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Klischees und Sonstiges?? Ich kriege ihn nicht mehr aus dem Kopf

NVichtLiIsxa hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

in Kurzform: ich bin seit einem Vierteljahr völlig am Anschlag, weil ein Familienangehöriger (mag nicht genauer werden) sehr, sehr, sehr krank ist....phasenweise war er auch wirklich gefährdet, von uns gehen zu müssen.....ich verbringe seither ohne Ausnahme jeden Samstag, Sonn- und Feiertag in der Klinik......

wir haben auch deswegen viel mitgemacht, weil "gepfuscht" wurde. Mein Familienangehöriger ist inzwischen in der dritten Klinik. Bei mir hat sich dadurch auch unglaublich viel Wut angestaut. Wut, Verzweiflung, Angst......Angst, immer währende Angst....auch Nachts...

Vor einigen Tagen bin ich jetzt auf eine "positive Ausnahme" gestoßen - arzttechnisch. Er hat sich zwei Stunden Zeit für mich genommen (trotz des Stresses in der Klinik), hat sich die ganze Geschichte angehört.....und hat auch einiges, was mir gestunken hat, für meinen Angehörigen verbessert.

Ich bekomme ihn seit unserem langen Gespräch einfach nicht mehr aus dem Kopf. Er war so einfühlsam und fürsorglich. Und hat sich vor allem für uns eingesetzt....auch gegen Widerstände... Und ich fühle mich völlig gaga, dass ich jetzt so empfinde. :-(. Vielleicht, weil ich auch sehr alleine war und bin mit der Situation. Wir halten zwar zusammen in der Familie, aber vieles henkt doch an mir alleine. Und nichts hat mir in diesem Vierteljahr so geholfen wie das Gespräch mit ihm.

Was ist das ??? Eigentlich bin ich ansonsten grade auf Ärzte gar nicht gut zu sprechen ;-).......ist das so ne Nummer wie die, dass man sich in den Psychologen verliebt ??? Er ist vom Typ sonst gar nicht mein Fall....und wesentlich älter.

Ich schäme mich irgendwie - und würde mich nicht trauen, in "echt" mit jemandem darüber zu sprechen....darum wage ich es hier - anonym....weil es mich eben sehr beschäftigt.

Danke fürs Lesen? Hat mir jemand einen Rat.

Antworten
N#ichtLhisa


Ja, und ein unglaublich schlechtes Gewissen habe ich noch..........

weil ich meine Energie doch grade ausschließlich anderweitig nutzen sollte.........

CohanRce8007


ist das so ne Nummer wie die, dass man sich in den Psychologen verliebt

Das war nach ein paar gelesenen Absätzen tatsächlich mein erster Gedanke. Jedoch glaube ich nicht zwangsläufig, daß es hier um das Verlieben in der klassischen Form geht.

Ich denke, Deine Gefühle sind verständlich. Du bist seit langer Zeit in einer seelischen und somit auch körperlichen Ausnahmesituation. Da ist ja ein Leidensdruck da, der sich mehr und mehr aufgebaut hat.

Nun kommt plötzlich - ohne daß man überhaupt noch damit gerechnet hätte (vermute ich jetzt mal) - jemand, der einen endlich mal ernst nimmt, sich Zeit nimmt und dann auch noch tatkräftig Dinge zum Positiven verändert.

Das tut gut und das gibt Dir einen Moment, um Luft zu holen. Schön, daß es in der heutigen Zeit auch noch solche Ärzte gibt. :)z

und ein unglaublich schlechtes Gewissen habe ich noch..........

weil ich meine Energie doch grade ausschließlich anderweitig nutzen sollte..

Du mußt doch kein schlechtes Gewissen haben. :|N Die Energie war doch, wenn ich das richtig gelesen habe, sowieso vorher schon so gut wie aufgebraucht. Dieser Arzt hat durch sein Verhalten überhaupt erst ein wenig neue Energie zurückgebracht, oder?

Nein, schlecht fühlen solltest Du Dich deshalb sicher nicht. Nur vielleicht im Hinterkopf behalten, daß Du in einer Ausnahmesituation steckst. Das bedingt nun einmal manchmal solche Gefühle. Gib Dir Zeit und schau, ob die Gefühle bleiben, wenn sich die äußeren Umstände ändern und es hoffentlich bald Deinem Familienmitglied besser geht. :)*

Bis dahin mach Dich nicht verrückt. Gefühle sind nicht beeinflußbar. @:)

NRicHhtLisxa


Danke schön Chance007 @:).

Ja, mir hat das Gespräch wirklich neue Kraft gegeben.........

Habe davor schon körperlich reagiert (mich ständig morgens übergeben etc.). Seither geht es

ein kleines bisschen besser......weil ich eben auch das Gefühl habe, dass in der Klinik jetzt jemand

auf unserer Seite steht.......Kann auch leider, leider unter der Woche nicht in der Klinik sein (ist ne ganze

Ecke von der Stadt weg, in der ich lebe und arbeite).....wieder ein Grund für Schuldgefühle.....bei der Arbeit

konzentrieren kann ich mich sowieso auch kaum noch........und dann auch noch zusätzlich DAS.

Dieses Gefühl - eine Mischung aus schön und grausam.

In manchen Punkten ist er ja auch nicht unserer Meinung.....das ganze darf ja auch nicht meine "Kampfesfreude" für die Belange meines Familienangehörigen (der wohl NIE wieder wirklich gesund werden wird) beeinträchtigen.

N$ich&tLisa


In manchen Punkten ist er ja auch nicht unserer Meinung.....das ganze darf ja auch nicht meine "Kampfesfreude" für die Belange meines Familienangehörigen (der wohl NIE wieder wirklich gesund werden wird) beeinträchtigen.

Bei diesem Gespräch ging es auch durchaus zur Sache.......

Ich bin mir der ganzen Angelegenheit sowieso schon völlig überfordert. Überlege auch, ob ich meinen Job unterbreche oder ganz scheiße, um die Pflege zu übernehmen (es wird wahrscheinlich bei einer Schwerstpflegebedürftigkeit bleiben). Da stehen mir jetzt noch diese Gefühle "im Weg"....vielleicht sind sie auch nur eine Flucht. Verliebt sein ist ja zumindest etwas Normales - meine restliche Situation ist es nicht.

N.ich0tLhisa


Schade, dass niemand mehr geschrieben hat.

Aber wenn ich mich reinfühle - das ganze klingt wohl auch ziemlich "komisch".

C3hajnce00x7


das ganze klingt wohl auch ziemlich "komisch".

Ich denke, es liegt eher daran, daß Du selbst eigentlich ziemlich klar Deine Situation analysiert hast. ;-)

Dein Gefühlschaos klingt verständlich. Nur wirst Du vorerst nichts dagegen machen können, außer Dir selbst den zusätzlichen Druck zu nehmen, indem Du Deine Gefühle akzeptierst und annimmst. :)z Alles Weitere wird sich ergeben. :)*

NYichtELisa


ER ist der Schlimmste von allen :-( :-(. A****!!

Und dass will etwas heißen nach den Klinikerfahrungen der letzten Monate.

Schleicht sich in mein Vertrauen und danach geht ihn alles nichts mehr an.

In diesem Gesundheitssystem ist man einsam, SEHR einsam!

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