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Spätfolgen von Intimer Belästigung

P-ippi@lot(tTa7x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo...ich weis nicht wie ich am besten anfangen soll...

Das "Wort/Thema" hier zu schreiben ist mir schon sehr unangenehm... ich kann es nicht erklären, irgendwie kann ich es nicht anehmen...weder über die Lippen bringen noch wirklich aufschreiben

ohne das ich ins schwitzen gerate und mir dabei übel wird.

Daher umschreibe ich es nett Ausgedrück mit "Intimer Belästigung"

Für mich milder es die Sache ein wenig ab.

Bei mir kam es nicht direkt zu einer VG aber im endeffekt macht es die Sache nicht besser

und die Jahre mit den den Folgen machen es eher schlimmer.

Würde ich nicht selbst über mein Thema schreiben wäre es auch wieder was anderes.

Ich weis nicht, ob das jemand nachvollziehen kann oder denk ich habe total ein an der Waffel,

aber für mich war Verdrängung und Vertuschung in jeder Form darmals das "Beste".

Ich hoffe hier Gleichgesinnte zu finden... jemand der aus Erfahrung schreiben kann.

Es scheint sehr viele Frauen zu geben die ein ähnliches Problem wie ich haben.

Vielleicht gibt es hier auch noch Frauen die mit den "Spätfolgen" zu kämpfen haben und wie ich keine Therapie gemacht haben?

Mir würde es niemand anmerken... ich bin ein aufgeschlossener Mensch, kontaktfreudig....

aber auch nur solange ich nicht alleine bin. Ich wurde von Männern immer als eine "harte Nuss" beschrieben... aussen HART und innen WEICH.

Ja, das mag sein, aber für mich ist und war es eine gute Strategie, nicht zu zeigen wie es in mir aussieht. Jeder dachte ich wäre eine selbstbewusste, starke und schlagfertige Frau.

Kein Mann der mich darmals kennenlernte konnte verstehen wieso ich aussen so stark schien, aber sobald mir ein Mann näher kam, ich das Weite gesucht habe.

Ich weis das es den ein oder anderen Mann gibt der wegen mir bestimmt ein riesen Fragezeichen im Gesicht hat. In grosser Runde... auf Partys....etc. hatte ich kein Problem mich mit fremden Männern bzw. Bekannten zu unterhalten ggf. ein wenig zu flirten.

Bei einer Freundin lernte ich einen sehr netten Mann kennen.

Das komische Gefühl stieg schon in mir auf... soweit war noch alles Ok. Doch sobald ich merkte der Mann hat sich in mich verliebt, es geht in die Richtung mehr als Freundschaft wurde ich ganz komisch. Auf einer kleinen Privatparty kam es dazu das dieser Mann und ich im Flur eine Weile alleine waren und er mich direkt zur Rede gestellt hat.

Er fragte, warum ich so bin. Warum ich ihm das Gefühl gebe ihn zu mögen... Warum ich auf Partys mit ihm feiern kann aber sobald er mit mir alleine ist ich mich so komisch verhalte.

Ich konnte es nicht erklären und weis es auch heute nicht, warum ich so gehandelt habe.

Ich brach den Kontakt ab. Er verstand die Welt nicht. Was mir noch heute unheimlich leid tut was darmals alles war. Der Mann hatte es nicht verdient, das ich ihn so abschiebe, aber es war nicht anders Möglich.

Ich traf diesen Mann Jahre später auf der Hochzeit meiner Freundin/Bekannten wieder.

Leider kann ich diesem Mann kaum in die Augen sehen, weil ich weis, das er mich bei meiner Lebenslüge erwischt hatte und er sich in mich verliebt hatte.

Leider war ich ewig nicht fähig einem Mann näher zu kommen.

Was jetzt auch nur eine Spätfolge meiner Vergangenheit war und mich sehr belastet hat.

Mein ganzes Leben war ein auf und ab... ich nahm stark ab und schlitterte knapp an einer Essstörung vorbei.

Männliche Ärzte sind für mich heute noch ein Tabuthema.

Sexuelle Probleme in der Partnerschaft habe ich immer noch,

sowie teilweise noch einen ekel vor Sex und nackten Männern.

Wenn meine Freundin beim Mädelsabend über Sex und Männer reden fühle ich mich

total klein, weil ich da eigentlich gar nicht mitreden kann.

Denn ich kann nicht über Sex reden, weil ich nicht weis wie es sich wirklich anfühl "geil" zu sein

und einen Mann verrückt machen zu wollen.

Für andere scheint Sex was ganz tolles zu sein.

Nur weil ich weis, das alle Sex toll finden glaube ich, das Sex was tolles sein kann.

Für mich sind diese Storys über Sex und Pornos eher ekelerregend und abstossend.

Ehrlich gesagt fällt es mir schwer zu verstehen, das Sex sowas tolles ist und sich die meisten eine Beziehung ohne Sex nicht vorstellen können bzw. jede Woche 1-2 mal Sex standart ist.

Scheint so zu sein...für mich unverständlich da ich es nicht nachfühlen kann.

Kann das hier jemand verstehen?

Mein Mann weis zum grössten Teil bescheid... sonst hätte er sich nie mit mir eingelassen, weil er anfangs auch dachte ich hätte ne Macke.

Ich habe Glück mein Mann kann damit relativ gut umgehen und gewisse Dinge tut er einfach nicht,

weil er weis, das ich austicken würde.

Seitdem er einige Dinge nicht tut, kommen wir besser mit meiner Sexualität zurecht.

Sobald ich in den Augen sehe mein Mann ist sexuellerregt und atmet evt. noch tiefer und steht vor mir oder liegt neben mir und ich kann an diesem Tag (wie leider so oft) keine sexuelle Erregung zu lassen, dann haut es mich wieder in ein aus.

Mir wird heiss und kalt... übel... es hilft dann nur, das ich mich alleine beruhige ggf. dusche und wir später nochmal sprechen.

Es tut mir sehr leid, aber ich kann nicht anders... ich weis das es heute noch schwer für meinen Mann ist.

Hat jemand ähnliche Erfahrung?

Wie geht ihr damit um was hilft euch?

Liebe Grüße

Antworten
C%esc


Hallo Pippilotta,

zuerst möchte ich sagen, dass es mir leid tut, was dir passiert ist. Ich erahne, wie du dich fühlst und weiß ganz genau, dass ein/e Missbrauch/Vergewaltigung (ich finde es wichtig es auch beim Namen zu nennen) mitunter das Schlimmste ist, was einem Menschen widerfahren kann.

Allerdinge denke ich auch, dass es hierfür keine allgemeine Strategie gibt, mit der man mit dem Geschehenen zurecht kommt. Ich weiß nur, dass Verdrängen eben nicht die richtige Lösung ist. Das merkst du ja auch selber, dass man es so ein schlimmes Vorkommnis nicht einfach zur Seite schieben kann, sondern es schwerwiegende Folgen auf das weitere Leben hat.

An deinen Worten merke ich, dass dein Leidensdruck sich in den letzten Jahren eher vergrößert hat und du eigentlich schon eine erfüllende Sexualität mit deinem Mann leben möchtest. Was spricht also gegen eine Therapie? Diese kann ja bei einer weiblichen Therapeutin stattfinden. Ich würde dir zumindest dazu raten.

Ich wünsch dir alles Gute und viel Kraft :)*

P7ippTilCot(ta7x8


Cesc, im allem ist es viel Umfangreicher als ich es in Worte fassen kann.

Eine Therapie... ja ich würde das sicher auch jedem raten. :-/

Nein, ich glaube so weit bin ich noch nicht!

Meine letzte "Beziehung" ist darmals schmerzlich zerbrochen.

Es war schon nicht leicht. Nach sämtlichen Abfuhren und endlosen Ausflüchten von mir

fasste ich endlich vertrauen und ganz langsam entstand eine platonische "Partnerschaft".

Ich dachte der Mann ist "bekloppt", das er sich mit so einer wie mir einlässt.

Die Schuldfrage stand und steht immer noch bei mir.

Schliesslich wusste ich, das das Thema "SEX" irgendwann anstehen wird und er nicht ewig mit mir Händchenhalten möchte. Auf der einen Seite war ich sehr verliebt, auf der anderen Seite wusste ich, das es besser wäre die Sache zu beenden. Trotzdem habe ich gehofft, wenn ich es schaffe über meinen Schatten zu springen,das alles besser wird.

Mein darmaligen Freund war sexuell "sehr" aufgeschlossen (ein Wunder das er solange mit mir gewartet hat), er war daher tief getroffen meine Angst zu spüren und total schockiert.

