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35 Jahre alt, nie gelebt, nie geliebt (worden), nie glücklich

G7rüner:Drac;he hat die Diskussion gestartet


Der Versuch einer Kurzfassung: Ich war immer ein Einzelgänger und hatte es immer verdammt schwer, Freunde zu finden. Während der Kindheit und Jugend hatte ich angefangen, mich immer mehr und mehr in mich zurückzuziehen. Selbstzweifel wurden zu Minderwertigkeitskomplexen, die dann irgendwann so extrem wurden, dass es mir sogar schwer fiel, die einfachsten Dinge zu tun, wie z.B. Brötchen beim Bäcker zu kaufen oder eine Fahrkarte beim Busfahrer zu lösen.

Meine Schulzeit war ein einziges Trauma. Ich war stark übergewichtig und fühlte mich immer ausgegrenzt. Mein einziger Freund hatte mir immer nur das Gefühl gegeben, ein Lückenbüßer für ihn zu sein. Er ignorierte mich quasi, wenn er mich in den Schulfluren traf und fand nur Zeit für mich, wenn gerade niemand anderes da war.

Der Unterricht war eine absolute Qual. Ich war nicht in der Lage, mündlich teilzunehmen, bekam zum Teil bei Fragen vom Lehrer kein einziges Wort heraus. Ich erinnere mich, dass ein paar Lehrer mir sogar manchmal mehrere Minuten für eine Frage "zugestanden" hatten. Minuten, in denen ich nur stumm dasaß und nur hoffte, dass die Pausenklingel losging.

Unglaublicherweise gelang es mir wegen meiner guten schriftlichen Leistungen jedes Jahr versetzt zu werden. Auf diese Weise bekam ich sogar das Abitur hin.

Nach der Schulzeit machte ich eine Diät und hatte den Gedanken, das sich jetzt mein Leben endlich ändern würde. Ich begann ein Studium und hatte in einem Kommilitonen auch einen guten Studienkollegen. Allerdings zeigte sich, dass ich immer noch nicht in der Lage war, etwas mit der Gesellschaft "anzufangen". Ich blieb weiterhin ein Außenseiter und fand keinen weiteren Kontakt. Als mein Kommilitone seine Freundin heiratete und ihretwegen das Studienfach wechselte, brach auch sofort der Kontakt zwischen uns ab. Ich verbuchte ihn unter "Zweckbeziehung". Er brauchte mich nicht mehr für sein Studium und mit mir als Freund konnte er wohl nichts anfangen.

Mittlerweile bin ich berufstätig, hatte aber abgesehen von ein paar kurzfristigen "Freundschaften" viel zu wenig Kontakt zu anderen Menschen. Mein Problem ist, dass ich nie an einem Menschen geraten bin, den ich für zuverlässig und einen echten freund halten konnte. Im Zweifelsfall war ich immer für andere da und bekam nie etwas zurück.

Meine eigenen Selbstzweifel sind mittlerweile nahezu verschwunden und nur noch latent vorhanden. Ich denke, ich habe sogar einiges an Selbstvertrauen erlangt. Ich bin weder dumm noch hässlich und sollte eigentlich in der Lage sein, soziale Kontakte zu knüpfen. Bekomme es aber nicht hin.

Wenn man sich beim Lesen meiner Zeilen fragt, warum ich bisher noch keine Frau erwähnt habe, nun dann liegt das daran, dass es in meinem Leben nie eine gab. Ich war nie verliebt, habe nie ein liebende Wort gehört, auch nur einen einzigen Kuss ausgetauscht oder gar mehr. Und wenn ich in Foren lese, wie ein 17-Jähriger verzweifelt schreibt, dass er noch keinen Sex hatte, dann treibt das bei mir nur die Tränen in die Augen.

Mein ganzes Leben ist in all den Jahren nur an mir vorbeigezogen. Ich habe im Grunde nie gelebt, sondern bin nur dahinvegetiert. Und tatsächlich musste ich jetzt 35 Jahre alt werden, bis ich den Punkt erreicht habe, dass auch das nicht mehr geht.

