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Mit sich selber auseinandersetzen

L!e}wixan


Shadee

Mir erscheint, dass du das schon sehr treffend selber analysierst. Was du aus meiner Sicht brauchst, ist mehr Friede mit dir selber, und dich weniger mit dem vergleichen, was du deiner Meinung nach sein "solltest" aber vielleicht nicht bist.

Wenn ich dich so lese, bekomme ich den Eindruck, dass du eigentlich eine gesunde Faehigkeit hast, alleine zu sein und dann Dinge zu tun, die dich bereichern oder auch erholsam sind... und dass du andererseits genug Antrieb zum Kontakt hast, dass dir eigentlich keine Sorgen machen muesstest, voellig zu vereinsamen oder aus der Gesellschaft zu fallen.

Das klingt eigentlich alles sehr gesund, abgesehen von dem Umstand, dass du dich offenbar selber dafuer befehdest, dass du so bist, wie du nunmal bist. Leider kann ich dir auch nicht sagen, wie du das beenden kannst, abgesehen von den Standardideen Therapie, Meditation etc. Es muesste einfach mal "Klick" in dir machen...

Vielleicht liest du mal F. Schulz von Thun's Buch vom "inneren Team" (heisst glaube ich "Miteinander reden 3") und bittest die verschiedenen "inneren Stimmen" in dir zu einer Konferenz... es waere interessant, warum du dir solche Sachen sagst und dir so ein schlechtes Gewissen machst, und ob man die inneren Stimmen, die dafuer verantwortlich sind, nicht irgendwie anders befriedigen koennte.

Zu deiner Idee ueber Masse und Eigenbroetlertum uebrigens ein Gedanke von Ruth Cohn: Eine Gruppe wird um so staerker, je staerker jedes Gruppenmitglied darauf achtet, dass es dem eigenen "Ich" gut geht, und dieses einbringt.

Die "Masse" (als amorphes Ganzes ohne individuelle Unterschiede) ist nicht sonderlich wertvoll und kann gefaehrlich sein (man denke an die deutsche Vergangenheit); eine Gruppe wird reich, wenn jedes Gruppenmitglied auch die eigene Eigenheit pflegt.

Leider gibt es viel Gruppendruck, der Leute glauben macht, sie muessten sich der "Masse" anpassen. Ich halte das fuer einen Irrweg.

DIykeNToWa>tchOdutFor


und genau da sehe ich in der Zeit allein mit mir die Gefahr, sie fördert ja dieses Gefühl, nirgendwo hinzugehören...

ich mach mit mir selbst und bei meinen freund_innen immer die erfahrung, dass sie (ich), wenn sie (ich) ausreichend zeit mit sich (mir) allein hatte/n, besonders soziabel sind... - weniger gereizt, ausgeglichener...

*schulter zuckt*

Sfhadxee


@ Lewian

Jetzt mal sehr provokativ gesagt: ich kann mich der Masse leider nicht anpassen, weil die Masse einfach dumm ist. Manchmal wünschte ich, ich wäre dümmer, dann würde ich mir auch nicht so viel den Kopf zerbrechen können. Aber ich weiß auch, dass so eine innere Einstellung nicht gut ist und von der Umwelt trennt. Leider bin ich wenig kompatibel, wenn es um Vereinsmeierei, Fußballplätze oder Kampffeiern am Wochenende oder auf dem Ballermann geht, bei den Kaffeeklatschkränzchen meiner Mutter nur mal so als Beispiel oder Endlos-Studi-Diskussionsrunden krieg ich aber genauso die Krise...ich glaube, ich bin einfach ein in der Wiege ausgesetzter Alien habe ich manchmal das Gefühl.... %-|

Lrewiaxn


Shadee

Vielleicht brauchst du einfach ein besseres soziales Umfeld mit Menschen, die deine Interessen teilen. Es gibt nicht bloss eine einfoermige Mehrheitsmasse, und es ist nicht unmoeglich, den Leuten, denen es bloss um das hier geht...

Vereinsmeierei, Fußballplätze oder Kampffeiern am Wochenende oder auf dem Ballermann

...aus dem Weg zu gehen. Evtl. Ortswechsel?

S:ydne_y


Shadee

Hab verstanden was Du meinst, und denke, viele andere sind, im Gegensatz zu Dir, andere, vielleicht einfachere Charaktere, die (rein spekulativ ;-)) weniger reflektieren und möglicherweise über weniger Bewußtheit verfügen, als Du.

MKollieFnchen


Hallo,

ich finde das klingt als ob Du immer versuchst, Erwartungen gerecht zu werden, entweder denen Deiner Mutter, nicht so träge zu sein (Aktivismus), oder denen Deiner Freunde, Dich doch mal mit Dir selbst zu beschäftigen (allein sein). Da aber beides nicht aus Dir selbst kommt, fühlst Du Dich sowohl in der einen Situation als auch in der anderen früher oder später unwohl.

Versuch mal rauszufinden, was Du selbst eigentlich willst... Leichter gesagt als getan, ich weiß, spreche da aus eigener Erfahrung. %-|

M>olalTiaenchxen


ich glaube, ich bin einfach ein in der Wiege ausgesetzter Alien habe ich manchmal das Gefühl.... %-|

Das spricht auch dafür, dass Du nur auf andere und nie auf Dich selbst hörst, finde ich. Ich kenne dieses Alien-Gefühl und diese ständige Frage im Kopf ("Was machst du hier eigentlich??") nämlich auch.

Swhadexe


@ Mollienchen

Du hast das sehr treffend analysiert, sowohl mit dem teilweise blinden Aktionismus als auch das erfüllen wollen anderer Erwartungen...

