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Wieso lerne ich nur immer Distanzmenschen/ Einzelgänger kennen?

DFieo_Extr^aveKrtie6rte hat die Diskussion gestartet


Hallo, :-)

ich muss mir hier gerade mal etwas Luft machen.

Also um ehrlich zu sein, ich bin derzeitig, was das Sozialleben angeht, reichlich genervt, frustriert, traurig, ja, auch ein wenig am Boden zerstört, auch wenn es manchem dramatisiert erscheint, dass man wegen der Bekannten und Freunde an sich überhaupt so ein Fass aufmacht und sich davon auch dauerhaft so deprimieren lässt.

Ich merke das im Prinzip schon seit Jahren, d.h. seit Ende der Schulzeit, dass ich immer nur Bekannte und Freunde habe, mit denen offenbar nichts los zu sein scheint, die kein wirkliches Interesse an dem Kontakt mit mir haben etc. Ok, Letzteres ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es wirkt einfach so. Ich habe überwiegend mit irgendwelchen Außenseitern, Einzelgängern, Distanzmenschen etc. Kontakt gehabt, wobei es nicht von Anfang an klar war, wie schlimm das bei denen wirklich ausgeprägt zu sein scheint.

Teilweise war es schon richtig so, dass die den Treffen mit mir richtig aus dem Wege gegangen sind, sich zurückgezogen haben etc. Ich habe da durchaus Vergleichsmöglichkeiten, weil ich auch Menschen mal dazwischen hatte, bei denen es nicht so heftig ausgeprägt war. Komischerweise sind das alles Menschen, die bei mir in Hamburg wohnen, die so distanziert sind. Meine Freunde aus anderen Städten stellen sich irgendwie nicht so an, obwohl ich einige von ihnen auch real kenne, nur eben selten treffe.

Bei den Hamburger Bekannten und Freunden ist es so, dass sich von sich aus kaum einer von ihnen bei mir meldet, bzw. dass ich dann oft diejenige bin, die sich meldet. Wenn ich mich melde, geben die mir auch nicht zwingend das Gefühl, dass sie mir so gar nicht kommunizieren wollen. Und dass sich treffenstechnisch mal irgendwas tut, haaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, das kann ich mir ja schon fast im Kalender rot anstreichen.

Ich habe sehr viele Leute kennen gelernt, denen bereits ein einmaliger wöchentlicher Kontakt schon zu viel ist - die hatten dann aber auch kein großartiges Sozialleben, z.T. hatten die außer mir gar keinen weiter.

Ein anderer ehemaliger Freund von mir wollte drei Jahre lang nur telefonieren und hat reale Treffen gescheut...

Wiederum ein anderer ehemaliger Freund hat mir dann nach einem halben Jahr erzählt, dass er bei meiner Nummernanzeige auf dem ISDN-Display schon gar nicht mehr ans Telefon gegangen sei.

Dass ich die zu häufig telefonisch oder treffensmäßig belagert habe, finde ich aber selbst gar nicht...

Hat das irgendwas mit der Stadt, in der ich lebe, zu tun ??? Ich bin selbst aufgeschlossen, extravertiert, vielseitig interessiert etc., aber stoße fast immer nur auf irgendwelche Mauern, obwohl es jetzt nicht mal so ist, dass ich täglich Kontakt mit den Leuten haben will oder mich 2x wöchentlich treffen muss... aber dass da kaum irgendwas mal zustande kommt, verstehe ich einfach nicht. Andere entfernte Bekannte bei mir an der Uni sind ständig mit Bekannten und Freunden unterwegs (und damit meine ich jetzt nicht nur Disco oder Party) und bei mir stellen die sich alle nur an.

Eine aktuelle Freundin von mir, die Jura studiert, will mir jetzt irgendwie erzählen, dass sie prüfungs- und praktikumsbedingt bis September oder Oktober gar keine Zeit mehr hat. Ich kaufe ihr das nicht ab. Ich habe zwar ein anderes Studium als sie, aber dass man sich nicht mal 2-3h auf einen Kaffee treffen kann, erschließt sich mir nicht. a) ist sie gewiss nicht minderbegabt und b) habe ich eine Reihe von Jura-Studierenden mal gefragt (wirklich heftig soll das Studium erst im Hauptstudium werden).

