» »

Mein Vater benimmt sich unmöglich

p+a1tayxa hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich muss kurz ein bisschen ausholen um mein Problem zu schildern:

Es geht um meinen Vater, er wird jetzt dann 55 Jahre alt und mit jeder Woche wird sein Verhalten schlimmer.

Ich bin schon seit 4 Jahren zuhause ausgezogen mein Bruder wohnt mit seinen knapp 20 Jahren noch zuhause.

So, mein Vater ist ein verhätscheltes Einzelkind (Aussage Nachbarn + Verwandte), er war immer das "bubi" bei meiner Oma. Mein Opa war ein leichter choleriker bzw Kommandant, sein Wort war Gesetz und keiner durfte sich dagegen auflehnen. Mein Opa ist vor 1 1/2 Jahren gestorben, meine Oma vor 5. Mein Vater hat nie ein eigenes Haus gebaut, gekauft oder gemietet, wir haben immer mit den Großeltern unter einem Dach gewohnt unter welcher situation meine Mutter immer sehr gelitten hat, da sie nie etwas eigenes hatte oder ihre Ruhe vor den Großeltern. Das hat dazu geführt, dass meine Mutter in schwere Depressionen vor 2 Jahren gefallen ist von welchen sie sich bis heute noch nicht ganz erholt hat.

Nun zu meinem Vater. Er lässt sich total gehen, er ist sehr übergewichtig, jeden Abend wird der Kühlschrank ausgeräumt, er trinkt zu gerne heimlich Alkohol (wir sind ihm da schon auf die schliche gekommen) und auch sonst ist er überaus "faul" (sorry wenn ich das so sagen muss, aber es stimmt). Das Haus verfällt zusehends, es ist ihm alles egal.

Ein Beispiel: seine Schildkröte, welche er schon seit 45 Jahren hat (und welche unserer Oma so sehr am Herzen lag), war vor ein paar Wochen schwer krank. Er hat es nicht geschafft, sie zu einem Tierarzt zu fahren. Ich habe sie dann zu einem Tierarzt gefahren und dieser meinte, es wäre 5 vor 12 bei ihr gewesen und sie solle noch ein paar Wochen Tabletten bekommen. Meint ihr, er würde es schaffen, dem Tier seine tägliche Tablette zu geben?? Nein, das macht jetz meine Mutter, ab und zu bequemt er sich, der Schildkröte doch eine zu geben, wo er doch ganz genau weis, dass dies das letzte "Andenken" an Oma ist und es furchtbar wäre, wenn die Schildkröte sterben würde, nur weil er sich nicht darum gekümmert hat.

Er redet teilweise auch meine Mutter extrem blöd an, gestern war ich bei meinen Eltern zuhause und er hat sich dazu entschlossen, das Wohnzimmer zu weisseln (nach 6 jahren wars mal wieder überfällig). Das war dann so, dass er 2 kleine Flächen gestrichen und das Zeug liegt jetzt im Wohnzimmer rum. Da hab ich die alte Blockflöte meiner Mutter gefunden, und hab gesehen, dass sich der Lack etwas ablöst und meine mama und ich haben sie halt angeschaut. Da kam mein Vater und meinte, was wir denn da machen und ich hab gesagt, dass sich da der Lack ablöst und dann kam die Gemeinheit schlechthin "na das ja von deiner mutter, das kann ja nichts vernünftiges sein!"... man war ich baff. Ich meine, ich würde ihm schon konter geben, aber das ist doch kein Zustand mehr. Meine Mama hat nur gesagt, sie mag nicht mehr antworten, sie ignoriert ihn. Das tolle war, meine Oma war auch mit dabei (mama von meiner mama) und hat das alles gehört, sie hat sich also quasi auch angesprochen und beleidigt gefühlt. Das war so das allerletzte...