@ Lewian

Den Ortswechsel hatte ich bereits, habe mal vier Jahre in Berlin gewohnt. Damals sagte mir schon ein guter Freund, dass man nicht vor sich selber davonrennen könne. Er hat Recht gehabt, das Problem liegt nämlich IN mir. Jetzt gerade momentan fühle ich wieder diese innere Einsamkeit bzw. Leere, leider weiß ich niemals vorher, wann ich das fühlen werde. Momentan hätte ich gerne Gesellschaft. In Gesellschaft kann dieses Gefühl aber sehr schnell wieder umschlagen in "Die Leute nicht ertragen können und allein sein wollen". In der falschen Gesellschaft erschleicht mich dieses Gefühl sehr oft. Na ja, habe für mich auch festgestellt, dass ich größere Gruppen nicht ertrage. Gehe heute abend zu meiner Freundin, bei ihr habe ich dieses Gefühl glücklicherweise niemals. Muss mich wohl damit abfinden, ein überempfindliches Mimöschen zu sein, aber so ist das eben...wie Du schon sagtest. letztendlich bringt es ja nichts, gegen sich selber zu fehden, man ist wie man eben ist....

MSol~lFieInGchen


Versuch doch mal, herauszufinden, wer DU bist und was DU willst und lass es mal einfach egal sein, was irgendwer anders davon hält.

Schwer schwer, ich weiß...

Ich drehe auch immer wieder am Rad, wenn ich allein bin, weil ich diese Konfrontation mit mir selbst einfach gruselig finde... Wenn dann Leute da sind, denke ich "Hilfe, was wollen die alle", weil's (gefühlt) nicht die richtigen sind... You see, Dir geht's nicht allein so.

Ich versuche grad, mein Bauchgefühl wieder für mich hörbar zu machen. Das, was mir sagt, was ICH will und was von MIR kommt, und was ich eigentlich nur mache, weil ich denke, ich sollte es tun (oder lassen). Aber ich hab grad erst angefangen.

SRha~dxee


@ Mollienchen

WIE machst Du das denn genau? WIE herausfiltern, was aus einem selbst heraus kommt und was von außen auferlegt wurde? Was tust Du konkret?

MBolliexnchen


Wenn jemand zu mir sagt: "Mach doch mal dies" oder "Hast du nicht Lust auf das", dann habe ich bisher immer überlegt, was wohl die wohlklingendste, populärste Antwort darauf ist.

"Klar, ich mach mit" - weil man dem anderen dann einen Gefallen tut, cool und spontan wirkt, kein Spielverderber ist etc.

Oder "Ich mach es nicht", weil man damit wieder jemandem anders einen Gefallen tut (z.B. Eltern oder Partner, die lieber wollen, dass man zu Haus bleibt).

Ich versuche, dieses "die populärste Antwort finden" auszutauschen gegen eine, die mir keine Magenschmerzen verursacht. Eine, mit der ich mich wohl fühle. Und zwar nur ich.

Wie soll man das nur erklären ???

Eben auch mal "nein" sagen, selbst wenn man es nicht hübsch und nachvollziehbar begründen kann. Oder etwas gegen Widerstände durchziehen, auch wenn man weiß, jemandem passt es nicht.

Gott ja, habe doch auch erst angefangen, mensch, bin ja nu noch kein Profi da drin... :-(

Und man sollte die Ausreden für Dinge, die man tut (oder nicht tut) ausfindig machen. Z.B. "ich will nicht" heißt eigentlich "Ich hab Schiss davor" oder so...

Sorry, alles konfus, aber ich bin ja blutiger Anfänger. |-o

M@olli:enchen


Also, mein Gradmesser ist:

Habe ich Magenschmerzen dabei (was ich tue oder nicht tue)?

Zweite Frage: Warum habe ich die? Was stört mich? Wovor habe ich Angst - und warum? Was befürchte ich für den Fall, dass ich es (nicht) tue?

S.had=ee


@ Mollienchen

Eine Antwort, die Dir selbst keine Magenschmerzen bereitet. Aber den eventuellen Unmut der anderen dann auszuhalten, bereitet Dir das keine Magenschmerzen? Ich halte sowas schlecht aus...

M=oljlie9ncQhen


Genau das muss man lernen:

Negative Gefühle (die man z.B. durch Unmut anderer hat) ertragen.

Man hat immer die Wahl: Es den anderen Recht machen und dabei selber Magenschmerzen haben, oder es sich selbst recht machen und dann haben eben die anderen mal Magenschmerzen. Man muss das aushalten!

Leicht gesagt, ich weiß. Ich bin da auch ganz schlecht drin. Bin total harmoniesüchtig und ordne mich um der lieben Harmonie Willen auch gern mal unter.

Ich habe aber auch schon die Erfahrung gemacht, wenn ich doch mal meinen Willen durchgesetzt habe gegenüber von Personen, von denen ich eigentlich hundertprozentig mit doofen Sprüchen gerechnet hätte, geschah plötzlich das genaue Gegenteil: Sie akzeptierten es und ich bekam plötzlich sogar mehr Respekt als vorher, als ich nur die "Ja"-Sagerin war.

Probier's mal aus. :-)

M(olylijencxhen


Das Problem ist nämlich: Wenn man sich immer den anderen anpaßt, wird man irgendwann nicht mehr ernst genommen.

Guck Dich mal um, wie die anderen es machen, ich wette mit Dir, die fragen Dich auch nicht immer um Deine Meinung, sondern die meisten ziehen knallhart ihr Ding durch. Wenn du da "grad mal reinpaßt", wirst Du mit einbezogen, wenn nicht, dann eben nicht.

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