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Ich bin so faul

FoarbeBnsch0melxz hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich schildere einfach mal nur.

Also, ich bin zu faul zum reden, ich meide jeden sozialen Kontakt so gut es geht. Ich habe keine Freunde oder sonstwen mit dem ich reden oder etwas unternehmen könnte, nichtmal im Internet habe ich dazu große lust. Ich studiere im 2. Semester aber ich breche ab, folgen meiner faulheit. Habe nie gelernt, nur ein oder zwei Tage vor der Klausur den ganzen Stoff versucht in meinen Kopf reinzudrücken, ist mir sogar soweit gelungen das ich mit knappen Noten bestanden habe. Jedoch habe ich das zweite Semester fast gar nicht wahrgenommen, war nie anwesend, daher konnte ich nicht die Anforderungen der Proseminare erfüllen. Habe mich nun für ein anderes Studium beworben, leider ist dieser Zulassungsbeschränkt, mein Abiturzeugnis hat nunmal auch nur die Noten, die man bekommt, wenn man nur das Nötigste dafür tut. Ausweichmöglichkeit wären dann nur nicht-zulassungsbeschränkte Studiengänge...naja mal sehen.

Ich sitze nun jeden Tag zuhause, alleine, in meinem Zimmer, spiele am PC, höre Musik, schaue Filme, lese, denke nach, sehr viel sogar, über alles, das Leben, die Gesellschaft, mich, andere...

Ein bis zweimal in der Woche gehe ich vor die Tür um einzukaufen, ein notwendiges Übel, anstrengend und stressig. Ich bin genervt von den Menschen und ihren Erwartungen, ich bin grimmig, zu faul für Aktivitäten, keine Lust darauf mich anzustrengen, immer nur das nötigste.

Meine Wohnung ist unordentlich, dreckige Wäsche liegt überall rum, leere Flaschen und Verpackungen auch, räume sie nur weg wenn es zu viel wird. Mein Geschirr stapelt sich in der Spüle, schon seit Wochen, ich spüle nur das was ich brauche. ZB. ein Messer zum Brot schmieren, einen Topf und ein Löffel um ne Suppe warm zu machen, Teller brauch ich nicht, kann ja schließlich aus dem Topf essen.

Meine Einkäufe richten sich auch nach dem geringsten Aufwand den ich Zuhause damit habe, daher kaufe ich nichts ein was viel Arbeit erfordert. Nur manchmal, da mach ich mir was besonderes, eine selbstgemachte Hühnersuppe oder einen Kartoffelsalat mal als Beispiele. Aber auch nur aus der Notwendigkeit heraus das dieses Fertigessen einen irgendwann nicht mehr schmeckt.

Meine Klamotten wasch ich auch nur nach Bedarf, brauch ich ne saubere Hode und ein T-shirt, dann wasch ich sie im Waschbecken einen Tag vorher.

Manchmal bleibe ich die ganze Nacht wach, dann stellt sich mein Rythmus so ein, das ich jede NAcht wach bin, morgens wenns schon lange hell ist schlafe ich ein bis zum Abend.

Natürlich weiß ich das der innere Schweinehund überwunden werden muss, aber ich verliere gegen meinen Schweinehund, immer und immer wieder. Ich tue immer nur das, was getan werden muss. Das absolute Minimum, die Grenze zum Nichts, ich bin frei, komme auf tolle Ideen, tue und lasse was ich will, das ist einfach wundervoll, aber ich kriege nichts gebacken.

Ich habe eine Berufsausbildung geschafft und mein Abi, aber schon da war ich extrem faul, immer nur Minimalistisch. Im Grunde würde mich das auch nicht stören, denn ich schaffte ja alles Nötige, habe meine Leistungen erbracht, wenns sein muss dann bin ich auch engagiert.

Doch mir ist einfach langweilig, habe keine Kontakte, keinen Austausch, ich bin fremd, anders und ohne Motivation. Eigentlich bin ich nur ein Geist, nur Vertand ohne Körper, alles Physische ist Notwendigkeit, alles geistige meine Erfüllung. Aber ich weiß da gibt es mehr, andere Menschen mit anderen Gedanken, ich könnte wärme geben und bekommen, doch jeder Versuch das zu erfahren schlägt fehl.

Antworten
F$arben.schmxelz


lol, ich meinte nicht Hode, sondern Hose, aber in dem Kontext ein sehr witziger verschreiber. ;-D

Aklexax1


Wirst du dann nicht depressiv?

F7arbeinschTmelz


Die Frage ist ob es von einer Depression kommt oder ob ich schon Depressiv bin.

Ich bin ja nicht erst seit kurzem Faul, sondern schon immer gewesen. Doch der momentane Zustand ist extrem.

Ich habe natürlich schon darüber nachgedacht einen Psychologen aufzusuchen, aber ich will nicht anders sein, denn in meiner Traurigkeit liegt auch eine große schöpferische Kraft welche ich nicht nutze.

Und mir fehlt die Inspiration die mir andere Menschen geben können, ich brauche Freunde und Liebe, ich kann vieles geben, doch bin ich gehemmt. Ich vernachlässige alles.

Ist es eine Depression, ich weiß es nicht, aber manchmal gehts mir numal gar nicht gut. Jedoch weiß ich nicht ob das wirklich schlecht ist, denn ich kann sehr viel nachdenken und komme auf gute Ideen. Nur meine Faulheit will ich überwinden können, ich will die Motivation haben etwas zu schaffen.

CAreepHingChaxos


Hallo Farbenschmelz

Ich Kann mich zu 95% in deiner Beschreibung wiedererkennen, mit dem Unterschied, dass ich einen Job habe. Das ist das einzig positive in meinem Leben, ein Job, den ich einigermassen mag. Ansonsten sitze ich auch alleine zu Hause und tue so gut wie nichts... "leben" kann man das nicht wirklich nennen. In der Schule war ich auch immer minimalistisch, passiv und faul. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich so weit gekommen bin.

Mir fehlt die Energie und der Mut, mich aus dieser Situation zu befreien oder mir Hilfe zu holen. Ich hoffe für dich, dass du es irgendwie schaffst...

Ich glaube mein Leiden heisst "Dysthymie":

[[http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/dyshymie.html]]

A/lex9ax1


Ich glaub nicht, dass das eine Krankheit ist.

Ich würd an deiner Stelle immer in die Vorlesungen gehen, lass dich einfach von jemandem abholen oder so, damit es leichter ist. Ich glaub hätte ich keine Fahrgemeinschaft, würde ich auch kaum hingehen. Das studieren ist nicht so leicht wenn man faul ist ;-) Aber regelmäßig in die Vorlesung gehen ist schonmal ein erster Schritt da raus, wenn du es wirklich willst. Bist sicher nicht dumm wenn du schon sogar studiert, obwohl du nur das nötigste gemacht hast. Dann wirst sicher paar Klausuren bestehen und bist vielleicht motiviert mehr zu tun :-)

Bist halt jetzt einfach in so einem Loch, aber man schafft es auch alleine da rauszukommen.

BOlaustrmuFmDpxf


Hallo Farbenschmelz,

schon mal den "Steppenwolf" von Hesse gelesen? Sicher, denn der scheinst Du zu sein. Sorge Dich nicht um einen Abfall Deiner geistigen Leistungskraft, wenn Du Dich dem materiellen Teil der Welt zuwendest. Ich war einige Jahre krank, manisch-depressiv (heute im Griff), und ich hatte in den depressiven Phasen kluge Gedanken und konnte sie in den manischen Phasen vor Energie sprühend schöpferisch verarbeiten. Ich hatte seinerzeit Angst, dass eine Genesung mir diese Fähigkeit nehmen würde, aber das hat sie nicht.

Heute bin ich stabil, meine Lebensqualität ist hervorragend und mein Denken und Schaffen sind nicht schlechter geworden. Anders, aber ich bin immer noch zufrieden.

Trau Dich raus in die Anderswelt, die hat durchaus ihre Reize. Deine Überlegungen zum Themenkomplex "Wärme geben und erhalten" deuten Dir ja schon an, dass da mehr ist, als der Stress. Ein Stimmlein in Dir scheint Dir schon zu zeigen, dass da draußen mehr auf Dich wartet.

_]Sm6oot)h_


Farbenschmelz, ich kenne das sehr gut von mir.

Schule läuft absolut katastrophal, genauso die Situation im Haushault, und was mich am meisten schlaucht, ist mein Vegetatives soziales Leben, heißt keine Freundin, und keine nennenswerten Bekanntschaften, obwohl ich eigentlich recht beliebt sein könnte.

Aber z.b jetzt habe ich eine Zeit, in der es mir gut geht, ich ausgeglichen bin, und "fleißig", wobei das ganz von alleine kommt.

Ich geb dir einen Tipp, und du kannst es gleich ausprobieren, und vll schreiben, wie es so läuft.

Und zwar räum das Chaos mal auf. Nehm dir 2,3 Stunden Zeit, hör Musik dabei und mach sauber. Dann merkst du gleich, wie sich jede Menge Stress abbaut und ein rießen Stein vom Herzen fällt (und man merkt, wie sehr das vorher Unbewusst gestört hat).

Dann weiter, Rechnungen Zahlen, ein bisschen aufräumen einfach für den Alltag. Du wirst sofort merken, wieviel Energie und Motivation du plötzlich hast.

Empfindsamere Gemüter, Intelligente oder Analytische Menschen brauchen oft einen freien Kopf und werden so, wie du es beschreibst, wenn ihnen die Decke auf den Kopf fällt.

M=ister+JACxK


Hi Farbenschmelz:

als ich deinen Text gelesen habe musste ich unfreiwillig schmunzeln, da ich das auch sehr gut kenne.

Es gibt auch Situationen an denen ich von mir sich selbst dermassen angeödet bin, weil ich mich zu absolut nichts aufraffen kann.

Wie gesagt ich kenne die Zeit, jetzt mit über 30 Jahren habe ich da ne gewisse Diziplin aufgebracht, z.B. immer Sonntags räume ich die Wohnung komplett auf. Mache regelmässig Sport usw.

Ich denke dir fehlen 2 Sachen:

1. Ein Ziel. Das kann alles mögliche sein. Denke darüber nach wie toll es wäre, ein Ziel erreicht zu haben und die innere Zufriedenheit und Selbstachtung die daraus entsteht. Z.B. ein Auto, bestimmte Klamotten, usw. Wichtig ist dass dir klar wird, dass es sich lohnt, sich dafür anzustrengen. Deswegen nie an die Anstrengung denken, sondern dir im Kopf immer wieder vorstellen, wenn du das Ziel erreicht hast. Nur das setzt die notwendige Energie frei.

2. Ungeborgenheit kann zu totaler Resignation führen. Ich weiss, wovon ich rede, ich hab auch keine Freundin, wenn ich eine Partnerin hätte, wo gegenseitige Liebe da ist, erkennt man seine innere Kraft und plötzlich lohnt es sich, was zu tun. Das will ich jedenfalls hoffen |-o aber dann gibts warscheinlich andere Probleme.

denn wenn man nur für sich selbst verantwortlich ist, ist vieles egal , wofür auch? Wie gesagt, das kenne ich gut.

Aber ich kann dich trösten:

Der Mensch ist von Natur aus faul und sucht den Weg des geringsten Widerstandes. Von daher bist du ganz normal :-)

Mjis0tezrJxACK


Ach ja,

das Video darf zu diesem Thema natürlich nicht fehlen :=o

[[http://www.youtube.com/watch?v=_k-vPv-XEpg]]

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