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Wer kann ebenfalls Kaiserschnitt psychisch schlecht verarbeiten?

d1evili{ndisgGuise


Kommt drauf an, was du mit Alternativen meinst.

Gel und Tabletten sollen, ebenso wie der Wehentropf, den Körper zu Wehen zwingen, was meistens ja auch funktioniert. Somit wird der Körper aber auch dann zu Wehen gezwungen, wenn er – oder das Kind – gar nicht geburtsbereit ist. Die Folge können sehr schmerzhafte, ineffektive Wehen sein oder eben eine zu starke Belastung des Kindes oder eine Uterusruptur.

Wenn Wehen nicht von selbst einsetzen, dann hat das ja Gründe, auch wenn die oft nicht feststellbar sind. Und manchmal spricht einiges dafür, die Geburt nach Möglichkeit zu beschleunigen.

Bei mir stellte sich vor der zweiten Geburt die Frage: Was, wenn der Termin überschritten wird und keine Wehen von selbst kommen?

Meine Entscheidung war diese:

1. Geburtsvorbereitende Akupunktur

2. Ab ET tägliche Kontrolle im Krankenhaus

3. 6 Tage nach ET, wenn sich bis dahin nichts getan haben sollte: Kaiserschnitt, aber diesmal in Ruhe und mit dem Hinweis an die Familie, daß man mir in diesem Fall bitte Schlaf ermöglichen solle.

4. Habe dann aber mit einer Hebamme im KH gesprochen, diese hat mich an Tag 5 nach ET untersucht und daraufhin vorgeschlagen, es mit Rizinus zu probieren. Die Wirkung von Rizinus beruht darauf, daß die Prostaglandin-Rezeptoren im mütterlichen Körper aktiviert werden. Im Gegensatz zu Medikamenten, die Hormone direkt zuführen und damit etwas erzwingen, wird mit Rizinus nichts erzwungen: Entweder, Mutter und Kind sind geburtsbereit, dann geht es sehr schnell los. Oder sie sind es nicht – dann passiert gar nichts, außer vielleicht etwas Bauchgrimmen.

Das hat dann auch funktioniert, 7-8 Stunden nach der Einnahme war meine Tochter da.

Andernfalls hätte ich es EINMAL mit einer GERINGEN Menge eines Einleitungsmittels versucht – das nur, weil ich dem Personal in diesem KH wirklich vertraute, ansonsten hätte ich das gelassen. Und hätte das nichts gebracht, dann hätte ich mich für einen Kaiserschnitt entschieden.

Zusätzlich zur Akupunktur gibt es auch prinzipiell die Möglichkeit, Homöopathie einzusetzen, aber dafür war niemand bei der Hand.

Es gibt keinen "Ersatz" für die hormonelle Einleitung, mit dem man Wehen erzwingen kann, so daß es eben u.U. doch zum Kaiserschnitt kommt. Aber mit erzwungenen Wehen kommt es eben u.U. auch zum Kaiserschnitt, und das dann unter viel dramatischeren Bedingungen. So war jedenfalls meine Rechnung.

V1errü0ckt-,nacxh-xSC


@devilindisguise

Fühl dich auch mal ganz doll gedrückt. :)_ Leider kann ich bei vielem auch nur nicken. Hoffentlich brauche ich nicht so lange, um das alles zu verarbeiten.

Das war vielleicht das Schlimmste: Daß ich eine Katastrophe erlebt hatte und er ein freudiges Ereignis. Das hat unsere Beziehung lange Zeit sehr belastet. Er konnte einfach nicht verstehen, was mit mir los war.

Das ging mir nicht nur mit meinem Mann so, sondern auch mit der ganzen Familie und den Freunden. Die ganze Welt verlangt(e), dass ich glücklich zu sein hatte.

und man interessierte sich nicht nur dafür, ein körperlich gesundes Kind rauszukriegen, sondern auch dafür, wie es mir dabei ging

Das finde ich ganz wichtig! Leider spricht in meinem Fall (bei einer weiteren Geburt) vieles für das gleiche Krankenhaus (inklusive einem sehr wichtigen Grund, was die Trennung von Mutter und Kind betrifft).

Das mit der Einleitung wusste ich vorher (hatte ich zum Glück nicht) und es erschreckt mich immer sehr, wenn die werdenden Mamas ein paar Tage nach Termin ohne speziellen Grund, einfach nur wegen der Zeit, ganz unbedarft da rangehen und sich dann wundern, dass es Ewigkeiten dauert und in großem Stress endet. :|N Es mag sicher Situationen geben, da ist eine Einleitung nach Abwägung aller Umstände die beste Lösung, aber sicher nicht bei jeder Frau, die eine Woche über ET ist.

zwwill`inxg23


Ich schaue gerade diese Doku über Kinderkriegen bei rtl2...... Die eine Geburt ist für mich ein echtes Dejavu. Da kommt alles wieder hoch :°(.