Eine andere Kommilitonin von mir hat irgendwie 3-4 Hobbies, denen sie zuzüglich zum Studium frönt, und somit auch so gut wie nie Zeit. Darüber hinaus ist sie in allen größeren Ferien auch immer in einer anderen Stadt, weil ihre Eltern dort leben.

Prinzipiell sind das die einzigen beiden sozialen Kontakte, die mir im realen Leben überhaupt noch erhalten geblieben sind. Alle anderen Kontakte habe ich gewissermaßen gekappt, weil mir das einfach zu blöd und unausgewogen geworden ist... bzw. das war es ja an sich schon die ganze Zeit.

Ich habe jetzt mal eine Anzeige im Internet aufgegeben... und da haben sich weit über 100 Leute gemeldet, aber ein Großteil dieser scheint sich nur aus Langeweile gemeldet zu haben. Die haben teilweise schon nach 1-2 Mails nix mehr von sich hören lassen oder sich erst nach 2-3 Wochen mal wieder gemeldet. Die eine fand ich auch richtig amüsant. Die hat mir geschrieben, sie sei die ganze Zeit zu müde gewesen, obwohl sie nicht mal was gemacht habe...

Kann mir schon denken, was da jetzt z.T. von Euch kommen wird:

- zu hohe Ansprüche

- Intoleranz

- dass ich ein zu großes Fass deswegen aufmache

- mich reinsteigere etc.

Aber ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass es keinen geben soll, der in Hamburg wirkliches Interesse an dem Kontakt mit mir hat. Weil ich habe ja diese Freunde in anderen Städten - einen in Dresden, zwei in Frankfurt am Main, eine in München und einen in Zürich. Die zeigen alle wesentlich mehr Interesse an dem Kontakt mit mir...

Irgendwie bekomm ich zunehmend den Eindruck, als ob ich den Leuten an der Uni "zu viel" bin, als ob mich hier alle irgendwie zum Kotzen finden... dabei bin ich wirklich immer höflich, freundlich, erkundige mich nach den Leuten und deren Angelegenheiten, schlage auch mal vor, was zu machen etc., und das war's.

Es ist auch nicht so, dass die Leute an der Uni per se unfreundlich zu mir sind. Sie sind sogar alle ziemlich freundlich, aber es scheint über die Uni hinaus niemand Kontakt mit mir haben zu wollen...

Ich habe da schon soooo viele Versuche gestartet.

LG

Extravertierte

Antworten
npohsikt(oiroxl


dann zieh' doch einfach in eine andere Stadt ... ;-D gibt ja auch Städte, wo die Menschen als offener gelten

... und es ist meiner Ansicht nach auch von Studienrichtung zu Studienrichtung sehr unterschiedlich.


außerdem: kann es sein, dass sich manche von Deiner Energie, Deiner Extravertiertheit und Deiner Suche nach Kontakten manchmal etwas erdrückt fühlen ??? (Mir geht es jedenfalls manchmal so mit Menschen, die viel von sich erzählen - das wirkt etwas neurotisch auf mich, nervt mich und denen gehe ich gerne aus dem Weg, auch wenn sie sehr nett sind.)


Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass diese Menschen generell eben Einzelgänger sind, und allen (nicht nur Dir) aus dem Weg gehen, eben nicht gleich zu viel Nähe wollen. Dann müsstest Du einfach mal Leute ansprechen, die auch offener und extravertierter sind ...

D|ieq_ExltravenrtiNerte


Hallo Nohsi,

ich habe mit Absicht ein paar Tage verstreichen lassen, um eben auch noch mal ein bisschen darüber nachzudenken. Ich danke dir für deinen Beitrag Im Grunde sehe ich es nicht anders als vor einigen Tagen, als ich diesen Thread eröffnet habe.

