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Tränen statt Motivation- was ist los mit mir???

tcin;kerbeollxl hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht mehr was ich machen soll...

ich studiere Rechtswissenschaften...muss also doch einiges lernen..

ich versuche mich auch zum Lernen zu motivieren, setzte mich an den Schreibtisch, fahre auf die Bibliothek, lerne (bzw versuche es) im Lesesaal der Uni, am Balkon, im Hof der Uni...

also am Ort kanns wirklich nicht liegen...

hm..wo war ich?

ach ja...

ich bin wirklich keine Bummelstudentin, der ihr Studienerfolg egal ist....

aber ich schaffe es nicht mehr, mein Köpfchen von meiner (eigentlich vorhandenen) Motivation zu überzeugen...

das soll heißen: Ich sitze stundenlang( manchmal tage- bzw nächtelang) vor meinen Büchern, versuche Kapitel zusammenzufassen, mir laut vorzusagen um sie mir beizubringen...ich versuch alles mögliche...aber ich kann nicht mehr lernen..

es läuft seit Monaten drauf hinaus, dass ich irgendwann in Tränen ausbreche, weil ich an meiner eigenen Antriebslosigkeit verzweifle....ich muss mich zwingen in der Früh aufzustehn, muss mich zwingen die Bücher aufzuschlagen(die mich eigentlich wirklich interessieren, und die ich auch lernen möchte, weil ich die Prüfungen schaffen und meinen Traumberuf erreichen möchte)

und im Endeffekt sitze ich wieder stundenlang antriebslos vor meinen Büchern

was ist bloß los mit mir?

Ich kenne mich so eignentlich gar nicht

ich habe Prüfungsangst...klar...vor Prüfungen bin ich gestresst....aber...ich bin wie betäubt momentan

ich verstehe das nicht...

mit 21 sollte ich doch voller Energie stecken und nicht mit leeren Akkus dasitzen.

Kann mir irgendjemand sagen was mit mir passiert?

und gibt es irgendwelche Mittel und Wege (auch Medikamente wenns sein muss) um diese Antriebslosigkeit in meinen früheren Tatendrang zurückzuverwandeln?

bitte helft mir :°(

@:)

Antworten
tCinkeYrbexlll


gibts sowas wie chronische Faulheit oder sowas ???

m,uggexrl


Hallo tinkerbell,

ich denke nicht, dass Du kronisch faul bist. Für mich hört sich es eher an, als bräuchtest Du eine Pause. So ging es mir auch mal im Studium. Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber mein Studium war vor allem in den ersten Semestern die Hölle. 36 Wochenstunden, in den Ferien immer Rrüfungen und Praktika, am Wochenende immer lernen, so gut wie keine Freizeit. Irgendwann war ich echt am Ende. Ich hab mir dann bewusst in den Ferien ein Praktikum ausgelassen und zwei Wochen lang nichts gemacht. Ich habe wirklich gar nichts gemacht. Ich hab auch nicht geputzt oder Sachen erledigt die dringend nötig waren, ich bin nur in der Sonne rumgelegen, hab gelesen, war baden, ich hab einfach die Seele baumeln lassen. Nach zwei Wochen lang Nichts-Tun, konnte ich mich wieder besser konzentrieren und hatte auch wieder Lust zu lernen und in die Uni zu gehen. Vorher hatte ich komplett die Freude am Studium verloren. Vielleicht brauchst Du einfach nur eine längere Auszeit um die wieder motivieren zu können.

gzruffxudd


Wie muggerl schon schrieb, nimm Dir eine Auszeit. Es bringt gar nichts, wenn Du angespannt in die Klausuren gehst. Ich kenne diese Gedanken auch aus meiner Studienzeit und habe mir eine Pause gegönnt. Es ging danach aufwärts. Entspannung ist gerade bei Jura sehr wichtig, schließlich kommt nach dem ersten noch ein zweites Examen und das wird nochmal heftig. Im Referendariat musste ich neben dem Unterricht und den Klausuren auch noch die praktische Ausbildung mit Sitzungsdienst bei der StA, Ausbildung beim Anwalt etc. absolvieren. Das geht nur, wenn man am WE mal die Seele baumeln lässt, seinen Urlaub nutzt und mal gar nichts macht. Bei mir hat es geholfen.

Viel Erfolg, Frau zukünftige Kollegin :)^

Ziwarck4x4


Schon mal an eine Schilddrüsenunterfunktion gedacht?

t?ink!erbelxll


muggerl & gruffudd

aber dieser "Durchhänger" ist ja nicht kurzfristig gekommen sondern schon seit ein paar Monaten da...

ich kann mir doch keine lange Auszeit nehmen, wenn ich schon seit so langer Zeit so "unproduktiv" bin

ich muss aufholen nicht noch weiter zurückfallen |-o

Zwack44

die kann sich auf die Motivation auswirken?

