibt überhaupt keine Möglichkeit, das zu erzwingen? Ich hätte ja nun gedacht, je emotional instabiler desto günstiger sind die Voraussetzungen.

Ich war mal ziemlich high, da sind mir einige Sachen eingefallen. In der Nacht hatte ich wahnwitzige Alpträume von meinem Vater und hab die halbe Nacht weinend im Bad verbracht. Das war schon mal ein Durchbruch, zumindest hatte ich wenigstens irgendein Gefühl. Ich hab schon öfter versucht, das wieder so hinzubekommen, aber entweder war das Gras damals zu schlecht oder zu gut ;-) Ich schaff es jedenfalls nicht mehr.

Gefühlserinnerungen habe ich übrigens auch keine. Ich weiss nur bei bestimmten Dingen (z.B. Mobbing) rein vom Kopf her, dass das schlimm gewesen sein muss. Aber sonst? Keine Ahnung.

Mh, vielleicht ist das ja auch allgemein so. Man müsste in anderer Leute Köpfe schauen können.

Danke jedenfalls für deine Antwort.

S$ilbexr


Und du meinst, es gibt überhaupt keine Möglichkeit, das zu erzwingen?

Hypnose. Aber wenn, dann bitte nur bei einem Therapeuten, der dafür auch qualifiziert ist. Und sei dir darüber im klaren, dass es dich extrem destabilisieren kann, vor allem wenn du irgendwelche schlimmen Dinge verdrängt haben solltest und die alle mit einem mal wieder da sind.

Die Schutzfunktion ist von daher eigentlich nicht blöd, sondern sogar gut. Wer weiss, wie es dir ginge, würdest du dich an alles erinnern? Vielleicht sind da Dinge dabei, die dich derart runterziehen, dass du nicht mehr leben möchtest oder sowas.

Ich hätte ja nun gedacht, je emotional instabiler desto günstiger sind die Voraussetzungen.

Nein, eben genau im Gegenteil.

Ich habe eben dieses Buch gelesen:

Amazon

Die Autorin schildert ziemlich eindrücklich eben genau diesen Schutzmechanismus. Sie hat sich nicht auf einen Schlag an alles erinnert - das kam immer nur Stück für Stück, auch wenn das teilweise sehr schwierig für sie war, weil sie ja alles wissen wollte. Letztendlich schreibt sie aber irgendwo, dass sie es wohl nicht überlebt hätte, wären die Erinnerungen zu schnell oder zu früh gekommen.

Ich kann deinen Wunsch übrigens sehr gut nachvollziehen, da es mir derzeit ähnlich geht - nicht in punkto "gesamte Kindheit" sondern auf einen bestimmten Zeitraum bzw. ein evtl. vorhandenes Ereignis. Mich macht diese Warterei auch wahnsinnig. :|N

ap.0fish


Machst du denn aktiv etwas, damit die Erinnerungen zurückkommen? Bzw. wird in dem Buch beschrieben, wie sie es schafft?

Zu einem Therapeuten würd ich ja lieber erst dann gehen, wenn ich mich denn erinnern kann. Vielleicht klärt sich ja auch vieles und ich muss gar nicht hin. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass da ein finsteres Geheimnis auf mich lauert...deswegen verstehe ich nicht, weshalb die Zeit so "ausgeblendet" wird.

SJilbexr


Ich denke mich halt zurück. Das ist schwer zu beschreiben und wird meistens auch nicht von mir gesteuert. Irgendwie fällt mir immer irgendeine Kleinigkeit ein. Heute Nacht habe ich zum Beispiel ein Hörspiel gehört, das ich schon als Kind oft gehört habe - das hat mich irgendwie auch in die Zeit zurückversetzt (war keine so gute Idee.. %-| ).

Im Buch ist es auch ganz oft so, dass sie es endlich wissen will, vor allem weil sie anfangs teilweise nur Körpererinnerungen hat, aber nicht weiss, was denn nun wirklich war, wo, wann und sowas. Sie hat 30 Jahre lang verdrängt und das kam alles erst wieder, als sie wegen ihren chronischen Kopfschmerzen in Therapie war. Da stellte sich dann recht schnell heraus, dass sie nicht einfach "nur" Kopfschmerzen hatte...

