» »

In einen Amokläufer hineinversetzen?

FHarbeCnsc^hmelz


Er war sich sicher das er das nicht überleben wird/wollte. Sein alleiniger Tod wäre aber unspektakulär gewesen, vielleicht wär dann seine Schule oder Klasse zur Beerdigung gekommen und niemanden hätte es wirklich interessiert, vielleicht hätten einige noch drüber gelächelt. Kurze Zeit später wäre er dann wahrscheinlich ganz in Vergessenheit geraten.

Da hat er sich dann gedacht: Hey, ich knall ein paar dieser dummen Visagen einfach ab, dann wird mich keiner so schnell vergessen oder trauer vorheucheln.

Seine ehem. Mitschüler muss er als absolut Wertlos eingestuft haben, sonst hätte er Skrupel gehabt. Sein eigenes Leben empfand er auch als Wert -und Sinnlos, sonst hätte er seinen Tod und den Amoklauf nie geplant. Der Amoklauf war dann sein letzter Aufschrei, er gab seinen letzten Minuten Lebenszeit noch einen Sinn, vielleicht den einzigen. Mehr hatte er von sich nicht mehr erwartet, das waren seine großen 15 Minuten, seine letzte Chance "Ruhm" und Aufmerksamkeit zu ernten.

B_udalxla


interessanter beitrag.

ich hatte mal einen in der klasse, der war der totale außenseiter, extrem dick und keine freunde.

eines tages nach der 3 stunde wollten wir den raum wechseln um zum erdkunderaum zu gelangen.

erst nach 20 min merkte jemand, dass er nicht in der klasse ist.

als einer ging um nachzugucken wo er ist, hatte er versucht sich am kleiderhaken zu erhängen, doch der junge rettete ihn im letzten moment.

die meisten aus der klasse machten dann auf großes geheule auf einmal und die anderen hats nicht gejuckt.

2 wochen später kam er wieder zur schule und keiner interessierte sich mehr für ihn. :=o

TkGPrexsent


@ Budalla

sehr traurig sowas :( dass sie nicht mal versucht haben seine Freunde zu werden , ihn zu verstehen, seine Stärken zu erkennen

ach Menschen sind so oberflächlich :(

T!er_axo


@ einfach_ich:

Ja natürlich, eine gewisse Veranlagung und psychischer Knacks der sich durch die Umstände wohl verschlimmert gehört da sicherlich dazu... sonst hätten wir solche Fälle wohl eher 1x die Woche statt 1x im Jahr.

wLoelfi=22


Ich kann mich sehr gut in den Jungen hineinversetzen. Meiner Vater war ein Prügler, meine Mutter ein Psycho, und ja, in der Schule wurde ich gemobbt. Täglich. Stündlich. Und ich habe oft mit dem Gedanken gespielt alle irgendwie umzubringen. Hätte ich damals eine Waffe gehabt, mhh.. die Versuchung wäre dagewesen zumindest den 2,3 schlimmsten Mobbern eine Kugel durchs Hirn zu jagen. Aber ich hatte keine und, auch wenns lächerlich klingt, ich hatte eine Katze die ich nicht dem Schicksal überlassen wollte, ständig von meinem Vater mit Gegenständen beworfen zu werden weil ich sie nicht mehr beschützen hätte können nach soner Aktion.

Aber grafisch hochwertige Computerspiele gab es damals noch gar nicht, und ein Vorbild braucht man auch nicht wenn man voller Hass und aufgestauter Aggression ist, wenn man nur mies behandelt und ausgegrenzt wird. Da kommt der Gedanke alle umzubringen ganz von selbst.

Und ich bin nach wie vor der Meinung.. jeder der mobbt und dann von seinem Opfer abgeknallt wird, hats absolut verdient. Schlimm ist, wenn es unschuldige Schüler trifft, wenn wahllos irgendwer abgeballert wird nur um irgendwen abzuballern.

Selbst jetzt, 11 Jahre später habe ich auf den einen Typen noch solch einen Hass.. Sollte er mir mal allein im Dunkeln zufällig irgendwo begegnen könnte es gut sein, dass ich ihm ohne ein 'Hallo' die Faust ins Gesicht knalle. Und sollte ich je erfahren dass er elendig verreckt ist, werde ich lachen!

Aber die Egoshooter herauszuzerren und als _Ursache_ anzuführen, ist absolut lächerlich! Wenn Kinder in der Situation soetwas zocken, dann weil sie sich dort abreagieren können. Der Wille alle abzumurksen, die einen ständig so verletzen entsteht aber auch gänzlich ohne "Killerspiele"! Mir geht schon bei diesem dämlichen Bildzeitungswort die Hutschnur hoch.

JAimmxyRay


Das mit dem mobben stimmt allerdings. Es macht sich in letzter Zeit eine Gruppendynamik bemerkbar, die sich mit einer besonders aggressiven Boshaftigkeit - zielgerichtet gegen Außenseiter - etabliert. Und wie hier schon erwähnt wurde - manche können damit nicht so gut umgehen. Manche begehen Selbstmord - das geht aber in der medialen Welt vollkommen unter. Besonder erschütternd fand ich einen Bericht (der es doch mal in Stern TV geschafft hat) wo ein Junge von seinen Mitschülern gezielt in den Selbstmord getrieben wurde. Das ganze gipfelte darin dass sogar das Begräbnis mit einem anonymen Transparent "Tod macht frei" gestört wurde. Justizielle Saktionen gab es keine. Manche greifen zu Drogen oder Alkohol. Und der (zum Glück) kleinere Bruchteil frisst es in sich hinein bis diese Wut dann eruptionsartig ausbricht und dann im schlimmsten Fall zu einem Amoklauf führt. Das ist denke ich, nicht von der Hand zu weisen. Einen gewissen Teil an dem Massaker haben (natürlich auch von dem familiären Umfeld abgesehen - wo sicher auch viele Fehler begangen wurden - autoritärer, leistungsorientierter und strenger Vater, der seine Pistole neben dem Bett verstaut hatte) aber auch jene Mitschüler zu verantworten die den Amokläufer gezielt traktiert und gemobbt hatten. Ich möchte auf gar keinen Fall diese abscheuliche Tat relativieren. Aber es gibt vermutlich Kausalitäten (und nicht nur Korrelationen) zwischen Mobbing und dann den entsprechenden Taten...man kann nur hoffen dass Jugendliche teilweise etwas abgeschreckt werden wenn dann so ein Ereigniss ganz Deutschland erschüttert - dass man von psychisch labilen Personen vielleicht doch besser die Finger lassen sollte - und anstatt Öl ins Feuer zu gießen - genau diesen Personen vielleicht Hilfestellungen anbietet oder zumindest das ganze nicht noch an die Spitze treibt. Ich denke - so schlimm dieses Ereigniss auch sein mag - es hoffentlich eine gewisse Wirkung zeigt. Ich glaube nicht einmal dass es am "zu schwachen" Waffengesetzt liegt. Deutschland hat schon eines der schärfsten Waffengesetzte - im Gegensatz zu Österreich oder der Schweiz (die wesentlich schwächere Waffengesetzte haben und dort verhältnismäßig nahezu keine Amokläufer zu verzeichnen sind). In Österreich darf sich jeder 18 Jährige eine Langwaffe kaufen - Magazinkapazität bis zu 30 Schuss oder so viel das Magazin erlaubt - nur eben im halbautomatischen Modus. Auch damit liese sich eine entsprechende Bluttat anrichten.

Trotzdem kommt es aber nicht vor. Das gleiche im Vergleich Kanada - USA bei gleichem Waffengesetz. Vermutlich weil doch hier unterschiedliche Situationen an den Schulen vorherrschen mit unterschiedlichen sozialen Brennpunkten.

Und ich bin nach wie vor der Meinung.. jeder der mobbt und dann von seinem Opfer abgeknallt wird, hats absolut verdient. Schlimm ist, wenn es unschuldige Schüler trifft, wenn wahllos irgendwer abgeballert wird nur um irgendwen abzuballern.

Ich kann deinen Hass und deine Wut absolut verstehen. Ich weiß dass es leider gerade im Bezug auf Mobbing so gut wie keine "Vergeltung" gibt - im Verhältnis zu den schwerwiegenden psychischen Folgeschäden die sich dadurch einstellen können und so manches Opfer in den Selbstmord treibt. Das sind zum Himmel schreiende Ungerechtigkeiten die von staatlicher Seite auch großteils ungeahndet bleiben. Dennoch kann Selbst- und Lynchjustiz in keiner Weise eine akzeptable Alternative sein. Beim besten Willen nicht....

wjoelfxi22


Dennoch kann Selbst- und Lynchjustiz in keiner Weise eine akzeptable Alternative sein. Beim besten Willen nicht....

Solange es aber keinen anderen, legalen und tatsächlich gangbaren Weg gibt, wird es eben immer wieder Fälle von Selbstjustiz geben. Wenn der Gesetzgeber also schon Wind macht und Aktionismus vorschützen muss, dann könnten sie genau da was intelligenteres tun als "Killerspiele" verbieten.

Es braucht einen Weg für Mobbingopfer aus dieser Falle heraus. Einen Weg mit niedrigen Hürden. Einen Weg für den man nicht über einen tollen "Beratungslehrer" muss der selber mitmobbt...

Flarben9schxmelz


Unangepasste Außenseiter habens nicht leicht. Sie werden gemobbt und in ihrer Andersartigkeit diskriminiert. Diese Andersartigkeit äußert sich oft darin, dass man einfach nicht zu dem großen dummen Haufen dazu gehören möchte. Doch dann ist man meist allein und eine Gruppe sieht den Alleinigen als etwas schwaches an, obwohl er als Individumm sich selbst so viel zu bieten hat, das er keine Gruppe braucht.

Wer zudem dann noch Zuhause keinen Halt bekommt durch Menschen die ihn einfach lieben so wie er ist, dann tritt man schnell in einen Teufelskreis ein der meist in Selbsthass und im Hass auf die Welt mündet.

Es wurde aber schon immer gemobbt und das wird sich nie ändern, da es immer den armseligen Haufen derer gibt, welche ihren verdrängten Frust auf offensichtlich oder scheinbar schwache Einzelgänger ablassen.

Nur heutzutage ist es viel einfacher einen richtigen Hass auf die Welt zu bekommen. Man hat immer weniger halt in der Familie und unsere Medien -und Konsumgeile Welt lässt keine Lücken mehr übrig für Freidenker.

Es gibt nichts umsonst, alles muss einen Wert haben und jedes Zeichen der Nichtanerkennung dessen erschwert das Leben bis hin aufs unmögliche.

Das fing in den USA an und breitet sich nun aus, es wird zunehmen trotz aller Verbote und psychologischen Maßnahmen. Die Irren werden zu solchen gemacht (auch durch psychische Gewalt) und einige von ihnen werden immer einen Weg finden ihre aufgestaute Wut in extremer physischer Gewalt abzulassen.

Das zu verhindern halte ich heutzutage nicht für möglich, im Gegenteil, die skrupellosen Killer an unseren Schulen werden weiterhin Thema bleiben.

T&eorao


Übrigens - man sollte bei allem Medienrummel um solche Vorfälle nicht das Maß für die Verhältnisse verlieren... etwa so viele Menschen wie durch diesen Amokläufer insgesamt getötet wurden sterben im Durchschnitt allein durch Verkehrsunfälle in Deutschland jeden Tag.

Aber das verkauft sich natürlich nicht so gut.

kgyliue_chAristkina


Aber das verkauft sich natürlich nicht so gut.

Die Aussage finde ich an dieser Stelle äußerst geschmacklos.

T$OFxU


Nein kann ich nicht. Punkt !!!

g`wfenwdolEynn


Besonder erschütternd fand ich einen Bericht (der es doch mal in Stern TV geschafft hat) wo ein Junge von seinen Mitschülern gezielt in den Selbstmord getrieben wurde. Das ganze gipfelte darin dass sogar das Begräbnis mit einem anonymen Transparent "Tod macht frei" gestört wurde. Justizielle Saktionen gab es keine.

Dafür findet man vor Betroffenheit auch keine Worte mehr.

FNarbSeWnschmxelz


Zum Thema Mobbing kann ich den Film "Ben X" empfehlen. Darin geht es um einen Authisten der von seinen Mitschülern gnadenlos gemobbt wird und er flieht zuhaus in ein Fantasyrollenspiel.

Schaut ihn euch an, es lohnt sich. :)z

T eraxo


@ kylie_christina:

Ich finde eher die Sensationsgier der Medien (wobei diese in gewissem Rahmen allerdings auch nötig und praktisch unvermeidbar ist) geschmacklos als den Hinweis auf diese.

s:permkinchxen


möcht hier was von mir aus dem anderen faden reinkopieren:

Ich sehe den Täter durchaus als Opfer! Ein Opfer unserer Gesellschaft und davon gibt es sicher tausende. Die Zahl der Jugendlichen die Selbstmord begehen steigt….Selbstmord allgemein nimmt immer mehr zu. Würde jeder Jugendliche der Selbstmord begeht so etwas tun wie Tim K. , ich glaube wir hätten mindestens wöchentlich in Deutschland einen Amoklauf. Haben wir nicht, aber dafür immer mehr psychisch kranke Menschen. Depressionen, Borderline, Burn out…..kommt das alles von Ballerspielen oder Horrorfilmen?