...nein daran hab ich noch nicht gedacht....

aber müsste es da nicht auch andere Auswirkungen auf meinen Körper geben ???

m4ugSgeqr*l


Bei mir war der Durchhänger auch nicht kurzfristig. Über ein Semester hab ich mich nur gequält und dann eingesehen, dass das so alles nichts bringt. Für mich war die Auszeit die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Was bringt es Dir noch weiter unproduktiv und frustriert zu sein. Lieber mal alles vergessen und es Dir sonst wo vorbei gehen lassen um dann wieder motiviert anzugreifen. Natürlich kann das ganze auch andere Ursachen haben, finde die Theorie mit der Schilddrüsenunterfunktion interessant.

Ich Drück Dir die Daumen @:)

LG

Z\waNck4x4


Ja, tinkerbelll, kann sie. Die SD ist quasi das Kraftwerk unseres Körpers und die SD-Hormone haben Einfluß auf viele unserer Organe. Wenn die SD auf Sparflamme läuft, fehlen oft Antrieb, Lebensfreude, man will, kann aber nicht, und man kann dadurch in eine Depression rutschen. Symptome gibt es viele, aber nicht alle zeigen sich bei jedem einzelnen Patienten. Aber bevor ich an Deiner Stelle zum Psychiater oder Psychotherapeuten ginge, würde ich eben meine SD untersuchen lassen.

Ich habe selbst mehr Erfahrung mit Depressionen als mir lieb ist, und wenn ich Deinen Eröffnungsbeitrag lese, erinnert mich das sehr an manche depressive Phasen. Ich hatte z.B. beschlossen, erst ins Bett zu gehen, nachdem ich drei Überweisungsaufträge ausgefüllt hätte. Die Umsetzung in die Tat hat dann aber noch 2 Stunden gedauert - unendliche Qualen. Wenn ich mir keine Aufgabe gestellt habe, konnte ich stundenlang in den Garten gucken und habe nichts dabei vermißt. Aber wehe, wenn ich aus dieser Sanatoriumsatmosphäre heraus wollte! Ähnlichkeiten rein zufällig?

S6aliNna30x8


Auch wenn du schon seit Monaten hinterher hinkst, solltest du dennoch eine absolute Pause einlegen.

Wenn es deine finanziellen Mittel zulassen, ein paar Tage an die Nordsee oder so. Gute Luft und Ruhe. Ein bißchen spazieren oder einfach nur schlafen.

Den Kopf frei bekommen.

Es bringt gar nichts, sich zu zwingen. Das hast du ja selber schon gemerkt.

WEaaterxli


Genau, lass die SD testen, wollt ich auch grade sagen. Bist du auch oft müde? Und die Tränen sind ja schon ein bisschen "depressiv". Könnte schon sein, dass es daran liegt. Dauert aber auch, bis das anschlägt (bei mir nicht, da gings nach 2 Tagen schon viiiiel besser, also kannst auch Glück haben). Nimm dir wirklich mal ne Auszeit, mach mal drei Tage GAR nichts oder so, geh Party machen, geh raus usw. und auch danach, wenn du wieder lernst, solltest du möglichst nur 4-5 Stunden lernen und den restlichen Tag Sport machen, rumhängen oder Freunde treffen usw...

Wenn du nebenbei noch zur Uni musst natürlich weniger lernen ... also so, dass du max. 8 Stunden am Tag mit Uni + Lernen beschäftigt bist... der Rest MUSS Freizeit sein bzw. körperlicher Ausgleich. Sonst ist klar, dass du irgendwann die Bücher nicht mehr sehen kannst...

ifch_x88


ich kann dich sehr gut verstehen, vor allem weil ich das gleiche studiere.

ich lerne seit monaten ohne pause, obwohl ich mich jeden tag zum schreibtisch quälen muss. ich kann an nichts anderes mehr denken, als ans lernen. freizeit hab ich so gut wie gar keine mehr und wenn ich mal nicht so viel zu tun habe, bekomme ich ein schlechtes gewissen und kann mich nicht mal in ruhe vor den fernseher setzen.

kurz vor der prüfung ist es immer ganz besonders schlimm, da sitz ich oft stundenlang vor den büchern und kann nicht mehr aufhören zu heulen. :(v

da ich mit der situation überhaupt nicht mehr klarkomme, gehe ich seit ein paar monaten 1x wöchentlich zu einer psychotherapeutin, aber einen wirklichen erfolg habe ich nicht gemerkt. phasenweise gehts mir seitdem total gut und dann fall ich wieder in die alte "depression" zurück.

mir hat es etwas geholfen, mir einen detallierten plan vor den prüfungen zu machen, wo auch jeden tag abgehakt wird, ob alles erledigt wurde. mit der neuen lernmethode klappt es auch mit der motivation etwas besser, aber die angst vorm versagen mindert das auch nicht.

t&inFkerbe@lll


hi

erstmal danke für eure vielen lieben Antworten..

das kann also wirklich an der SD liegen?...wie kann man die denn testen lassen?

Zwack44

das kommt mir sehr bekannt vor...eigentlich ist es bei mir genauso |-o

es ist ja nicht so als würde ich ständig im Bett rumliegen und nichts tun..

aber es passiert mir, dass ich zb am Schreibtisch sitze und 2-3h vergehen und ich hab nix gemacht...ohne, dass es mir wirklich aufgefallen ist |-o

Z)wackk4x4


Nachdem Antriebslosigkeit und Depression Symptome einer SD-Erkrankung sein KÖNNEN, würde ich immer zuerst die SD überprüfen lassen, bevor ich mich in die Hände eines Psychiaters begebe. Du suchst Dir also einen erfahrenen SD-Experten (Endokrinologe oder Nuklearmediziner), läßt fT3, fT4, TSH und die Antikörper TPO-AK, Tg-AK und TR-AK bestimmen und eine Sonographie der SD machen. Aus den Ergebnissen zusammen ergibt sich dann, ob Du an einer SD-Dysfunktion leidest. Stell die Werte einfach hier ein (mit den entsprechenden Normbereichen), und Du wirst eine Menge Antworten erhalten.

EINE SD-Dysfunktion würde man in den allermeisten Fällen medikamentös angehen (z.B. durch Gabe von L-Thyroxin im Falle einer Unterfunktion).

Falls Deine SD gesund ist und Du sonst keine organischen Macken hast, könntest Du Dich für eine Psychotherapie oder einen Besuch beim Psychiater entscheiden, wobei der letztere versuchen wird, Deine Schieflage mit Antidepressiva zu korrigieren. Das kann ein langer Weg werden, weil ADs bei jedem Patienten anders wirken, was die gewollte Wirkung, die Nebenwirkungen und die Dosis angeht. Wenn der Patient genügend Geduld mitbringt und einen kurzen Draht zu seinem Psychiater hält, so dass der immer exakt über die Wirkungen/Nebenwirkungen informiert ist, können Arzt und Patient gemeinsam beraten, ob das zuerst verschriebene AD z.B. durch ein zweites ergänzt oder ersetzt werden sollte.

Ich nehme seit 2001 ununterbrochen ADs, bin auf diese Weise bis zu meiner Pensionierung arbeitsfähig geblieben (was sonst nicht geklappt hätte), und nehme derzeit einen Cocktail aus 3 verschiedenen ADs in niedriger Dosierung. Also auch in diesem Stadium könntest Du mir gerne Fragen stellen.

Ob Du die beschriebene Reihenfolge einhalten willst, mußt Du für Dich selbst entscheiden, aber TU ETWAS! Das Leben ist viel zu kurz um es untätig an sich vorbeilaufen zu lassen. *:)

Bzalencciagxa


@ tinkerbell

das hier

mir hat es etwas geholfen, mir einen detallierten plan vor den prüfungen zu machen, wo auch jeden tag abgehakt wird, ob alles erledigt wurde.

hab ich vor dem ersten auch gemacht, hat ganz gut geklappt. ansonsten würd ich einfach versuchen, das ganze nicht so verbissen zu sehen. man MUSS ja eh durch, es sei denn, man entscheidet sich für einen abbruch. und das hast du ja offensichtlich nicht vor. also entspann dich.

ich würd dir auch mal eine auszeit empfehlen. oder bist du im rep oder so? ich bin damals noch am we vor den klausuren auf einen kurztrip (städtereise, shoppingtouren) weggeflogen; kopf freikriegen bringt manchmal wirklich viel.

k.a....sag al, mal ne andere frage: macht dir jura spaß? :-/

tIinkerbxelll


Zwack44

danke für die vielen vielen Informationen und Tipps.... ich muss das erst einmal sacken lassen..

ich werde nach diesem Semester meine SD testen lassen....bis dahin werd ich mich noch so durchwurschteln...ich glaub einfach, dass ich über den Sommer ein bisschen mehr Zeit und auch mehr Kraft habe mich auf eine mögliche neue Situation mit Medikamenten oder anderen Therapieformen einzustellen.

wenn ich darf, werde ich mich gerne an dich wenden....ich finde das alles ein bisschen gruselig... ich hab gedacht, dass ich faul bin..und jetzt fallen Stichwörter wie Schilddrüsendysfunktion, Antidepressiva...

Balenciaga

ja...Jura macht mir Spaß..ich weiß, dass das unwahrscheinlich klingt :-D aber mir gefällts...natürlich nicht alles..aber es ist ja Gott sei Dank (zumindest in Österreich) nur ein Gerücht, dass Jura sture Auswendiglernerei ist.

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