Du hast natürlich Recht, dass meine Extravertiertheit durchaus ein Faktor sein könnte. Aber ich frage ja die anderen Menschen auch, wie es ihnen geht, was bei ihnen los ist, hake auch ein, wenn sie was erzählen, stelle fragen, höre mir das alles an etc., aber trotzdem habe ich bei vielen ehemaligen Bekannten/Freunden und auch bei aktuellen Kontakten den Eindruck, dass viele einfach nicht wirklich interessiert sind. Das merkt man ganz einfach. Als ob sie den Kontakt zu mir nur so am Rande mal pflegen. Wobei pflegen ja schon fast Ironie in meinem Falle ist. Ich habe einfach ständig das Gefühl, als ob ich immer nur die Macherin, die Initiatorin bin etc. Und ich habe auch bei manchen Leuten, mit denen ich real kommuniziere, den Eindruck, als ob es die geradezu verwundert, dass ich mehr Kontakt mit ihnen will, öfter als 1x die Woche eine Mail schicke, mich auch mal treffen will etc. Als wenn das quasi ein Kuriosum ist...

Ich kann mich mit Gelegenheits- bzw. einmal im Quartalskontakten einen nicht anfreunden - bin ich ganz ehrlich. Zumindest dann nicht, wenn die Personen noch in derselben Stadt wohnen und sonst auch keine weiteren Kontakte etc. haben. Da lass ich das lieber ganz sein.

LG

Extra

njohsi5ktoirol


Extra, hm, ja und ok, das habe ich schon alles verstanden, glaube ich.


Ich wollte Dir ja auch keine andere Meinung aufzwingen (das geht ja sowieso nicht ;-)). Und ich wollte Dir da auch keine Schuldgefühle einreden oder so, aber es ist nunmal meiner Ansicht nach schon so, dass sehr introvertierte Menschen, also Einzelgänger (wie Du ja schreibst) mit eher oder sehr Extravertierten einfach nicht durchwegs so gut zusammen passen. Wobei es schon Ergänzungs- und Kompensationseffekte geben kann, aber nur manchmal.


Nimm' zB mich als Beispiel: ich sitze im Job eh 8-10 Stunden mit irgendwelchen :=o o:) netten Leuten im Büro (ich liebe sie natürlich alle), ich brauch' privat einfach oft meine Ruhe, Entspannung. Wenn ich alle 1-2 Wochen mal jemanden aus der Familie oder einen Freund treffe (ich habe große Familie und einige Freunde, also müssen die alle jeweils etwas warten ... Quartalsabstand ist da manchmal noch zu eng :=o, manche alte Freunde hab' ich schon über 1 Jahr nicht mehr gesehen ...), dann reicht mir das vollkommen. Mehr ist mir zu stressig. OK, zur Uni-Zeit war das schon lockerer, Studenten haben ja viiiel mehr Zeit :-p und sind auch noch nicht so bequem wie ältere Semester.


Aber jetzt habe ich ja auch noch meine Hobbies, muss entspannen, zweites berufliches Standbein aufbauen (Holzbein :)-), etc... Wenn ich wieder mal in einer Partnerschaft lebe, wird das natürlich anders sein ;-), zu einer Partnerin brauche ich schon viel, viel, viel mehr Kontakt. Und das fehlt mir auch, ist aber hier OT ....

Zurück zum Thema: wir beide würden freundschaftlich langfristig auch nicht so klar kommen, weil Du einfach mehr Kontakt brauchst und ich mich unter Druck gesetzt fühlen würde. Ich schätze mal Deinen Bekannten geht es ähnlich wie mir ... ?


Aber das alles bedeutet doch nicht, dass irgendwer Schuld hat, sondern viel eher, dass Du Kontakt zu anderen Menschen, als zu diesen Einzelgängern, brauchst bzw. Dein Suchmuster einfach etwas umstellen könntest. Mehr ist da meiner Meinung nach auch gar nicht dahinter. Was meinst Du dazu?


(Wobei ich die Hamburger ja nicht kenne, vielleicht sind die ja wirklich alle verschlossen wie Austern. ;-) Wobei die bei McDonalds eigentlich ganz ok, sehr weich und mir sehr zugänglich sind.))