Lange habe ich meine Angst vor ihm unterdrückt. Gesagt ich brauche noch "Zeit" bla bla...

ständig hatte ich eine neue Ausrede...

Bis es passiert ist. Ich war ihm dann eine Antwort schuldig.

Er sagte, er kann es nicht ertragen dazischen zu hängen... er wollte alles genau wissen, er hakte ständig nach, aber so mehr er auch versuchte, um so mehr zog ich mich zurück,

das ganze Gerede und aufgewühle hat es nur viel schlimmer gemacht.

Er glaubte mit viel Reden würd er mir helfen können, da ich keine Therapie machen wollte.

Er fand es sehr wichtig, das er als mein Partner alles über mich weis. Mir blieb nur noch die "Flucht".

Die Folge war...

Ich konnte nicht mehr ohne Schlaftabletten schlafen und wog nach einigen Wochen unter 50Kg bei 170cm.

Nein..eine Therapie... das packe ich nicht.

Ich weis nicht wie andere es geschafft haben, aber ich habe einmal die Erfahrung gemacht, wie es ist wenn ich mich versuche zu öffnen und ständig nachgebohrt wird.

Oh gott... nein, das schaff ich nicht.

Ich weis, das man sich nicht selbst therapieren kann, aber für mich ist es die einfachste Lösung,

alles zu vergessen. Es dauert oft eine Weile bis es mir wieder besser geht, aber wenn ich es geschafft habe die Sache wieder in meinem Kopf zu den Akten zu packen, dann kann ich wenigsten so weiterleben wie bisher.

|-o

PoawraLdoJxon


Kann das hier jemand verstehen?

Jedes einzelne Wort. Bist du mein Spiegelbild? Nein, sicher nicht, aber beim Lesen kam es mir so vor.

Wie geht ihr damit um was hilft euch?

Ich habe nach jahrelanger Suche und Neustarts endlich eine Therapeutin gefunden, mit der ich den Schritt wage. Endlos lang, hart und voller Schmerzen, so kommt mir der Weg vor. Aber ich muss ihn gehen, um zu sehen, was am Ende steht. Ich hoffe auf ein Leben.

CAesc


Ich denke auch, dass dies der einzige Weg ist, so wie ihn Paradoxon beschreibt. Er ist zwar absolut nicht leicht zu gehen, aber als Alternative bleibt nur das Leid!

P#ippil_otta`78


Paradoxon

Erstmal Respekt, das du eine Therapie machst!!

Wie hast du die Therapeutin gefunden nach der langen Suche?

Wieso hast du solange suchen müssen und nach welchen Punkten hast du sie ausgesucht?

Also bist du schon in Therapie...muss man dort sofort alles erzählen, wer bestimmt das Tempo, man selbst?

Was ist wenn ein schmerzhafter Punkt beim Gespräch getroffen wird und es nicht aushält, darf man gehen und nächstes mal weiter machen?

Um eine Therapie zu bekommen.. muss ich erst zu einem Gutachter oder Hausarzt?

Wie geht es dir jetzt, lebst du in einer Beziehung?

Pripp%ilotUta78


Cesc

Boah..mir wird gerade ganz anders wenn ich dran denke, das es keinen anderen Weg geben soll!

Es ist wie ein Abgrund den man überspringen soll, oder man läuft immer vor und zurück und am anderen Ende bricht der Weg.

Das muss ich erstmal für mich umsetzen und drüber nachdenken.

Hast du auch schon ein Therapie hinter dir?

Falls ja, wie hast du es geschafft eine Therapie anzufangen?

PqaraAdoxoxn


@ Pippilotta

Ich versuche mal deine Fragen zu beantworten

Wie hast du die Therapeutin gefunden nach der langen Suche?

Das war Zufall oder einfach Glück. Ich habe mich an eine psychologische Beratungsstelle gewandt, in der sie damals tätig war.

Wieso hast du solange suchen müssen und nach welchen Punkten hast du sie ausgesucht?