Wie gesagt, ich bin jetzt endlich nach all den Jahren da angekommen, dass ich weiß, was ich will, nämlich eben eine Freundin/Frau, vielleicht auch Kinder und Freunde. Eben ein ganz normales Leben. Aber, auch wenn ich keine oder kaum noch Minderwertigkeitskomplexe mehr habe, erscheint mir diese Realisierung so irreal. Allein das hier so zu formulieren, fällt mir schwer.

Ich weiß bis heute nicht, wie ich in der Gesellschaft Tritt fassen soll. Ich habe keine Ahnung, wo ich Freundin/Freunde finden kann. Wie ich das anstellen soll. Ich bin absolut verzweifelt und innerlich ziemlich kaputt deswegen.

Ich habe dann letzten Monat die Entscheidung getroffen, einen Therapeuten aufzusuchen. Nach vielen Versuchen, überhaupt einen Therapieplatz zu bekommen, bin ich dann bei einer Psychotherapeutin vorstellig geworden. Nach den 5 probatorischen Sitzungen bekam ich dann die Antwort, dass sie mir nicht helfen könnte und ich einen anderen Therapeuten aufsuchen sollte. Mit einem Zettel mit 5 Telefonnummern bin ich dann abgespeist worden. Ich war absolut am Ende und schaffte es dennoch noch am selben Tag einen anderen Psychologen dazu zu bringen, mit mir zu sprechen. Der Mann war dann in meinen Augen jedenfalls absolut weltfremd, so dass ich dann davon absah, bei ihm weitere Termine haben zu wollen.

In den letzten Tagen ging es mir wieder etwas besser und habe noch einmal die Energie gefunden, die Dinge angehen zu wollen. Gestern Abend war ich in der Innenstadt unterwegs. Das Ergebnis war allerdings absolut frustrierend. Ich kam zu dem Resultat, dass ich bei den alkoholtrinkenden und teilweise herumpöbelnden Leuten in den Lokalen komplett falsch bin. Ich ticke einfach anders als diese Menschen.

Heute bin ich wieder auf dem Nullpunkt angekommen, so dass ich jetzt diesen Faden eröffne...

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich wusste das auch nie. Und zu schlechter Letzt tauchen auch wieder die Gedanken an Selbstmord in meinem Kopf auf. Er erscheint mir immer vernünftiger, einfach Schluss zu machen und dieses ganze Elend zu beenden. Ich ertrage diesen Schmerz nicht mehr.

Antworten
Kdestrxa


GrünerDrache, Dir professionelle Hilfe zu holen, war meiner Meinung nach eine sehr gute Idee. Dass Du leider mit den ersten beiden kein Glück hattest ist natürlich dumm gelaufen :-/ Aber es ist auch schwer einen guten Arzt zu finden, bei Therapeuten ist es noch schwieriger, weil da zusätzlich die Chemie extrem gut passen muß. Aus welcher Gegend kommst Du? Vielleicht kann Dir jemand hier einen Tipp geben?

:)* :)*

CNaffxa


Hast du vielleicht einen Sportverein oder gehst du gerne zum Fitness? Dort kannst du neue Leute kennenlernen und Sport (Bewegung) tut der Seele gut, denn Sport lässt im Gehirn ein natürliches Antidepressivum entstehen.

Freunde vielleicht zu finden: zum Beispiel Tanzunterricht, Kochkurse, Sprachkurse, Malkurse oder Fahrradausflug.

lvolax_m


Hallo GrünerDrache,

auch ich finde es erst einmal sehr gut, dass Du zu einem Therapeuten gegangen bist. Auch wenn der Dich zu anderen Therapeuten verwiesen hat, gebe nicht auf, es ist in jedem Fall ein Anfang. :)^

Könntest Du dir denn vorstellen, zB mal in einen Verein zu gehen? Das machen unheimlich Viele, die zugezogen sind und eben den sozialen Anschluss suchen. Auch wenn es Dich viel Überwindung kosten würde, was hättest Du zu verlieren?

