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Vorstellungsgespräch-Wie erklären dass man psychisch krank ist?

EPvidexlle hat die Diskussion gestartet


Nächste Woche habe ich mein letztes Vorstellungsgespräch bei nem riesen Pharma/Chemie Konzern, dass einfach klappen muss!

Bei meinem letzten Vorstellungsgespräch ging alles mächtig in die Hose, vor allem als es dann darum ging, wieso ich in meinem Lebenslauf 2 Jahre krank und aktuell ohne Job bin.

Ich spielte mit offenen Karten und erklärte dass ich, seit ich 16 bin, Depressionen habe und mit 17 sich eine Agoraphobie entwickelt hatte, die eben erst nach 2 Jahren Therapie und Medikamenteneinstellung überwunden werden konnte. Als ich diesen Satz aufgesagt hatte wusste ich sofort dass das mächtig nach hinten losging. Mein Gegenüber wurde auf einmal sehr distanziert und stellte nur noch die obligatorischen Fragen um es nicht allzu offensichtlich zu machen. Aber schon am nächsten Tag hatte ich die Absage (von welcher gesagt wurde, diese käme erst in zwei Wochen) in meinem Postfach. Ich weiß dass ich auch im Test versagt habe, trotzdem bin ich mir sicher dass eben meine psychische Lage der Knackpunkt war. (Auch wenns unlogisch ist)

Psychiater und Berufsberater finden meine Lage aber ebenfalls mächtig beschi**en, vor allem da eben mein Lebenslauf solche, auf den ersten Blick, Defizite aufweist. Was eben keiner rauslesen kann ist, dass ich trotz meinen Depressionen genauso arbeiten kann wie jeder Andere auch, nur mich eben nicht zu dem ersten Schritt, dem Bewerben und Vorstellen, durchringen kann. Klar habe ich auch Probleme auf Menschen zuzugehen, aber nicht generell, ich brauche einfach nur sehr lange bis ich mich jemandem öffne, bzw. jemandem vertraue. Ich muss meine Mitmenschen erstmal ne Weile "beschnuppern", aber ich verstehe mich wirklich mit jedem!

Durch mein nicht vorhandenes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl in Bezug auf meine Krankheit, bin ich auch ziemlich "klein". Ich habe das Talent mich, wenns dann drauf ankommt, ziemlich um Kopf und Kragen zu reden, was die ganze Situation meist nur noch schlimmer macht, da einfach nur noch Müll rauskommt.

Und nun bin ich am überlegen, was ich nächste Woche sagen soll. Soll ich einfach die 2 Jahre Ausfall und meine jetzige Jobsituation beschweigen? Eigentlich dürfen sie ja nicht nach der Krankheit fragen, bzw. ich muss solche Fragen nicht beantworten. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wenn ich nichts dazu sage, das mindestens nen genauso schlechten Eindruck macht als wenn ich die Karten gleich auf den Tisch lege.

Da ich halt auch weder sozial angagiert bin, noch sonst irgendwas Lebenslauf-beschönendes mache, steh ich einfach dumm da und bin wiedermal meiner Krankheit einfach ausgeliefert. Ich möchte eigentlich wie jeder Andere behandelt werden, aber diese scheiß Depressionen machen das einfach unmöglich!

Kann mir jemand nen Tip geben was ich am besten sage/nicht sage?

Antworten
gywend(olyxnn


Sag auf keinen Fall die Wahrheit. :=o Die wird leider auch dieses Mal völlig nach hinten losgehen meiner Einschätzung nach.

rzEvolu{tioxnaerin


Ich bin sowieso der Meinung, dass es niemanden etwas anzugehen hat, wenn da Lücken im Lebenslauf sind. Da ich auch betroffen bin und ebenfalls nachempfinden kann, wie sehr Menschen auch nur bei dem Wort "psychisch" in Rückzug treten, würde ich immer etwas ausweichend reagieren. "Wo waren sie denn die zwei Jahre, die hier nicht vermerkt sind?" - "Ich habe bei einem Verwandten im Ausland auf dem Hof mitgearbeitet, da ich es für mich persönlich einfach brauchte etwas anderes zu sehen - es ist nicht das Wahre, sicherlich, aber mir hat es geholfen." - das ist zwar glatt gelogen und scheiße, aber solange diverse Menschen mit Depressionen und dergleichen sowas wie Schwachsinn und generelle Unfähigkeit assoziieren, hat es leider wenig Sinn, mit offenen Karte zu spielen. Rechtfertigen wir es doch einfach als "Eigenverantwortliches Lügen zur Abmilderung eventueller Missverständnisse im künftigen Arbeitsverhältnis".

fZrecRhes-5fruecohtxchen


Hi Evidelle,

du hast recht, du darfst deine Krankheit verschweigen, sofern deine Krankheit sich nicht akut auf deine Leistungsfähigkeiten auswirken. Du darfst sogar lügen, weil wenn du sagen würdest, dass das deinen Gegenüber nichts angeht hast du auch schlechte Karten und aufgrund deiner Krankheit darfst du nicht benachteiligt werden. Alerdings ist es schwierig sich da was auszudenken, weils eben 2 Jahre sind. Aber ich würde auch nicht die Wahrheit sagen, wenn ich du wäre.

ENvidexlle


Vielen Dank schonmal für die Antworten!!!

Ich bin ein Mensch der eigentlich immer offen und ehrlich ist und genau aus diesem Grund fällt es mir so schwer mich selbst, bzw. meine Krankheit zu verleugnen. Vor allem Narben an den Armen machen sichtbar dass ich einen an der Klatsche hatte/habe. :=o Ich kann einfach nicht glaubhaft lügen und so wie ich mich kenne, geht das wieder gewaltig nach hinten los, wenn ichs auch nur versuche.

Ich könnte mir Vorstellen dass ich es noch hinbekäme, dass ich für den zweijährigen Ausfall einfach sage, dass ich gesundheitliche Beschwerden hatte, die aber jetzt behoben sind. Auf Fragen dazu würde ich dann einfach nicht mehr eingehen, wobei mir hier keine Begründung einfällt außer dass das die Guten Damen und Herren nix angeht. :S

Wegen der jetzigen Situation fällt mir aber nichts ein, was nicht eine sehr große Lüge wäre. Ich meine ja immer dass kleine Unwahrheiten nicht oder eher selten ans Tageslicht kommen. Aber hier müsste ich echt in die Trickkiste greifen und da hätte ich zu große Angst dass das irgendwann rauskäme, was mir nur noch zusetzlichen Stress bereiten würde...

g!w7enjdoOlynxn


@ Evidelle

Versuch das Bewerbungsgespräch mal mit einer Freundin oder einem Freund zu üben, sie oder er spielt den Personalchef und du versucht, genauso zu reden wie du es im Vorstellungsgespräch sagen würdest. Vielleicht hilft das Training etwas.

M$adn_ess85


nun. Ich hab den Vorteil, das ich in Österreich lebe aber bis vor einem Jahr in Deutschland gelebt habe. Dadurch konnte ich meinen Lebenslauf etwas frisieren. Aber das geht bei dir warscheinlich nicht. Ich kann dir auch nur raten, auf keinem Fall bei einem Vorstellungsgespräch die Wahrheit über deine Krankheit zu sagen. Übrigends noch ein kleiner Tip für alle die oft innerhalb eines Jahres ihre Jobs wechseln (wie ich z.B.). Man kann schön unauffällig seinen Lebenslauf frisieren, indem man einfach nur das Jahr hinschreibt und wenn es sehr viele verschiedene Betriebe sind, einfach ein paar im Lebenslauf wegglässt. Meistens fragt der Chef eh nicht nach, und wenn doch, dann kann man ihn immer noch aufklären.

N!or5mf#yc!ker


Sag auf keinen Fall die Wahrheit. :=o Die wird leider auch dieses Mal völlig nach hinten losgehen meiner Einschätzung nach.

Ich glaub was gwendolynn damit sagen wollte, war: Antworte geschickt... 8-) Lügen kann stark nch hinten losgehen... Beispiele brauch ich nicht nennen, oder?

E"vid[elle


Nun, trotzdem kommt man ja nicht um die Weksärztliche untersuchung, wenn man denn genommen wird, rum. Dort wird schätze ich auch gefragt welche Medikamente ich nehme. Wie sieht es denn dann aus? Darf ich verschweigen dass ich zwei Antidepressiva nehme? Und dann wären da ja auch immer noch die sichtbaren Narben auf den Unterarmen...

M(adneoss85


Nun. Das kann ich dir auch nicht genau sagen, aber ich denke mal, das wenn du gefragt wirst, ob du eine Psychische Krankheit hast, dann musst du es glaube ich auch sagen. Und wenn du irgendwie mit Maschienen Arbeitest, und Medikamente nimmst, welche dein Reaktionsvermögen einschränken, dann solltest du alleine schon in deinem eigenen Interesse zumindest den Werksarzt darauf hinweisen. Tust du es nicht und es passiert etwas, und die bekommen das raus, dann kannst du dich auf ne Fristlose Kündigung gefasst machen.

HDun7yBxun


Evidelle

Also ich an deiner Stelle würde es nicht sagen! es geht schliesslich nur dich und die leute,die du dafür für wert hältst, etwas an! der Arzt, der dich untersucht, hat doch gewiss eine Schweigepflicht ! Ich meine, er dürfte dem Unternehmen doch nur sagen: "geeignet" oder "nicht geeignet" aus Gesundheitlichen Gründen ??? Alles andere wäre eine bodenlose Frechheit!!!

ich spiele auch mit offenen karten, habe aber auch schon gemerkt, wie schlecht die Leute Bescheid wissen und sich gleich in Vorurteilen verlieren! :(v

*:) lg

BUarUceelon$eta


Du solltest das auf gar keinen Fall sagen. Mit jeder Depression, die man hatte steigt die Wahrscheinlichkeit, eine neue zu bekommen und dann fällt man aus oder arbeitet weniger produktiv. Das weiß auch der Arbeitgeber. Er hält dich dann von vornerein für weniger belastbar und fürchtet, dass du beim ersten Stress zusammenklappen wird. Deswegen lehnt er dich ab. Ich bin übrigens auch betroffen, habe aber das Glück, dass ich das in meinem Studium besser verstecken kann. Ich würde mich mal mit einem Bewerbungsberater zusammensetzen.

Esvidexlle


Danke nochmals dass ihr mir so fleißig antwortet... =)

Das mit dem Bewerbungsberater ist sone Sache... Ich hab schon ein "Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben" gestellt. Dieser ist eine Rehamaßnahme von einer bestimmten Einrichtung, die Psychisch Kranken hilft nen einstieg zurück ins Arbeitsleben zu finden. Diese bieten auch eine Therapiegestütze Ausbildung an, das was ich möchte! Problem, dass ganze ist sehr, sehr teuer und ich brauch das Arbeitsamt als Kostenträger. Typisch Amt bekommen die aber wieder überhaupt nix gebacken und haben mir kurzerhand den Antrag gestrichen, da ich angeblich zu nem Termin, den ich nie erhalten habe!, nicht erschienen bin. Natürlich war ich beim Berufsberater und der hat das ganze nochmal ins Rollen gebracht, was sich aber nochmal ne ganze Weile ziehen kann. Trotzdem hab ich schon die "Ergebnisse" der Medizinischen Untersuchung, welche besagt dass ich definitv ne Stütze brauch, aber es kein Rehafall sei. Somit steh ich wieder im Regen, da das Amt keine Stütze für Leute geben kann, welche eben Chemielaboranten werden wollen. Die haben nur so Kaufmännischen Kram im Angebot... Somit muss ich nun einfach abwarten und hoffen dass der Berufsberater doch noch irgendwie die Amtsärztin mich zu nem Rehafall machen kann. Aber bis auf weiteres hab ich gar nicht die Möglichkeit an nen Berater der für mich zuständig wäre ranzukommen, da man da wohl irgendwie erst hinkommt wenn feststeht, dass man nen Rehafall sei. Ganz komisch alles! Deswegen kann ich mich aufs Amt nicht verlassen und somit steh ich zumindest bei diesem letzten Vorstellungsgespräch alleine da... =(

Mitlerweile kann ich mich damit anfreunden nicht die Wahrheit zu sagen, aber ich weiß immer noch nicht was ich sagen soll, falls mich wirklich jemand auf meine Narben anspricht...

Weiß jemand wie das jetzt bei der Untersuchung ausschaut? Darf ich da lügen was Medikamente und Narben betrifft?

ELvidexlle


*Ausgenommen Madness: Da ich mein Medis schon lange nehm, hab ich keine Nebwirkungen mehr welche mich in der Reaktion oder sonst wie einschränken würden, von daher müsste ich das ja nicht erwähnen...

Houny-Buxn


Evidelle

ich kann mir auch einfach nicht vorstellen, das der Arzt dann einfach nach der Untersuchung zum Personalchef geht und mit ihm über eventuelle Befunde redet! Ich würde einfach nichts sagen....und wenn dich der Arzt anspricht, sag doch einfach, du bist in Behandlung und sehr stabil "es geht dir gut" !!

So würde ich es jedenfalls machen - und den Chef geht das ja man gar nichts an!!!

lg und ein schönes WE *:)

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