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Unterschied zwischen Depression und Melancholie

E3mra


Würdet ihr die beiden Begriffe abgrenzen, und wenn ja wie?

Ich würde die Begriffe abgrenzen.

In melancholischen Zuständen, empfinde ich zwar auch Traurigkeit, doch ich fühle mich nicht direkt schlecht. Meistens sind es sogar schöne Erinnerungen an alte Zeiten oder kleine Träumerein, die diesen Zustand bei mir auslösen. Teilweise genieße ich diesen Zustand, und füttere mein Gefühl zusätzlich mit Musik, mit Bildern usw. Und es ist jedesmal zeitlich begrenzt, dehnt sich nicht über Wochen oder gar Monate aus. Und ich habe dann trotzdem Kraft, es fühlt sich "berechenbar" an.

In meinen Depressionen hingegen, ging es mir extrem schlecht. Wenn ich an diese Zeiten denke, kann ich auch gar nicht sagen, was ich da überhaupt gefühlt habe. Alles war leer, hoffnungslos und sinnfrei. Jeder Schritt nach draußen fiel schwer, jede Handlung, jegliche Gespräche wurden mir zu viel und der Alltag zur Qual. Und es scheint nicht enden zu wollen..

eine bis dahin unbekannte Ohnmacht

Diese Formulierung trifft es sehr gut.

Der Depression fühlte ich mich ausgeliefert aber der Melancholie noch nie :-/

EEmxra


Depression ist krankheit und die muss man mit therapie und medikamenten behandeln. Melancholie muss man nicht behandeln.

Dem stimme ich zu.

sXucam"edica


Es tut mir leid, aber ich sehe einfach keinen Unterschied in diesen Begriffen, es ist doch letztlich dasselbe. Es ist doch völlig egal, ob ich melancholisch oder depressiv bin, die daraus resultierenden Probleme, die ich hier nun nicht im Einzelnen erörtern möchte, sind schlichtweg dieselben.

D{ieHälfte=IstGescbhaffxt


Heutzutage bedeuten diese beiden Begriffe aber etwas unterschiedliches. Und ich glaube dass sich viele Leute, die an Depressionen erkrankt sind, wünschen würden dass die anderen diese Begriffe nicht immer gleichsetzen und sich als depressiv bezeichnen, weil z.B. ihre Lieblingsserie abgesetzt wurde.

Wenn ich schon höre, gestern war ich voll depri..., dann brodelt es in mir.

Dadurch fühlt man sich nämlich nicht ernst genommen, vor allem wenn die Person weiß, dass man depressiv ist. Ist aber kein Wunder, dass die anderen einen da nicht ernst nehmen, wenn sie denken, man würde sich genauso fühlen wie sie, wenn sie mal einen Tag etwas niedergeschlagen sind.

spucarmedixca


und sich als depressiv bezeichnen, weil z.B. ihre Lieblingsserie abgesetzt wurde.

Wenn ich schon höre, gestern war ich voll depri..., dann brodelt es in mir.

Dadurch fühlt man sich nämlich nicht ernst genommen, vor allem wenn die Person weiß, dass man depressiv ist. Ist aber kein Wunder, dass die anderen einen da nicht ernst nehmen, wenn sie denken, man würde sich genauso fühlen wie sie, wenn sie mal einen Tag etwas niedergeschlagen sind.

Das stimmt allerdings. Vor allem kommen dann so Sprüche im Tenor, man müsse sich halt zusammenreißen, sie hätten das ja auch geschafft.

Sehr mitgenommen hat mich vor einiger Zeit die Bemerkung einer Freundin, die mir zur Antwort gab, dass ich erschöpft und müde sei, dass sie auch oft müde sei, es sich aber nicht erlauben könne und dass ich mir das Müdesein mal abgewöhnen solle. Aber es ist die Depression, die mich schnell ermüden lässt, das kann ich nicht beeinflussen.

E@m/rxa


Genau das meinte ich als ich schrieb, der Depression ist man ausgeliefert, eben zum Beispiel durch diese extreme Müdigkeit. Ein melancholischer Abend endet bei mir z.B. nicht in solchen "Extremen", ich stehe früh auf und bin einigermaßen fit...daher sehe ich da einen Unterschied und grenze es für mich persönlich ab. Depressiv war ich mehrfach, deshalb schrieb ich in diesen Faden.

Das beide Begriffe vom Ursprung her dasselbe beinhalten ist mir auch klar aber heutzutage werte ich sie anders.

Wenn mein Kumpel zu mir sagt "ich hatte voll den Depri", nur weil er sich zwei Tage lang nach alten Zeiten mit seiner Ex zurück gesehnt hat. Dann kann ich nur sagen, dass ist für mich Melancholie aber noch lange keine Depression... :|N

s2ucamexdica


Ja, wenn man es so betrachtet, gebe ich Dir Recht. *:)

ELmxra


Um's Recht haben geht es ja nicht *:) Ich bin einfach auch dafür, das Depressionen wirklich ernst genommen werden. "Depri" ist inzwischen (meiner Ansicht nach) ein "Modewort". Leider...

D2ieHälfteI&stGewschaxfft


"Depri" ist inzwischen ein "Modewort".

Das stimmt leider.

Das ist mir das erste Mal vor ein paar Jahren aufgefallen, als eine Bekannte zu ihrem Freund in meiner Anwesenheit über mich meinte: "Sie ist auch so ein Depri...". Fand ich echt unverschämt und ich fühlte mich sehr missverstanden.

saucaFmedxica


Emra, nein, natürlich geht es nicht ums Rechthaben, aber in dem Fall musste ich es Dir nunmal zuerkennen, da ich nun verstanden habe, wie Du es meintest. Dass beide Begriffe ursprünglich dasselbe bedeuteten bzw. früher die Melancholie verwendet wurde und erst später der Begriff Depression, hast Du ja dafür auch erkennt. ;-)

s/ucam!e(dixca


Ja, DieHälfteIstGeschafft, das ist mir auch schon öfter so gegangen. Man fühlt sich missverstanden, nicht respektiert, ja als Jammerer und manchmal sogar als Lügner hingestellt, je nach dem Zusammenhang, in dem solche Aussagen getroffen werden.

E<mra


Mit den Begriffen, die ihr genannt habt, wurde ich auch schon betitelt. Zusätzlich noch als faul :(v Das hat mich auch sehr verletzt, da ich immer versucht habe, trotzdem einigermaßen zu funktionieren.

In der "Zwangsjacke" Depression, bin ich dann nicht mal in der Lage mich verbal zu verteidigen und habe einfach nicht die Kraft mich ständig neu zu erklären. Was mich dann zusätzlich deprimiert.

Ich denke, solche Sprüche können mehr Schaden anrichten, als jenen Menschen bewusst ist. :-/

sFucaTmedxica


Ja, das stimmt.

Und ich kenne diese Sprachlosigkeit genauso, wie Du. Man weiß genau, was man sagen sollte, kann es aber nicht.

gwironcIolxo


Ich befinde mich gerade in einer leichten Depression und für mich ist das schlimmste diese lähmende Antriebslosigkeit, ich kann mich kaum dazu überwinden etwas abzugeben geschweige denn meiner arbeit richtig nachzugehn.

Das ist meiner Meinung nach der grösste Unterschied zw. Melancholie und Depression und das verstehn die meisten nicht das man sich da nicht "zusammenreissen" kann. Ich musste diese Woche 2 mal früher von der Arbeit heim weil ich einfach nicht mehr konnte.

Jetzt nehm ich hohe Dosen Johanniskraut und hoffe dass die vielleicht nächste Woche schon ein bisschen helfen

mzichJachxim


ich wünsche allen einen schönen, traurigen tag.

ich habe vor 13 monaten einen eher seltenen blasenkrebs 'bekommen', der wurde in 8 operationen und 2 instillationen entfernt, inkl. weiterer einschnitte, die ich hier nicht näher beschreiben möchte, in meinen bisher auch ohne krebs aufregenden letzten 70 jahren.

ich bin ein sternenstaubkind per eigener definition, habe in den ersten 20 jahren viel pech verbraucht, in den nächsten 50 jahren weitaus mehr glück und fühlte mich als dreifacher großvater, leitender gesellschafter eines familienbetriebes mit 64 zumeist selbst aufgebauten vertretungen in fernost und fernwest kerngesund und sehr, sehr aktiv.

am 12.12.2012 wurde ich zum erstenmal operiert, am 11.11.2013 zum letztenmal, und ich bin durchaus NICHT abergläubisch.

dies zur einleitung über mich, nicht zum angeben, sondern zur erklärung. ich bin das, was man als lebenslustig bezeichnet, ich bin sehr zufrieden mit meinem familiären und auch mit meinem geschäftlichen leben, aber:

ich habe etwa seit ostern 2013 phasen, in denen ich stundenweise einfach nicht ich bin.

ich bin in einem dunklen raum ohne türen und fenster und versuche, luft zu bekommen. ich habe angst, dass mich niemand hören und sehen kann, der mir helfen könnte, ich muss hier ganz alleine raus.

und plötzlich bin ich wieder frei, bin wieder ganz 'normal' und niemand hat etwas bemerkt, bis auf meine familie vor kurzem, die mich unansprechbar vorfand. ich war wie ganz fern, habe nichts mitbekommen, bis auf einmal der bann gebrochen war, warum auch immer.

wenn diese 'gefühle' beginnen, dauert es etwa 30 minuten, bis ich im dunklen bin, so dass ich mich also verziehen kann.

bisher habe ich das dreimal erlebt.

das scheint mir keine schwermut zu sein, aber auch keine depression, vielleicht extreme angst? obwohl, ich bin nicht ängstlich.

hat noch jemand solche erfahrungen gemacht?

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