DZie_E_xtrgave\rtierte


Hiii,

ja, das mit dem Kontakt- und Suchmuster stimmt sicherlich; aber viele extravertierte Menschen, die ich so sehe, haben per se einfach mehr Kontakte als ich, und offenbar auch zu den richtigen Leuten... Ich will ja auch keine 10-20 Freunde, aber so wie das bei mir momentan läuft, gefällt es mir auch nicht.

Hobbies habe ich auch; aber in den knapp 3 1/2 Monaten Semesterferien fällt mir trotz Hausarbeitenschreiben und Praktika sehr schnell die Decke auf den Kopf.

Eine Freundin von mir meint, dass sie bis Oktober angeblich keine Zeit mehr habe. Ich glaube ihr das nicht. a) hat sie kaum Kontakte und b) dass man nonstop mit der Uni zu Gange ist, glaube ich auch nicht. von daher denke ich, dass es Desinteresse bei ihr ist.

Aber dass es bei den meisten Menschen, wie von dir geschildert, so ist, kann ich mir nicht vorstellen. Ich frage mich oft, ob das nur mir alleine so ergeht, irgendwie. lol

Liebe Grüße

Extra

MKo7llieenc|hen


(Wobei ich die Hamburger ja nicht kenne, vielleicht sind die ja wirklich alle verschlossen wie Austern. ;-) Wobei die bei McDonalds eigentlich ganz ok, sehr weich und mir sehr zugänglich sind.)))

Das ist nichts weiter als ein Vorurteil. :-) Sagt eine, die schon seit über 10 Jahren in Hamburg wohnt.

Wie wär's wenn Du mal eine etwas vertrautere von diesen verschlossenen Personen einfach mal direkt danach fragst? "Nerv ich dich?"

Oder (wie schon vorgeschlagen) Dir eben auch-extrovertierte Leute suchst?

A,m*atgio


Hallo Extravertierte,

ich vermute, die Leute fühlen sich von Dir genervt und wollen ihre Ruhe haben, trauen sich aber nicht, das offen zu sagen und greifen dann zu irgendwelchen Vorwänden. Das ist weit verbreitet. Ist auch in Ordnung, denn schließlich kannst Du ja niemanden zwingen, sich mit Dir zu treffen bzw. öfter zu treffen.

Die wichtigere Frage ist: warum geschieht das? Es ist ja offensichtlich wie verhext: In Hamburg will - bis auf oberflächliche Freundlichkeit - offensichtlich keiner, der Dir begegnet, näher mit Dir zu tun haben. Liegt´s an der Stadt? Sind die Menschen im Norden zugeknöpfter? - Es gibt ja entsprechende Gerüchte, ich glaube jedoch, daß dies nicht der wirkliche Grund ist. Ich war Ende Januar drei Tage in Hamburg; und da habe ich nichts Entsprechendes festgestellt.

Nach meiner Überzeugung hat alles, was einem Menschen im Leben begenet, mit diesem Menschen selbst zu tun. Das bedeutet also, daß etwas in Dir diese Erfahrung machen möchte, um daraus zu lernen und daran zu wachsen. Es ist Dir wahrscheinlich nicht bewußt. Daher wird es im Unterbewußtsein sitzen. Das menschliche Bewußtsein unterteilt sich in das Oberbewußtsein und in das Unterbewußtsein. Mit denen verhält es sich so wie mit einem Eisberg: Nur ein kleiner Teil guckt aus dem Wasser (das Oberbewußtsein). Der weitaus größere Teil liegt unter der Wasseroberfläche (das Unterbewußtsein). Das Unterbewußtsein gibt also aufgrund seiner Größe den Ausschlag. Es ist von immenser Wichtigkeit. Das hat ja auch schon Sigmund Freud vor Jahrzehnten festgestellt.

Nun hat das menschliche Bewußtsein folgende wichtige Eigenschaft: Es wirkt wie ein Magnetfeld auf die Umwelt des entsprechenden Menschen und zieht auf geradezu magische Art und Weise und mit großer Präzision genau die Dinge, Ereignisse, Menschen und Erfahrungen an, die ihm entsprechen.

Das Äußere ist also immer nur eine Entsprechung des Inneren. Das Bewußtsein bestimmt das Sein.

Daher bringt es nichts, im Äußeren zu suchen. Da wirst Du, solange Du nicht Dein Inneres geändert hast, immer die gleiche Erfahrung machen. Die Außenwelt ist nur eine weiße Leinwand und Du bist der Projektor, der sein Bild darauf wirft.

Wenn Du also was ändern willst, ändere Dich selbst! Du bist der einzige Mensch auf der ganzen Welt den Du ändern kannst. Und das genügt völlig; denn der Rest geht dann von selbst!

Willst Du also im Äußeren etwas ändern, dann hilft Dir ein paradoxes Verhalten (das funktioniert bestens, weil die ganze Welt eine Einheit von Widersprüchen, also paradox ist. Ich spreche in diesem Zusammenhang von der paradoxen Logik):

Der völlige Rückzug von der Außenwelt! Nimm einen Tag; am besten den Sonntag, und nimm Dir nichts vor. Schalte das Telefon ab. Laß den Computer aus. Denk nicht an Termine, lebe im hier und jetzt, entspann Dich. Komm völlig zur Ruhe. Ist es bei Dir zu laut, stopf Dir was in die Ohren (Ear Gehörschutzstöpsel. Gibts in Läden, in denen man auch Hörgeräte bekommt.)

In diesem entspannten, meditativen Zustand horche in Dich hinein. Öffne Dich für die Antwort auf die Frage, warum Dir derzeit immer nur Menschen begegnen, die keinen engeren Kontakt zu Dir wollen. Du kennst diese Antwort bereits. Sie schlummert tief in Deinem Inneren; und Du hast sie nur verdrängt. (Alles Verdrängte kehrt über die Schicksalsprojektion in der Außenwelt wieder zu Dir zurück und gelangt so wieder ins Bewußtsein).

So kannst Du dich selbst (den Projektor) verändern; und die Folge wird sein, daß sich Deine Außenwelt (die Projektion) verändert.

Das sind meine Tipps zur Veränderung Deiner Situation.

(Kleine Anmerkung am Rande: Alle Tipps, die ich Dir gegeben habe, habe ich zugleich auch mir selbst gegeben. Das ist immer so, wenn ein Mensch einem anderem Tipps gibt und kann auch logisch nur so sein. Es fällt halt leichter, zu anderen was zu sagen als zu sich selbst, denn dann ist man emotional neutraler und ruhiger.)

Gruß

Amatio :-)

EFine_wiie_Lkeixne


ui, das scheint mir aber ein weiser rat zu sein...

Dnie_EhxtravedrtiIerxte


@ mollienchen:

ich danke dir für den Tipp, die Vertrauteren darauf anzusprechen, aber das habe ich bereits getan.

So richtig dazu äußern mag sich keiner. Jedenfalls vermitteln sie mir das alle so, dass man gar nicht mal unbedingt den Eindruck gewinnen müsste, dass es an mir liegt. Viele sagen einfach, dass ihnen der Kontakt 1x pro Woche reiche, dass sie mehrere Tage völlig ohne Kontakt zur Außenwelt auskämen usw. Bei dem einen oder anderen von Euch wird jetzt wahrscheinlich das Argument "Die ruhen in sich" oder dergleichen aufkeimen; aber dem ist ja auch noch nicht mal so. Zum Teil haben/hatten einige von meinen Kontakten massive Probleme (psychische in erster Linie). Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb sich die Freundschaften oder auch Liebesbeziehungen nicht wirklich vertiefen.