Ich vermute aber mal, dass eine Therapie auch dabei helfen kann, sich zu erinnern.

und so von wegen "sich nicht vorstellen können, dass irgendwas war" - ich glaube ehrlich gesagt, das geht den meisten so (damit meine ich jetzt nicht, dass es bei dir so ist, das kann ich ja nicht wissen). Ich habe zu Beginn meiner Therapie z.B. auch noch gedacht, dass ich eine ganz tolle wunderschöne Kindheit hatte und gar keinen Grund, irgendwelche Probleme zu haben. Vieles ist mir erst im Laufe der Zeit eingefallen und auch klarer geworden.

k^erkxen


Hi,

ich bin zwar kein Psychologe, aber denkst du nicht, daß du erstmal den Grund finden solltest, weshalb du dich nicht an details deiner Kindheit erinnern kannst. Es muss eine Ursache haben, daß dein Gehirn sich vor sämtlichen Erinnerungen sperrt und erst wenn diese Blockade gelöst ist, denke ich, kommen auch Erinnerungen.

Ich glaube kaum, daß dies ohne therapeutische Betreuung möglich ist. Vielleicht solltest du doch mal in Erwägung ziehen, dich in eine psychotherapeutische Behandlung zu begeben.

es ist nicht anzunehmen, daß du ein dunkles Geheimnis auf der Seele hast. Ich denke eher, daß es doch in deiner Kindheit irgendetwas gegeben hat, was du damals einfach nicht verarbeiten konntest. Vielleicht war es sogar der Tod deines Vaters, der für dich ja überraschend kam. Ich weiß das natürlich nicht, aber vermute, daß es da irgendetwas aufzuarbeiten gibt und das geht ohne Hilfe nicht.

Ryut&hyxn


Also,

ich habe es ganz oft das sich Erinnerungsfetzen "zeigen" wenn ich es mit bestimmten Gerüchen zutun bekomme. Das sind dann zwar meist auch "besondere" Situationen aber viele Puzzleteile machen ja auch ein Bild. Ich gebe mal ein Bspl.: Holzfeuer und Kohlenstaub bringt mich ins Haus meiner Großtante und die Geschehnisse dort. Das Lieblingsparfum meiner Mutter erinnert mich an eine lange Krankheitsphase in der ich zu hause bleiben mußte und oft in ihr Bett geflüchtet bin etc.

Das ist natürlich schwer "künstlich" zu erzeugen aber vielleicht fällt Dir ja etwas ein um diesen Vorgang des Erinnerns so zu forcieren.

Viel Erfolg

am.fxish


Silber: Das erste Mal bin ich wegen "Schlafstörungen" zuerst bei div. Ärzten und dann bei einem Therapeuten gelandet. Irgendein Ventil findet sowas immer...und wenn man Glück hat, wird nicht nur an den Symptomen herumgedoktort.

Hörspiele hab ich als Kind auch immer gehört - da hab ich mich eben gerade dran erinnert ;-) Das mit den Gerüchen, Ruthyn, ist ja sogar wissenschaftlich bestätigt, also, dass unser Gedächtnis ganz besonders darauf anspricht. Nur weiß ich nicht, welchen Geruch ich da rekonstruieren sollte..

kerken

ich bin zwar kein Psychologe, aber denkst du nicht, daß du erstmal den Grund finden solltest, weshalb du dich nicht an details deiner Kindheit erinnern kannst.

Und da beißt sich die Schlange irgendwie in den Schwanz. Wie soll ich herausfinden, was die Ursache war, wenn alles so verschwommen und unklar bzw. einfach weg ist :-|

In therapeutischer Behandlung war ich schon mal - hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen, sowas hängt aber sicher auch immer von Arzt und Patient ab. Ich hatte nicht so den Draht zu dem.

Ich hab auch irgendwie Bedenken, ohne konkreten "Grund" zu einem Arzt zu gehen. Beim ersten Mal waren da ja die Schlafstörungen. Und heute? Lauf ich da auf und sage: irgendwas stimmt nicht, aber sonst komm ich klar - dann guckt der sich mein Leben und sagt: Wieso, läuft doch alles top bei Ihnen.

Ja..funktioniert ja eig. auch alles gut, so von Außen. Deswegen würd ich es lieber allein hinbekommen und wenn ich weiß, wo es klemmt, kann mir ein Therapeut doch viel konkreter helfen.

Sui=lber


sowas hängt aber sicher auch immer von Arzt und Patient ab.

Oh ja! Ein gutes Patienten-Therapeuten-Verhältnis ist extrem wichtig, schliesslich vertraut man dem Therapeuten so einiges an. Das klappt nicht, wenn die Chemie nicht stimmt oder man sich absolut nicht vorstellen kann, diesem Therapeuten jemals zumindest ein klein wenig vertrauen zu können (das Vertrauen baut sich ja meist erst mit der Zeit auf und wenn man schon von Anfang an das Gefühl hat, einer Person niemals vertrauen zu können, ist das keine besonders gute Bedingung für eine Therapie bei dieser Person).

Das heisst, du hast momentan keine aktuellen Probleme? Hatte es einen bestimmten Grund, wieso du mit der Psychologin gemailt hast?

ai.6f'isxh


Meine Lebensplanung läuft gut - Praktikum klappt, ich lauf jeden Tag ordentlich angezogen auf, mach gute Arbeit etc., ich versorge mich und meine Katzen, ich führe eine Beziehung - Also hab ich kann ich dann überhaupt Probleme haben? Wenn ichs doch immer irgendwie hinbekomme?

Der Therapeutin habe ich gemailt, weil ich immer wieder Phasen habe, in denen ich denke, ich kann einfach nicht mehr weiter. Ich habe große Probleme im Umgang mit anderen Menschen, das schränkt mich schon sehr ein. Alles, bei dem ich irgendwie mit Anderen in Kontakt treten müsste (also, mehr oder minder persönlich. Anonym hinterm Nickname geht ganz hervorragend), versuche ich zu vermeiden. Behördengänge, Arztbesuche, Feiern...

Auf der anderen Seite bekomme ich es aber auch hin, wenn ich wirklich gezwungen bin - mit tagelangen mentalen Vorbereitungen, vielen Tränen und schlaflosen Nächten, aber ich bekomme es hin. Das wäre ja wieder ein Hinweis für "kein Problem".

Es ist auch nicht so, dass ich völlig isoliert wäre. Bei den Menschen, mit denen ich täglich so konfrontiert werde, gelte ich bestimmt nicht als schüchtern und zurückhaltend, eher im Gegenteil. Aber das ist gerade das Problem...ich hab da ein ziemlich falsches Bild aufgebaut und deshalb darf mir keiner zu Nahe kommen, sonst könnte er ja hinter die Fassade schauen. (Ich weiß nicht, warum mir das bei meinem Freund keine Probleme macht. Der kennt mich in all meiner neurotischen Pracht ;-) )

Andererseits: auch das funktioniert irgendwie, wenn ich wollte, hätte ich Menschen um mich erhum, auf die ich mich verlassen kann, die meine Freunde wären. Naja, ich will ja auch..aber ich kann irgendwie nicht.

Es kommen noch andere Dinge hinzu, aber der große Bereich "die Anderen" ist der, der mein alltägliches Leben am meisten beeinflusst.

Aber ich kann das alles ganz gut wegdrücken und funktionieren. Die meiste Zeit über fühle ich mich okay - solange ich nicht irgendwo mit meinen Unzulänglichkeiten konfrontiert werde. Auch dann kann ich danach meist durch kiffen, Computer spielen oder das beliebte Spiel Ich-tue-so-als-wäre-das-gar-nicht-mein-Leben schnell zum Alltag zurückfinden und alles läuft wieder.

Daher meine Zweifel, ob ich "genug" Probleme hab, um mich damit in Behandlung zu geben.

Es ist halt nur so wahnsinnig anstrengend so zu leben. Und manchmal wird es mir zuviel. In so einer Phase habe ich die Therapeutin angemailt. Das Fazit war: Ich hätte mir ein ausschließlich negatives Weltbild aufgebaut, welches nur auf Unsicherheit, Angst und Selbsthass aufbaut und ich würde alles immer so interpretieren, dass ich es gegen mich selbst verwenden kann, um mich zu drangsalieren und meinem Leben durch Leid und Aufopferung einen (trügerischen) Wert zu geben. Sie ist der Meinung, ohne professionelle Hilfe käme ich da nicht mehr raus, Ursache liege wahrscheinlich (auch) im Umgang meiner Familie untereinander - und deshalb würde ich mich gern an diese Zeit erinnern.

Und das möglichst ohne Hilfe von Anderen - siehe oben ;-) Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal beim Friseur war...ich trau mich einfach nicht anzurufen und einen Termin zu machen. Wie soll ich es da schaffen, zu einem Therapeuten zu kommen.

