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Der innere Antrieb ist weg

dlemo!nia\ta hat die Diskussion gestartet


Das beschreibt es für's erste wohl am besten. Schon seit knapp zwei Jahren fehlt es mir von Tag zu Tag mehr an Kraft irgendetwas zu tun. Morgens wache ich auf, könnte stundenlang auf meinem Bett sitzen bleiben und das Fenster anstarren. Zusehen, wie der Tag wieder zur Nacht wird, einfach nur zusehen. Tausend Dinge fallen mir ein was ich nützliches tun könnte... lernen, lesen, malen, putzen, aufräumen, Sport, kochen, eben Sachen, die man so tut. Aber aufraffen? Mühselig.

Eigentlich sollte es mir gut gehen, denn ich habe eine handvoll Freunde, die auch verdient haben so genannt zu werden. Ich führe eine Beziehung, die ihre Höhen und Tiefen mit sich bringt, aber Bestand hat und mich eigentlich glücklich macht. Ich habe ein Studium, ziehe bald in eine neue Wohnung. Ein relativ normales Leben möchte man meinen.

Aber innerlich ist meine Welt düster. Schlafen ist bei mir schon lange ein Problem. Vor Mitternacht schlafe ich meistens erst gar nicht ein. Im Bett fange ich an zu grübeln und mein Herz fühlt sich unendlich schwer an. Sehr oft weine ich mich in den Schlaf, wenn ich an Vergangenes denke und komme nicht los von all den dunklen Gedanken, die mich jagen. Wenn ich dann eingeschlafen bin, wache ich schnell wieder auf oder habe entsprechend Albträume, die mich wecken. Und der Tag beginnt so grau, wie er geendet hat. Ich male mir Szenarien aus, was ich alles Schlimmes erleben könnte, wie meine Beziehung den Bach runter geht, etc.. Vorzugsweise wenn ich alleine bin, in Gesellschaft lässt sich das ganz gut überspielen und/oder verdrängen.

Bisher konnte ich mich nichtsdestotrotz zwingen, das zu tun was anstand. Aber heute? Um 12h schreibe ich meine vorerst letzte Klausur. Oder besser: ich hätte schreiben sollen. Ich bin aufgewacht und bin zu Hause sitzengeblieben. Habe zwar in Erwägung gezogen zu gehen, aber es gelassen. Prüfungsangst hatte ich schon immer, aber immer habe ich meine Klausuren geschrieben und sie hinter mich gebracht. Bis auf heute. Heute ist es keine Prüfungsangst, die mich davon abhält hinzugehen. Ich hab einfach keine Kraft mehr. Die letzten zwei Klausuren sind schief gelaufen, ich muss sie wiederholen. Aber ich war wenigstens dort und habe sie geschrieben.

Obwohl ich "erst 21 Jahre alt" bin, fehlt es mir an etwas. Im Moment fühlt sich alles "egal" an, und dann möchte ich mich als nächstes am liebsten selbst ohrfeigen. Das kann es doch nicht sein. Vor allem hört sich das so dumm an. Meine Klausuren sind so gesehen nicht weiter wichtig. Entweder ich bestehe sie oder eben nicht. Mein Leben wird weitergehen. Aber zu erkennen, dass gerade so sehr die Luft raus ist, erschreckt mich und ich denke, dass die heutige Klausur nur der Auslöser war, das hier zu schreiben...

Antworten
itngma8x6


liebe demoniata,

ich weiß genau wie du dich fühlst, ging mir die letzten monate genauso, aber ich habe mit meinem freund darüber geredet, der hat mich aufgefangen und mir gezeigt, dass es sich lohnt sich aufzuraffen und was aus dem tag zu machen. nur jetzt hat er mich verlassen und ich häng wieder in diesem loch. hab keine lust mehr irgendwas zu tun, nich mal meine beste freundin zu sehen. das macht einen wahnsinnig. ich kann dir nur raten dich jemandem anzuvertrauen und auch über die sachen aus der vergangenheit zu reden. bei mir hats funktioniert, jetzt is es leider wieder beim alten. lass dich nicht hängen und rede wirklich mit jemandem. wenn du sonst zu keinem vertrauen fassen kannst auch über vergangenes zu reden (weiß ja nicht was vorgefallen ist) dann such dir am besten nen therapeuten....

ich drück dich und denk an dich

liebe grüße

dTemoMniatxa


Hallo ingma,

vielen Dank für deinen lieben Beitrag. Mein Freund gibt sich redliche Mühe und meistens funktioniert es auch sehr gut, mich aus dem Tief rauszuholen. Der Haken ist nur leider, dass man mich eigentlich nie alleine lassen dürfte. Freunden vertraue ich mich zum Teil an. Aber alles würde ich ihnen niemals erzählen (wollen). Zu schmerzlich ist das alles und zu unnötig sie so eine Erfahrung wissen zu lassen. Ich habe zwar mal versucht meinen Freund miteinzubeziehen und ihm meine Geschichte offen zu legen, aber ihn traf es umso mehr. Mit einer Person, die mir derart nahe steht, kann ich also nicht wirklich reden, weil ich Angst hätte ihn damit betroffen zu machen. Ein Therapeut wird vermutlich die sinnvollste Lösung sein. Ich habe es auch schon einmal versucht. Aber nach drei Absagen hintereinander hatte ich keinen Mut mehr. Es würde sich durch so ein Gespräch ohnehin nichts ändern lassen - so mein Gedanke damals.

Ich möchte es aber nochmal versuchen, einen geeigneten Therapeuten zu finden. Morgen kommt eine Freundin mit zur Beratungsstelle. Ich wünsche mir, dass es mir etwas bringt, auch wenn ich nicht so ganz daran glaube.

Fühl dich ebenfalls gedrückt!

LG, demo

iWngmxa86


liebe demo,

glaube fest daran, dass es etwas bringt!!wird wahrscheinlich am anfang nicht so leicht sein, aber ist ja schon mal super, dass du nicht alleine bist und eine freundin mitkommt. ja ich weiß, es ist schwer über manche sachen zu reden. war bei mir auch so und alles konnte ich ihm einfach nicht erzählen. mittlerweile bereue ichs sogar überhaupt was gesagt zu haben, ich hab gedacht er wär der mensch dem ich alles anvertrauen kann, er hat mir aber monatelang nur vorgespielt dass er mich liebt.... naja bin froh, dass du nicht alleine bist, ist sehr wichtig und ich drück dir für morgen die daumen, hoffentlich hast du danach das gefühl, dass es etwas bringt!!

lg ingma

dhegmonixata


Wie geht ihr anderen mit einem "Tief" um? Wie rappelt ihr euch wieder auf?

Ich habe das Gefühl in meinem Loch festzusitzen und weder vor noch zurück zu können. :(v

Z:wacMkx44


Klingt nach Depression. Hast Du schon mal daran gedacht, Dir ein Antidepressivum verschreiben zu lassen?

i4ngmaa86


hallo :)

wollt mal hören wie der termin heute war??hoffe gut, hab an dich gedacht ;-)

lg

oSro>s-luan


das wort < eigentlich > ist vielleicht schon der schlüssel . . .

dVemonGi?axta


Guten Abend miteinander,

leider ist der Termin heute ins Wasser gefallen. Der Berater für heute war krank. Also werde ich morgen nochmal versuchen hinzugehen... nötigenfalls dann sogar allein. Ich werde mich einfach zwingen und meinen Mut zusammennehmen.

Antidepressiva habe ich weder bekommen noch jemals danach gefragt. Ich war ja bisher auch nie in Behandlung oder ähnlichem. Ein Arzt, dem ich versucht habe, meine innere Situation ein klein wenig zu schildern, tat es als nicht ernst zu nehmende Phase ab. "Das geht vorbei, Sie werden sehen." Nur dauert diese Phase für meine Begriffe schon viel zu lange an. Nunja.

Und ja, eigentlich mag ich das Wort "eigentlich" so ganz und gar nicht. Aber ich wüsste auch nicht, wie oder was ich ändern sollte/könnte, um dieses "eigentlich" loszuwerden. Ich werde sehen, was die nächsten Tage bringen. Ein Seminar "Selbst- und Zeitmanagement" steht an.

Viele liebe Grüße,

demo

ihngma8x6


ja geh auf jeden fall hin. hast es jetzt schon soweit geschafft den schritt zu machen!!

naja antidepressiva find ich im moment ein bisschen übertrieben. du solltest ja erstmal gespräche führen etc. dann kann man immer noch schauen ob medikamente nötig sind...

würd mich freuen, wenn du morgen was positives berichten kannst :)

wünsch dir einen schönen abend.

liebe grüße

d:emoVnBiata


Ich war eben bei der Beratungsstelle und habe bereits für 11.30h heute Vormittag meine erste Therapiesitzung. Und irgendwie hab ich doch mehr Bammel davor, als man haben sollte oder müsste. Ich berichte heute Abend erneut, bis später.

iing1max86


hallo demo,

na wie war die erste sitzung?ich hoffe gut!!

liebe grüße

dgemoIniatxa


Ja, ich wollte noch schreiben, aber mir kamen lauter Dinge dazwischen, die mich abhielten. Viel ist nicht passiert. Wir haben die familiären Hintergründe etwas durchleuchtet und ich hab ihr von meinen im Moment wichtigsten Albträumen erzählt. Wirklich erleichtert habe ich mich nicht gefühlt, aber immerhin schon irgendwie auf dem Weg der Besserung.

Gleich morgen früh hab ich meine zweite Sitzung. Und dann mal sehen.

bjdAak


demoniata, es hört sich interessant an, was du schreibt. Vor allem deshalb, weil ich solche gedanken nie hatte. Es ist fremd für mich und ich frage mich wie diese entstehen oder woher sie kommen... @:)

Also, dein freund ist ja nicht dazu da, deine persönlichkeit neu zu definieren oder aufzubauen. Du bist diejenige, die entscheidet wie sie sich fühl, denkt und handelt. Mein vorschlag wäre, um aus diesen negativen gedanken auszubrechen - erstens mach sport, irgendwas was es dir gefällt. So gehst du unter menschen und bewegst dich körperlich. Zweitens, such dir einen interessenten job aus, oder mach eine tätigkeit (körperlich oder geistig), die dir gefällt. Drittens, mehr interessante sachen lesen. Viertens wenn solche gedanken kommen, gar nicht folgen..

So sehe ich das :)-

Z$wDa:ck4d4


Und wie war die 2. Sitzung?

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