Hat der Therapeut denn mal hinterfragt, wie Du aufgewachsen bist? Wenn Du beschreibst, dass Du schon immer diese Probleme hattest, liegt der Grund dafür vielleicht in der Kindheit/Erziehung/Familie. Ich bin keine Psychologin und möchte hier auch keine "spielen", aber Denkanstöße können auch schon Hilfe zur Selbsthilfe sein. Gerade in Deiner Situation, wo ich mir vorstellen kann, dass Du bislang nicht wirklich jemanden gefunden hast, mit dem Du mal frei und geradeaus darüber reden konntest. :)*

PHhil lip30


Selbstmord ist keine Lösung, damit würde das Schicksal gewinnen. Du mußt versuchen, dem Schicksal eins auszuwischen, das Schicksal besiegen.

Im Prinzip geht's mir sehr ähnlich wie dir. Ich bin jetzt 36, hatte noch nie eine Beziehung, noch nie Sex, habe nur meine Eltern und einen Kumpel, den ich vielleicht alle 2 Wochen mal treffe, bin allerdings nicht wirklich unzufrieden mit meiner Situation.

Was mir meistens hilft, ist eine gewisse Arroganz dem Leben und der Gesellschaft gegenüber. Wenn die Gesellschaft mich nicht möchte, kann sie mich mal am A.... lecken, ich brauch sie nicht.

Auf der anderen Seite aber, wer zu mir Kontakt haben möchte, kann dies gern haben, ich beiße nicht, zumindest nicht sofort am Anfang ^^.

Natürlich wünsche auch ich mir gelegentlich jemanden zum Anlehnen und Kuscheln und sehne mich nach Zärtlichkeiten, aber dann gefälligst zu meinen Spielregeln. ]:D

K,estrxa


Was mir meistens hilft, ist eine gewisse Arroganz dem Leben und der Gesellschaft gegenüber. Wenn die Gesellschaft mich nicht möchte, kann sie mich mal am A.... lecken, ich brauch sie nicht.

Hm, kann ich schon in gewisser Weise nachvollziehen, als eine Art Selbstsschutz. Allein: ich glaube nicht, dass das hilfreich ist, im Gegenteil.

S&umOmerFSuxn09


Sport, Tanzunterricht, Kochkurse, Sprachkurs

:)^ :)^ :)^

s9cuLllie


fuer mich klingt es auch danach als ob du eine schwierige kindheit gehabt hast.!!!!:)z ich halte auch die idee eine therapie zu machen fuer sehr gut...du koenntest dich informieren,welche therapierichtungen es so gibt,welche fuer dich in frage kaeme und nimm dir zeit um einen geeigneten therapeuten zufinden(dafuer braucht man manchmal viel kraft und geduld) ein therapeut mit dem die emotionale chemie stimmt( und der dich auch verstehen kann) Viel Glueck @:)

GirünekrDrawche


Zunächst einmal vielen Dank für eure Antworten! Es tut mir unglaublich gut, so viele liebe Zeilen bekommen zu haben. Auch per PN. Es baut mich wirklich etwas auf! :)_

Ja, es ist verdammt schwer, einen guten Therapeuten zu bekommen. Im Grunde ist es schon schwer überhaupt einen Psychologen zu kriegen. Ruft man irgendwo an, bekommt man nur einen AB zu hören. Und da wird dann zumeist schon gesagt, dass kein Therapieplatz frei ist. Bekommt man dann am Ende der Ansage zu hören, dass man gerne draufsprechen kann, erfolgt auch gleich der Hinweis, dass man zurückgerufen wird, sollte ein Platz frei sein. Tja, der Rückruf erfolgt dann nur nicht.

2x hatte ich sogar einen Menschen am Telefon. Beide Male wurde mir mit Bedauern erklärt, dass es leider nicht möglich wäre, mich aufzunehmen. Es ist eine Schande, wie man da als verzweifelter Patient behandelt wird. :(v

Das Thema Therapeut habe ich jetzt erst einmal nach hinten geschoben. Das war dann doch zu "ernüchternd". Und ich habe auch nicht die Kraft, da jetzt weiter "Klinken zu putzen", bis sich da jemand meiner erbarmt. Und ich kann auch nicht ständig einen Seelenstriptease hinlegen. :-/

Ich kann im Übrigen sagen, dass mir hier eure Kommentare schon eindeutig besser geholfen haben, als die Therapiestunden. Da ging ich immer komplett "leer" raus.

Hat der Therapeut denn mal hinterfragt, wie Du aufgewachsen bist? Wenn Du beschreibst, dass Du schon immer diese Probleme hattest, liegt der Grund dafür vielleicht in der Kindheit/Erziehung/Familie.

Ja, der Ursprung liegt ganz sicher in meiner Kindheit. Und die Therapeutin hat auch danach gefragt. Ich denke aber nicht, dass mir das jetzt bei der aktuell anstehenden Problemlösung weiter helfen wird.

Es ist übrigens so, dass ich letzten Monat bevor ich zur Therapie gegangen bin, eine Riesenauseinandersetzung mit meiner Mutter hatte. Da habe ich ihr in aller Breite erklärt, warum sie mein Leben versaut hat. Sicherlich nicht nett von mir, aber es wirkte dennoch sehr befreiend. Das musste einfach raus. :-/

Ich hatte mich tatsächlich bei einem Sportverein gemeldet. Und das war für mich eine extreme Überwindung. Durch meine Kindheit/Jugend, in der ich übergewichtig war, war Sport für mich immer ein Graus. Die Schulsportstunden konnte man nur als Horror bezeichnen.

Nun, in jedem Fall war ich dreimal dabei und musste dann aufhören, weil mein Fußgelenk dann nicht mehr mitspielte. Ich war beim Orthopäden und eine Pause wurde Pflicht. Hinzu kam, dass einer der Leute dort zu mir meinte, dass ich doch auch mal am Rand alleine ein paar Sachen üben könnte. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Vor den guten, versierten Spielern am Rand die einfachsten Sachen üben, dafür reichte mein Selbstvertrauen deutlich nicht aus. Und jetzt nach Wochen da wieder einen Neustart versuchen? Bei dem Gedanken bekomme ich nun doch wieder Beklemmungen.

Hinzu kommt, dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass die Vereinsmitglieder dort auch nur so sporadisch auftauchen. Heute ja, morgen nicht, nächste Woche vielleicht. So, wie ich es mitbekommen habe, gibt es da über das Treffen beim Sport hinaus auch keine weiteren privaten Treffen. Frage mich insoweit, ob mir das da weiterhilft.

Andere Kurse... Tatsächlich habe ich mich für ein paar Sachen angemeldet. Ist allerdings nur gut für 3 Tage im Juni. Nicht sehr viel.

Sprachkurs fände ich soagr sehr gut, aber gerade hier klappt mein Selbstvertrauen auch wieder in sich zusammen. Vor versammelter Gruppe zu sprechen, weckt meine schlimmsten Schulängste wieder auf. :-(

Philipp, du hast eine PN von mir.

PKhiZllixp30


Philipp, du hast eine PN von mir.

Ich weiß, hab dir gegen 16:37 geantwortet ;-).

lmola_xm


Hallo GrünerDrache,

wie sieht es denn mit ehrenamtlicher Arbeit aus? Du könntest Dich sozial engagieren. Dort kommt man auch mit vielen Menschen in Kontakt und, man wird wirklich gebraucht! Dort ist auch niemand, der Dich an deinen Leistungen misst wie beim Sport. Es könnte zudem eine gute Selbsttherapie sein. Wenn Du zB mit Behinderten Arbeiten würdest, oder auch mit kranken Kindern, dann entwickeln sich auch automatisch andere Sichtweisen zum eigenen Leben. Du hättest also zweierlei Nutzen daraus, du hilfst den Menschen die Hilfe brauchen, und Du hilfst Dir selbst.