Man sieht ihm förmlich an, dass es ihm stinklangweilig ist, weil er keine Freunde hat... er gammelt nur rum oder sitzt vorm PC oder isst oder schläft... und wenn er wach ist, dann labert er meine Mama blöd an.

Ich hätte nie gedacht, als ich klein war, dass meine Vater mal so wird, dass man fast keinen Respekt mehr vor ihm hat.

Ich weis nicht mehr, was wir noch tun können, ich bin schon wieder kurz davor, den Psychotherapeuten meiner Mutter anzurufen und ihn um Hilfe zu fragen... oder wollt ich grad unseren Hausarzt anrufen, mit dem sind wir sehr gut befreundet (also meine Mutter auf alle Fälle und wir.. mein Vater steht sehr gespalten zu Ärzten, weil ihm jeder sagt, dass er zu fett ist) und ihn um einen Termin für meinen Vater bitten, aber wir wissen ja, dass er nicht hingehen würde.

Hat jemand ne Idee? Oder erst mal danke fürs lesen... musst ich mir einfach jetz mal so runter schreiben.

Antworten
Hao_ppelifehnl5exr


So lange nix neurologisches vorliegt, würde ich meinen: Der Knabe muss unter Menschen! Kegelbrüder braucht der Mann!

Er hat zu nichts Lust, keine Ausdauer und ist mit sich selbst so unzufrieden, dass er seinen Frust an Deiner Mutter im Speziellen auslässt.

Das mit dem Keglen - oder Bowling - kommt nicht von ungefähr:

Mein Onkel war auch so ein Despot, der wurde viiiiiiiiiiiiel lockerer, als er sich einer Kegelrunde angeschlossen hat. Es lachte niemand wegen seines Übergewichts, er hatte trotzdem Bewegung - und als er die ertsn Kegel komplett abgräumt hatte, hatte er das längst fällige Erfolgserlebnis.

In jeder Kleinstadt gibt es solche Männerclubs.

Wär das was für Deinen Paps?

:)* Kopp hoch!

*:)

p}at!aya


Hmm du bringst mich da wirklich auf eine Idee... ich glaube er hat noch nie gekegelt...

aber wie krieg ich ihn dazu? Ich frag glaub ich mal meinen Freund, den hat er sehr gern ob wir nicht mal alle kegeln gehen, vielleicht meine Mama auch mitnehmen... so von sich alleine geht der nie und nimmer zum kegeln. Wir haben sogar eine Kegelbahn in unserem Ort...

Nun ja... ich bezweifle dies zwar, dass es klappt, er hat schon leichte Probleme mit seinem Knie, weil er halt einfach zu schwer ist, aber ein Versuch wärs wert...

wenn sonst noch jemand was dazu sagen möchte, dann liebend gerne!!

H8oppezlf0ehler


Na bitte! :)^ Das Knie ist nicht das Problem, da es nur ein paar Schritte sind, die er in Richtung Bahn tappern muss. Er soll ja nicht an der nächsten Meisterschaft teilnehmen.

Ihr müsst ihn aber erst mal zur Bahn lotsen - das wird schon ein Akt werden - dann werdet Ihr merken, ob er vielleicht Spaß dran hat und sich ein wenig zum Positiven ändert. Ich hoffe es für Euch!

Ich finde es superklasse, dass Du was ändern willst und Dich sorgst, was aus Paps und vor allem aus Mama wird! Manchem Kind ist es schlichtweg egal, wie sich die Eltern entwickeln. Ich habe es bei unserem Cousin erlebt, dem hat es nicht interessiert, wie seine Mutter leidet.