Meinen ersten Versuch habe ich mit 18 gestartet und er endete im Fiasko. Ich bin damals zu meiner Hausärztin gegangen und habe um Hilfe gebeten. Diese hat mich an eine Psychiaterin überwiesen, da bin ich noch am gleichen Tag hin. Diese Psychiaterin war furchtbar, ich habe mich ein kleines Stück geöffnet und diese wollte mich gleich zwangseinweisen in die Psychiatrie. Nach dieser Aussage habe ich die Praxis umgehend verlassen und habe mich auf den Heimweg gemacht. Damals noch mit den Zug. Auf meinem Fussweg vom Bahnhof nach Hause musste ich an der Praxis meiner Hausärztin vorbeilaufen. Da haben sie schon auf mich gewartet. Man hat mich in den Krankenwagen verfrachtet (Widerstand zwecklos) und sind mit mir ins Krankenhaus gefahren. Dort kam ein Arzt und sagte er müsse mich nach Aussage dieser Psychiaterin einweisen. Ich habe gesagt:"Nein, ich rufe jetzt meine Mutter an und die holt mich hier ab" Na, ich habe mich durchgesetzt und bin der Psychiatrie entkommen. Danach hat es ein ganzes Jahr gedauert bis ich einen neuen Versuch gestartet habe. Diese mal über eine Beratungsstelle, diese haben mich an eine Psychologin vermittelt. Da bin ich ca. 9 Monate hingegangen, aber wirklich Vertauen hatte ich dort nicht, so nett diese auch war. Dann bin ich gut 10 Jahre ohne durch die Welt, aber es holte mich wieder ein. Ich machte mich neu auf die Suche, habe eine Therapeutin gefunden, die Platz hatte, aber auch da fehlte das Vertrauen meinerseits, nach 3 Monaten habe ich es beendet. Im Jahre 2006 bin ich 600km weiter weggezogen und bin dann wieder in eine Beratungsstelle, wo meine jetzige Therapeutin gearbeitet hat. Ich arbeite also seit 2006 zusammen. Tja, bei ihr hat es einfach gepasst. Ich hab das einfach so gefühlt.

Also bist du schon in Therapie...muss man dort sofort alles erzählen, wer bestimmt das Tempo, man selbst?

Nein, ich habe nicht alles gleich erzählt und bis jetzt auch sicherlich noch nicht alles. Das Tempo bestimmst du selber. Natürlich wird man dich fragen, warum du eine Therapie anstrebst. Ein Stichwort ist meist ausreichend zu verstehen. Zumindest bei meiner war es so.

Was ist wenn ein schmerzhafter Punkt beim Gespräch getroffen wird und es nicht aushält, darf man gehen und nächstes mal weiter machen?

Natürlich. Es bindet dich niemand fest. Ich habe schon einige schmerzhafte Punkte gehabt, ohne genaue Details zu erzählen, sie hat mir halt hindurch geholfen. Ist schwierig zu erklären. Ich empfinde die Zeiten danach halt schwierig, man sitzt schon manchmal in einem Loch, nach einer solchen Stunde. Hier hat mir anfangs diese Forum vorallem einige Menschen hier etwas Rückhalt geboten. Den Zusammenbruch hat es nicht verhindert, dieser kam trotzdem. So habe ich beschlossen in eine Klinik zu gehen. Dort habe ich Anfang Dezember einen Antrag gestellt, in spätestens 3 Wochen geht es los. Ich habe auch das Glück, dass meine Therapeutin mittlerweile in dieser Klinik arbeitet und nicht mehr bei der Beratungsstelle. Glaub mir, es war hart mir das einzugestehen. Mittlerweile bin ich froh diesen Entschluss gemacht zu haben. Ich habe das Gefühl wieder atmen zu können. In einer Klinik ist halt ein geschützter Rahmen, den man im Alltag schlecht findet. Natürlich gibt es viele Freunde, die auch ich habe, denen fehlt es auch nicht an einem gewissen Verständnis, letztenendes würde ich sie aber überfordern.

Um eine Therapie zu bekommen.. muss ich erst zu einem Gutachter oder Hausarzt?

Zum Gutachter ganz bestimmt nicht. Du kannst dich sicher vertrauensvoll an deinen Hausarzt wenden, wenn du dich dort aufgehoben fühlst, dann bekommst du eine Überweisung zum Psychologen. Suchen musst du diesen selbst, mit einer Überweisung sparst du halt die Praxisgebühr. Du kannst auch ohne Hausarzt Termine machen, dann musst du halt die Praxisgebühr bezahlen. Ich würde dir eine Beratungsstelle in deiner Nähe empfehlen, die sich mit deiner Thematik "Missbrauch" befasst und auskennt, z. B. Wildwasser. Diese arbeiten mit Psychologen zusammen die für diese Problematik ausgebildet sind.