Was Deine Mutter betrifft, ich weiß zwar nicht, was vorgefallen ist in Deiner Kindheit, aber es lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Heute, wo Du erwachsen bist, bist Du deines Glückes Schmied. Jahrelang hast Du Anderen die Schuld, und auch die Macht über Dein Unglück gegeben. Schließe damit ab und blicke nach vorn. Und lerne, zu verzeihen, vor Allem dir selbst. @:)

KRni|efiRxxWer


Hallo grüner Drache.

Bei deinem Text kann ich bis nach der Grundschule mithalten. Genau das gleiche war mit mir auch los. Dann allerdings kam ich aufgrund der Empfehlung der Grundschullehrerin auf eine Sonderschule für Sprachbehinderte, dann zwecks Ausbildung in ein Berufbildungswerk und heute bin ich selbständiger Einzelunternehmer in einer Branche die eigentlich keine Ausbildung erfordert. Freunde ansich habe ich keine, eine Freundin aus der Ausbildung ist mir geblieben die man zweimal im Monat sieht. Abgesehen von gelegentlichem Fahrradfahren und ständigem Fernseh- und Internetkonsum, mittlerweile in Verbindung mit gesundem "Knabberkram" :-D habe ich nichts vom Leben. Auch die Vorschläge der anderen hier habe ich so für mich nie angenommen. Therapeuten schon gar nicht. Jedoch bin ich seit der Zeit im Berufsbildungswerk bis heute viel offener gegenüber fremden Leuten geworden und kann auch offen mit aufrechten Schultern auf fremde zugehen. Sonst wäre ja auch die Selbständigkeit unmöglich. Wenn du zufällig hier im Ruhrgebiet haust könnte man sich gern mal persönlich sprechen.

a#rKminyiusx9


Hallo Grüner Drache, hast Du schon mal in Erwägung gezogen, einen Therapeuten zu suchen, der nicht über die Krankenkasse abrechnet? OK, das kann eventuell ganz schön ins Geld gehen, aber es ist leichter, bei so jemandem einen Termin zu finden.

Ich mache seit längerer Zeit eine Therapie bei einer Therapeutin, die hauptberuflich Sozialpädagogin ist und zusätzlich eine Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie hat. Und sie ist viel preisgünstiger als ein "studierter" Psychotherapeut. Also es muss nicht immer die "SChulmedizin" sein. Am wichtigsten ist, dass der menschliche Konkakt gut ist. Und ich bin jetzt auch nicht gerade der Großverdiener.

Mit vielem was Du da schreibst, kann ich mich ziemlich gut identifizieren. Ich möchte Dich einfach ermutigen, Deinen Weg zu gehen, endlich anzufangen, zu leben. Lass Dich ein auf das Abenteuer. :)^

GXrünterDrxache


@ lola_m

Ehrenamtliche Arbeit, zugegeben, die Idee hatte ich bisher noch nicht. Ich denke, ich werde mich erkundigen, was da möglich ist. Vielleicht ist wirklich was für mich dabei. :)z

Was Deine Mutter betrifft, ich weiß zwar nicht, was vorgefallen ist in Deiner Kindheit, aber es lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Sie hat viele Dinge versäumt. Nicht auf mein Übergewicht geachtet und mich gar noch mit Süßigkeiten "gemästet". Sie hat sich auch nicht ausreichend um meine Zähne gekümmert. Und solche Sachen halt.

Aber heute tönt sie herum, dass sie sich um drei Kinder gekümmert hat und gleichzeitig arbeiten gehen konnte. Und sie meckert darüber, dass andere Mütter doch gar nicht so viel Zeit für ihre Kinder bräuchten, wie viele behaupten. Sie hätte es ja auch mit gleichzeitiger Arbeit hinbekommen. Nur hat sie eben genau das nicht geschafft!

Schließe damit ab und blicke nach vorn.

Ich versuche es. Aber, ich merke auch jetzt immer wieder, wie sehr ich all die verlorenen Jahre bedauere. Ein Kinderwunsch z.B. erscheint mir nicht mehr realistisch zu sein.

@ Kniefixxer

Freunde ansich habe ich keine, eine Freundin aus der Ausbildung ist mir geblieben die man zweimal im Monat sieht. Abgesehen von gelegentlichem Fahrradfahren und ständigem Fernseh- und Internetkonsum, mittlerweile in Verbindung mit gesundem "Knabberkram" :-D habe ich nichts vom Leben.

Das sind deutliche Parallelen zu meinem Leben. Und wie bei mir, denke ich, gilt es auch für dich, dass das deutlich zu wenig ist.

Auch die Vorschläge der anderen hier habe ich so für mich nie angenommen. Therapeuten schon gar nicht.

Ich merke auch, wie es mir schwer fällt, einfach "Ja" zu den Vorschlägen hier zu sagen. Es ist bei mir nur einfach so, dass ich den absoluten Tiefpunkt erreicht habe. Alles was da noch tiefer kommt, ist dann wirklich der Freitod. Insofern habe ich einfach nichts mehr zu verlieren.

Und zu Therapeuten kann ich mit meinen aktuellen Erfahrungen nun auch nicht mehr raten. :-/

Jedoch bin ich seit der Zeit im Berufsbildungswerk bis heute viel offener gegenüber fremden Leuten geworden und kann auch offen mit aufrechten Schultern auf fremde zugehen. Sonst wäre ja auch die Selbständigkeit unmöglich.

Ja, und wieder Parallelen. Das kann ich so nur unterschreiben. Ich bin auch in den letzten 10 Jahren durch meinen Beruf klar innerlich gewachsen. Nur leider ist es mir eben wie dir nie gelungen, daraus wirklich soziale Kontakte zu ziehen.

Wenn du zufällig hier im Ruhrgebiet haust könnte man sich gern mal persönlich sprechen.

Uns trennen dann doch leider einige hundert Kilometer, insofern ist das mal so eben nicht möglich. Wir können uns aber gerne per PN hier austauschen. Könnte uns sicherlich beide weiterhelfen. Falls du magst, schreibe mich ruhig an! :)z

@ arminius9

hast Du schon mal in Erwägung gezogen, einen Therapeuten zu suchen, der nicht über die Krankenkasse abrechnet? OK, das kann eventuell ganz schön ins Geld gehen, aber es ist leichter, bei so jemandem einen Termin zu finden.

Tatsächlich bin ich Privatpatient und ich würde vermutlich auch diese Kosten erstattet bekommen. Es ist aber so, dass diese Geschichte vom besser behandelten Privatpatienten nicht selten nur ein Mythos ist. In jedem Fall aber hat mir diese Tatsache schon einmal bei der Therapeutensuche nicht geholfen.

Am wichtigsten ist, dass der menschliche Konkakt gut ist.

Das ist natürlich richtig. Und ich merke deutlich, wie sehr mir diese Resonanz hier im Forum hilft, wieder nach vorne zu blicken. Ich bekomme hier um einiges mehr Verständnis als in nur einer Sitzung bei der Therapeutin.

Mit vielem was Du da schreibst, kann ich mich ziemlich gut identifizieren.

Auch an dich das Angebot mit der PN. Es interessiert mich ungemein, wie andere dieses Problem angehen und hoffentlich meistern.

Lass Dich ein auf das Abenteuer.

Ich will und ich MUSS. Ich habe nichts zu verlieren. Verdammt, ich habe nichts mehr zu verlieren...

LwordOf:TChe4Rlings


:)D

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