Fangen wir doch mal an unsere Gesellschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Was zählt in unserer Gesellschaft? Was macht uns Menschen zu anerkannten Menschen? Arbeit und Geld!!!!!! Wenn ich keine Arbeit habe, habe ich nur ein Minimum an Geld zur Verfügung und das Ansehen in der Gesellschaft ist gleich Null. Wer Arbeitslos ist, wird schnell zum Assi abgestempelt….man schaue sich nur die Talkshows an! Da werden nur so Leute eingeladen, die kein Bock auf Arbeit haben, die ihr Hartz4 versaufen, die den ganzen Tag nur rumgammeln. Dass es viele Arbeitslose gibt, die arbeiten wollen, aber nichts finden oder sogar nebenher noch ehrenamtliche Arbeit verrichten….das interessiert ja nicht! Leistung Leistung Leistung!!!! Danach schreit unsere Gesellschaft!

Und nun? Ein anderes Beispiel:

"Hausfrau sein"! Ist das in unserer Gesellschaft noch anerkannt? Keineswegs! Man bekommt kaum Geld für nen umfangreichen 24Std. Job. Das "Kinder in die Welt setzen" ist anerkannt….das dürfen und sollen wir alle. Aber uns intensiv um unsere Kinder kümmern, das wird uns hier in Deutschland fast schon unmöglich gemacht. Mit einem Gehalt kann eine Familie kaum mehr überleben. Die Mutter ist fast schon gezwungen ihr Kind nach kürzester Zeit wegzugeben. Entwicklungspsychologisch gesehen ein Drama. Vorallem wenn dies vor dem vollendeten 1. Jahr geschieht.

Mit 3 Jahren wird man fast schon gezwungen sein Kind in den Kindergarten zu geben…mit 6 geht es in die Schule! Die meisten Mütter und Väter gehen arbeiten um den Lebensstandard zu erhalten….das Kind kommt nach Hause und ist erst mal ne Weile allein. Sorgen, Nöte, Ängste des Kindes? Sich diese anzuhören, dazu fehlt doch die Zeit! Und wenn nicht die Zeit dann die Nerven….denn jeder steht unter Druck.

Der Druck wird beim Kind dann in der Schule erstmal richtig hoch, (wenn nicht schon im Kindergarten). Leistung muss erbracht werden (PISA lässt grüßen)….bei Versagen bekommt man keine Anerkennung. Schon allein Sätze die ich mir anhören musste, weil meine Kinder in eine Waldorfschule gehen, machen klar, was in unserer Gesellschaft zählt. Es waren Sätze wie: Deine Kinder werden später mit Druck nicht umgehen können, denn sie haben das nicht gelernt! Wie krank ist das denn? Kinder müssen lernen mit Druck umzugehen? Im Alter von 6,7,8 Jahren schon? Ich persönlich glaube nicht, dass man "mit Druck umgehen" lernt, indem man ihm schon von klein auf ausgesetzt wird. Man lernt dabei vielleicht, sich dem Druck zu unterwerfen, aber ne stabile Persönlichkeit kommt dabei wohl selten raus.

Noch etwas, was wohl von nem Psychodoc inner Talksendung angesprochen wurde. Die sexuelle Verwahrlosung der Jugend. Und wieder geht es um Druck, der auf unseren Kindern lastet! Unsere Welt ist vollkommen sexualisiert. An jeder Ecke blitzen einem Brüste entgegen…ein Schönheitsideal wird einem durch Werbung und dergleichen aufgebrummt. Ständig Sendungen im TV über Schönheitsoperationen. Wenn ich mir nun vorstelle, dass ich im Teeniealter wäre….auf der Suche nach mir selbst….wie kann ich mich denn da noch selbst finden….ich bekomme doch eingeimpft wie ich auszusehen habe. Und wenn ich ein paar Kilos zu viel auf den Rippen habe, bin ich zwangsweise eh unattraktiv…oder wenn die Brüste zu klein sind, oder ich die "falschen" Klamotten trage oder oder oder!

Sex muss man gefälligst mit 13 schon das erste Mal gehabt haben….und mit 14 am Besten schon alles ausprobiert haben…oral, anal, vaginal, homo, hetero, von vorne, von hinten, unten, oben (Vorbild Porno)…ja so kommt das bei Jugendlichen an! Und schon wieder steht der Mensch unter Druck.

Ich will mit dem Geschriebenen niemandem auf den Schlips treten. Klar steht jeder unter dem Druck der Gesellschaft, und nicht alle werden zu Amokläufern. Dennoch denke ich, dass dieser Druck und dieses Leistungsdenken extrem krank macht. Ich finde es schrecklich was der junge Mann getan hat. Ich will ihn nicht in Schutz nehmen. ABER…wie hier schon jemand schrieb: Sein Leben hätte ich nicht haben wollen.

Es ist völlig unsinnig jetzt z.b. Killerspiele zu verbieten….das Problem sitzt viel tiefer. Aber das ist ja egal!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH