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Was bringen eigentlich Psychotherapien?

KSleixo


kaputter kerl

Ich finde eine Diskussion darüber was Psychologe und Therapeuten bringen aktueller und wichtiger denn je in Zeiten wo fast jedem Menschen der nur einen mittelschweren Husten hat geraten wird, er solle mal einen Therapeuten aufsuchen.

Bei Verfolgungswahn würde ich z. B. durchaus zu einem Fachmann raten. Überall hinter jeder Aussage Gefahren zu sehen, ist leider sehr problematisch. Wieder zu einer differenzierten Sicht zu kommen, da würde ein Fachmann die unterschiedlichsten Wege aufzeigen können. Ich z. B. habe noch nie erlebt, dass jedem Menschen - egal welcher Problematik, ob nun seelisch oder körperlich - Therapie angeraten wird. :-o

Den Weg gehen kann natürlich trotzdem nur jeder selbst und dafür ist es Voraussetzung, dass es auch der Betreffende will. Ob nun jemand wirklich einer therapeutischen Behandlung bedarf, kann ebenso nur ein Fachmann diagnostizieren.

Ich finde das alles mehr bedenklich und glaube auch das falsche therapeutische Behandlung einen schlimmeren Schaden anrichten kann, als ein falscher Zahnarzt.

Selbstverständlich - das gebietet doch die Logik, dass ein schlechter Arzt, sei es nun ein schlechter Zahnarzt oder ein anderer, Schaden anrichten kann. Der Patient ist eben nie von seiner Selbstvrantwortung enthoben und muss schon auch den für sich richtigen Arzt suchen und finden. Da finde ich Freunde und Familie sehr hilfreich, denn sie können ihn bei der Suche unterstützen.

K"leixo


Gourmeta

Da keimt auch in mir der Verdacht, dass Psychotherapien oft für die Katz sind.

Meiner Erfahrung nach versagen Therapien dann, wenn die Patienten selbst gar nichts ändern wollen und auch nichts unternehmen, etwas zu ändern. Viele gehen hin und erwarten, dass ihnen ihr Arzt "hilft", nachdem sie ihnen ihre Probleme mitgeteilt haben. Das kann nicht gut gehen. Der ist ja nicht nur zum Zuhören da, also den Part, den Freunde durchaus bis zu einem gewissen Maß noch ausfüllen, sondern ein gemeinsam festgelegtes Ziel auch zu erreichen. Wenn der Patient seinen Part nicht erfüllt, nicht an sich arbeitet, dann kann ihm niemand helfen.

T~rauum2a=le


sternebox 288,

wer Stärke und Größe hat, braucht wohl keine Therapie, oder? Und es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen Selbstmitleid und Depressionen.

Das würde ich so nicht sagen. Wieso sollte jemand keine Stärke in seinem Leben bewiesen haben und Größe. Ein Beispiel. Wie ist es wenn jemand verfolgt wird,im Kz oder Krieg war,ein Folteropfer oder über Jahre mißhandelt übelst geschlagen wurde,gedemütigt u.s.w Sind solche Menshcen wenn sie dann Hilfe in Form einer Therapie brauchen nicht stark?

Mein Therapeut sagt mir sehr oft,daß er sich fragt,woher ich nur die Kraft und die Stärke hatte das was ich in der Kindheit erlebt habe und auch danach in schlimmen Nächten als Traumafolgen auszuhalten. Er hat mir schon sehr oft gesagt,daß ich sehr sehr stark bin und daß die meisten Menschen sowas nicht aushalten,daß man sowas nicht aushalten kann,ohne "krank " zu werden . Also psych.Probleme zu haben muß nicht zwangsläufig mit Schwäche zu tun haben oder mit Labilität,sondern es kann durchaus sein,daß man sehr viel Stärke hat und Größe und dennoch dringend Hilfe braucht,weil die schlimmen Erfahrungen und das damit verbundene Leid das übertreffen,was ein Mensch aushalten kann,ohne zu erkranken.

s;teraneb[ox2x88


Traumale

ich rede aber nicht von "Kriegsopfern" sondern ich rede von mir ;-)

Meine Therapeutin weiß, dass ich überhaupt nicht selbstbewußt bin, leicht depressiv, schwach und mich nur schwer öffnen kann. Habe ihr das oft genug gesagt. Und auch, dass ich keine Mut habe weiter zu erzählen wenn sie solche Bemerkungen macht. Trotzdem macht sie es weiter, obwohl sie sieht, wie kaputt sie mich damit macht.

snternMebox2_88


Wenn man auf einem das ganze Leben rumhackt und ihn klein macht und er dann zu einer Therapeutin kommt, die das gleiche macht, obwohl man ihr sagt welche Wirkung das auf ihn hat, dann braucht man sich nicht zu wundern wenn er von einer leichten in eine schwere Depression fällt und die restliche Lust am Leben verliert. Man fühlt sich dann nur noch als Versager, der es nicht verdient hat zu Leben.

riEvolubtionacerixn


@ sternebox288

Ich weiß, das klingt jetzt einfach daher gesagt, aber versuche dich von deiner Therapeutin zu emanzipieren! So? Sie kommt dir immer blöd, sarkastisch, provokant? Dann befreie dich von ihr, indem du solche Kommentare nicht mehr alzu nah an dich heranlässt. Das ist der erste Schritt, um aus deiner Gefangenheit, in die du dich aufgrund deines mangelnden Selbstbewusstseins manövrierst, zu befreien. Deine Therapeutin kann nicht, auch wenn du sie permanent darum bittest, immer nur lieb Händchen halten und sagen, wie viel Verständnis sie hat und wie toll du bist. Du sollst genau anhand dieser Bindung lernen, dich gegen Provokationen, Beleidigungen, Gemeinheiten und schlechte Behandlungen zu wehren! Sei froh, dass du es an deiner Therapeutin übst und du dich dadurch vielleicht irgendwann auch im realen Leben gegen derartiges behaupten können wirst. Genau das ist der Weg! :)*

r"Evolu0tionaGerixn


zu deinem zwieten Beitrag @ sternebox

Du musst an den Punkt kommen, an dem dich andere Menschen nicht mehr dazu kriegen, dass du nicht mehr leben willst! Du musst an den Punkt kommen, an dem du dir sagst, dass du dir das Leben nicht durch andere Menschen so vermiesen lassen willst! - wenn deine Therapeutin dich ins Grab kriegen wollen würde, dann hätte sie das schon längst geschafft. Bisher hält sie es so, dass du dich verletzt fühlst und siehst, dass es dir durch ihren Umgang schlechter geht. Vielleicht bewegt dich das ja zum Nachdenken und zum Kämpfen? Sie kann dir dein Leben nicht verschönern. Das kannst nur du. Und genauso wenig kann sie dein Leben verschlechtern. Das kannst letztendlich auch nur du. Es ist die Frage, wieviel Macht wir anderen Menschen über uns zur Verfügung stellen. Und du gibst deiner Therapeutin sehr viel Macht über dich, wenn du dich von ihr so berühren und verletzen lässt.

Und ich sag's nochmal, damit du dich nicht missverstanden oder beleidigt fühlst: Es ist einfacher gesagt, als getan! Ich habe diese Schritte erst nach gut 1 1/2 Jahren Therapie langsam setzen können. Zuvor musste ich mich durch ein ganzes Gestrüpp von Selbsthass, Schuld, Beleidigung, Provokation, Verletzung etc. schlagen. Aber es gibt tatsächlich ein "danach".

@:)

sxterneYboxx288


Sie will, dass ich mehr erzähle, aber wenn ich es tue, dann klopft sie Sprüche. Jedes mal wenn ich versuche zu ihr Vertrauen aufzubauen, macht sie es kaputt. Und deswegen weiß ich heute ganz genau, dass ich aus diesem Grund über bestimmte Probleme nicht reden werde. Niemals. Weil ich Angst habe, dass sie sich wieder lustig macht. Wenn ich will, dass sich jemand über meine Probleme amüsiert, dann brauche ich nicht zum Psychologen. Das kann jeder machen. Dank ihr fühle ich mich wie der letzte Dreck.

rqEvRol@utiponaVerixn


Na, dann ergreif aber mal ganz flott die Initiative und wechsel deine Therapeutin. Ich stand auch schon da und habe mir gesagt, dass ich, zum damaligen Zeitpunkt, so verletzt und misstrauisch bin, dass ich dem guten Mann garantiert NICHTS über mich sagen werde, weil er dann ja sowieso nur wieder dumm nachfragt. Ich habe die wesentlichen Punkte also erstmal ausgeklammert und mich langsam an ihn herangearbeitet.

Aber ich habe mir auch immer wieder gesagt:"Ich habe ein Problem damit, Menschen zu vertrauen und ich will genau das lernen - also werde ich, egal was kommt, mich diesen Sprüchen und Provokationen solange widersetzen, bis ich an meinem Ziel bin!" ... und das habe ich nach langer Zeit geschafft. Irgendwann drangen seine Provokationen und Sprüche nicht mehr zu mir durch. Ich habe sie eiskalt ignoriert oder gekontert! Und ab genau dem Punkt bekam ich das Vertrauen und die Zuneigung, die ich haben wollte. Aber auch nur, weil ich einen ganz wichtigen Punkt gelernt hatte: Vertrauen und Zuneigung nicht aus Hilflosigkeit und einem unstimmigen Machtverhältnis, sondern aus einer gleichberechtigten, ehrlichen Beziehung!

s3ternebcox28x8


und wie hast du das geschafft?

TJraum5alxe


sternebox,

ich rede aber nicht von "Kriegsopfern" sondern ich rede von mir

pardon,das habe ich so nicht mitbekommen, da Du nicht das Wörtchen "man " verwendet hast. (also die allg.Form)

Bin da so genau, da es ja wirklich schwere Mißhandlungen und jahrelange Folter gibt, weswegen man in Therapie gehen kann und da kann man dann durchaus stark sein,daß überlebt zu haben . Bin leider selbst betroffen und eine "Überlebende"

T4rkau!m#axle


sorry, ich meinte,da Du das Wörtchen "man" verwendet hast

r[Evolu"tionxaerin


Naja, es verlief bei mir so, dass ich ihm eine ganz spezielle Sache von mir erzählte. Danach befielen mich große Selbstzweifel und ich fragte mich, ob es richtig gewesen war, ihm das anzuvertrauen. Es war mir ungemein peinlich und ich fühlte mich noch hilfloser und ausgelieferter als sonst. Obendrein bildete ich mir ein, er würde sich etwas darauf einbilden oder dieses Wissen "genießen" und gegen mich ausspielen. Dieser Glaube hat mich innerlich auf 180 gebracht, sodass ich mir dachte:"Gut. Scheißegal, was dieser Mann über mich weiß. Es ist mir hochgradig unangenehm und saupeinlich, aber ich werde mich von seinem Gehabe nicht beeindrucken lassen - verdammtes Arschloch!" ... Ab dem Punkt wurde ich von meinem Verhalten her sehr distanziert. Ich habe weniger geredet, mich kaum noch bewegt, wenn ich in der Sitzung saß und viel, viel nachgedacht. Bis er irgendwann meinte, dass ich furchtbar reserviert sei. Und da knallte es dann. Da habe ich ihm dann vorgehalten, dass das mein gutes Recht sei so reserviert zu tun und mich zu schützen, weil ich verdammt nochmal keine Lust habe, dass mir alle immer nur ihre Meinung in Bezug auf meine Psyche indoktrinieren wollen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich in meinem ganzen Leben immer nur mit letzter Mühe davor schützen konnte, dass Leute besagte Macht über mich erlangen, dass ich meine Situation sehr wohl einzuschätzen wisse und ich genau das nie, nie wieder mit mir passieren lassen will. Ich hatte ab da das Gefühl, dass er mich respektiert. Auch wenn hier und da mal ein Spruch kam, er hatte bei weitem nicht mehr die verheerende Wirkung auf mich wie zuvor, weil ich einfach grundlegend das Gefühl hatte, respektiert und geachtet zu werden. Ich hatte eine klare Meinung, ich hatte mich selbst und ich verstand vor allem, dass ich mir selber helfen konnte. Und genau ab da, als mein Therapeut von mir nicht mehr in die Position der allerwichtigsten Stütze und Mutter Teresa erhoben wurde, konnte er mir die Hilfe geben, die ich brauchte.

So war das in meinem Fall.

sZterniebox2x88


Traumale

ja, ok. Habe nicht geschrieben, dass es um mich geht. Dachte, man kann es so rauslesen. @:)

rEvolutionaerin

Hat er was blödes zu deiner peinlichen Sache gesagt? Oder hat er sie nur aufgenommen?

Hast du ihm denn später noch weitere Sachen erzählt, oder seitdem nicht mehr?

Ich habe weniger geredet, mich kaum noch bewegt, wenn ich in der Sitzung saß und viel, viel nachgedacht.

So mache ich das auch :-(

und deswegen will sie, dass ich was erzähle. Aber wenn ich dann anfange, da kommen blöde Sprüche. Und deswegen rede ich noch weniger und denke noch mehr nach... Ein Teufelskreis.

Nur dass es mich ständig beschäftigt, nicht nur in den Therapiestunden sondern die ganze Zeit. Auch wenn ich 3-4 Wochen Pause wegen Urlaub habe.

A2zuceCna1


sternebox288,

wenn du dich absolut nicht wohlfühlst bei deiner Therapeutin, wäre es doch bestimmt besser, wenn du dich nach einer anderen umsiehst.

Wenn immer dumme Srüche kommen, wie willst du dann reden können?

Ich könnte es nicht, mich würde das nur noch mehr verunsichern und fertigmachen.

:°_ :°_ :°_ :)*

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