» »

Überwindung der Lebensangst

MGolli.en^chen


Die Angst wurde einem doch irgendwann mal anerzogen, dann müsste es doch auch möglich sein, sie wieder abzuerziehen...?

In Situationen, wo man nicht zum Nachdenken kommt (z.B. jemandem passiert etwas und man muss sofort helfen), merkt man doch, dass Sachen ohne die ewige Grüblerei plötzlich funktionieren, also, wenn man etwas sofort einfach nur macht, weil es jetzt nötig ist. Da hat die Angst gar keine Chance, aufzukommen. Man tut, was sofort getan werden muss.

Im normalen Leben, wo es vermeintlich nicht eilig ist, man es schieben kann, es ja "nicht unbedingt sein muss", kein Druck da ist, ist sie überall dazwischengeschaltet. Und bei anderen Menschen nicht, deswegen "machen" die einfach und schaffen Dinge einfach.

Wie kriegt man das nur weg?

Und Deine Gedanken wegen dem Auslandssemester, Jenin, kann ich ja sowas von nachvollziehen. Lieber nicht auf ne andere Stelle bewerben, könnt ja sein, dass ich da Sachen machen muss, die ich nicht kann...

So, dann werd ich mich so allmählich mal auf den Weg zur Therapiestunde machen... *bibber*

JDe.nFixn


Mollienchen

Stimmt, ich neige dazu, Geschafftes abzuwerten, wobei ich wirklich ernsthaft überlegen muss, was ich in diesem Leben überhaupt schon geschafft habe!

will hier keinen Hobbypsychologen heraushängen lassen, aber merkst du was?!

Ich kenn's nur zu gut.

Ich hab das Abi und kann daran kein Erfolg erkennen, da ich alles was das Abi mir ermöglicht vermeide. :|N

Und vor dem Job, den ich jetzt mache, hatte ich am Anfang Panik ohne Ende - habe ihn nur geschafft, um nicht vor anderen als vollkommener Versager dazustehen, weil ich etwas total selbstverständliches nicht hinkriege. Auch hier wieder: Treibende Kraft war nur die Angst. Nicht das "Ich will!"

Da zeichnet sich für mich viel Stärke heraus!

Manchmal ist es nicht so wichtig, was der Auslöser für geschafftes ist..hauptsache man hat es geschafft und in deinem Fall, hast Du es geschafft obwohl du Angst und Panik hattest.

Heute gehst du bestimmt zur Arbeit und es ist etwas völlig selbstverständliches oder?

Der Wille spielt uns auch oft 'nen Streich.

Das du es 'nur' geschafft hast wegen deinem Ansehen anderen gegenüber kann ja sein.

Dein Ansehen dir selbst gegenüber war bestimmt genauso wichtig.

Und vor der Therapie brauchst du kein Bammel haben..es ist ein guter Weg um an sich zu arbeiten.

M>olli;encphen


Für mich, subjektiv, musste ich schon viel Stärke aufwenden, um etwas hinzukriegen, aber es ist frustrierend zu sehen, dass dieselben Sachen für andere ganz selbstverständlich sind. Ich muss mich mit Kleinkram und Banalitäten aufhalten, während die anderen mir mit Siebenmeilenstiefeln davoneilen...

Ich hab weniger vor der Therapie Bammel als davor, dass ich da vielleicht rumheule, dass ich gar nicht erst da hin finde (hab ein superschlechtes Orientierungsvermögen), lauter so Kram halt... Ätzend...

Na dann. Denkt an mich von 16 bis 17 Uhr. *:) Und auch in der Stunde davor, ob ich überhaupt da ankomme oder mich in der großen Stadt verirre vorher... ???

AgphrXodi@te81


Bis auf das Kiffen, da bin ich rückfällig geworden und hass mich auch in gewisser Weise dafür.

=> Rückfälle sind normal, hasse dich nicht dafür!!! Wir Menschen sind alle schwach! Versuche es so gut wie möglich im Griff zu behalten, aber hasse dich nicht dafür!

@ Mollienchen:

=> Ein Abitur sagt nichts über Intelligenz aus, oder zeugt von Stärke oder so! Fang mal an, einen Lebenslauf zu schreiben. Schreibe dein Leben auf. Versuche ganz objektiv zu sein, keine Wertungen was doof was schwer oder schön war. Nimm dir irgendwann (am besten an einem guten Tag) den Brief und suche deine Stärken! Solltest du wirklich keine finden (was ich wirklich nicht glaube!!!), dann mache dich auf dem Weg. Frage deinen Mann oder eine Freundin!!

