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Angst, Depression: Kann ich Erwerbsminderungsrente beantragen?

FBräuslei:nC. hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin neu hier und bin glücklicherweise auf dieses Forum gestossen.

Bin dzt. recht verzweifelt und hoffe, daß ich hier etwas Hilfe von Euch bekommen kann.

Bin mal wieder seit einigen Tagen AU und möchte mich wg. Aussicht auf Erfolg bei Erwerbsminderungsrente informieren, da ich echt nicht mehr kann...

Hier kurz meine "kleine" Vorgeschichte:

Bin 42 J. und glücklich verheiratet. Leider holen mich meine diversen erlebten Traumata immer wieder ein (schwere seelische Vernachlässigung und körperliche Misshandlungen durch Mutter, Vater abgehauen, Schwester mit 15 J. abgehauen, mit 12 in Auto gerannt-alleine gelassen, mit 15 Mordanschlag auf mich-alleingelassen, jahrelanges Mobbing durch Chef auf Arbeit und dann vor 10 J. Suiz..d der Mutter).

Im Februar 2006 kam der Zusammenbruch wg. Überlastung im Job. Ich konnte meinen Bürojob nicht mehr wahrnehmen aufgrund heftigster Panikattacken und einer mittelschweren Depression. Nach Klinikaufenthalt und Wiedereingliederung konnte ich 5 Mon. später wieder mithilfe von AD (für Tag und Nacht) und Therapie arbeiten gehen.

Nach 1 1/2 Jahren habe ich meine Vollzeittätigkeit auf 6 Std. reduziert, da mir das einfach zuviel wurde.

Anfang diesen Jahres fingen meine Angstsymthome wieder an, Medis wurden hochgesetzt. Anfang April informierte ich meinen Chef, leider bislang keine Hilfe erhalten. Ich hielt so gut es ging durch bis letzte Woche - seitdem geht gar nichts mehr:

Bin oft am Heulen, Panikattacken in der Nacht, hab Magen-Darm-Probleme und bin fast völlig außer Stande, was zu tun, mich zu waschen etc. Alles nur unter Anstrengung möglich. Mein Hausarzt hat nun meine Medikation noch weiter hochgesetzt, nachdem ich ihm die Symtome schilderte. Nachdem es mir gestern mit der Medi-Erhöhung nur noch schlecht ging, habe ich es wieder bei der alten Dosis belassen. So kann es auch keine Lösung sein - hatte Schwindel, mir war irre schlecht, der ganze Körper kribbelte, Zittern.

Meine Angst wird immer größer. Ich trau mich schwer aus dem Haus, mein Mann muß fast alles im Haushalt tun und wir essen nur noch Fertigessen. Zu meiner Arbeitsstelle muß ich mit Eisenbahn und U-Bahn fahren, da habe ich schon lange große Ängste, die Kontrolle über mein Handeln zu verlieren (davon weiß meine Therapeutin nichts, werde ihr aber bei der nächsten Sitzung reinen Wein einschenken).

Leider kann ich mit niemanden darüber reden, da ich keinerlei soziale Kontakte oder Hobbys habe. Zu sowas habe ich gar keine Kraft, bin fast schon menschenscheu.

So sehr ich mich auch bemüht habe, ich werde den Arbeitsanforderungen einfach nicht mehr gerecht. Ich kann mich kaum auf meine Arbeit konzentrieren und werde dann wg. geminderter Leistung von Chef unter Druck gesetzt. Ich grüble zuviel und schweife ständig mit meinen Gedanken ab. Kann mich stundenlang mit Grübeln geschäftigen, kann kein Buch lesen etc.

Für mich sehe ich fast keine andere Chance, als die Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Trotz Medis und Therapie trau ich mich schwer aus dem Haus und meine Arbeit ist für meinen Gesundheitszustand Gift.

Soll ich wg. Rente mit meinem Hausarzt und der Therapeutin reden, oder ist es einfach zu früh oder gar unrealistisch, über sowas nachzudenken? Von wem kann ich ehrliche Hilfe erwarten, ohne an dem Druck noch ganz zu zerbrechen? Habe ich denn überhaupt eine Chance, so jung schon die EU-Rente zu bekommen?

Vielen Dank im voraus für Eure Hilfe.

Antworten
S"teEvie xB.


Hallo Fräulein C.,

zu erst mal tut es mir leid, dass Du so viele schreckliche Dinge durchmachen musstest, die Dich heute mehr als belasten.

Grundsätzlich ist eine Erwerbsminderungsrente möglich. In welchen Fällen man diese bekommen kann und welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss, findest Du hier: [[http://www.arbeitsratgeber.com/erwerbsminderungsrente-0280.html]]

Ich hoffe, das hilft Dir schon mal etwas weiter. Du solltest auf jeden Fall mit Deinem Arzt darüber sprechen, denn der muss Dir das letztendlich bescheinigen.

VG und alles Gute

kaerstoinxd1


Hallo ich kann Dich nur ermutigen die EU-Rente zu beantragen. Ich bin 40 Jahre jung und bekomme seit 5 Jahren eine EU-Rente.Mir hat damals mein Hausarzt sehr geholfen weil ja Gutachten usw. erstellt werden müssen. Bei mir ging es mit der Angst und Panik 1999 los war danach 6 Wochen zur Reha. Hat mir sehr gut geholfen weil ich dort nur mit Gleichgesinnten zusammen war. Menschen die diese Erkrankung nicht haben, können sich auch nicht hinein versetzen. Versuch es einfach und fang an an Dich zu denken.

LG Kerstin :)^

F`räul{eibnC.


Lieber Steve B.,

vielen Dank für Deine netten Zeilen und vor allem für den informativen Link.

Leider ist das sehr viel zu Lesen, das muß ich etwas aufteilen (meine Festplatte im Kopf ist ja leider voll...).

Diese Infos und mein Gespräch mit meinen Ärzten kann mir sicher weiterhelfen.

Also ganz lieben Dank dafür. @:)

@ all:

==> Habe aber noch eine Frage wg. Kopienanforderung aus Patientenakte:

Für eine Antragstellung Frührente bräuchte ich ja Nachweise aus meinen Patientenakten. Also aus dem Krankenhaus von vor 3 Jahren und meines dzt. Hausarztes und meiner Therapeutin.

Krankenhausakte wäre sicher nicht das Problem, müßte ja eigentlich Anspruch drauf haben oder?

Aber zählt das überhaupt noch aus dem Jahr 2006?

Ja und kann ich denn überhaupt Unterlagen vom Hausarzt und meiner Therapeutin haben - während laufender Therapie? Oder muß ich da einfach von beiden um eine Stellungnahme bitten? - die überlassen mir ja sicher keine Kopien ihrer Akten über mich?

Danke für die Hilfe, es tut gut, mit den Sorgen nicht allein zu sein.

Ich wünsche noch einen schönen Tag :)*

F+räuleifnCx.


Liebe Kerstin,

vielen Dank auch für Deine lieben Worte. Mir macht das unglaublich Mut, kann ich Dir sagen. :)_

Mein Problem ist halt vor allem, dass ich immer meine, "durchhalten" zu müssen. Wir sind auf meinen Verdienst angewiesen, haben erst vor einigen Jahren gebaut und da hängt die Existenz meiner Familie mit dran. Ich könnte es nicht ertragen, wegen mir für meine Familie das Dach über den Kopf zu verlieren.

Außerdem haben wir zwei große Hunde, die ich dann wohl ins Tierheim geben müßte. Und das nur, weil es meine Schuld ist. Das ist halt mit mein Lebenswerk, würde ich das für uns verlieren und das Haus verkaufen müssen, ich würde es nicht verkraften.

Aus diesem Umstand habe ich stets versucht, weiter zu "funktionieren". Aber wenn das für mich ein dummes Ende nehmen würde, wenn ich die Kontrolle verliere, dann ist damit meiner Family schon gar nicht geholfen.

Ich spreche es einfach am Montag mit Arzt und Therapeutin ab, noch ist ja nichts den Bach runter....

Habe es wirklich versucht, mit Arbeiten - aber ich kriegs nicht mehr gebacken - und die Erkenntnis tut weh. War immer so froh, (nach außen) stark und voller Power zu sein - und jetzt bin ich wieder ein Häuflein Elend.

Aber vielen Dank für Eure Hilfe, ich bin nicht alleine und das zählt doch, oder? *:)

Ahzucenuax1


Ich spreche es einfach am Montag mit Arzt und Therapeutin ab, noch ist ja nichts den Bach runter....

Das solltest du wirklich, denn die haben gewiss Erfahrung damit.

Deine Therapeutin muss wissen wie es dir wirklich geht, denn nur so kann dir geholfen werden.

Ich selber fange jetzt an alles aufzuschreiben, was mich belastet. Vielleicht könntest du das auch machen und sie kann es sich durchlesen. Vielleicht ist das einfacher als zu reden. Sicher reden musst du dann auch, aber es ist schon einmal auf dem Papier und zu Hause kannst du dich vielleicht besser konzentrieren als bei ihr.

:)*

FSräu\leinxC.


Guten Morgen,

dank Eurer lieben Antworten geht es mir heute ein gutes Stück besser.

Ja ich muß mich am Montag zusammenreissen und meiner Therapeutin sagen, dass ich alles in den letzten Monaten doch recht "beschönigt" habe. Auch wenn sie mir das vielleicht krumm nimmt, dass ich nicht ehrlich war.

Habe mir selbst was vorgemacht und nach außen hin funktionieren wollen. Das auch unter dem Hintergrund, daß meine (verlängerte) Therapie jetzt nur noch 2-wöchentlich stattfindet und ich ja die Medis nehme.

Ich meinte in letzter Zeit, ok Du MUSST Dich jetzt einfach stabilisiert haben. Alles - Therapie und Medis - sind ausgeschöpft, DU MUSST WIEDER FUNKTIONIEREN.

Dass ich auch wirre Gedanken an ein Ende und so habe, wollte ich nicht wahrhaben. Nur ja nicht wie meine Mutter werden, das war immer mein Ziel. Die Diagnose Depressionen wollte ich nicht für mich zulassen, Angsterkrankung ok damit konnte ich leben, aber Depressionen wie meine Mutter. UNDENKBAR, das darf doch nicht sein, meine Familie darf doch nicht so unter mir leiden.

Tja, aber jetzt muß ich handeln und mir die Hilfe holen, die mir zusteht. Stecke halt immer zurück und schade mir damit selbst.

Danke für Eure Worte, ich bin nicht alleine und schaffe das.

Wünsche Euch allen einen schönen Tag. @:)

SFtevCie xB.


Guten Morgen,

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, sagt ein weiser Spruch... Aber auch das Akzeptieren seiner vielleicht unverständlichen Erkrankung ist sehr wichtig. Sich alles schön zu reden und zu versuchen, nach außen hin für alle nur funktionieren zu wollen, ist der falsche Weg. Das hast Du ja schon eingesehen und das ist der Weg, den Du gehen musst. Eine Lösung kann man immer erst dann finden, wenn man das Problem erkannt hat.

Arbeite an Dir selber ohne Dir zu schaden. Verdrängte Dinge holen einen früher oder später eh ein. Also lieber gleich ran...

VG und alles Gute

FNräumlexinC.


Hallo und guten Morgen,

so heute ist es soweit: Ich muß am Nachmittag zu meiner Therapeutin und dem Hausarzt und den beiden verklickern, dass es mir nicht gut geht und ich gerne die EU-Rente nach einem halben Jahr beantragen will.

UND VOR DIESEN GESPRÄCHEN HABE ICH WAHNSINNIG ANGST UND WEISS NICHT WIE ICH ES ANSTELLEN SOLL.

In den letzten Tagen habe ich mich soweit "gefangen", daß ich wenigstens nicht mehr das heulende Elend bin und auch mein Magen-/Darmtrakt hat sich stabilisiert. Den Schwindel und das "neben der Kappe sein" habe ich immer noch. Schlafen kann ich auch nicht besonders und Antrieb gleich null.

Problem bei mir ist immer, sobald ich meine, mir glaubt man nur, wenn ich vielleicht kurz vor dem Schlußmachen stehen würde. Aber das will ich keinesfalls. Natürlich denke ich oft dran, wenn ich verzweifelt bin, aber eigentlich wollen möchte ich nur glücklich sein - welch ein Wunsch, den haben wir hier wohl alle!

Muß da heute durch und weiß echt nicht wie ich es anstellen soll. Ich nehme mich immer soweit zurück und überspiele das direkt, gerade weil ich keine Depressionen haben will. Die Angst ist auch wieder allgegenwärtig, wenn ich mich mittags hinlege und ein wenig ruhen möchte, gerade dann spielt mein Herz verrückt. Beknackt.

HABE ANGST VOR DEN GESPRÄCHEN MIT DEN BEIDEN ÄRZTEN HEUTE. HABE ANGST, DASS DIE MICH WIEDER AUF ARBEIT SCHICKEN. HABE ANGST VOR DER ZUKUNFT. WIE KANN ICH MEINEN HAUSARZT ÜBERZEUGEN, DASS ICH NICHT MEHR KANN, DER WILL MICH IMMER GLEICH WIEDER AUF ARBEIT SCHICKEN. ICH SCHAFFE DAS ABER NICHT MEHR.

Jetzt wo ich es mir von der Seele geschrieben habe, geht´s schon etwas besser. Muß da halt heute stark sein und irgendwie durch, ohne die Lage zu beschönigen.

Wünsche Euch allen einen schönen sonnigen Tag. @:)

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