Aber ich habe auch wenig Lust, nur oberflächliche Kontakte zu haben. :=o Meistens sind das eher die Komplizierteren, mit denen man die tieferen Gespräche führen kann; gut, obwohl ich an mir

selbst und noch an einer Freundin sehe, dass man nicht zwingend massive Probleme haben muss, um an Tiefergehendem interessiert zu sein (widerspricht sich gerade reichlich - weiß ich). ]:D

@ Amatio:

es ist ja nicht so, dass ich diese "schwierigen Freunde" erst seit einem Jahr habe, sondern ich habe die, seitdem ich so ungefähr denken kann - bis auf die eine oder andere Ausnahme.

Ich lande irgendwie zwangsläufig immer bei den Außenseitern, weil ich zu Schulzeiten selbst einer war. Die Leute, die immer 10 andere um sich herum scharen, waren nie mein Ding. Aber die Außenseiter sind meistens auch die ruhig-introvertierten. (zumindest die, die ich halt kenne). Das sind teilweise auch fast schon Sozialphobiker... oder eben massive Einzelgänger.

Dabei kann ich nicht mal sagen, dass mich diese stark Extravertierten total abstoßen, aber mit denen habe ich selten zu tun, obwohl ich selbst extravertiert bin. ;-D

Ich mag durchaus diese Personen, die andere ständig entertainen (ich tue das ja selber :=o), aber ich wage mich an die freundschaftlich gesehen häufig einfach nicht heran, weil viele davon keinerlei Problem haben, viele Freundschaften zu knüpfen und auch aufrecht zu erhalten. (zumindest ist das so mein Eindruck bei manch einem). :p>

Mittlerweile stelle ich durchaus fest, was für eine Wohltat das ist, wenn man mal Menschen hat, die auch gesprächiger sind. Es ist so auszehrend, wenn man selbst nur macht und tut; aber ich habe halt zeitweise einfach keine anderen Menschen gehabt/kennen gelernt und bin sozusagen bei den Introvertierten geblieben, so nach dem Motto "Besser überhaupt jemand, als gar keiner." :°(

LG

Extra

ak.f8isxh


Na ich denke, mit dem letzten Post hast du dir deine Frage beantwortet:

Du lernst immer nur die Introvertierten kennen, weil du dich an die Extrovertierten nicht rantraust. Diese Unsicherheit von deiner Seite kann sicherlich daher kommen, dass du früher Ausgrenzung erlebt hast und dir vielleicht nicht zutraust, dass du interessant genug bist, um Menschen für dich zu begeistern, die quasi die freie Auswahl haben.

n,ohrsiktdoirol


Du lernst immer nur die Introvertierten kennen, weil du dich an die Extrovertierten nicht rantraust.

hm, Extra, könnte das stimmen? a. fish trifft den nagel auf den kopf?


Mollienchen, das hier:

(Wobei ich die Hamburger ja nicht kenne, vielleicht sind die ja wirklich alle verschlossen wie Austern. ;-) )

war natürlich ein scherz. ;-) ich war auch schon mal ein paar tage in hamburg und sehr begeistert, wie unverschlossen, freundlich und zuvorkommend ein paar hamburger zu mir - als völlig unaufälligem touristen - waren. Ich war sozusagen höchst begeistert von den hamburgern, und die begeisterung wird vermutlich noch millionen jahre andauen. ;-)

D'ie_ExtrMaverpti_erte


es gibt solche und solche - wie wohl überall. Aber dass es Gebiete in Deutschland gibt, in denen man weitaus aufgeschlossenere Leute als hier trifft, ist nicht zu leugnen.

Ja, a.fish hat schon Recht. @:)

C1yrixc


Kann es auch sein, dass du ein gewisses Publikum brauchst, und andere "Entertainer" dir den Raum nehmen? Deshalb suchst du dir vielleicht eher Leute die dir zuhören, denen du von dir erzählen kannst.

Wenn ich zwei Extravertierte beobachte, wie sie sich begegnen, entsteht da meistens gar keine richtige Konversation. Beide plappern drauflos und wollen ihre Meinungen, ihre Ansichten und Stories, was sie so erlebt haben usw, verkünden. Der eine hört dem anderen gar nicht richtig zu, und es gibt bei dem Temperament auch schnell Streit, weil sich beide mit ihrer Art oft in die Quere kommen.