Und zu den Anzugträgern: Nur weil sie einen Anzug tragen, besitzen sich nicht überragendes Selbstbewusstsein. Ganz objektiv: es ist wahrscheinlich notwendig..beruflich gesehen, einen Anzug zu tragen.

Versuch mal den Blick von den anderen auf dich zu lenken! Es ist sehr schwer! Ich weiß das wirklich. Es dauert auch seine Zeit...aber die Zeit spielt für euch. Ich habe mir immer gesagt: Tiefer geht es für mich nicht, also kann es nur besser werden....die Zeit ist für euch :)* :)* :)*

LG @:)

JpenCin


Ja das ist eine gute Übung, sich sein Leben mal wertefrei vor Augen zu halten und das auch schriftlich festhalten.

Ich fang gleich mal an.. :-)

Und Mollienchen.. frag nach dem Weg wenn du nachher nicht weiter weisst. :)^

*:)

@:)

Ich denk an Dich und drück Dir die Daumen..

MLollTiCenchexn


Da bin ich wieder. Hab den Weg gefunden - bin durch Zufall richtig gelaufen... *puh* *SchweißvonderStirnwisch*

Ist das eigentlich normal, dass Therapeuten alle so eine emotionsfreie Ausstrahlung/Verhalten haben?? Ist jetzt schon die zweite solche Person, die ich so erlebt habe, kann damit nicht richtig was anfangen...

Hm, meine Stärken aufschreiben... Manchmal habe ich das Gefühl, ich hab überhaupt keine. Wenn ich doch eine vermeintliche entdecke, denke ich sofort: "Ach, was ist'n daran jetzt 'ne Stärke, ist doch selbstverständlich!"

Zum Beispiel, jeden Morgen um 6 aufstehen und zur Arbeit gehen. Machen doch zigmillionen Menschen auch. Aber mein Mann sagte mir, das hinzukriegen sei weniger selbstverständlich, als ich denke...

Aber ich werde das mal versuchen mit dem Aufschreiben.

JFenxin


Schön das es so glatt gelaufen ist. :-)

Also zu den Therapeuten. Als ich in der Klinik war

hab ich die Therapeuten als ganz gesellige normale Menschen kennenlernen dürfen.

Hier in der ambulanten Therapie sehe ich auch stets diese 'gradliniegen' Gesichter.

Ich kann damit auch nicht viel anfangen, vorallem hab ich dauernd dieses Gefühl das Therapeuten niemals mit 'uns'

in eine Schublade gesteckt werden wollen..

aber letzendlich muss das ja nicht unbedingt für die Qualität der Therapie sprechen und die Art wie sie da rangeht.

Ich denke generell 5 Sitzungen sollte man schon durchlaufen bis man dann für sich "weiss" ob das passt oder nicht..

Bin da auch grad mittendrin und weiss es noch nicht genau, da ich in der Klinik so einfühlsame Therapeuten hatte..

da vergleicht man halt schnell.

Lass es mal auf dich zukommen und freu dich darauf,

es bewegt sich etwas was du Angstfrei angepackt hast!

..am Anfang werden zum "kennenlernen" sowieso oft formelle Dinge geklärt.

Und zum anderen, dein Mann hat völlig recht!

Es ist nicht selbstverständlich..

ich hab sehr viele Menschen kennenlernen dürfen in diesem Klinikaufenthalt und da wärst du in diesem Punkt (täglich früh aufstehen) ein großes 'Vorbild'.

Seh das bloß nicht als selbstverständlich! Es zeigt wie fleißig du sein kannst..tagtäglich

Aphrodite hat uns da 'nen guten Anreiz gegeben..denn im allerkleinsten steckt das gute.

Axphjrod~itex81


@ Molliechen

Es ist nicht leicht einen richtigen Therapeuten zu finden...prüf ob die Grundchemie stimmt. Man bekommt ja von der Krankenkasse die 5 Sitzungen, in den man den Therapeuten noch wechseln kann, wenn es nicht passt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich erst nach etwa 6 Monaten öffnen konnte...

Ach und zu dem Aufschreiben...falls es dir aufgefallen ist...du hast schon gewertet ;-) Du wirst Stärken haben...ich finde es schon eine Stärke zu wissen, welche Schwächen man hat :)z

Und zu dem 6 Uhr aufstehen...klar machen das viele bzw. die meisten Menschen, ABER ich denke du befindest dich in einer Phase, in der dich so viele Dinge in Gedanken beschäftigen, dass diese dich ermüden. Zu meiner "schlimmsten" Phase war ich auch ständig ermüdet! Glaube mir, es liegt am Grübeln! Und wenn man den Sinn nicht mehr so genau sieht, dann fragt man sich doch schon direkt morgens: Wofür?

