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Was erzählt man in der Verhaltenstherapie?

Lnord_zVoldewmort hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin seit vielleicht ca. 10 Monaten in der Therapie und weiß nie was ich erzählen soll. Mein Thera ist schon am verzweifeln, weil die Therapie verlängert wurde und aus mir kommt weiter nicht raus. Er sagt immer wieder, ich soll ihm was erzählen. Ich habe ihn gefragt, was er wissen möchte aber er sagt, ich muss es schon selber wissen, was ich erzählen soll.

???

Antworten
LDewixan


Einerseits klingt es so, als ob es sich der Therapeut ziemlich einfach macht. Nicht zu wissen, was man sagen soll, ist meiner Meinung nach ein gar nicht so seltenes Problem in der Therapie, da wuerde ich eigentlich schon erwarten, dass dem Therapeuten was einfallen sollte, um dich etwas mehr "in Fahrt" zu bringen. Wenn du sagst: "Ich weiss wirklich nicht, was ich hier sagen soll, koennen Sie mir nicht helfen?" - was kommt dann von ihm?

Andererseits bist du natuerlich auch selber dafuer verantwortlich, die Therapie so zu steuern, dass sie fuer dich sinnvoll ist. Und da denke ich, koenntest du Dinge erzaehlen, die darauf hinfuehren, wo du dir Hilfe und Verbesserung erwartest von der Therapie. Also z.B. Situationen, die du erlebt hast, und die mit den Problemen zu tun haben, wegen derer du da bist. (NB: Falls du das anderswo geschrieben hast, ich weiss es trotzdem nicht, habe jetzt nur diesen Eintrag hier gelesen.)

L]oCrd_Vol;demxort


Ich habe paar Sachen aus meiner Kindheit erzählt und jetzt sagt er, ich soll für mein Leben Verantwortung übernehmen und nicht für alles was bei mir im Moment schief läuft, die SChuld bei Menschen suchen, die mir meine Kindheit versaut haben.

Jetzt habe ich überhaupt keine Ahnung, was ich ihm erzählen soll.

Wenn ich sage "ich weiß nicht was ich erzählen soll" dann sagt er "so können wir nicht arbeiten" :-(

Soll ich ihm von meinen Problemen erzählen, die ich habe?

Oder wie ich mich im Moment fühle?

Oder über mein Privatleben reden?

???

AWmare'na Kirs>cmhe


Lord_Voldemort also es gibt ja einen grund warum du bei ihm bist.....(angstzustände....Depressionen) und wenn du schreibst er macht eine Verhaltenstherapie dann soll er mit dir den Umgang mit deinem Problem üben...wie du also lernst dich selbst zu heilen....also einen Psychtherapeut interessiert in erster linie Gob was du so gemacht hast (beruf, Familienstand, Anzahl freunde, Hobbies etc.) und dann warum du zu ihm kommst wann und wie es dir so geht z.B. Panikatacken----> immer wenn man z.B. Bus fährt/ Herzrasen, Schweißausbruch, Panick...bla bla...

Dann lernt er dir was du im Bus tun kannst bzw wie du dich selbst beruhigen kannst.....und mit deinem Problem umgehen lernst.

Also wie wäre es wenn du ihm erzählst wann, wie und warum es dir so geht + ein bißchen allgemein aus deinem Leben *:)

Kann dir das helfen?

AfmareRna sKir)schxe


Du wirst außerdem NIE erleben, dass ein Therapeut dir das erzählt was du gerne hören willst....weil er dinge ganz objektiv betrachtet und neutral bewertet und dich u. U. auch mal ehrlich kristisiert.....er soll ja in deinem Innersten das UMDENKEN anstoßen...das geht nicht wenn er dir erzählt, dass alles was du tust, denkst etc. so ok ist....

SAilbFer


@ Lord_Voldemort:

und jetzt sagt er, ich soll für mein Leben Verantwortung übernehmen und nicht für alles was bei mir im Moment schief läuft, die SChuld bei Menschen suchen, die mir meine Kindheit versaut haben.

Damit hat er letztendlich sicher recht, denn schliesslich kannst nur du etwas ändern - aber es kann durchaus hilfreich sein, zu schauen, woher die Probleme eigentlich kommen. Und man kann auch ziemlich neutral feststellen, dass Menschen Fehler im Umgang mit einem gemacht haben, ohne dass man ihnen deswegen die Schuld in die Schuhe schiebt. Insofern teile ich seine Meinung in diesem Punkt nicht.

Ich finde es auch schade, dass er dir so gar nicht entgegen kommt (mit Fragen oder ähnlichem). Man müsste annehmen, dass du nicht der einzige Patient bist, der gar nicht weiss was er sagen soll (ging mir auch schon so..).

Was ich besprechen würde:

-Warum mache ich diese Therapie? Was sind meine aktuellen Beschwerden?

-Was sind meine Therapieziele? (möglichst konkret, nicht irgendwas à la "nicht mehr so leben wie jetzt")

-Wie gelange ich zu diesen Zielen? Was schlägt mein Therapeut mir vor? Was für Hilfestellungen bietet er mir? (im Idealfall sollte der Therapeut einem sozusagen Werkzeug in die Hand geben, damit man selber an sich arbeiten kann. Das kann so aussehen, dass er mit einem zusammen Übungen macht. Oder dass er konkrete Tipps gibt. Arbeitsblätter. Und so weiter.)

Sollte dein Therapeut dir in keiner Weise entgegenkommen - also weder mit Vorschlägen, was man konkret machen könnte, noch mit sonstigen Hinweisen - würde ich mir überlegen, ob er wirklich der richtige Therapeut ist. Denn klar, letztendlich bist du derjenige, der an sich arbeiten muss - aber wenn du dabei keine Hilfe vom Therapeuten kriegst, könntest du dir die Therapie ja genauso gut sparen, denn bringen tut dir das dann gar nichts. :-/

Lbord_VIoldexmort


Danke @:)

also z.B.: ich habe Angst vor Schnecken (hab ich nicht ;-)) und ich möchte die weg haben

oder: ich habe keine Freunde und hätte gerne welche aber weiß nicht wie ich es anstellen soll

und erzählen was mich im Moment in meinem Privatleben stört/belastet und nicht weiß wie ich es ändern soll, ob ich Probleme mit Partnerin habe oder sowas

ja?

SWilb1e[r


Ja, so war das gemeint. :-)

LCord_kVoldhemxort


oder, dass ich mich in letzter Zeit so irgendwie komisch fühle, als wäre ich gar nicht da und habe keine Ahnung was los ist?

SJilbxer


Ja, sowas kannst du auch erwähnen. Das nennt sich übrigens Derealisation (wenn es sich auf die Umwelt bezieht) bzw. Depersonalisation (wenn es sich auf dich bezieht). ;-)

es gibt kein "falsch" und kein "richtig", was das Erzählen angeht. Ausser natürlich man verbringt die Stunden so Kaffeekränzchen-mässig, indem man lang und breit von Dingen erzählt, die eigentlich nicht therapierelevant sind, z.B. mit wem Nachbarin X eine Affäre hat und was Mitarbeiterin Y heute wieder blödes gesagt hat. ;-) Ich meine, natürlich kann man das erzählen, ich persönlich würde es als Verschwendung der Therapiezeit betrachten, denn schliesslich hat man ja nicht einfach unendlich viele Stunden zur Verfügung.

Verlass dich einfach auf dein Gefühl - das klappt dann schon. :-)

LQor-d_/V:oldemoxrt


ok, danke.

Es ist so, als ob ich träumen würde und sehe alles so leicht vernebelt. Weiß jetzt nicht wie ich es beschreiben soll.

Z.B. ich habe heute gegessen und einen Moment hatte ich das Gefühl als ob es ein Film wäre, habe meine Hände beobachtet, was sie machen. War schon erschreckend.

Dann erzähle ich das beim nächsten mal.

Lmordb_Volde3mort


Als ob ich als Zuschauer daneben gesessen hätte und zugesehen habe, was jetzt passiert. :-o

SNilbxer


Guckst du hier, darin dürftest du dich wiederfinden:

[[http://www.panikattacken.at/depersonalisation/depers.htm]]

ich kenne es nur in der Form, dass ich mich manchmal fühle, als wäre ich angetrunken oder als hätte ich irgendwelche Beruhigungsmittel überdosiert. Benebelt und sowas. Ist ätzend. :-/

d7avo|rxka


Meine Therapeutin hat mich immer zu Beginn einer jeden Sitzung folgendes gefragt:

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie das letzte Mal hier aus der Sitzung rausgegangen sind?

Wie ist es Ihnen ergangen in der Zwischenzeit, was haben Sie gemacht?

Wie geht es Ihnen heute?

Ich fand das als Einstieg immer sehr gut und mir hat es geholfen sofort gleich alles Revue passieren zu lassen und einen nahtlosen Übergang von einer Sitzung zur nächsten zu haben. Es sprudelte regelrecht aus mir heraus mit allen damit verbundenen Emotionen. Ohne diese Fragen wäre ich auch total blockiert gewesen und ich hatte jedes Mal Angst und war total aufgeregt wie Lampenfieber, wenn die Sitzung losging.

Vielleicht fängst du beim nächsten Mal einfach so an?

L7ord_Vo>ldemort


das ist es Silber :)^

Davorka

also hast du jedes mal erzählt, was du in der letzten Woche erlebt/gefühlt hast, ja?

Das werde ich auch machen.

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