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Ohne Medikamente klarkommen

SUhaxdxee hat die Diskussion gestartet


Kann mir jemand Tipps geben, wie man nach Absetzen von Psychopharmaka (Neuroleptika) lernt, ohne klarzukommen? Bei mir ist es erst eine Woche her, aber seitdem ist mein Antrieb weg. Musste diese Woche Urlaub nehmen. Schlafe bei meinen Eltern. Sagen wir mal so, das Medikament hat super geholfen gegen meine Ängste, Depressionen etc. Hat die Stimmung aufgehellt, alles ging leichter von der Hand. Leider waren die Nebenwirkungen so extrem, dass ich es eigenmächtig letzte Woche Samstag aprupt absetzte. Gewicht ging immer weiter nach oben, aufgedunsenes Gesicht, unreine Haut, massiver Haarausfall. Und dann letztendlich das Ergebnis einer hormonellen Untersuchung, dass mein Prolaktinwert durch das Medikament derart erhöht ist, dass nun ein Prolaktinom vermutet wird, was diese Woche überprüft wird. D. h. ich DARF es nun garnicht mehr einnehmen. Wer von Euch hat es geschafft, nach einer Zeit die Medis abzusetzen und sich trotzdem wieder zu berappeln und klarzukommen? Ich bin momentan von 100 auf 0 runtergefahren und ich möchte mich ganz langsam berappeln, aber wie? Meine Eltern sprechen schon davon, dass wenn ich dies nicht mehr nehmen dürfe, es da ja bestimmt was anderes gäbe, aber ganz ehrlich: ich hab so das Essen auf von dem Kram, klar hilft das Zeug, aber es ist meiner Meinung nach ein Teufelskreislauf, ich fühle mich jetzt wie jemand, der auf ganz starkem Drogen-Entzug ist, sowohl körperlich als auch geistig...und ich will da wieder raus.... >:(

Antworten
u$nlxike


hey *:)

habe auch ma neuroleptika genommen amitriptylin (!?)

habe auch ziemlich zugenommen und es auch wieder abgesetzt.

warum hast du denn nicht vorher mit einem arzt gesprochen vor dem absetzten? sowas muss abgeklärt werden!!

einige medikamente rufen absetztreaktionen hervor. gerade wenn man sie von jetzt auf gleich nicht mehr nimmt. eine woche ist noch nicht lange ich würde aber trotzdem mit dem arzt sprechen der dir das zezg verschrieben hat.

PS.: ich bin auch total gegen medis. und mich nervt es ohne ende wenn mich andere dazu drängen wollen. die haben doch gar keine ahnung von den nebenwirkungen. klar können sie helfen. bei mir hats aber noich nie geholfen.

ganz lieben gruß unlike

ZBwac<k4x4


Hallo Shadee,

wie Dir unlike schon geschrieben hat: So kann man mit Psychopharmaka nicht umgehen.

Wie alt bist Du? Welches Mittel hast Du in welcher Dosis wie lange genommen?

Hättest Du Dein Problem mit Deinem Arzt besprochen, hätte er Dir vermutlich entweder das Ausschleichen nahegelegt oder das erste Medikament durch ein anderes ersetzt.

Aus Deiner Erfahrung mit EINEM Neuroleptikum kannst Du nicht auf die gesamte Bandbreite verfügbarer Psychopharmaka schließen, aber Du solltest folgendes wissen: Das Besondere an Psychopharmaka ist, dass sie in Bezug auf Wirkung, Nebenwirkungen und Dosis bei fast jedem Patienten anders wirken. Das hat zur Folge, dass ein von Leidensgenossen erfolgreich angewandtes Medikament Dir nicht unbedingt helfen muß; es kann bei Dir wirkungslos sein oder sogar inakzeptable Nebenwirkungen besitzen. Das hat weiterhin zur Folge, dass Hausärzte in solchen Fällen in der Regel nicht die besten Anlaufstellen sind, weil sehr, sehr viel Erfahrung dazu gehört, mit Psychopharmaka souverän umzugehen. Schließlich ist vielen Patienten nur mit einer Kombination von zwei moder mehr Medikamenten zu helfen, und Du kannst Dir sicher vorstellen, wieviele Möglichkeiten es da gibt. Beim Psychiater ist man da wohl in besseren Händen.

Teufelskreislauf? Es ist gut zu wissen, dass man Psychopharmaka im allgemeinen noch nicht absetzen darf, wenn die beklagten Symptome verschwunden sind. Oft wird empfohlen, die Medikamente ein halbes oder ganzes Jahr länger zu nehmen und dann peu à peu die Dosis zu verringern. Auch für den Experten ist das aber ein "Ausprobieren", und es kann passieren, dass bei zu früher Beendigung der Behandlung die ursprünglichen Beschwerden zurückkehren. In solchen Fällen wird man die Behandlung noch einmal verlängern.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meine erste schwere Depression eine 3-monatige stationäre Behandlung und eine anschließende ambulante Behandlung notwendig gemacht hat. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich völlig ohne Medikamente auskam, aber das hat dann über 15 Jahre lang geklappt. Die ambulante Behandlung einer zweiten Depression im Alter von 57 hat dazu geführt, dass ich bis zur Pensionierung arbeitsfähig geblieben bin. Ich bin allerdings auf Antidepressiva auch heute noch angewiesen und fühle mich gut eingestellt. Was kann ich Dir raten?

Halte immer einen kurzen Draht zu Deinem Psychiater. Erzähl ihm haarklein, wie es Dir geht, wie Du das Medikament verträgst, wie Du mit der Dosis zurechtkommst. Er kann dann jeweils mit Dir zusammen über das weitere Vorgehen entscheiden.

Ich wünsche Dir alles Gute.

ZVwackx44


Sorry: Die Frage nach dem Alter hätte sich erübrigt.

Sxpinatpwacxhtel


Also, so ziemlich jedes Medikament das man absetzen will - man muss sich "hinausschleichen". Sonst kann es der Körper nicht so einfach verkraften. Je langsamer du das angehst, um so besser. Grad bei Psychopharmaka ist das notwendig.

Psychodrogen sind bei manchen Erkrankungen wie z. B. Schizophrenie leider unbedingt einzunehmen. Wenn Dir ein Medikament nicht bekommt, dann versuch mal einen Wechsel. Und bleibe dem Arzt gegenüber hart. Du hast ein Recht darauf, dass er Deine Klagen ernst nimmt. Fett zu werden - das kennen auch insulinpflichtige Diabetiker. Die brauchen aber das Insulin. Sonst ist bald Ende. :°_

Allerdings kann ich Dich gut verstehen. Wenn mich ein Medikament derart schädigen würde - ich würde es auch absetzen.

Mich hat ein Medikament mal fast umgebracht. Ich habe heute noch Folgeschäden von dieser Tortur und meide daher alles, was immer ich meiden kann.

Ich weiss ja nicht, was Du hast. Vielleicht sprichst Du mal mit einem Arzt darüber. Muss ja nicht der sein, der Dir das Zeug verschrieben hat. :°_

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