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Wird mich eine Therapeutin in den Arm nehmen und trösten?

AQvem


Habe mir die Nacht mit dem Thema "Übertragung / Übertragungsliebe" um die Ohren geschlagen. Ich denke, dass es bei mir und meinen Bedürfnissen genau darauf hinauslaufen wird. Bin mir nun gar nicht mehr sicher, ob ich wirklich eine Therapie machen möchte. Mag sein, dass die Übertragung zum Weiterkommen nötig ist, aber ich weiß nicht, ob mir das momentan gut täte.

Vielleicht sollte ich mich doch eher nach einer besten Freundin und nicht nach einer Therapeutin umsehen :-/

C^almaxr


Es folgt ein von Vorurteilen geprägter Beitrag:

Um Psychologie studieren zu können, braucht man einen 1er-Notendurchschnitt;

wie soll man von irgendwelchen eingebildeten Strebertypen erwarten, dass sie sich in jemanden mit einem Sprung an der Schüssel irgendwie hineinversetzen und ihn nicht bloß als Job betrachten? :-|

Sie lasen einen von Vorurteilen geprägten Beitrag.

Amvem


Um Psychologie studieren zu können, braucht man einen 1er-Notendurchschnitt

Oder Geduld (Wartezeit) ;-)

P6arad oxoxn


@ Calmar

wie soll man von irgendwelchen eingebildeten Strebertypen erwarten, dass sie sich in jemanden mit einem Sprung an der Schüssel irgendwie hineinversetzen und ihn nicht bloß als Job betrachten?

Das ist aber wohl eher der kleinere Anteil. Mein erster Versuch nach Hilfe landete genau bei einer solchen Rarität. ich habe trotzdem erneute Versuche gestartet, allerdings erst sehr viel später.

@ Avem

Meine Therapeutin hat mich schon in den Arm genommen und ich finde sie hat trotzdem die Distanz, die nötig ist. Ich habe auch ihre Email, das ist für mich sehr wichtig, es gibt mir die Distanz etwas loszuwerden, was ich sonst nicht ansprechen könnte. Für den Notfall habe ich ihre Handynummer, das gibt Sicherheit für den Fall der Fälle. Ich überdenke aber auch unsere Beziehung immer mal wieder, das ist etwas, was man tun sollte, sonst geht es nach hinten los. Ich glaube es gibt sicher Menschen, die nicht damit umgehen können und so etwas nicht differenzieren können.

FtluchtgeZdankxe


Ich denke wenn du erklärst dass es manchmal nötig für dich ist diesen körperlichen Trost zu bekommen wird das sicher durchaus machbar sein. Nicht so wie unter Freunden, aber durchaus möglich.

Hängt aber sicher vom Therapeuten ab.

Auvvem


Hallo Paradoxon,

Meine Therapeutin hat mich schon in den Arm genommen und ich finde sie hat trotzdem die Distanz, die nötig ist.

Freut mich, dass nun auch mal aus "erster Hand" zu hören. Danke!

@ Fluchtgedanke,

ja, ich denke auch, wenn, dann sollte ich es wohl ganz offen ansprechen.

Danke für alle Antworten @:)

sQter neboxx288


Calmar

wie soll man von irgendwelchen eingebildeten Strebertypen erwarten, dass sie sich in jemanden mit einem Sprung an der Schüssel irgendwie hineinversetzen und ihn nicht bloß als Job betrachten?

Ich habe in einem Psychotherapieforum oft gelesen, dass diejenigen, die Psychologie studieren, fast alle selber einen an der Waffel haben und sich deswegen für die Psyche interessieren. ]:D

Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. ;-)

pThoe<be


also diesen beitrag von der person über mir ..den lasse ich mit diesem smilie %-| einfach mal so stehen.

Ich finde, eine gute therapeutin zeichnet sich schon dadurch aus ..das sie weiß -wen sie umarmen kann und wen sie nicht umarmen kann...und -das sie überhaupt weiß, wie weit sie gehen kann.

meine therapeutin hat mich in den arm genommen..und mir gesagt, dass sie vollstes mitleid mit mir hat -das hat mir soooo gut getan.. und ich bin nicht gestorben weil einer mitleid hatte..oder weil sie mich anfasste..sondern ich fühlte mich zum ersten mal richtig verstanden.

ich glaube es kommt immer auf die person an ..und auf die therapeutin -wenn beides stimmt..dann stimmt alles andere auch.

A%ve=m


Liebe phoebe

meine therapeutin hat mich in den arm genommen..und mir gesagt, dass sie vollstes mitleid mit mir hat -das hat mir soooo gut getan.. und ich bin nicht gestorben weil einer mitleid hatte..oder weil sie mich anfasste..sondern ich fühlte mich zum ersten mal richtig verstanden.

Genau so stelle ich mir das auch vor :)z

Fnoe rdcghexn


Mein Therapeut hat mich auch noch nie umarmt... und das ist auch gut so. >.< Nicht, dass ich nie gern in den Arm genommen werden würde, während der Therapie, ganz im Gegenteil wünsch ich es mir manchmal schon so ein bisschen (von ihm), aber ich würde es danach bereuen, das weiß ich.

