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Depressionen, die niemals mehr vergehen??

m4elkxlv hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Ma (54) hat folgendes Problem. Seit 1 Jahr und 5 Monaten leidet sie unter ständigen und täglichen Depressionen. Sie beschreibt es so, dass ihr immer dumpf im Kopf ist und sie fühlt sich so, als stehe sie neben sich und die Umgebung sieht sie anders als vorher. So, als würde sie sich und alle anderen von außen betrachten.

Zunächst wurde sie gründlich mit allem drum und dran im Krankenhaus abgecheckt, von Spiegelungen bis CT's. Nichts gefunden. Anschließend ließ sie sich selbst in eine Psychiatrie einweisen in Telgte, wo sie Psychotherapie bekam, wie auch Tablettentherapien. Zuletzt auch die Elektroschocktherapie. Nichts hat geholfen, nichts hat die Sache gebessert. Im Gegenteil, meine Mutter ging es noch schlechter. Nach 4 Monaten war sie wieder daheim und begann eine Psychotherapie und gleichzeitig ist sie in Behandlung bei einem Psychiater, der sie mit Medikamenten unterstützt. Doch auch nach einem Jahr und 5 MOnaten geht es ihr keinen Millimeter besser. Sie sagt jeden Tag: Mein Kopf, mein Kopf, ich kann mich nicht mehr konzentrieren.

Sie geht gern zur Psychotherapie, doch ich frage mich, wann das alles aufhört?

Zur Vorgeschichte kann ich nur sagen, dass wir eine sehr stressige Vergangenheit mit vielen Todesfällen hatten.

Doch auch das ist alles Jahre her. Mama sagt, sie weiß nicht woran es liegt, aber ihr schlechter Zustand macht mir große Sorgen.

Antworten
m\eplkDlxv


Noch etwas. Keine einzige Tablette schlägt an, obwohl sie schon einige Therapien hinter sich hat.

PGflUegeLtusxsi


ist sie bereits in den Wechseljahren?

rWEvolut<ionIaexrin


Hi melklv,

die Tabletten klingen nicht zwangsläufig an. Das ist bei Antidepressiva leider so. Es gibt Menschen, die einen natürlichen Blocker im Gehirn haben, der bestimmte Wirkstoffe nicht durchlässt, wodurch die ganze Antidepressivaeinnahme sich eher auf einen Placeboeffekt stützt. Psychotherapien helfen bei Depressionen auch eher unterstützend, als richtig heilend.

Ich persönlich, ich bin keine Fachfrau, würde deiner Ma Sport empfehlen. Vielleicht kannst du sie ja dabei unterstützen? Es würde ihr sicherlich sehr helfen, wenn sie über einen langen Zeitraum Ausdauersport treibt. NordicWalking oder dergleichen, falls sie körperlich keinen Einschränkungen unterworfen ist.

Sport bewirkt eine stärkere Durchblutung des Gehirns und regt die Botenstoffe, die bei einer Depression nicht mehr ganz so gut "funken", wieder an. Genau das hilft auf Dauer, die chronische Blockade im Kopf wieder zu lösen.

Ich wünsche deiner Ma, und auch dir, alles Gute und viel Kraft.

mvelMklxv


ist sie schon raus

Z&wa`ckx44


Mal an Schilddrüsenunterfunktion gedacht?

m(elklKv


Schilddrüse wurde auch untersucht. Wir haben alle so kleine Zysten, aber mehr auch nicht. Oma, Mama und ich. Aber davon kommts nicht. Wir haben ja schon alles in Erwägung gezogwn :(

Habt ihr denn schonmal sowas gehört, dass es KEINE Heilung gibt? Ich nicht. Mit Sport ist es so eine Sache, Mama macht 1 mal pro Woche Hundeport und geht jeden Tag mit unserem Ridgeback, auch länger. Aber auch das "bringt nichts". Obwohl sie unseren Hundi liebt.

Pgfleogethussxi


Hat sie Probleme mit der HWS?

Oder fühlt sie sich zuhause überflüssig und unausgelastet? (weiß ja nicht, ob sie arbeitet oder nicht) - Wenn es ihr so geht, wie mir, wenn ich nur-Hausfrau (;-D) bin, dann wäre evtl eine ehrenamtliche Tätigkeit eine Alternative ...

rvEvolpu=tio`naerxin


Langes Spazierengehen nützt da tatsächlich nichts! Sie müsste jeden Tag für etwa 30 Minuten wirklich auf Hochtouren kommen, indem sie sich bewegt. Es muss sich um richtigen Sport handeln, sonst schlägt das nicht an.

Z\wacwk4x4


Schilddrüse wurde auch untersucht. Wir haben alle so kleine Zysten, aber mehr auch nicht. Oma, Mama und ich. Aber davon kommts nicht. Wir haben ja schon alles in Erwägung gezogwn :(

Dann solltest Du vielleicht die SD-Werte mal hier einstellen. Wenn Du ein paar Fäden bei "Stoffwechsel und Hormone" liest, wirst Du häufig damit konfrontiert, dass ein "alles OK" betreffend die SD leichtfertig unters Volk geworfen wird, obwohl die SD nicht in Ordnung war.

Z.wacdk44


@ rEvolutionaerin

Es gibt Menschen, die einen natürlichen Blocker im Gehirn haben, der bestimmte Wirkstoffe nicht durchlässt, wodurch die ganze Antidepressivaeinnahme sich eher auf einen Placeboeffekt stützt.