SAiGlbzer


Daher meine Zweifel, ob ich "genug" Probleme hab, um mich damit in Behandlung zu geben.

ich finde das bei weitem "genug" (ich tue mich schwer damit, einzuschätzen, wer "genug Probleme" hat, um eine Therapie machen zu "dürfen", weil man es ja letztendlich selber entscheiden muss. Weil du aber selber daran zweifelst, habe ich meine Einschätzung jetzt doch hingeschrieben).

Man muss nicht erst völlig am Boden zerstört, schwer depressiv oder gar suizidal sein, um in Therapie gehen zu können. Es ist eher besser, vorher zu gehen, denn wenn es einem zu schlecht geht, kann man teilweise nicht mal mehr richtig mitarbeiten (weil einem die Kraft fehlt).

Auf der anderen Seite bekomme ich es aber auch hin, wenn ich wirklich gezwungen bin - mit tagelangen mentalen Vorbereitungen, vielen Tränen und schlaflosen Nächten

das liest sich für mich sehr anstrengend und ich war sehr erstaunt, dass du dann geschrieben hast, dass es ein Hinweis auf "kein Problem" wäre. Sicherlich gibt es Menschen, die von Natur aus eher schüchtern sind und Probleme haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Aber sobald man sich derart quälen muss (und tagelange Vorbereitung, schlaflose Nächte und viele Tränen sind für mich "quälen"), finde ich das nicht mehr "normal". Mag sein, dass du es trotzdem hinkriegst, aber du schreibst es ja selber: Du "funktionierst" und es ist sehr anstrengend. Es ist gut möglich, dass es dir irgendwann zuviel wird und du eben nicht mehr funktionierst.

Das, was du als "wegdrücken" beschreibst, ist letztendlich nichts anderes als Verdrängung - bewusste Verdrängung. Ich möchte kein Moralapostel sein, kann es mir aber nicht verkneifen: Du weisst schon, dass Kiffen nicht nur keine Lösung ist, sondern auch ziemlich gefährlich werden kann? Sorry, will nicht rumnerven, hab früher selber ab und an gekifft - habe aber in der Psychiatrie einen Psychotiker kennengelernt. Grund für seine Psychose: Das Kiffen. Das war echt übel, der hat mit Gott geredet und gedacht, er sei Moses und solche Dinge. :- seitdem bin ich da etwas empfindlich. ;-)

Wie soll ich es da schaffen, zu einem Therapeuten zu kommen.

Manche Therapeuten haben eine Homepage oder zumindest irgendwo eine Mailadresse angegeben - das wäre eine Möglichkeit. Die anderen wäre, dir genau aufzuschreiben, was du sagen möchtest. Das kann einem die Angst etwas nehmen. Bei mir (ich war bei mehreren Therapeuten) ging übrigens sowieso immer der Anrufbeantworter ran und man rief mich dann zurück. Das hängt wohl davon ab ob der Therapeut gleichzeitig Arzt ist und ob er in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet. Also nicht irritiert sein, falls da keine Sprechstundehilfe am Telefon ist. ;-)

Ich schliesse mich dementsprechend der Therapeutin an: Ich glaube auch nicht, dass du da alleine rauskommst.

Ach ja: Wenn du dich auch auf die Vergangenheit konzentrieren möchtest (was ich gut verstehen kann, ging mir auch immer so), würde ich keine reine Verhaltenstherapie machen. Diese würde sich zwar vermutlich eignen, um dir die Angst vor Kontakten, Anrufen u.ä. zu nehmen oder sie zumindest zu lindern, aber in der Verhaltenstherapie konzentriert man sich auf das Hier und Jetzt, guckt, dass man aktiv etwas verändern kann. Ich glaube jedoch, dass ein guter Therapeut durchaus unterschiedliche Therapieformen kombinieren kann, das ist bei mir auch so.

ah.fi^sh


Danke für deine Einschätzung, Silber. Das war wirklich gut zu lesen. Ich weiß, dass weder Kiffen noch die Probleme ignorieren langfristige Lösungen sind - oder überhaupt Lösungen.

Danke auch für die Hinweise zur Therapieform.

Ich hab ein bisschen über Selbsthypnose und autogenem Training gelesen, das soll wohl auch helfen Blockaden zu lösen. Ich habs vor Jahren schonmal mit autogenem Training probiert, aber unter Anleitung in einem Kurs. Davon weiß ich nur noch, dass eines dieser Mantren, die beruhigen sollten, "Es atmet in dir" war und das mich das eher an Species erinnert als entspannt hat. ;-D

Ich meine... "Es atmet in dir"?! Das soll eine beruhigende Vorstellung sein?

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