OSneOxnly


Ja, es mag nicht gut sein, einzuleiten. Aber ich wusste einfach überhaupt nicht darüber Bescheid. Zudem habe ich auch von Fällen gehört, wo das Baby dann im Mutterleib starb, weil es einfach total übertragen wurde.

P+o8ngxo


Also ich finde, das im KH immer noch viel zu wenig für das Wohlbefinden der Mütter getan wird....Räucherstäbchen, Tai-Chii Masssage usw. wäre das mindeste, was man den Müttern noch bieten müßte...im Kreissaal...und ein kompetentes Team an Psychologen, um das doch so drastische, dramatische Ereignis der Geburt, bzw. des Kaiserschnitts im Nachhinein kompetent zu verarbeiten...nicht..das es Spätschäden gibt... :-o

d6evilWindisYguixse


OneOnly, nee, die meisten wissen eben nichts über die Risiken, man wird da eben meistens nicht aufgeklärt.

Und meiner Meinung nach ist es NICHT die beste Alternative, dann eben gar nichts zu tun und nur abzuwarten. Wie gesagt, es gibt Akupunktur, Homöopathie, Rizinus, spezielle Massagen. Wenn das alles nichts nützt, dann hat das Baby wahrscheinlich einen Grund, weshalb es nicht raus kann und dann würde ich einen Kaiserschnitt machen. Aber dann eben ohne akute Notsituation, ohne vorher noch gequält zu werden und mit gründlicher Aufklärung.

Statistisch ist es so, daß die Sterblichkeit der Kinder ab einem gewissen Punkt der Übertragung erheblich steigt. Spätestens nach zwei Wochen ist es grob fahrlässig, weiter abzuwarten, eine neue Studie hat aber ergeben, daß schon nach einer Woche das Risiko steigt. Das ist der Grund, weshalb auch ohne spezifische Gründe bisher nach zwei, jetzt nach einer Woche die Geburt eingeleitet wird.

Der springende Punkt war für mich bei der zweiten Geburt: Ich wollte keinen Kaiserschnitt, ich wollte aber erst recht keinen Notkaiserschnitt und deshalb hätte ich auf die hormonelle EInleitung ganz "verzichtet" oder mir wirklich nur eine sehr kleine Dosis einmalig und unter strengster Überwachung (die mir glaubhaft zugesichert wurde) geben lassen.

Vaer<rücNkt-n2ach-SxC


@OneOnly

Ja, ich finde auch, dass Ärzte grundsätzlich zu wenig erklären. In allen Bereichen. Wenn man Glück hat, findet man einen, der auf kritische Nachfrage die Risiken erklärt. Das Argument mit dem Tod im Mutterleib habe ich auch schon gehört, allerdings passiert das auch vor dem ET bei völlig problemlosen Schwangerschaften. Und auch bei einer normalen Geburt kann das Kind mal zu wenig Sauerstoff bekommen und trägt eine geistige Behinderung davon. Ist halt nichts ohne Risiko.

@Pongo

Sorry, falls ich mich in die Nesseln setze, aber dein Beitrag klingt doch sehr ironisch.

Mir hätte sicherlich ein gutes Gespräch mit einem Psychologen oder vielleicht auch nur einer Hebamme nach der Geburt gut getan. Im Kreißsaal war bekannt, dass ich keinen Kaiserschnitt möchte. Und wenn man fast eine Stunde von Arzt und Hebamme bearbeitet wird, endlich zuzustimmen (obwohl keine Notsituation vorliegt, aber das Wochenende naht) und das dann tut, weil man (und Mann) keine Kraft mehr hat sich zu wehren, dann finde ich schon, dass man mich danach mal hätte fragen können, ob ich alles auch gut verkraftet habe. Aber das Interesse danach war leider rein medizinischer Natur (Narbe okay?). Und die Behandlung von Spätschaden (die ja leider häufiger sind als viele denken, da kaum jemand darüber spricht) ist sicherlich teurer als der Zeitaufwand für ein, zwei Gespräche direkt nach der Geburt.

Oh Mann, jetzt hab ich doch mehr von mir geschrieben als ich wollte, aber das konnte ich nicht so stehen lassen. >:(

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