Wie geht es dir jetzt, lebst du in einer Beziehung?

Tja, wie geht es mir jetzt. Es ist und bleibt ein Auf und Ab. Ich warte hoffnungsvoll auf die Klinik, um auch mal abschalten zu können, den Alltag aussen vor lassen zu können. Ich hoffe sehr darauf, dort ein grosses Stück abzuarbeiten, mich eher fallenlassen zu können. Ich kann dir nur von mir sagen. Ich war in Therapielosen Zeiten immer gut drauf, habe verdrängt, weggeschoben alles was geht. Ich war fröhlicch, viel gelacht, viele Freunde. Ohne grosse Probleme. ABER es hat mich doch IMMER WIEDER EINGEHOLT. Ich bin froh endlich Hilfe gefunden zu haben. Das wünsche ich dir sehr. Frag, wenn du Fragen hast. Ich wäre sehr an einem Austausch mit dir interessiert, weil deine obigen Zeilen hätte auch ich schreiben können, so ähnlich sind diese. Im Moment habe ich keine Beziehung, wäre mir zu belastend. Ich hatte genau die gleichen Gefühle von Ekel und einfach "komisch sein". Sobald sich einer verknallt hatte, war ich auf der Flucht. Und ich habe gewiss nichts gegen Männer. Nein überhaupt nicht. Aber diese Art von Interesse habe ich schlecht ausgehalten. Und ja, wenn die Freundinnen zusammensaßen und über Liebe und Sex sprachen, wurde auch ich immer kleiner und fragte mich ständig, was ist SO TOLL DARAN? Ich hab es einfach nicht verstanden.

So long. Für dich @:) @:) :)* :)* :)* :)*

C ecsxc


Ich bin selber dabei eine Therapie zu machen, schon seit einiger Zeit. Ich war einfach an einen Punkt gekommen, bei dem ich mir gedacht habe, dass es mich bestimmt weiter bringt. Vorallem hatte ich ja nichts zu verlieren. Ich wollte nicht in meinen dysfunktionalen Denkmustern stecken bleiben.

Zudem bin ich sozusagen Psychologie geschädigt. Mein Vater ist Psychologe und ich studiere es auch *g*

Ich denke der das entscheidende ist der erste Schritt. Also zu beschließen, es einfach zu probieren. Alles ist besser als Stillstand und ich weiß, dass dies leider oft der Fall ist, wenn man sich bei bestimmten Dinge keine Unterstützung sucht.

Probiers einfach aus. Such dir eine nette Therapeutin und geh es langsam an. Das Gute ist, du kannst es ja in dem für dich angemessenen Tempo machen. Aber mach was! Jeder noch so kleine Schritt bringt dich vorwärts. :)^

P@ipp~ilot ta7x8


Paradoxon

Diese Psychiaterin war furchtbar, ich habe mich ein kleines Stück geöffnet und diese wollte mich gleich zwangseinweisen in die Psychiatrie.

Das klingt ja furchtbar... du schreibst, das du dich nur ein bisschen geöffnet hast.

Was hast du ihr denn erzählt, das sie dich einweisen wollte?

Hast du von suizid geredet? JA, das müssen sie leider weiterleiten .

Glaub mir, es war hart mir das einzugestehen.

Das glaube ich dir aufs Wort!

Wenn ich mir eingestehen würde ich muss eine Therapie machen, dann ist es für als würde ich meine Selbstsaufgabe unterschreiben oder micht für verrückt erklären und es wäre somit schwarz auf weiss.

Zum Gutachter ganz bestimmt nicht. Du kannst dich sicher vertrauensvoll an deinen Hausarzt wenden, wenn du dich dort aufgehoben fühlst, dann bekommst du eine Überweisung zum Psychologen.

Ich habe noch nicht mal einen Hausarzt ;-)

Die HP von Wildwasser kenne ich.

Konntest du in deinen letzten Therapiestunden schon einiges verarbeiten?

Kann eine Therapie einem helfen Dinge zu verarbeiten und ein normales Leben zu führen?

Ich meine, ich kann mir einfach nicht vorstellen... man geht zu einer Psychologin, erzählt ihr aus dem Leben und nach ein paar Jahren kann man sich wieder frei fühlen?

Wie soll das gehen?

Wie kann jemand der meine Geschichte nur hört mir erklären, das es nichts schlimmes ist, sondern was schönes wenn ein Mann mit jemanden Sex haben möchte.

Ja gehört habe ich diese Dinge nun auch schon 1000 mal... aber es ändert trotzdem nix dadran, das ich mich erstmal für eine Weile in "Panik" befinde, wenn mein Mann Nachts aus dem Bad kommt und sich ins Bett legt. Klar weis ich im zweiten Moment das es mein Mann ist, er mir nichts tut.. ich weis auch das nicht alles was sich im dunkel bewegt oder Geräusche macht eine Bedrohung für mich ist.

Weist du was ich meine, es liegt bei mir nicht in der Vorstellung, das ein Therapeut die Möglichkeit hat meine Angst zu nehmen. Ich glaube, wenn ich es schaffen würde mich meiner Freundin zu öffnen, das es mit Sicherheit nicht mehr bringen könnte.

Ich weis ja selber wovor ich Angst habe und mein Mann ist oft auch etwas genervt das ich mich vor ihm zB. im dunklen erschrecke. Ja, es ist vielleicht auch lächerlich, wenn man es später aus der Ferne bedenkt.Ändert aber auch nichts.

Aber wird es wirklich besser nur weil ich mit einer Therapeutin mein Leben durchkaue ???

Wie lange wirst du in die Klink gehen?

PQippixlottxa78


Ich bin selber dabei eine Therapie zu machen, schon seit einiger Zeit. Ich war einfach an einen Punkt gekommen, bei dem ich mir gedacht habe, dass es mich bestimmt weiter bringt.

Darf ich fragen warum du eine Therapie machst bzw. welches Thema? Bist du schon weitergekommen?

Zudem bin ich sozusagen Psychologie geschädigt. Mein Vater ist Psychologe und ich studiere es auch *g*

Wieso geschädigt? Würdest du sagen, du studierst Psychologie, um dir selbst zu helfen?

Ich denke der das entscheidende ist der erste Schritt. Also zu beschließen, es einfach zu probieren. Alles ist besser als Stillstand und ich weiß, dass dies leider oft der Fall ist, wenn man sich bei bestimmten Dinge keine Unterstützung sucht.

Was meinst du mit Stillstand?

Probiers einfach aus. Such dir eine nette Therapeutin und geh es langsam an. Das Gute ist, du kannst es ja in dem für dich angemessenen Tempo machen. Aber mach was! Jeder noch so kleine Schritt bringt dich vorwärts.

Du bist gut ;-) Das klingt so leicht... als müsste ich mich nur überwindenmal eben kurz zum Bäcker zu gehen.:-o

P"ara5doxxon


Liebe Pippilotta

Das klingt ja furchtbar... du schreibst, das du dich nur ein bisschen geöffnet hast.

Was hast du ihr denn erzählt, das sie dich einweisen wollte?

Hast du von suizid geredet? JA, das müssen sie leider weiterleiten .

Ich habe ihr eigentlich nur gesagt, dass ich mich in einer Situation befinde, aus der ich irgendwie nicht herauskomme. Von Suizid war überhaupt nicht die Rede. Ich habe aber die Angewohnheit Dinge zwischendurch auszublenden, das war wohl für die der ausschlaggebende Punkt. Aber seis drum. Heute denke ich, ALTE SCHABRACKE.

Wenn ich mir eingestehen würde ich muss eine Therapie machen, dann ist es für als würde ich meine Selbstsaufgabe unterschreiben oder micht für verrückt erklären und es wäre somit schwarz auf weiss.

Aber du gestehst es dir doch ein. Sonst würdest du nicht fragen ;-). Und ich habe hier ganz bestimmt nicht den Eindruck, dass du dich jetzt aufgibst. Nein, im Gegenteil, du suchst ja einen Ausweg, dass hat nichts mit Selbstaufgabe zu tun.

Ich habe noch nicht mal einen Hausarzt ;-)

Die HP von Wildwasser kenne ich.

Konntest du in deinen letzten Therapiestunden schon einiges verarbeiten?

Dann lass einen Hausarzt aussen vor. Wende dich doch an Wildwasser und frag dort mal nach. Wie gesagt, du kannst auch gleich zu einem Psychologen gehen, ein Hausarzt ist nicht erforderlich für diesen Schritt.

Ich verarbeite in meiner Therapie immer in kleinen Schritten. Es braucht Geduld.

Kann eine Therapie einem helfen Dinge zu verarbeiten und ein normales Leben zu führen?

Ich meine, ich kann mir einfach nicht vorstellen... man geht zu einer Psychologin, erzählt ihr aus dem Leben und nach ein paar Jahren kann man sich wieder frei fühlen?

Wie soll das gehen?

Na, Zauberei ist das sicherlich nicht. Es ist Arbeit. Es gibt Höhen und auch Tiefen. Es geht vorwärts und auch mal rückwärts. So eine Therapie ermöglicht dir einfach andere Sichtweisen. Ich kann versuchen es dir in einer Metapher zu beschreiben.

Stell dir einen Rucksack mit all deinen Erinnerungen vor, den du auf dem Buckel trägst. Er ist manchmal unerträglich schwer, aber auch manchmal etwas leichter. Jede Erinnerung ist sozusagen ein Stein, den du mit dir herumträgst. In einer Therapiestunde öffnest du diesen Rucksack. Da ist viel Angst dabei und viele andere Gefühle. Diese Gefühle, sind aber die aus der Sicht des Kindes, welches die Erlebnisse hatte. Heute bist du Erwachsen. Du kannst also einen Stein herausnehmen aus diesem Rucksack, ihn dir anschauen, ihm sagen was du fühlst und denkst und dann schmeisst du den Stein so weit es geht weg. Dann hast du den nötigen Abstand. Es gibt grosse und kleine Steine in dem Rucksack, dass heisst bei manchen ist es leichter, bei manchen schwerer. Aber insgesamt gesehen wird der Rucksack leichter, du kannst immer schneller gehen, die Last ist nicht mehr so gross. Du machst dich also auf den Weg und dann kann es sein, dass du einen Stein wiederfindest, den du schon weggeworfen hattest. Dann hebst du ihn auf, betrachtest ihn und wirst merken, dass du keine Angst mehr haben musst vor diesem Stein und du kannst ihn wieder wegwerfen, musst ihn nicht wieder in den Rucksack packen.

Wie kann jemand der meine Geschichte nur hört mir erklären, das es nichts schlimmes ist, sondern was schönes wenn ein Mann mit jemanden Sex haben möchte.

Diese Frage wird sich mit der Zeit selbst auflösen, denke ich. Und kein Therapeut wird dir einreden, dass Sex etwas tolles ist, was du auf Teufel komm raus praktizieren musst. Aber um wieder Gefallen am Sex zu bekommen, fürchte ich musst du deine Vergangenheit aufarbeiten, sonst steht immer wieder das kleine verschüchterte Kind vor deinem Mann, voll mit Ängsten und Ekel. Du musst lernen, ihm als Erwachsene Frau gegnüber zutreten.

Weist du was ich meine, es liegt bei mir nicht in der Vorstellung, das ein Therapeut die Möglichkeit hat meine Angst zu nehmen. Ich glaube, wenn ich es schaffen würde mich meiner Freundin zu öffnen, das es mit Sicherheit nicht mehr bringen könnte.

Die Angst nimmt dir auch der Therapeut nicht weg. Du schaust mit ihm/ihr gemeinsam diese Angst an, er/sie wird dich bildlich gesprochen an die Hand nehmen und ihr geht gemeinsam durch. Du bist einfach nicht alleine damit, was du ja bis dato warst.

Mit Freunden ist es immer schwierig. Ich möchte ihnen nicht eine gewisse Empathie absprechen, aber letzen Endes überfordert man Freunde mit solch einer Thematik schnell. Meine Freunde, wissen nur, dass ich Probleme habe und akzeptieren dies auch, sie wissen ich bin traumatisiert, aber sie kennen keine Details. Natürlich ist es gut, wenn man Freunde hat, bei denen man sich ausheulen kann, gerade auch nach so mancher Therapiestunde. Aber unsere Problematik gehört einfach in fachliche Hände, das beisst der Hund keinen Faden ab.

Ich weis ja selber wovor ich Angst habe und mein Mann ist oft auch etwas genervt das ich mich vor ihm zB. im dunklen erschrecke. Ja, es ist vielleicht auch lächerlich, wenn man es später aus der Ferne bedenkt.Ändert aber auch nichts.

Hier auch nochmal, die Angst ist die eines Kindes. Du musst lernen ihm als Erwachsene zu begegnen.

Aber wird es wirklich besser nur weil ich mit einer Therapeutin mein Leben durchkaue

Wie lange wirst du in die Klink gehen?

Du kaust es nicht durch, du verarbeitest es. Und ja, es ist besser bzw. wird besser, daran glaube ich ganz fest.

In der Klinik werde ich mindestens 6 Wochen sein, vielleicht länger, das wird sich ergeben.

Tu mir den Gefallen und ruf einfach mal ganz unverbindlich bei z.B. Wildwasser an. :)* :)* :)* :)*

C7esxc


Darf ich fragen warum du eine Therapie machst bzw. welches Thema? Bist du schon weitergekommen?

Ich habe eine Therapie angefangen, weil ich durch das Ende meiner letzten Beziehung für mich unbekannte Verlustängste entwickelt hatte und auch einfach merkte, dass mein Selbstwertgefühl ziemlich am Boden lag.

Ich denke schon, dass mich die Theapie weitergebracht hat. Vorallem manche Dinge anders zu sehen. Aber ich bin noch nicht da, wo ich mal sein möchte, wobei ich auch nicht weiß, ob meine Ansprüche in manchen Fällen einfach zu hoch sind.

Wieso geschädigt? Würdest du sagen, du studierst Psychologie, um dir selbst zu helfen?

Das war nicht so ganz ernst gemeint. Wollte damit nur ausdrücken, dass ich eben mein ganzes Leben schon damit konfrontiert bin. Sehe ich persönlich aber als etwas sehr Positives an, sonst hätte ich mich ja schließlich auch nicht dazu entschieden Psychologie zu studieren. Ich studiere es eigentlich nicht um mir selber zu helfen, wobei es schon ziemlich hilft, wenn man erahnen kann, wie die menschliche Psyche funktioniert. Das eigentlich Schwierige ist dann jedoch die Umsetzung.

Was meinst du mit Stillstand?

Mit Stillstand meine ich, dass man oft in seinen Gedankenmustern gefangen ist und ohne fremde Hilfe da nicht raus kommt. Man dreht sich dann immer im Kreis. Das ist etwas was ich selber auch schon oft genug erfahren habe. Es geht dann einfach nichts vorwärts.

Du bist gut Das klingt so leicht... als müsste ich mich nur überwindenmal eben kurz zum Bäcker zu gehen.

Leicht ist es bestimmt nicht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und würde es auch nie behaupten. Aber meiner Meinung nach gibt es eben keine Alternative. Weil ein Leben mit Leid ist für mich keine Alternative und wenn man will, dass es einem besser gehen soll, dann muss man einfach was dafür machen und lernen seine Ängste zu überwinden. Alles andere ist eben zumeist Stillstand

Pfippiglotta7x8


CESC

Hast du sehr starke Verlustängste? Ich meine ständig oder eher nur wenn es um eine Besziehung geht?

Meine Alternative ist, das es so bleibt wie es eben ist,

bei mir ist es nun schon gute 18 Jahre her, da lernt man auch irgendwie mit der Alternative zu leben.

Ich kann es mir wegen meiner Familie und meinen Beruf einfach nicht leisten auszufallen

und wegen einer Therapie vielleicht nicht fähig zu sein meinen Alltag weiterzuleben.

Für mich ist es leichter in Feuer zurück zu gehen, als in die Hölle zu springen.

Eine Freundin von mir ist Psychologin. Sie kennt meine Probleme NICHT

und ich würde auch nie auf die Idee kommen ihr irgendwas zu erzählen.

Sie meinte mal zu mir, es gibt Fälle, die kann man nicht therapieren.

Es gibt Menschen die werden mit Medikamenten ruhig gestellt und

schaffen es nie ihr Leben aufzuarbeiten.

Ok ruhig gestellt werden muss ich nicht ;-) Aber eine Gewissheit habe ich auch nicht das eine Therapie klappt.

Es klingt auch blöd, aber ich glaube, wenn ich meine Story erzählen würde (ich war Teeny)

dann klingt es auch so naiv... das man denken könnte ich habe selber Schuld.

Es wäre so als würde ich meine Dummheit therapieren lassen die ich vor 18 Jahren an den Tag gelegt hatte.

Es ist zu schwer zu erklären!

Trotzdem Danke für eine Worte.

Ich werde bei auf jeden Fall nochmal drüber nachdenken.

@:)

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