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Unterschied zwischen Depression und Melancholie

Spami>ra23 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr *:)

Hab mir heute darüber Gedanken gemacht, wie ich diese beiden Begriffe voneinander abgrenzen würde...

Im Internet hab ich jetzt auch gelesen, dass es eigentlich dasselbe bedeutet.

Für mich selbst hätte ich die Melancholie aber anders als die Depression eingeordnet... Melancholie ist für mich eher die Traurigkeit, die einen aber nicht unbedingt weh tut oder beschwert... :-/ Komisch zu beschreiben :-/ Keine Traurigkeit, die man einfach so hinnehmen muss, sondern eine Traurigkeit, die man vielleicht sogar auskostet und sich dabei wohl fühlt?? Die Melancholie als eine Art hübsche Schwester der Depression?

Komisches Thema, aber naja, die Uhrzeit :=o

Würdet ihr die beiden Begriffe abgrenzen, und wenn ja wie?

Gute Nacht, und liebe Grüße :)^

Antworten
D\ieHä>lftteIst;Gexschafft


Ich würde sagen, Melancholie trifft jeden ab und zu, dieser Zustand ist aber längst nicht so schwer wie Depressionen und vor allem hält diese nur Stunden bis Tage an.

Dann gibt es noch die depressive Verstimmung, die schon eine Nummer härter ist und mehrere Wochen bis Monate anhalten kann.

Und erst dann spricht man von einer richtigen Depression. Ein krankhafter Zustand, der entweder lange Zeit immer anhält oder zumindest in Episoden wiederkehrt.

D@ieHälEfteIustGeschaffxt


Ps. Ich finde es extrem nervig, wenn Leute in meinem Umfeld davon reden, sie hätten eine Depression, nur weil sie mal ein paar Tage melancholisch sind und nicht mal wissen, was eine echte Depression bedeutet.

MCorge-ngalxerie


Ja das finde ich auch ganz schön nervig.

Es ist blöd sich das einzugestehen finde ich aber Melancholie hat doch etwas schönes an sich.Es ist freiwilliger.Die Depression kommt übermannt einen und man kommt nicht mehr von ihr weg.Naja vielleicht schon aber nicht so leicht.Auf jeden FAll ist die Melancholie leichter als die Depression.

S!amixra23


Deswegen wunder ich mich ja auch, dass beides so über einen Kamm geschert wird...

Ich hab ein schönes Zitat gefunden, was ziemlich passend ist, wie ich finde...

Ich spüre die Melancholie nicht jeden Tag, an manchen Tagen schläft Sie in mir. Wenn sie erwacht gebe ich mich ihr hinundwieder hin, ich füttere Sie, oft mit Musik die sie noch weiter erblühen läßt. Sie ist dann wie ein warmer Regen… sie hüllt mich ein. Alle Gefühle strahlen nach innen, ich mag Sie. Niemand weiß das Sie in mir wohnt, ich wüsste auch nicht wie ich Sie vorstellen sollte. Ich will Sie auch nicht preisgeben, andere würden Sie nicht verstehen, vielleicht kaputtmachen.

Nicht immer kann ich die Melancholie "freudig" empfangen, doch was wäre ich ohne Sie

[[http://www.melancholie.de/2009/01/23/meine-melancholie-2/#comment-6150 Quelle]]

D ieHälft2eIstG@esXchaffxt


Es herrscht einfach ein weit verbreiteter Irrglaube, genauso wie bei Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) und Platzangst (Angst vor öffentlichen Plätzen). Hat nichts miteinander zu tun, aber die Leute sagen immer wieder Platzangst, wenn sie Klaustrophobie meinen...

sNucVame,dicxa


Früher bezeichnete man depressive Zustände und Depressionen mit dem Begriff "Melancholie", da gab es den Begriff "Depression" noch nicht. Insofern würde ich sagen, ist es dasselbe. Aber es gibt eben verschiedene Abstufungen. Außerdem gibt es immer mehr Psychiater, die von einer "Depressiven Persönlichkeit" sprechen und meinen damit das, was man früher als "Melancholiker" bezeichnete, eben Menschen, die chronisch tiefgründiger, ernster und eben trauriger sind, als andere.

sFucaxmedicxa


Diese Verharmlosung der Depression hasse ich übrigens auch. Zu mir sagte mal jemand: "hach, gestern war ich auch depressiv, da habe ich Johanniskraut aus der Apotheke geholt und nun geht es mir wieder gut". Diese Aussage impliciert doch, dass sie mich nicht ernst nahm, nicht verstand oder verstehen wollte, dass ich richtig krank bin. Viele tun dies aus purer Unwissenheit, viele aber auch, um sich selbst wichtig zu machen, im Tenor "mir geht es ja noch viel schlechter".

Ganz besonders ätzend finde ich, wenn man mir dann sagt, ich solle mich vor dem Spiegel anlächeln, dann strahle ich und dann ginge es mir wieder gut. Oder gegen meine Schlafprobleme solle ich keine Medikamente nehmen, sondern warmes Bier trinken. Und ich solle ja dankbar sein, dass ich gesund sei. Aber genau das bin ich ja nicht, auch wenn man es nicht sieht. Und ich sei doch nicht behindert, das rede ich mir nur ein.

Warum aber muss ich nach der Arbeit erst mal Pause machen, weil ich total erledigt bin, mich in meiner Wohnung verkriechen, bin zu kaum etwas fähig, wo bei anderen Leuten der Tag erst richtig losgeht? Ich mag mich für einige Stunden verstellen und mir die Depression nicht anmerken lassen, dass dies aber mit einem immensen Kraftaufwand verbunden ist, da jedes erwidernde Lächeln aktiv erzeugt werden muss, da mir nicht nach einenm fröhlichen "Guten Morgen" ist, ich mich dazu aber zwingen muss, wo ich mich doch lieber nur verkriechen würde, besonders morgens, wenn mich das Morgentief noch im Griff hat und nachmittags kommen dann die Konzentrationssörungen. Schon alleine das alles zu verbergen kostet Kraft und nach der Arbeit, wenn andere richtig loslegen mit Familie und Hobbys, möchte ich mich nur noch verkriechen und kann mich nicht mal aufraffen, mir etwas anständiges zu Essen zuzubereiten. Wenn man es so betrachtet, liegt eben doch eine Behinderung vor.

DAieH/älftehIstGers{chafft


Ich kann deinem Beitrag nur Wort für Wort zustimmen.

DTasJxens


Für den Betroffenen ist es ganz und gar nicht das Selbe. Während Melancholie ein tiefes Gefühl ist, eben sogenannter "Weltenschmerz", dem man sogar temporär einen Genuss abgewinnen kann, ist Depression das Gegenteil... nämlich Leere und eben kein Gefühl. Allerdings kann was mit Melancholi beginnt zur Depression auswachsen. Oft neigen Melancholiker dazu, bei entsprechenden Auslösern eine Depression zu bekommen. Bei mir war es auch so. In meiner Jugend war ich oft melancholisch. Hab mich oft zurückgezogen, traurige Musik gehört und mich in Selbstmitleid gesult und das mit Wonne. Mit den Jahren verlor ich die Fähigkeit dazu, ich wurde beherrschter und kontrollierter. Traurigkeit hatte keinen Platz in meinem Leben. Bis mich irgendwann ein kleiner Schicksalsschlag ereilte. Da war die Traurigkeit wieder da. Doch jetzt mischten sich Ängste darunter und eine bis dahin unbekannte Ohnmacht, den Zustand zu beenden. Das gab sich irgendwann. Ich machte mir daraufhin auch keine Sorgen. Schließlich kann einem manch Situation im Leben schon mal zusetzen... also aufraffen. Doch in den folgenden Jahren musste ich feststellen, das dieses Gefühl der Ohnmacht sich klammheimlich in meinem Unterbewusstsein ausgebreitet hat und die Kraft erlangt hat, völlig unvermittelt von mir Besitz zu ergreifen. Brauchte es Anfangs noch einen Auslöser, schafft es das jetzt auch völlig ohne diesen. DAS HAT MIT MELANCHOLIE NIX MEHR ZU TUN....

W.omtaninkloxve


Depression ist krankheit und die muss man mit therapie und medikamenten behandeln. Melancholie muss man nicht behandeln.

Leute können depression gar nicht nachvollziehen.

Ich bin manchmal sehr traurig und wenn mich mein freund verlassen hat, musste ich auch medikamente nehmen, aber echte depression ist bestimmt was ganz anderes und sehr ernstes.

T#ofxxo


Depression lässt sich halt schwer beschreiben (ist eben eher ein Gefühl) und wer sie nicht erlebt hat, kann sie nicht nachvollziehen (incl. Psychiater etc.) (das konnte ich früher auch nicht), mittlerweile kann ich das leider, (das schlimmste was ich erlebt habe) Kann jetzt auch verstehen, dass es Menschen gibt, die auf Grund einer Depression künstlich ernährt werden müssen, sich nicht mehr bewegen und sich töten. Gr. Toxo

DoieHältfteIstGSeschafxft


Depression ist krankheit und die muss man mit therapie und medikamenten behandeln. Melancholie muss man nicht behandeln.

Sag ich ja!

s7ucamRedixca


Nein, ich würde Depression und Melancholie nicht so hart voneinander trennen. Wenn jemand traurig ist, ist er eben traurig, melancholisch istdagegen einfach nur die alte Bezeichnung für die Depression, die man früher benutzte. Es mag sein, dass dieses Wort heutzutage mit einer anderen Bedeutung in Verbindung gebracht wird, diese verklärte Traurigkeit, in der sich manche suhlen, ich denke da an die großen Romantiker der Kunst. Aber ursprünglich war die Melancholie genau die krankhafte Niedergeschlagenheit, die wir heute als Depression bezeichnen. Von Martin Luther wurde zum Beispiel mal geschrieben, er sei melancholisch, wollte das Bett nicht mehr verlassen, heute würde man ihm eindeutig eine Depression diognosticieren.

D{ieHälfteI>stGeschxafft


Ursprünglich hatten sehr viele Wörter eine andere Bedeutung, aber das hat ja heute keine Relevanz mehr. Es geht darum. wie es heute gesehen wird. Und da sollte man Melacholie und Depressionen nicht miteinander verwechseln, tun aber leider die meisten.

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