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Bedeutung der Verdachtsdiagnose

fFcbFstef6fxi hat die Diskussion gestartet


Hi!

Ich wurde heute zum ersten mal von meinem Hausarzt zu einem Psychiater überwiesen, da mein Therapeut sich eine Differentialdiagnose wünscht, bevor er ein Gutachten schreibt. Auf meinem Überweisungsschein steht "neurotische Persönlichkeitsstörung" sowie "bipolare Komponente" sowie Borderlineverdacht- Über letzteres habe ich einiges gefunden, allerdings nichts über die ersten beiden Ausdrücke. Hat jemand von Euch vielleicht eine Idee, was damit gemeint ist?

Viele Grüße,

Steffi

Antworten
Sfil\bxer


Erstmal: Ich würde nichts auf eine Diagnose vom Hausarzt geben - Fachmann ist der ja für dieses Gebiet nicht.

bipolare Komponente bedeuten vermutlich, dass du Anteile einer manisch-depressiven Störung (bipolare Störung) hast - aber eben nicht so, dass es die Diagnose "bipolare Störung" rechtfertigen würde. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass du starke Stimmungsschwankungen hast, vielleicht auch mit Hypomanie oder gar Manie. Vermute ich zumindest. Was eine neurotische Persönlichkeitsstörung sein soll weiss ich nicht.

Da man sich mit Diagnosen sehr verrückt machen kann (spreche aus Erfahrung) würde ich dir ans Herz legen, zu bedenken, dass es letztendlich nur "Schubladen" sind und man die Diagnose zwar hat, aber nicht die Diagnose *ist*. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich der Borderline-Verdacht bestätigen sollte (und der Psychiater sollte das dann nicht nach der ersten Stunde diagnostizieren) - wenn man googelt findet man nämlich recht viele Infos à la "Borderline ist nicht heilbar" - das mag zwar stimmen, ähnlich wie bei Suchterkrankungen, bei denen man auch nicht "geheilt" ist - aber es bedeutet eben nicht, dass man für den Rest seines Lebens unter den Symptomen leidet. Das finde ich wichtig zu wissen. Ich hatte die Diagnose nämlich auch mal und fand die Aussicht auf lebenslange massive Einschränkungen nicht gerade prickelnd. :-|

slmilex2008


Die Verdachts-Diagnose kommt bei mir nicht direkt vom Hausarzt, sondern von Psychotherapeuten ;-) Danke für die Auskunft, jetzt leuchtet mir ein, was eventuell damit gemeint sein könnte: die Stimmungsschwankungen halten bei mir wochen- bzw. monatelang an- das ist ja eher bipolar, wenn ich mich da nicht irre?

Wie kommst du mit dem Borderline klar? Hast du deswegen auch schon eine Verhaltenstherapie und/oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht?

Als ich vor ein paar Wochen die Verdachtsdiagnose bekommen habe, bin ich beim Arzt emotional eingebrochen und bekam fast Tränen, denn man hört ja nur von schlechten Prognosen und wie schwer die Behandlung ist. Ein Therapeut hat mir sogar noch mehr Angst gemacht, als er meinte, man kann auch mehrere Diagnosen stellen :-|

f+cbst|effxi


Mein PC loggt mich immernoch mit meinem alten Username ein- echt komisch :-/ Jetzt funktioniert´s aber anscheinend wieder...

S<ilCber


ah, sorry, da war ich etwas verwirrt. ;-)

ich habe die Borderline-Diagnose nicht mehr. Das ist auch genau der Grund, wieso man sowas erst ab dem 20. Lebensjahr oder später diagnostizieren sollte (davor halt Verdachtsdiagnose): Es kann sich auswachsen. War bei mir der Fall. Trotzdem habe ich in der Vergangenheit DBT gemacht.

Das stimmt, dass man mehrere Diagnosen haben kann, das habe ich auch. ;-) Das finde ich jetzt aber nicht schlimmer als "nur" eine Diagnose, letztendlich kommt es ja auch auf die Beeinträchtigung an. Vor allem bei Therapien möchte die Krankenkasse natürlich wissen, warum man überhaupt in Behandlung ist.

Wegen den Stimmungsschwankungen: Es kommt auf das Ausmass an. Ich hatte z.B. in der Vergangenheit ab und an hypomanische Phasen (nur ganz kurz, teilweise über wenige Stunden hinweg). Auch das hat sich gegeben, ich habe keine bipolare Störung. Man kann auch einfach "nur" Schwankungen im normalen Bereich (mit normal meine ich "normale Stimmung bis schwer depressive Stimmung", also keine Hypomanie oder Manie) haben, ohne dass es deswegen eine bipolare Störung sein muss.

f|cbstexffi


Hi,

nach anfänglichem Zögern habe ich mir einen Termin beim Psychiater machen lassen, weil ich selbst da nie anrufen würde (man kennt ja die typischen Vorurteile :-/) und der ist in 3 Wochen. Da wissen wir nach langem Herumirren endlich, was wirklich los ist. Wie gesagt, erst hieß es, ich hätte eine Persönlichkeitsstörung, dann hieß es, ich sei zu jung dafür, dann war´s eine Depression, dann der Borderline-Verdacht und Angststörung, dann kam von meinem jetzigen Therapeuten diese bipolare Komponente dazu. Und das mit 18 Jahren :|N

Ich frage das mit der Therapie deshalb, weil ich mich zwischen einer Verhaltenstherapie und einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie entscheiden muss und ich nicht weiß, was jetzt im Endeffekt mehr bringt.

J)immyxRay


Achja wie fein... Differentialdiagnosen.

Dein Therapeut hat die Diagnose "neurotische Persönlichkeitsstörung" gestellt? Wow denn die gibt es so gesehen gar nicht. Oder besser viele Persönlichkeitsstörungen sind neurotischer Natur - borderline, narzisstische, histrionische Persönlichkeitsstörung... also was soll alleine dieser dämliche und vorallem unspezifische Begriff.

Eine neurotische Persönlichkeitsstörung gibt es nicht.

Das selbe für die "bipolare Komponente". Der selbe schwammige Ausdruck, bipolarität kann bei Borderline, bei Narzissmus (Selbstverachtung - Gigantomanie) und zahlreichen anderen Persönlichkeitsstörungen auftreten.

Und Borderlineverdacht. Ja das dachte ich mir. Wenn man sich nicht sicher ist dann ist die Modediagnose Borderline immer gut. Und wenn es nur der "Verdacht" ist kann man sich gleich eine Schüssel Wasser bringen lassen und die Hände reinzuwaschen.

Alles am Überweisungsschein ist einfach nur unspezifisch... und vorallem peinlich. War das alles was dein Therapeut in der Zeit hervorgebracht hat? Dann würde ich mir über die Qualitäten dieses Menschen Gedanken machen...

Fehlt dass er dir noch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung attestiert. Er braucht eine Differentialdiagnose von einem Psychiater? Scheinbar mangelt es an der Kompetenz denn normalerweise ist sowas nicht notwendig. Da hat der Psychiater aber ne Menge zu differenzieren... mal Borderline von allen anderen Persönlichkeitsstörungen / Verhaltensstörungen wie ADHS, die "bioplare Komponete" von einer bipolaren Störung oder anderen instabil affektiven Störugnen... und die neurotische Persönlichkeitsstörung... naja ich denke da wird der Psychiater sich auch so seinen Teil dazu denken.

Nur mal verglichen mit einem Kochrezept, was da am Überweisungsschein steht kann man folgendermaßen vergleichen:

-"Fleischssorte"

-"Milch-Komponente"

-"möglicherweise Mehl"

f'cbs)tefxfi


Danke für Eure Beiträge- jetzt bin ich der Sache irgendwie schon näher gekommen. Ich kann mir besten Willens nicht vorstellen, dass man eine Persönlichkeitsstörung hat und gleichzeitig manisch-depressiv ist :-/ Ist das eigentlich gewöhnlich, dass man vor einem Gutachten für eine Therapie sich psychiatisch begutachten lassen muß? :-/

Wrar ma(l der fKatxer


Jimmy

genau das habe ich auch gedacht, total unspezifisch und "neurotische Persönlichkeitsstörung" gibts gar nicht. Schöner Vergleich mit dem Rezept ;-D.

Was für ein Durcheinander.

Nein man muss vorher nicht begutachtet werden, man holt sich einen Überweisungsschein, schon am besten vom Psychiater oder Nervenarzt weil das einfach der Facharzt ist, Hausarzt geht aber auch. Und dann sucht man sich einen Therapeuten der was von seinem Beruf versteht.

Borderline..ja ja....immer gerne genommen wenn man nicht weiterweiss.

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