(Damit mein Mann und ich nicht mal so "enden", haben wir uns ein Hobby gesucht und gefunden: Wir schrauben an Autos herum, obwohl wir wirklich keine Ahnung hatten, WIE was gemacht wird. ;-D Man, waren wir stolz, als der TÜV uns gelobt hat. Und meine Jungs? Die freuen sich, dass wir "von der Straße" weg sind und ab und zu Juniors Auto richten. ;-D)

E}rdbeNerRkatzxe


manchmal sollte einem das als Kind schlichtweg egal sein, vor allem wenn Alkoholismus im Spiel ist!

heimlich Alk trinken klingt weder harmlos noch nach normalem Trinkverhalten, hinzu kommen all die anderen Veränderungen, die zum Krankheitsbild Alkoholismus gehören..... herumhängen, nichts tun, Angehörige beleidigen und verletzen (auf unfairste Art), sich gehenlassen, Depressionen. danach kommen bei vielen echte Aggressionen, nicht selten bis hin zu Gewalt.

bei dieser Sucht gibts nur eine Abwärtsspirale, das hört nicht von selbst auf und auch nicht indem man Flaschen auskippt oder den Menschen mal zum Kegeln schleppt (sorry, ist nicht persönlich gegen dich, du meinst es ja gut.. ich hab mich aber sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und schreib das hier nicht einfach so daher)

helfen kann man nicht, helfen kann sich nur der Betroffene selbst. die Erfahrungen aus unzähligen Familien zeigen, dass Kinder, Partner und Angehörige immer mit in den Strudel hinabgerissen werden, wenn sie nicht lernen, sich abzugrenzen -> Co-Abhängigkeit.

ich kenne ganz schlimme Lebensgeschichten, die genauso "harmlos" begannen - und würde empfehlen, zu einer Beratungsstelle zu gehen.

dass man seine Eltern liebt und es schwer fällt, sie "fallenzulassen" wenns ihnen schlecht geht, kann ich voll und ganz verstehen. das würde man ja auch bei keiner anderen Krankheit tun.

muss aber sein, sonst unterstützt man die Abhängigkeit und verlängert seinen Leidensweg und auch den eigenen.

letztendlich müssen die beiden Eltern ihre Probleme auch selbst klären, das kann man als "Kind" nicht für sie übernehmen. wenn sie trotz seinem Nichtveränderungswillen bei ihm und ihren Depressionen bleibt, kann man da nicht viel tun. man macht sich nur kaputt dabei.

akllisptexr


Hallo pataya,

das mit dem kegeln ist eine super Idee.

Klar wird es schwer deinen Vater aus dem Haus zulocken aber einen Versuch ist es immer wert.

Wenn er nicht mit kegeln gehen will, vielleicht hat er dann eine allternativ Vorschlag.

Wünsche euch ganz viel Glück.

LG

poataxya


Hallo,

ja ich werde mal mit mama darüber sprechen. ich weis ja, dass ich mich abgrenzen sollte, aber das ist einfacher gesagt als getan. Noch dazu hab ich extreme Rückenstärkung von meinem Freund, von daher "belastet" es mich jetzt nicht sooooooo sehr, vielleicht bin ich auch einfach nur die verbal stärkere, was meine Mutter ja auch schon öfter gesagt hat.

Nun ja, es liegt mir allerdings noch immer diese Aussage von ihm bezüglich der Flöte meiner Mutter im Magen. Das werde ich ihm auf alle Fälle nochmal sagen, wie beleidigend und schmerzend das war, sowas sagt man einfach nicht und schon zweimal nicht im Beisein von der Oma auch noch :(v

Ich habe letztes Jahr mal angefangen, mit meinem Vater Sport zu treiben, sprich bissl rad fahren und schwimmen (auch wenns nur 1x war mitm schwimmen) und da war er voll motiviert, leider kann ich mich zerreissen und hab nebenbei auch noch 2 Pferde und nen Vollzeit-Job sowie nen Freund und dann hatte ich halt einfach keine Zeit mehr... er schwitzt ja auch wie ein Schwein am Spieß sofort wenn er bissl Sport treibt...

Nun ja, wie gesagt, das mitm Kegeln werd ich jetzt mal in Angriff nehmen. Vielleicht klappts ja. :-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH