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Angst vor Berührungen

bgtwxn hat die Diskussion gestartet


ich habe ein problem damit, mich von leuten berühren zu lassen und weiß nicht, was ich noch versuchen soll, um endlich etwas unbefangener leben zu können. in meiner kindheit ist es zu einigen übergriffen gekommen, die mich geprägt haben. ein verwandter wurde zudringlich und hat mich mehrfach betatscht.

ich war deshalb in therapie, doch leider konnte mir die psychologin nicht weiterhelfen. wir haben es über zwei jahre versucht, aber ich bin noch immer nicht weiter. sobald mich fremde menschen anfassen, fühle ich mich schlecht und möchte am liebsten ausreißen. zwar habe ich mit den jahren einige strategien entwickelt, um dem körperkontakt im alltag auszuweichen, aber ich bin es leid, so isoliert zu leben.

mein freund ist der einzige mensch, der mich berühren darf. mit ihm verbindet mich eine tiefe innige liebe, so dass ich seine zärtlichkeiten genießen kann. auf dauer reicht mir das jedoch nicht. ich sehne mich danach, auch mal eine ganz normale freundschaft zu pflegen, in der man sich zur begrüßung herzlich umarmt, aber ich bringe es einfach nicht über mich.

habe oft versucht, mich zu überwinden und mir sogar manchmal wunderbar ausgemalt, wie schön es wäre, wenn mich diese oder jene person einfach mal in den arm nehmen würde. doch wenn es dann fast so weit war, ging ich wieder auf abstand.

wie durchbreche ich diesen teufelskreis?

Antworten
belYümcheEn22x2


Mir geht es genauso...wo sich alle Mädels kussi rechts+links begrüßen u umarmen..ich mag das nicht. Fürhl mich da total unwohl. Bei mir is nur mein EX zudringlich geworden (zum GV gedrängt) Aber keine Ahnung ob das der Grund is. Ich suche auch eine Lösung.

Alles GUte

C9haCnce0x07


Hallo *:)

Verständlich, daß Du an Berührungen vorwiegend schlechte Erinnerungen knüpfst, die Dich genau in dem Moment einholen, wo es eigentlich positive Gefühle (durch eine Umarmung) auslösen sollte.

habe oft versucht, mich zu überwinden und mir sogar manchmal wunderbar ausgemalt, wie schön es wäre, wenn mich diese oder jene person einfach mal in den arm nehmen würde. doch wenn es dann fast so weit war, ging ich wieder auf abstand.

wie durchbreche ich diesen teufelskreis?

Wie wäre es mit Mini-Schritten? Vor allem fände ich es wichtig, daß Du gute Freunde vielleicht einweihst. Sie müssten ja keine Details wissen. Nur, daß es Dir aufgrund schlechter Erfahrungen schwer fällt, Du es jedoch vermißt. Mehr muß ganz sicher niemand wissen.

Dann ergibt sich aber die Möglichkeit, daß Du Verständnis bekommst und nicht gleich traurig bist, wenn es nicht sofort klappt. Und vor allem - Nichts muss, alles kann. Genau in DEINEM Tempo.

Du und Dein Körper müßt erst wieder mühsam neu erlernen, daß Umarmungen nichts Negatives sind. Da sich nicht nur Dein Kopf, sondern auch Dein Körper erinnern und somit auch reagieren, dauert dies seine Zeit. Es ist wie ein mühseliges Umprogrammieren.

Gib nicht auf, denn es ist möglich! :)* @:)

bCtwxn


hallo blümchen222,

es tut mir leid, dass bei diesem thema auch in dir negative gefühle aufkommen. ich hoffe, du findest eine lösung. wenn es dir gut tut, kannst du dich hier gerne niederlassen, mitlesen und mitschreiben @:) :)*

bItxwn


hallo chance007,

danke für deinen beitrag. ich versuche mal genauer darauf einzugehen:

Vor allem fände ich es wichtig, daß Du gute Freunde vielleicht einweihst.

das problem ist, dass ich durch meine scheu gar keine richtig guten freunde habe. da ich immer nur darauf bedacht war, dass mir ja niemand zu nahe kommt, konnte ich nie ein richtig herzliches verhältnis aufbauen.

diese zwickmühle macht mich schon lange verrückt: um jemanden einweihen zu können, muss ich ihm/ihr vertrauen. um ihm/ihr zu vertrauen, muss ich sie aber erstmal an mich heranlassen. zwar vorallem seelisch, aber viele verbinden das auch gleich mit körperlicher nähe und davor habe ich angst.

ich weiß, dass es zeit braucht, aber ich bin müde vom durchhalten und kämpfen (überwinden). es geht nun schon über 10 jahre so.

bwtwn


was mich wirklich deprimiert, ist auch, dass die therapie m.e. überhaupt nichts gebracht hat. wenn ich überlege, wie viele stunden ich mit dieser frau geredet habe %-| alles, was ich aus den sitzungen mitgenommen habe, war die "empfehlung": sie müssen sich eben überwinden!

das kann es doch nicht sein? oder ist es wirklich so, dass ich mich einfach dazu zwingen soll, die berührungen auszuhalten und irgendwann werden sie dann angenehm? ??? :-/

bNGmclhen2k2x2


Ich habe auch kaum Freunde...villeicht, weil die Menschen meine leichte Abneigung weger der Berührungen spüren?