Damit komme ich noch einmal zum warum.

Wenn dich jemand umarmt, Avem, stellt das eine Verbindung zwischen euch her, gerade wenn diese Umarmung auf Trost basiert. Zum Einen ist diese Verbindung vertrauensfördernd, was gut für die Therapie ist, denn du fühlst deine Bedürfnisse zur rechten Zeit wahrgenommen und erfüllt. Andererseits kann diese Verbindung auch dafür sorgen, dass du dich persönlich involvierst und den Therapeuten zu sehr zu mögen beginnst. Und vor Personen, die man mag, will man immer "gut dastehen". Könntest du wirklich vollkommen ehrlich zu deinem Schwarm sein? Ein Psychologe braucht gerade in all deine Macken und Problemzonen Einsicht, um dir zu helfen, aber es kann aufgrund einer solchen Bindung fix genug passieren, dass du dir diese vor ihm nicht eingestehst, wenn du ihn zu sehr magst.

Was Übertragung und Gegenübertragung angeht, kann ich dich übrigens beruhigen. Nur in der Tiefenpsychologie und potentiell in der humanistischen Psychologie findet dieser Prozess statt. Bei einer Verhaltenstherapie zum Beispiel brauchst du davor keine Angst haben, auch nicht bei der systemischen Psychologie. Informier dich am besten vorher mal über die einzelnen Schulen der Psychologie und wähle deinen Therapeuten auch danach aus. Zur Übertragung gehört übrigens auch die später auftretende Gegenübertragung, also der Effekt, dass man den Therapeuten, nachdem man ihn geliebt hat, vorübergehend verabscheut. Ich mache aber auch eine Therapie nach moderner Tiefenpsychologie und habe bisher weder Übertragungsliebe verspürt noch eine tiefer gehende Übertragungswut auf meinen Therapeuten. Liegt aber eben vielleicht auch an der Einstellung, dass ich von vornherein seine Neutralität bewahren will.

Wenn du möchtest, dass die Therapie dich heilt, dann darfst du den Therapeuten nicht als deinen Freund und Kuschelwuschel sehen. Das klingt hart und viele werden relativieren "das kann man nicht verallgemeinern!" aber es ist so. Sympathie ist vollkommen okay, aber mit dem Wunsch, alles für dich mitzufühlen, dich rechtzeitig in den Arm zu nehmen und für dich sein zu lassen, dich jederzeit zu mögen etc... überforderst du diesen Menschen möglicherweise auch einfach, wenn man bedenkt, dass du nicht sein einziger Patient sein wirst! Am Ende wird er dich entweder enttäuschen oder dir so nahe sein, dass du dich nicht mehr so gut öffnen und seine Ratschläge objektiv hinnehmen kannst, deshalb ist ein sympathisch-neutrales Verhältnis das Beste. Schließlich muss dir der Therapeut durchaus auch manchmal wehtun (so wie normale Ärzte, wenn sie offene Wunden desinfizieren). Kannst du das von jemandem ertragen, dem du nicht nur vertraust, sondern für den du noch deutlich mehr empfindest?

Auf die Zuwendung, die du brauchst und möchtest, musst du ja trotzdem nicht verzichten. Bring dir einfach eine Person mit, bei der du dich gut aufgehoben fühlst. Diese kann entweder vor der Tür warten oder, wenn dir das hilft, mit in der Therapie sitzen. Und von dieser Person kannst du dich in den Arm nehmen lassen, wenn es sehr weh tut. Ich hatte zum Beispiel bei meinen ersten Therapiestunden meine Mutter dabei, später dann meinen Freund. Es hat sehr geholfen, sich nach einer wirklich harten Sitzung in die Arme einer so lang vertrauten Person zu kuscheln und sich davon zu entspannen.

A(ve"m


Hallo Foerdchen,

Könntest du wirklich vollkommen ehrlich zu deinem Schwarm sein?

Keine Ahnung, ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass eine Therapeutin durch körperliche Zuneigung zu meinem "Schwarm" wird.

Was Übertragung und Gegenübertragung angeht, kann ich dich übrigens beruhigen. Nur in der Tiefenpsychologie und potentiell in der humanistischen Psychologie findet dieser Prozess statt. Bei einer Verhaltenstherapie zum Beispiel brauchst du davor keine Angst haben, auch nicht bei der systemischen Psychologie.

Ich weiß, dass Übertragung und Gegenübertragung bei manchen Therapieformen bewusst erzeugt wird. Meine Angst ist aber eher, dass sie ungewollt "passiert". Habe darüber in einem anderen Forum jedenfalls viel gelesen. Zum Beispiel von Patienten, die während einer Verhaltenstherapie Übertragungsliebe entwickelt haben.

Schließlich muss dir der Therapeut durchaus auch manchmal wehtun (so wie normale Ärzte, wenn sie offene Wunden desinfizieren). Kannst du das von jemandem ertragen, dem du nicht nur vertraust, sondern für den du noch deutlich mehr empfindest?

Ja, kann ich, aber mir geht es ja sowieso erstmal nur darum, überhaupt zu vertrauen. Wenn ich von einer Therapeutin gerne in den Arm genommen werden möchte, dann hat das nichts mit sexuellem Interesse oder partnerschaftlichen Ambitionen zu tun. Ich brauche nur den nötigen Halt, um mich öffnen zu können. Die Gewissheit, dass da jemand ist, der mich nicht nur psychisch, sondern auch physisch auffängt.

Auf die Zuwendung, die du brauchst und möchtest, musst du ja trotzdem nicht verzichten.

Doch, muss ich, weil es sonst niemanden in meinem Leben gibt, der mir Zuwendung schenkt. Wenn mich die Therapeutin nicht in den Arm nimmt, dann tut es niemand.

sEter^neboxx288


Phoebe

*:)

ich habe nur zu Calmars Beitrag geschrieben was ich oft gelesen habe, nicht dass es meine Meinung ist ;-)

Bitte nicht falsch verstehen.

aDngstzhäs-(in


:)D da bin ich doch über meine akute Schleimbeutelentzündung in der hüfte in dieses forum gelangt. ein interessante thema.

ich mache seit 3 Jahren eine psychotherapie. als ich vor beginn meine therapeutin ansprach, ob sie diese Form der therapie überhaupt beherrscht, bestätigte sie das. nicht alle therapeuten arbeiten auf allen gebieten. was aber überraschend für mich war, ihre frage, ob ich es mit ihr vorstellen kann.

da kommt das von meinen vorrednern oft verwendete wort "empathie" ins spiel. ich konnte es mir nach einigen sitzungen und ersten beschnuppern gut vorstellen und habe eine ausgezeichete wahl getroffen. aber körperl. kontakte habe ich mir noch nie gewünscht. kann das nicht gut ertragen.

aber ich spüre ihre wärme, mitgefühl auch mitleid wenn es notwendig ist, aber auch kraft, mich aus tiefen tälern herauszuführen.

wenn ich sie verlasse, fühle ich mich besser,auch zum nachdenken über mich angeregt. :-@

p*h_oebxe


ggg nene ich versteh schon nichts falsch..ehrlich gesagt..habe ich das von einigen therapeuten auch schon oft behauptet. ]:D ]:D ]:D

meine therapeutin damals..hat mir schon noch den eindruck vermittelt dass sie dies ernst meint..und mich nicht damit an sich gebunden..also -sie hats mir schon noch vermittelt..ich hatte auch keine minute länger das bedürfnis mich nun noch länger in ihre arme zu legen ..mein bedarf an umarmungen war damals auch sehr gering..aber da hat es mir echt geholfen.. :-/

F4oerdxchen


Ich fühl mich etwas missverstanden. ^^°

Der Schwarm ist eine Art Extrem-Beispiel für das Gefallen-Wollen. Wenn ein bestimmter Mensch einem mehr bietet als alle anderen, will man ihm schnell gefallen, und das sorgt fast immer für Blockaden aufgrund von Peinlichkeitsgefühlen. Selbst wenn du dich dann überwinden kannst, trotzdem alles zu erzählen, hast du dabei vermutlich unangenehme Gefühle, die letzendlich auch unbewusst für Probleme sorgen können (Menschen neigen auch unwillentlich eher dazu Dinge nicht zu erzählen, wenn sie ihnen unangenehm sind - durch spontanes "Vergessen").

Wenn ich von einer Therapeutin gerne in den Arm genommen werden möchte, dann hat das nichts mit sexuellem Interesse oder partnerschaftlichen Ambitionen zu tun.

Das ist klar, du möchtest in dem Moment dann einfach nur Nähe, quasi unverbindlich. Aber es gibt etliche Arten von Beziehungen, die mehr als therapeutisch sind, obwohl sie nichts mit Sexualität oder Partnerschaft zu tun haben - eine reiche Palette von tiefer Bewunderung und/oder dem Wunsch nach Anerkennung bis hin zu einer fast familiären Bindung an eine Person. Das alles wird von Berührungen gefördert, einfach weil körperliche Nähe herausfordert, dass man sich emotional gegenüber einer Person positioniert.

Ich weiß, dass Übertragung und Gegenübertragung bei manchen Therapieformen bewusst erzeugt wird. Meine Angst ist aber eher, dass sie ungewollt "passiert". Habe darüber in einem anderen Forum jedenfalls viel gelesen. Zum Beispiel von Patienten, die während einer Verhaltenstherapie Übertragungsliebe entwickelt haben.

Was das angeht... nunja, dafür muss der Patient dann aber schon stark prädestiniert sein. Denn eigentlich besitzen gerade Verhaltens- und kognitive Therapien eine relativ starke Aufforderungs-Haltung gegenüber dem Patienten, was die meisten intuitiv etwas ablehnen. Hinzu kommt, dass der Therapeut ziemlich eindeutig Meinungen über das Verhalten des Patienten äußert, womit er keine leere Projitionsfläche mehr ist und man daher weniger einfach von Übertragung sprechen kann. Wie gesagt, bei diesen Therapieformen muss das Bild, in das der Patient den Therapeuten zwecks Liebe zwängen will, schon seeeeeehr intensiv sein, um anzuschlagen - oder wirklich passen.

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