Wenn Du die Existenz der sog. "Blut-Hirn-Schranke" ansprechen willst: Richtig, manche Stoffe können diese Schranke nicht überwinden, aber die Pauschalverunglimpfung Antidepressivum = Placebo wird der Realität nicht gerecht. Dies sagt Dir jemand, der seit vielen Jahren auf ADs angewiesen und damit bis zur Pensionierung arbeitsfähig geblieben ist und sich immer noch (mit jetzt 65) "gut eingestellt" fühlt.

m-el_klv


Ich habe das heute mal mit dem Sport angesprochen, aber sie sagt sofort, dass sie kein Sport machen kann. Sie ist schlapp. Dazu muss ich sagen, dass sie seeehr viel raucht. Ich denke mal einfach nur so.

JA die HWS wurde auch nachgesehen, meine Ma wurde im KH aufn Kopf gestellt.

Sie war auch beim Nierenspezialisten, der uns erzählte, dass ihr Cortisolwert dauerhaft!!! hoch ist. Morgens, mittags abends. Genauso wie jemand, der ständig unter Stress steht. Daraufhin wurde ein Tumor vermutet. Es wurde jedoch keiner gefunden.

Meine Ma geht morgens uns nachmittags für jeweils 2 Stunden arbeiten. Das schon seit 12 Jahren bei der Firma. Naja und dann macht sie viel mit dem Hund und sie geht jeden Tag zu Oma, also ihrer Mutter. Vielleicht weil ihr langweilig ist. Sonst hat Mama ja kein Hobby. Sport allein wird sie nicht machen und ich bin schwanger, und bin froh, dass ich mal faul sein kann *g*. Vielleicht ist es ein unausgefülltes Leben, jeden Tag dasselbe, nichts neues. Nur ich habe auch kene Ideen mehr. Kann sein, dass sie alles sinnlos sieht? Was kann man denn so als Frau noch so machen? Meine Mutter hat auch keine Freundin oder so. Damals hatte sie mal eine, aber sie hatten sich sehr verstritten und seitdem kein Kontakt mehr. Sie hat halt nur die Kontakte auf dem HUndeplatz (oberflächlich).

Mich belastet die Situation, dass ich nachts nicht schlafen kann. Meine Mutter bedeutet mir alles und ich habe nicht einmal Ratschläge. Ich möchte, dass sie glücklich ist. :-|

mxelklev


In einen Sportverein möchte sie auch nicht und dann fühlt sie sich direkt wieder überfordert.

Mein Freund meint, dass es vielleicht die Ehe ist. Weil Papa ja arbeitslos geworden ist und beide damit nicht klar kommen, denn sie haben kaum mehr Geld (HARZ4) und es geht einfach nichts mehr.

Und auch da kann ich nicht einmal viel helfen. Papa hat mit seinen 54 Jahren bisher nichts neues mehr bekommen und ihn gehts selber ganz schlecht damit.

Z^wacjk44


Also den Vorschlag "Sport" hört man ja oft, vornehmlich von Leuten, die noch nie eine schwere Depression gehabt haben (Dass die dabei entstehenden Endorphine der Depression entgegenwirken könnten, ist selbstverständlich akzeptiert). Das Problem depressiver Patienten ist aber gerade, dass sie einer Mischung aus Antriebslosigkeit, innerer Leere, verlorener Fähigkeit sich zu freuen, und Wollen-aber-nicht-können ausgesetzt sind. Stellt man keine Anforderungen an sich (guckt halt einfach stundenlang aus dem Fenster), ist der Leidensdruck nicht besonders hoch und der Patient fühlt sich mitunter sogar wohl. ABER: Sobald er sich selbst etwas abverlangt, kommt sein Verlust an Belastbarkeit zum Tragen - je größer die Aufgabe, desto schlimmer. Und an dieser Stelle muß man unterscheiden: Hat er schon immer gerne Sport gemacht, kann der Sport selbstverständlich zur Bekämpfung der Depression beitragen. Nun gibt es halt auch Menschen mit geringem Bewegungsdrang (ich gehöre auch dazu). Die erwarten vom Sport kein Lustgefühl, sondern sind allenfalls aus Vernunftsgründen dazu bereit, Sport auf ihre Liste zu erfüllender Aufgaben zu setzen. Weil sie nicht gerne Sport machen, belastet sie diese (zusätzliche) Aufgabe, und der Leidensdruck wird noch größer - genau das Gegenteil dessen, was die guten Ratschläge bewirken sollten (Ich weiß, wovon ich spreche).

Bevor ich zu weiteren ADs rate, würde ich dringend empfehlen, die SD nicht aus dem Auge zu verlieren. Was sind das für kleine "Zysten"? Könnten es statt Zysten vielleicht heiße Zentren im Sinne einer disseminierten SD-Autonomie sein? Wo liegen die Werte?

Wenn keine organische Ursache gefunden wird, sollte man sich von bisherigen Mißerfolgen mit ADs nicht entmutigen lassen. Dass grundsätzlich kein einziges Medikament Einfluß auf die Depressionen hat, halte ich bei der zur Verfügung stehenden Bandbreite für schlecht denkbar. Es kommt auf den Wirkstoff, die Dosis, den Patienten an, und die Erfahrungen des einen lassen sich kaum auf die Erfahrungen des anderen übertragen. Dann ist ein erfahrener Psychiater gefragt; ich wünsche Euch, dass Ihr ihn findet.

r=Evolputionaxerin


Danke, Zwack44. Ich litt 8 Jahre an leichten, exakt 3 Jahre an schweren Depressionen. Mir hat der Sport geholfen. Man muss sich enorm in den Arsch treten, um trotz Depressionen rauszugehen und damit anzufangen, aber es wurde bei mir von Woche zu Woche besser. Mir hat der Gedanke geholfen, dass ich eh nichts zu verlieren hätte und es auf 30 Minuten Laufen am Tag dann auch nicht mehr ankommt. So arbeitete ich mich da langsam raus.

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