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Der innere Antrieb ist weg

bdd}ak


Zwack44, und wie hat sich die Wirkung von dem Antidepressivum bei dir bemerkbar gemacht? Hat es dir irgendwie langfristig geholfen?

Zjwack`44


@ bdak

Meine 1. Depression mit 39 hat mir 3 Monate stationäre Behandlung eingebracht (unter ärztlicher Überwachung kann man ADs höher dosieren), dann war ich noch 2 Wochen zu Hause und danach wieder arbeitsfähig. Irgendwann konnte ich dann auch die ADs ganz weglassen.

Meine 2. Depression mit 57 wurde ambulant behandelt; den ADs habe ich zu verdanken, dass ich bis zu meiner Pensionierung arbeitsfähig geblieben bin. Die ADs nehme ich seit 2001 bis heute in wechselnder Zusammensetzung. Es gab viele Irrwege, aber wenn man Geduld und den unbedingten Willen mitbringt, wieder zu werden "wie vorher", wenn man weiterhin seinem Psychiater permanent einen sehr exakten Bericht über das eigene Befinden abliefert, versetzt man diesen dann auch in die Lage, den Patienten optimal einzustellen.

Im Augenblick nehme ich einen Cocktail aus 1 Cymbalta, 1/2 Fluctin und 1/2 Edronax. Bei meinem nächsten Arztbesuch werde ich diskutieren, ob es sinnvoll sein kann, aus dieser Kombination, die durch trial and error entstanden ist, eine der Komponenten wegzulassen, um zu einer 2er-Kombi zu kommen.

b,daxk


Schön, dass du sowas nimmst. Dann war es bestimmt notwendig. Und als Folge fühlst du dich dann nicht mehr depressiv, sondern ganz optimistisch und guter Laune?

Depression bei einem Mann und dann stationäre Behandlung? Aber wie ist es dazu gekommen - hast du nicht an den Gründen zu diesem pychischen Zustand gearbeitet, mit dir selbst und mit deiner Umwelt, um diese aus dem Weg zu räumen oder sich selbst zu beeinflüssen?

Dass du solche Wirkstoffe nimmst ist ja gut, aber wie fühlst du dich damit? Wenn du mit 39 stationär behandelt wurdest, heisst das, dass du eine längere Zeit zuvor Probleme nicht angesptochen hattest. Und dann hast du in den nächsten 18 Jahren solche Pillen geschluckt, und jetzt auch weiter?

Zmwaockx44


@ bdak

ja, mit meinen ADs fühle ich mich weitgehend "normal".

Warum Depression? Es gibt solche, die sichtbar an ein bestimmtes Ereignis gebunden sind (Trennung, Trauerfall), und solche, deren Ursache man nicht kennt (vornehm ausgedrückt "endogen"). Im letzteren Fall neigen die Ärzte zur Behandlung mit ADs (besonders bei Suizidgefahr), und das war auch ganz in meinem Sinn, denn es kann ja auch passieren, dass nach jahrelanger Psychotherapie kein Ergebnis greifbar ist, und es wird auch berichtet, dass sich manche Patienten nach einer Therapie schlechter fühlen als vorher. Wenn Du Dein Leben auf mögliche Ursachen hin durchleuchtest, findest Du aller Wahrscheinlichkeit nach mehr als eine mögliche Ursache. Willst Du dann eine Therapie nach Art eines Mehrfrontenkrieges?

Wenn Du beispielsweise einen dominanten und teils sadistischen Vater hattest, der Dich ab Deiner Hochzeit nie mehr sehen will (und das auch durchsetzt), eine Schwiegermutter, die meinte, ihre Tochter hätte etwas Besseres verdient, Du ein Haus gekauft hast und bis zum Kragen verschuldet bist (und der variable Zins bis auf 12.5 % steigt), Du im Beruf Perfektionist bist und deshalb immer unter Zeitdruck stehst, Dich Dein Körper mit Pollenallergie und allerhand anderer Wehwehchen piesackt, dann wird Deine "Zwischenbilanz" vielleicht irgendwann so negativ, dass Dich eine Depression heimsucht. Komischerweise sind diejenigen besonders bedroht, die pflichtbewußt sind und alles 100%-ig machen wollen. Der Rat "Schlampe doch einfach ein bißchen" hilft einem da nicht weiter.