Ich bin auch eher ein Distanzmensch und Eigenbrötler, und Leute wie du suchen oft meine Gesellschaft; weil da mal jemand ist der ihnen seine ganze Aufmerksamkeit schenkt. Nervig wird es nur wenn das in einseitige Quasselorgien ausartet.

Sie: "Ich hab heute dies und das gemacht, bla bla blablabla bla..."

Ich: "Aha, hmm hmm, so so. Ach nein echt jetzt? Ist ja irre. Aber ich denke-"

Sie: "ACH JAAAA, gestern war dies und das, blabla bla bla bla!!!!"

Ich: %-| zzz

Oder ich hasse z.B. auch unangemeldete Besuche, und genau solche Leute platzen ständig ungefragt herein, und meinen, dass man sich darüber auch noch freuen soll. Passieren solche Geschichten zu oft, zieht man sich zurück, und denkt bei jedem Anruf/Besuch: "Oh nein!:-o Die schon wieder!"

DBie_ Ext(raOvertiexrte


Hey Cyric, :p>

z.T. kann das, was du schreibst, natürlich stimmen; wobei ich noch nie ungefragt bei jemandem auf Besuch gegangen bin. Aber wenn du der Auffassung bist, dass selbst bereits Telefonanrufe ein Störfaktor seien. {:(

Was ich im Zusammenhang mit Telefonaten erlebe ist, dass mir das auch teilweise die Leute schon gesagt haben, dass sie bei einigen meiner Anrufe über Monate hinweg nicht ans Telefon gegangen seien. Dass das so ist, mag ja sein, aber die Frage ist, ob man jemandem das wirklich sagen muss? Statt nun einfach zu sagen, ich würde mir wünschen, dass du nicht mehr als 1x wöchentlich bei mir anrufst oder dergleichen, direkt mit so einer Holzhammermethode vorzugehen ??? Ich habe mit dem einen Typen, der mir das so gesagt hat, den Kontakt nach 1-2 Wochen ganz gekappt. Weil andere Freunde von mir auch meinten, dass so etwas eigentlich nicht angehen könne, dass jemand schon fast per se nicht mehr ans Telefon geht und ein Telefonat quasi nur noch zustande kommt, wenn derjenige sich von sich aus bei mir meldet. (wir haben sozusagen nur noch auf Terminbasis telefoniert, was reichlich rigid ist).

Ich habe eigentlich immer angenommen, dass wenn Sympathie, Interesse und Gemeinsamkeiten vorhanden sind, das eigentlich auch ganz gut laufen müsste und nicht nur einmal im Quartal. Klar, ich will auch nicht täglich mit derselben Person Kontakt haben, aber dass die sich mehr oder weniger alle so "anstellen", finde ich relativ heftig. Ich habe ja auch Freunde, die in Dresden, Frankfurt und München wohnen, bei denen das irgendwie nicht so schlecht mit den sozialen Kontakten läuft wie bei mir, und die sind typmäßig nicht unbedingt anders drauf als ich. Also ich meine jetzt nicht total gegenteilig oder dergleichen. Selbst mit diesen Menschen aus den anderen Städten habe ich mehr Kontakt als mit den Menschen, die bei mir vor Ort leben. Mir fällt es schon täglich auf, wie lächerlich das ist.

Meinen einen Freund aus Dresden könnte ich theoretisch jeden Tag anrufen und der würde sich nicht daran stören. Mit der Freundin aus München maile ich mich sogar fast täglich... und mit der aus Frankfurt habe ich täglich ICQ-Kontakt. Ich frage mich ja dann durchaus, ob viele Leute mit dem Nah-Kontakt mehr Probleme haben ??? Wobei die drei obig Genannten alle mehr als einen Freund in ihrer Stadt haben... Ich habe hier in Hamburg eine einzige Person, die ich als Freundin bezeichnen würde. Der Rest sind so ungefähr Grüßkontakte.