C2hanc[e0x07


Hallo nochmal!

das kann es doch nicht sein? oder ist es wirklich so, dass ich mich einfach dazu zwingen soll, die berührungen auszuhalten und irgendwann werden sie dann angenehm?

Jein. Ich denke, bis zu einem gewissen Grad wird es erst einmal, selbst bei sehr lieben Personen, unangenehm sein. Jedoch darf das ein gewisses Maß nicht überschreiten, sonst würdest Du es wahrscheinlich eher schlimmer als besser machen. Deshalb meinte ich: kleine Schritte.

Jedoch hat die Psychologin (meiner bescheidenen Meinung) insofern Recht, daß Du Dich überwinden mußt, überhaupt erst einmal auf Leute zuzugehen. Wie sollen sie denn sonst wissen, daß Du Ihnen gegenüber positiv und neugierig eingestellt bist? Warten, daß "irgendwas" mit Dir passiert, wird keine Lösung sein. DU mußt selbst aktiv werden. :)z Könnte es sein, daß sie lediglich das damit gemeint hat? Denn egal aus welchen Gründen jemand eine Therapie macht, die Hauptarbeit liegt immer bei den Betroffenen selbst. Und diese kann ihnen niemand abnehmen. Das erfordert sicher ganz oft, über den eigenen Schatten zu springen. Doch Du wirst sehen, mit jedem Hüpfer wird es leichter werden, Dein Selbstvertrauen wächst, und irgendwann ist es einfach.

Niemand, den ich im Bekanntenkreis neu kennenlerne, erwartet gleich, daß ich ihn umarme oder sogar küsse. :|N Das würde mir auch widerstreben, da ich eine Person gut kennen muß, um überhaupt das Bedürfnis zu haben, sie zu umarmen. Und auch wenn Du Leute kennenlernst, die das anders sehen, müssen und werden sie diesen Wunsch respektieren. Manch einer wird es anhand Deiner Körpersprache erkennen, einem anderen muß man es deutlich sagen. Wichtig ist nur, daß Deine Körpersprache insgesamt nicht ablehnend wirkt. Da solltest Du versuchen, drauf zu achten. Wäre schade um die verpaßten Möglichkeiten, liebe Leute kennenzulernen.

@:) :)*

bWtwn


liebes blümchen222,

ja, ich denke schon, dass das eine rolle spielt. für die meisten ist es ja normal, einen freund auch mal zu umarmen oder irgendwie zu berühren. wenn wir abstand halten, dann ist das für sie bestimmt spürbar und vielleicht sogar verletzend :-(

b+twn


hallo chance007,

Warten, daß "irgendwas" mit Dir passiert, wird keine Lösung sein. DU mußt selbst aktiv werden. :)z Könnte es sein, daß sie lediglich das damit gemeint hat?

kann schon sein, ich hatte nur gehofft, dass ich in einer therapie lerne und erfahre, WIE ich das tue. die bloße "anweisung", ich müsse mich eben überwinden, bringt mir nichts. das weiß und will ich ja selbst, ich weiß aber eben nicht WIE.

an diesem punkt trete ich seit jahren auf der stelle. jede noch so kleine berührung fühlt sich falsch an und ich weiß nicht, wie ich dieses gefühl loswerde. im moment des kontaktes schreit alles in meinem kopf und körper nur noch NEIN, egal, was ich vorher darüber dachte oder mir sogar wünschte :-|

C8han!ce0r0x7


in meiner kindheit ist es zu einigen übergriffen gekommen, die mich geprägt haben

Mich würde interessieren, ob Du diese Erlebnisse während der Therapie aufarbeiten konntest? Denn das sollte allem anderen unbedingt vorausgehen. Erst, wenn Du damit innerlich annähernd abschließen kannst, könntest Du Dich Neuem zuwenden. Solange es allerdings immer noch bedrohlich über Dir "schwebt", ist in meinen Augen der nächste Schritt nicht möglich!

b0twn


Mich würde interessieren, ob Du diese Erlebnisse während der Therapie aufarbeiten konntest?

ich würde sagen, diese erlebnisse habe ich sogar schon VOR der therapie verarbeitet. klingt vielleicht blöd, aber als ich mich für die therapie entschied, hatte ich schon lange kein bedürfnis mehr, diese dinge zu besprechen. natürlich hängt mein berührungsproblem damit zusammen, aber die erlebnisse selbst und die erinnerungen an sie, tun mir nicht mehr weh. ich kann unbefangen darüber nachdenken und sogar reden. ich bin frei von wut, hass und angst und meinem damaligen peiniger bereits vor einigen jahren ruhig gegenüber getreten.

C0hanc1e007


aber die erlebnisse selbst und die erinnerungen an sie, tun mir nicht mehr weh. ich kann unbefangen darüber nachdenken und sogar reden. ich bin frei von wut, hass und angst und meinem damaligen peiniger bereits vor einigen jahren ruhig gegenüber getreten.

:)^ Das hört sich sehr gut an. Das ist unheimlich wichtig! :)^

dass ich in einer therapie lerne und erfahre, WIE ich das tue

Ich bin ja nun bloßer Laie und kein Fachmann. Doch ich denke, dafür kann es nicht wirklich eine Anleitung geben. :|N Wie sollte die aussehen? Jeder Mensch ist so anders als der nächste. Es ist ja nicht nur unser auf-andere-Zugehen sondern immer auch die Gegenreaktion des Gegenübers. Da kann man sich einfach nichts zurechtlegen. Man kann nur agieren bzw. reagieren auf die spontane Situation.

Ich fände wichtig, definitiv auf Deinen Körper zu hören, wenn Dir etwas fürchterlich unangenehm ist. Dann also auch mal lieber innehalten oder, wenn es ganz schlimm ist, einen Schritt zurück zu machen. Jedoch grundsätzlich überhaupt erst einmal versuchen, auf Leute zuzugehen.

Du wirst doch sicher wenigstens ein oder zwei Freunde im Bekanntenkreis haben? Wie gehst Du mit diesen um? Weiß irgendjemand davon, daß es Dir so unangenehm ist?

b=twxn


Ich bin ja nun bloßer Laie und kein Fachmann. Doch ich denke, dafür kann es nicht wirklich eine Anleitung geben. :|N Wie sollte die aussehen? Jeder Mensch ist so anders als der nächste.

eine universal-anleitung kann es natürlich nicht geben, das ist mir auch klar. ich hätte mir nur gewünscht, dass mich meine therapeutin sozusagen mehr "an die hand" nimmt. komme mir ein bisschen blöd vor, das so zu sagen, aber ich fühlte mich einfach ziemlich alleine gelassen. natürlich muss ich an mir arbeiten, doch irgendwie hoffte ich auf mehr unterstützung.

Ich fände wichtig, definitiv auf Deinen Körper zu hören, wenn Dir etwas fürchterlich unangenehm ist. Dann also auch mal lieber innehalten oder, wenn es ganz schlimm ist, einen Schritt zurück zu machen. Jedoch grundsätzlich überhaupt erst einmal versuchen, auf Leute zuzugehen.

versuche unternehme ich immer wieder, aber dann mache ich es, wie du sagst: ich höre auf meinen körper und breche ab oder weiche zurück, wenn es sich zu schlecht anfühlt.

Du wirst doch sicher wenigstens ein oder zwei Freunde im Bekanntenkreis haben? Wie gehst Du mit diesen um? Weiß irgendjemand davon, daß es Dir so unangenehm ist?

nein, ich habe wirklich keine richtigen freunde. ich habe arbeitskollegen, mit denen ich über's wetter oder das fernsehprogramm rede, aber keinen auf den ich zählen kann. nur eine art mentorin aus meiner schulzeit, die weiß, dass ich "anders" bin (aber nicht, warum) und das auch respektiert. sie stellt für mich aber eher eine respektsperson dar.

CDhanEce007


dass mich meine therapeutin sozusagen mehr "an die hand" nimmt.

Du schreibst, Du hast einen Freund. Könnte dieser das nicht ein Stück weit übernehmen? Rein partnerschaftlich natürlich. Unternehmt ihr Dinge gemeinsam, wo man andere Leute kennenlernt?

Falls nicht, könntest Du Dir vorstellen, daß mit ihm gemeinsam bewußt herbeizuführen. Dann hättest Du ihn an Deiner Seite (die Person, der Du vertraust) und könntest Dich vielleicht eher darauf einlassen. Das dürfte kein Dauerzustand sein, aber es wäre ein Anfang.

Wie sieht es mit dessen Freundeskreis aus? Bist Du dort nicht integriert?

Falls Dir irgendeine Frage unangenehm ist, bitte ignorier sie einfach, ja? Ich habe nur die Hoffnung, wenn ich mehr weiß, zeichnet sich vielleicht ein möglicher Weg ab, der für Dich passen könnte. @:)

ich höre auf meinen körper und breche ab oder weiche zurück

Mal zurückweichen finde ich o.k., wie beschrieben. Man kann nicht sofort verlangen, daß alles immer gleich aushaltbar ist. Aber Abbruch würde ich ganz doll versuchen zu vermeiden. Wie gesagt, ein Schrittchen zurück - dann aber innehalten!!! bis es wieder geht - dann das Schrittchen wieder vor. So oft, bis Du keine Gefahr mehr spürst. :)z

ich habe arbeitskollegen, mit denen ich über's wetter oder das fernsehprogramm rede

Wäre es für Dich vorstellbar, mit einem oder mehreren dieser Arbeitskollegen mal was gemeinsam zu unternehmen? Und sei es nur ein Glas Wein (oder alkoholfrei ;-) ) nach der Arbeit. Zumindest sind sie Dir nicht ganz fremd und die Hemmschwelle ist vielleicht nicht so groß.

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