Und dann hast du in den nächsten 18 Jahren solche Pillen geschluckt

nein:

Irgendwann konnte ich dann auch die ADs ganz weglassen.

... so nach vielleicht nach 2 Jahren; nicht 18 Jahre ununterbrochen, aber jetzt permanent seit 2001.

Du lernst im Laufe der Zeit, Zwickmühlen zu vermeiden etwa derart: Du bist überarbeitet, möchtest Dir aber nicht helfen lassen. Wer immer hilfsbereit ist und anderen dann noch Arbeit abnimmt, ist besonders anfällig. Du arbeitest also mit 120% Deiner Kapazität, und das schwächt Dich unmerklich. Wenn Dir dann ein Kollege seine Arbeit aufs Auge drücken will mit dem Argument, das sei ja DEIN Fall, erkennst Du zwar darin die Unkollegialität, aber Du bist zu schwach, Dich zu verteidigen; also übernimmst Du auch noch das, und Dein Kollege geht stattdessen zum Tennisspielen. Depression ist aus meiner Sicht oft ein Ergebnis solcher Mißerfolge.

Die eigene Erfahrung mit ADs eignet sich nicht besonders für die Weitergabe an andere, weil jeder Patient anders auf diese Mittel reagiert. Ich kann nur immer empfehlen, einen kurzen Draht zum Psychiater zu halten, ihm extrem genau zu beschreiben, welcher Art Wirkung und Nebenwirkungen sind, denn nur, wenn er das weiß, kann er einen optimal einstellen.

Mancher scheut sich vielleicht auch vor dem Gang zum Psychiater, weil er meint, dass das keine Empfehlung für sein weiteres Fortkommen sei. Als ich den Prof, der meine erste Depression behandelte, darauf ansprach, sagte er nur ganz schlicht: "Wenn Sie wüßten, wieviele Staatssekretäre hier herumlaufen ..."

f9erd7llxl


Hab Sonne im Herzen...

Hab Sonne im Herzen,

ob's stürmt oder schneit,

ob der Himmel voll Wolken,

die Erde voll Streit ...

hab Sonne im Herzen,

dann komme was mag:

das leuchtet voll Licht dir

den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen

mit fröhlichem Klang,

und macht auch des Alltags

Gedränge dich bang ...

hab ein Lied auf den Lippen,

dann komme was mag:

das hilft dir verwinden

den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre

in Sorg und in Pein

und sag, was dich selber

so frohgemut lässt sein:

Hab ein Lied auf den Lippen,

verlier nie den Mut,

hab Sonne im Herzen,

und alles wird gut!

dPemovniaQtGa


hallo,

bitte entschuldigt, dass ich so lange nichts mehr von mir hören habe lassen. ich bin mittlerweile umgezogen, habe aber selbst immer noch kein internet. der tapetenwechsel tut mir sehr gut und ich bin auch nicht mehr so "schlapp".

meine zweite sitzung verlief... gut. mittlerweile bin ich auf meinen eigenen wunsch zu einem psychotherapeuten geschickt worden, der das ganze analytisch angeht. es ist schwer dorthin zu gehen, aber ich gehe immer ein kleines stückchen erleichtert(er) nach hause.

meine kraft kommt schon wieder. wenn auch nur sehr langsam. meine nachklausur habe ich übrigens erfolgreich hinter mich gebracht - jedenfalls gehe ich schwer davon aus, sie bestanden zu haben.

weiteres folgt sicherlich, wenn ich wieder etwas mehr zeit finde.

vielen dank, für den lieben zuspruch und die ratschläge, die ich hier von euch allen erhalten habe! ich weiß das durchaus zu schätzen.

lieber gruß,

demo

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