Ich habe wie gesagt in den letzten 1 1/2 Jahren um die 15-20 Kontakte abgebrochen. Gut, das resultierte jetzt auch nicht alles aus dieser Dialektik von Nähe und Distanz; aber so langsam fängt mir an, das alles auf den Geist zu gehen. Vor allem gestaltet sich kaum ein Kontakt mal wirklich etwas einfacher.

Da ist dann die eine, die mir bereits Wochen im Voraus sagt, dass sie 3-4 Monate am Stück keinerlei Zeit haben werde, und das ist jetzt keine Managerin, sondern eine Studentin im Grundstudium. Da ist dann dieser andere gewesen, der sich innerhalb von drei Jahren kein einziges Mal mit mir treffen wollte. Unser Kontakt lief nur telefonisch ab. Dann war da dieser eine 30-jährige vom Schachverein, der das mit dem "Ich gehe seit einem Dreivierteljahr kaum noch ans Telefon, wenn du anrufst." gesagt hat. Des Weiteren gab es auch ein paar Zeitgenossen, die mich unerwartet, überraschend angefangen haben zu ignorieren, obwohl wir uns wirklich gut verstanden haben etc. Dass man jemanden so ad hoc, ohne irgendeine Aussprache ignoriert, habe ich noch nie praktiziert.

Eine andere Kommilitonin hat mir im Laufe der letzten Monate mal eben so erzählt, dass sie grundlos Kontakte abbreche. Auf so eine tickende Zeitbombe hatte ich dann auch keine Lust.

Ich breche die Kontakte ja nicht einfach so ab, sondern wenn ich wirklich den Eindruck habe, dass ich da irgendwie nur verarscht, hingehalten, betrogen oder ich weiß nicht, was, werde.

Einfach so aus Lustlosigkeit habe ich nie den Kontakt abgebrochen. Ich verliere auch per se mein Interesse an anderen Menschen nicht so schnell...

LG

Ex

MwolliTeTnchxen


Mollienchen, das hier:

(Wobei ich die Hamburger ja nicht kenne, vielleicht sind die ja wirklich alle verschlossen wie Austern. ;-) )

war natürlich ein scherz. ;-)

Na, da bin ich aber beruhigt. ;-D

Mein Mann und ich, wir haben einen Freund (sein Freund, für mich eher Bekannter), da gehen wir auch schon manchmal nicht mehr ans Telefon, wenn er anruft. Er tut das gar nicht unbedingt oft (und schon gar nicht zu oft), aber wenn er anruft, dann ist es meist, weil er jetzt gerade Bock auf dies und das hat und Gesellschaft braucht (seine Frau reicht ihm anscheinend nicht), und wenn man sagt, man möchte nicht, kriegt man das von ihm mehr oder weniger vorgehalten. Einen guten Grund bringen ist für ihn okay, aber einfach nur "keine Lust" zu haben, akzeptiert er nicht, dann wird er quengelig etc.

Das ist es, was uns an ihm nervt. Er erwartet, wenn er anruft, soll man alles fallen lassen und sofort mitmachen (was auch immer). Obwohl er ansonsten echt okay ist.

Könnte das bei Dir (andersrum) ähnlich sein?

Außerdem finde ich 1x die Woche Kontakt ehrlich gesagt fast schon viel... Und noch mehr ist fast schon zuviel... Ich sehe nichtmal meine Zwillingsschwester, die zwei Straßen weiter wohnt, öfter als eine Woche, meist sogar seltener. Könnte mir durchaus vorstellen, dass manche sich schlicht an der Häufigkeit stören.

Mehr kann man schlecht sagen, man kennt ja den Inhalt der Gespräche/Kontakte nicht.

Dann war da dieser eine 30-jährige vom Schachverein, der das mit dem "Ich gehe seit einem Dreivierteljahr kaum noch ans Telefon, wenn du anrufst." gesagt hat.

Hat er das denn begründet, und wenn ja, wie?

Eins fällt mir noch ein: Leute, die oft und viel Kontakt suchen, sind (zumindest in meinem Bekanntenkreis) schnell verschrien als "hat Langeweile", "braucht Unterhaltung", "weiß nichts mit sich anzufangen", und da haben viele keine Lust drauf.

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