Und wenn dein Mann dir das auch schon sagt...dann erstmal: Herzlichen Glückwunsch für deinen verständnisvollen Mann :)* ich denke er hat recht!

Wünsche euch noch einen schönen Abend.

Ach übrigens. Ich möchte noch kurz klarstellen, dass ich auch noch auf dem Weg bin. Ich habe zwar schon den "riesen" Berg hinter mir, aber so ein Leben ist ja auch nicht so einfach, ne ;-D

Tschöö *:)

M7olliyednchexn


@ Jenin:

Es sind jetzt auch 5 Sitzungen angesetzt worden zum Therapeutin-Kennenlernen.

Nachdem ich ein Vorgespräch derselben Institution, aber bei einem anderen Therapeuten hatte, dachte ich noch, na ja, der ist halt so. Jetzt war die Frau original genauso. Ich find's unheimlich schwer, sich zu öffnen, wenn einem der andere so emotionslos gegenüber sitzt und man das Gefühl hat, nur ein Forschungsobjekt zu sein... Ein "Fall"... Nicht ein Mensch. Na ja, vielleicht gewöhne ich mich ja noch dran.

es bewegt sich etwas was du Angstfrei angepackt hast!

Von "angstfrei" kann gar nicht die Rede sein... :-/

Die Therapeutin bemerkte gleich, dass ich total verkrampft da sitze... Aber nun denn, ich hab's immerhin überhaupt angepackt. :-)

@ Aphrodite81

ich denke du befindest dich in einer Phase, in der dich so viele Dinge in Gedanken beschäftigen, dass diese dich ermüden. Zu meiner "schlimmsten" Phase war ich auch ständig ermüdet! Glaube mir, es liegt am Grübeln!

Stimmt. Genau so ist es. Das habe ich auch der Therapeutin erzählt, dass in meinem Kopf alles ständig kreist, bis sich alle Zahnräder ineinander verhaken und irgendwann gar nichts mehr geht.

Bin gespannt, wie's weitergeht. :-D

JRenixn


Ok das mit dem "angstfrei" war weit hergeholt.

Aber bewegen tut sich trotzdem was, ob du willst oder nicht ;-D

Ich hab gestern mal alles aufgeschrieben, was ich in meinem Leben erreicht habe.

Krieg das irgendwie nicht hin 'nen mikrigen A5 Zettel zu füllen.

Kann doch nicht sein, dass ich in den 22 Jahren nicht mehr als 5 'Punkte' erreicht habe :-/

Hab wirklich versucht da wertefrei ranzugehen.

Wie sieht's denn bei euch aus?

Würd' mich freuen wenn ihr das hier teilen würdet.

Vielleicht entdeckt man so banale Dinge..

Bin grad deprimiert.

Das schwirrt die ganze Zeit in meinem Kopf herum,

"Ich mach alles falsch, selbst wenn ich was richtig angefangen habe.."

J8eniSn


mal an alle Leser/innen!

Was habt ihr an positivem in eurem Leben erreicht,

was ihr ohne groß zu grübeln auftischen könnt!?

Danke!

Einen sonnigen Tag noch!

M/ollmienchxen


Egal, was mir einfällt, es fällt mir auch immer gleich dazu ein: Das habe ja gar nicht ICH erreicht. Sondern es ist mir eben passiert. Ich habe echt noch keine Ahnung, was ich erreicht haben soll. ???

Muss wohl noch eine Weile nachdenken.

Gut, "erreicht" hab ich zwei abgeschlossene Ausbildungen. Und die Jobs, die ich danach hatte, hab ich auch irgendwie "erreicht", weil die mich nach dem Vorstellungsgespräch ja anscheinend haben wollten. Aber ist das alles ??? ??? Und ob es wirklich ein Kompliment ist, 'n Schreibjob zu kriegen, für den man nicht viel Hirn braucht...

Selbst mein jetziger Job (Sachbearbeitung). Da musste man mich hinprügeln, soviel Schiss hatte ich davor... Gut, ich hab es geschafft, den Job trotzdem zu kriegen und ihn jetzt auch gut zu machen. Okay. Sehe das zwar wieder als eigentlich viel zu selbstverständlich, aber für meine Verhältnisse (für so'n Angstfuß wie mich) ist das wohl schon was.

*selberschulterklopf*

Aber wo bleibt mein Leben, mein Privates? Was hab ich denn da geschafft? %-|

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH