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Phobie oder Trauma?

K7uschexl89 hat die Diskussion gestartet


hallo zusammen.

ich hab ein problem, was bestimmt nicht so viele haben.

ich hab panische angst vor luftballons. kein witz oder schertzfaden.

ist auch ziehmlich peinlich, es zu sagen, aber da mich ja hier warscheinlich keiner kennt, ist es nicht so schwer, das thema anzusprechen.

ich bin jetzt 20 jahre alt und dieses problem hat mich öffter eingeholt, als man denkt. schon als ich im kindergarten war hat es angefangen. als es karnevall die spiele mit luftballons gab (zum beispiel mit einem luftballon zwischen den füßen tanzen, usw.) bin ich weinend aus der halle gerannt oder hab mich in eine ecke verzogen und mir die ohren zugehalten. meiner mutter ist es natürlich auch nicht verborgen geblieben, da sind wir zum ohrenarzt gegangen. der meinte, ich hätte ein überempfindliches gehör. somit war das für meine mutter klar. aber bei mir war es noch lange nicht zu ende. ich bin zwar die jüngste meiner geschwister, allerdings konnte ich aus dieser angst auch nicht auf kindergeburtstage gehen, wo ich eigentlich eingeladen war. so war es auch kein wunder, dass ich nach und nach keine einladung mehr bekommen hatte, da ich ja eh nicht gekommen währe.

meine geschwister haben zudem auch kinder bekommen und die feiern ja immerhin auch geburtstage. auch auf straßenfesten, wo ballons verteilt werden, kann ich kaum gehen. die kurzen meiner schwestern holen sich einen ballon von irgendwoher und ich muss weiter von ihnen weg bleiben. im alter von 10-15 haben sich meine älteren brüder auch manchmal einen spaß daraus gemacht, mich mit einem ballon ins badezimmer zu jagen. (ich weiß selber, dass es mies war, und seid die auch aus der pupertät raus sind, machen sie es ja nicht mehr. kinder halt.) gab viele momente, wo ich einfach schon vor angst angefangen habe zu weinen. auf straßenfesten, auf geburtstagen, bei neueröffnungen von geschäften, usw.

ich glaube auch nicht, dass es heute noch an meinem gehör liegt, da ich ja mitlerweile auch laute musik hören kann. aber bei luftballons (nur die, die platzen können. nicht diese alu-figuren) bekomme ich einfach panik. kann mir vielleicht einer sagen, was ich dagegen machen kann? ich will es einfach endlich los werden.

Antworten
K;usch?exl89


keine einfälle?

K(etzeLrin


Angsterkrankungen> Panikstörung oder Phobie?

KpusHcheel89


ganz ehrlich, ich habe sogesehen keine ahnung, was der unterschied ist. bestimmt ganz schön peinlich, wenn man selber darünter leidet.. |-o

K-eMtz~er6ixn


Also mit "Angsterkrankungen" bin ich mir sicher, aber welche von den beiden anderen zutrifft nicht. Warst du mal deswegen beim Arzt?

K5usc+helx89


wegen der angst an sich nicht. die ärzte hier haben darüber keine ahnung, die würden einen zum therapäuten schicken und den muss ich schon bei der ersten stunde bezahlen, da meine kasse etwas "unnötiges" nicht bezahlen würde. leider. und ich hab im monat im moment eh nur 150 euro zum leben. (sprich essen und i-net/telefon)

M=ol$lienxchen


Hat, als Du Kind warst, vielleicht mal jemand neben Dir einen Ballon platzen lassen und Du hast Dich tierisch erschreckt?

Wenn jemand in meiner Gegenwart mit einem Luftballon etwas macht, das ihn zum Platzen bringen könnte, zucke ich auch schon innerlich zusammen, in Erwartung des Knalls (aber das ist wohl normal), und bei Dir ist das vielleicht einfach nur sehr ausgeprägt - vielleicht wirklich Kindheitstrauma?

Wovor genau hast Du Angst? Dass er platzen könnte? Oder reicht der Anblick schon? Findst Du es denn schlimm, wenn ein Luftballon platzt?

K+etzexrin


Guck doch mal im Internet unter den drei Schlagworten oben nach.

Und die Kasse von dir zahlt überhaupt keine Psychotherapie? Kann ich mir gar nicht vorstellen.

KRuschelx89


also, nachdem was ich gelesen hab, ist es eine phobie. immerhin ist es ein bestimmter gegenstand und nicht ab und zu situationen, in denen eigentlich keine gefahr besteht. (natürlich sind luftballons nicht gefährlich.) aber wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es bei panikstörungen keine regelmäßigen auslöser.

K[etze6rin


"Angsterkrankungen" ist der Oberbegriff, Panikstörung bzw. Phobie sind Unterbegriffe, nach zunehmender Beeinträchtigung.

Pvin6kladxy10


Hallo !

Ihr werdet es nicht glauben ,aber ich habe mit 22 Jahren panische Angst vor Luftballons!

Ich habe selber schon Versucht es los zu werden,bei mir selbst ist es nicht so schlimm,aber wenn jemand anderes einen Luftballon in der Hand hält oder aufbläst egal ob Erwachsener oder Kind wird mir meist sogar schwarz vor Augen und kann mich auch nicht mehr auf Unterhaltungen konzentrieren.

Wenn jemand damit spielt halte ich mir sofort die Ohren zu.

Jetzt mache ich mir immer Gedanken,da ich jetzt selbst ein Kind habe wie ich mich schützen kann und mein Kind trotzdem Erfahrungen sammeln kann damit.

Meine Eltern hatten es schon oft probiert mir die Angst aus zu treiben,aber ich habe zu große Angst davor!

Vielleicht hat jemand eine ähnliche Situation würde mich freuen.

Lg :-/

S,orEoman


also, nachdem was ich gelesen hab, ist es eine phobie.

Ja, würde ich auch sagen. Eine objektbezogene Angst.

Traumatische Erlebnisse sind anders definiert. In der Regel gab es da ein traumatisches Ereignis (oder eine Serie davon), welche das eigene Fortbestehen (also das Leben) von außen angegriffen/gefährdet hat. Kriege, Bürgerkriege, Vergewaltigungen, Entführungen, Haft, eingesperrt sein (Kampbusch), Unfälle, sowas. Da können dann Posttraumatische Belastungsstörungen daraus entstehen.

kann mir vielleicht einer sagen, was ich dagegen machen kann? ich will es einfach endlich los werden.

Also generell gegen Angststörungen ist die Konfrontationstherapie mit dem Angstobjekt häufig sehr erfolgreich. Langsame Gewöhnung an den Reiz und die Erkenntnis, dass nichts Schlimmes passiert und die Angst damit sich nicht lohnt.

So zum Beispiel:

Du lässt dir Luftballons (anfangs nur einen) machen und den irgendwo festmachen. Und dann gehst du in dessen Nähe. Erst auf 100 Meter. Und spürst wie das so ist. Lenkst dich ab, schaust mal hin, halt so wie dir ist. Dann auf 50 Meter ran, und so weiter. Und den Aufenthalt in der Nähe des Luftballons verlängern. Erst kurz, später länger. Dann vielleicht auch mal kontrolliert durch dich den Luftballons platzen lassen. Mit einer Leine aus der Ferne (oder durch Zuruf an einen Helfer), dann aus der Nähe, wieder schrittweise. Nächste Stufe: ein anderer lässt den platzen, ohne dass du die Kontrolle hast. Aber du schaust noch hin und siehst es vorher. Nächster Schritt: jemand lässt den Luftballon platzen, aber du schaust nicht hin. Irgendwann platzt er halt - aus heiterem Himmel. Dann kannst du auch mal einen in die Hand nehmen und mit dir rumtragen. Später kannst du mal drauf rumspringen. Auch auf mehreren. Und wenn du das lange genug gemacht hast, sollte die Angst schon stark abgenommen haben.

Wichtig: Dabei immer den nächsten Schritt erst dann machen, wenn man sich davor sicher und wohl fühlt. Die ganze Sache kann also auch mal z.B. 30 Termine lang brauchen (also wirklich recht sachte). Oder auch nur 5 Termine. Such dir dafür ggf. eineN HelferIn. Sowas kann man dann auch in Eigenregie machen - im Park oder Wald, wo es erstmal keinen stört.

Die Kasse übernimmt nur Therapien mit professioneller Behandlung an den Stellen, wo das Leben des Patienten wirklich beeinträchtigt ist und sich das in ernsten Auswirkungen in der Lebensgestaltung zeigt.

Sworomxan


Wenn jemand damit spielt halte ich mir sofort die Ohren zu.

Das kann man noch als Zwischenschritt einbauen: anfangs mit zugehaltenen Ohren aus großer Entfernung platzen lassen, dann wie oben schrittweise weiter. Es kann sein, dass jeder einzelne Schritt mehrere Termine braucht. Also nicht das komplette Programm in 2h abspulen wollen, sondern wirklich so, dass man möglichst jedes Mal rausgeht mit dem Gefühl: also das war doch pippifax heute. Je nach Angstempfinden halt.

W~auteyrli62


Hmm vielleicht bringt es was, wenn du nochmal zu einem anderen Hausarzt gehst. Der sieht vielleicht dann doch die Notwendigkeit? Hab keine Ahnung wie das ist, wenn die Kasse es schon abgelehnt hat.

Ansonsten kannst du ja vielleicht in einem Phobieforum oder beim kostenlosen Sorgentelefon oder sowas Hilfe suchen? Es gibt sicherlich auch kostenlose Beratungen bei Phobien.

Also generell gegen Angststörungen ist die Konfrontationstherapie mit dem Angstobjekt häufig sehr erfolgreich. Langsame Gewöhnung an den Reiz und die Erkenntnis, dass nichts Schlimmes passiert und die Angst damit sich nicht lohnt.

Ich denke auch, dass das was bringen kann. Nur du müsstest vielleicht anfangs einen Helfer finden, der dich dann tröstet/dir sagt dass alles ok ist, wenn du mal doch zu große Angst hast. Ich war auch mal im Fahrstuhl steckengeblieben und wollte dann erstmal nicht mehr fahren, aber ich habe es dann nach einer Woche oder so relativ schnell wieder gemacht, da mich das ziemlich genervt hat. Seither bin ich noch zweimal steckengeblieben und bin dann jedes Mal gleich wieder gefahren, weil echt selbst beim Steckenbleiben nichts passiert ist. Bei mir auf Arbeit bleibt der auch regelmäßig hängen, ist mir mittlerweile aber relativ egal. :)z

AfuroTra


Ich habe auch Angst vor Luftballons, dachte ich wäre damit allein ;-D Aber panische Angst ist es bei mir noch nicht, eher so ein Unwohlsein, wenn ein Luftballon in der Nähe ist. Aufpusten kann ich sie nicht. Bei mir hat meine Mutter wohl den Grundstein für die Angst gelegt, denn beim aupusten können sie einem in die Augen platzen und man kann blind werden :-/ Da ich sie aber zum Glück nicht aufpusten muss, habe ich nur Angst vor dem plötzlichen Knallen. Das ist zwar nicht so laut, aber erschecken tut man sich ja trotzdem. Ich glaube nicht, dass man was dagegen tun kann, außer immer mal ein paar Ballons platzen lassen und sich so an das Knallen zu gewöhnen. Bei mir geht es nicht, aber noch schlimmer als Ballons sind Silvesterknaller :-/

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