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Wieso lerne ich nur immer Distanzmenschen/ Einzelgänger kennen?

Ctyrixc


Aber wenn du der Auffassung bist, dass selbst bereits Telefonanrufe ein Störfaktor seien.

Es kommt halt darauf an, was das für ein Telefongespräch ist. Du scheinst ja ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis zu haben. Aber gerade bei Männern stößt man damit meist auf Granit, wie du vielleicht schon öfters gemerkt hast.

Wenn Männer telefonieren wird meistens etwas besprochen, abgemacht, es werden Pläne für künftige Aktionen und Treffen gemacht usw. Frauen hingegen reden ja gern und viel darüber was sie so im Alltag erlebt haben, wie sie sich fühlen, was sie innerlich bewegt und ähnliches.

Wenn mich eine Frau alle paar Tage anruft, mit mir über banale Sachen rumlabern will, und ich auf "Hi ich bin's, na wie gehts?" auch nichts eindeutiges antworten kann, krieg' ich die Krise. Selbst meinen besten Freund, den ich seit der ersten Klasse kenne, also schon über 20 Jahre, hab ich dieses Jahr vielleicht nur 5-6 mal gesehen, und ihn das letzte Mal vor 2 Wochen gesprochen. Ich/Er haben halt nicht immer Zeit füreinander, was unserer Freundschaft aber keinen Abruch tut.

Bei manchen Stories die du getextet hast musste ich echt lachen. Wie du z.B. mit einem Typen 3 Jahre (!!!) am telefonieren bist, den du nie zu Gesicht bekommen hast. Ich kann das nicht nachvollziehen, und verstehe nicht was du dir davon erhoffst. Die Zeit die du mit Mister X verplempert hast hättest besser nutzen können.

Nehm es mir nicht übel, aber das klingt alles wie eine Kombination aus naiv+nervig. Das läuft vielleicht unbewusst ab, und du merkst das gar nicht.

DRie_ExktraverRtierxte


@ Cyric:

ja, auch wenn es auf dich lächerlich wirkt, aber wenn man sonst keine weiteren Kontakte hat? Der Kontakt mit dem Telefonmann ist ja nicht per se katastrophal gewesen. Er hat immer so rumargumentiert, dass es für ihn mit dem Telefonieren bequemer sei. Der war halt einfach kein großer Fan davon, am Wochenende etwas zu machen.

Der andere Typ mit dem ISDN-Display hat gemeint, dass ich in irgendwie häufiger kontaktiert habe, als er das gewöhnt war. Und dass ich mal von alleine darauf hätte kommen müssen, dass es zu viel ist. Aber ich hatte mit ihm lange Zeit sehr viel Kontakt - 2-3x wöchentlich. Anstatt einfach zu erwarten, dass der andere das von sich aus merkt, sollte man so etwas auch mal ansprechen. Und wieso spricht er das erst nach einem Vierteljahr, nachdem ich ihn auf diese Anrufsache angesprochen habe, an? Ich bin ja nur davon ausgegangen, dass er häufig nicht da ist, und ich wusste auch nicht, dass er kein ISDN hat.

Bevor ich diese Distanzkontakte hatte, habe ich eine Reihe von Kontakten gehabt, die sich häufiger abgespielt haben. Das war, bevor ich so 20/21 war.

Nun gut, die Personen, auf die ich jetzt gerade anspiele, finden 1x wöchentlich noch tragbar. Ich persönlich finde, dass es da schon in eine distanziertere Richtung geht. Weil z.B. an der Uni sehe ich eigentlich Leute ja auch öfter (und ich meine jetzt nicht die Leute, die man sowieso im Seminar trifft).

Ich gehe zur Uni, habe Nebenjobs, und ein Hobby, dem ich einmal wöchentlich fröne, und dazu noch einige Interessen (Lesen, Stories schreiben, Sport, Zeichnen etc.), aber all das ohne die soziale Komponente ist mir irgendwie zu wenig.

Und ehrlich gesagt, bei mir tut sich nun mal sozial einfach nicht viel. Vielleicht kontaktiere ich deswegen die wenigen Leute, die ich habe, auch mehr. Wobei ich die aber auch selten wegen Banalitäten kontaktiert habe. Wenn, dann war schon immer irgendwas los, oder es war bei denen irgendwas, sodass ich dann angerufen und nachgehakt habe, ob das Problem gelöst ist oder was weiß ich.

Ich kenne das von Schulzeiten oder sonst an sich nicht, dass man nur 1x im Quartal Kontakt hat. Der Freund aus Dresden von mir hat mit seinen Freunden/Bekannten ja auch wöchentlich Kontakt. Was soll daran so schlimm sein?

Hmmmm... stärkeren Kontaktwunsch direkt als Langeweile aufzufassen, finde ich sehr drastisch.

Ok, neben den 8h, die ich täglich für die Uni oder den Nebenjob aufwende, will ich halt auch noch mal irgendwie was anderes haben. Und mich jeden Tag vor den Fernseher oder vor das Internet zu pflanzen, ist mir halt auch zu blöd.

Habe mir auch mal überlegt, mich ehrenamtlich zu engagieren, aber bei den Sachen, auf die ich mich beworben hatte, wollten sie examinierte Sozialpädagogen. Gut, ich habe auch nicht alles davon abgeklopft, was ich gefunden habe. Die Sachen, die mich am meisten interessiert hätten, waren quasi nicht erreichbar, mangels Studienkenntnisse, Mindestalter etc.

Hinzu kommt, ich habe auch mal geguckt, was ich denn sonst noch hobbymäßig machen könnte, um eben auch mal den sozialen Kreis zu erweitern. Aber vieles, was ich gefunden habe, ist extrem teuer, zu zeitaufwändig oder es ist für Senioren angedacht. Da ich Knieprobleme habe, kann ich vielen Sportvereinen nicht beitreten.

Das Beste wäre an sich wirklich so etwas, was in Richtung Schach, Literaturkreise etc. geht, aber ich habe auch kein Interesse daran, 3x in der Woche zu verschiedenen Schachvereinen zu gehen. Zumal es bei mir im nördlicheren Bereich Hamburgs eh keine gibt, die mich wirklich ansprechen. Ich weiß, dass dort vorrangig Senioren sind. Bis auf der, in dem ich angemeldet bin, wobei ich da auch schon 40 Minuten fahre.

Wegen Literaturkreise habe ich auch mal geschaut, aber ich habe nichts gefunden. An der VHS gibt es welche, aber a) sind die teuer und b) weiß ich aus eigener Erfahrung, dass dort das Durchschnittsalter bei 70 liegt (daran hat sich nicht viel geändert, weil ich die eine Leiterin vor ein paar Tagen auch noch mal angerufen habe).

Es stimmt auch tatsächlich, dass ich nicht so richtig weiß, worauf ich meine viele Energie verschwenden soll. Gut, körperlich geht bei mir nicht übermäßig viel. Ich kann mal 30 Minuten am Stück zügig gehen, aber alle Sportarten, die großartiges Joggen, Sprinten beinhalten, kommen für mich nicht in Frage. Tanzangelegenheiten sind auch nichts. Und ich hatte mir auch überlegt, ob ich nicht im gastronomischen Bereich tätig sein könnte, aber dann ist das mit meinen Knieproblemen noch stärker geworden. Ich kann nicht länger als 20 Minuten am Stück stehen. Und nein, das hat mit Trägheit, dem Rücken bspw. gar nix zu tun, sondern ich bekomme richtig heftige Knieschmerzen dann bzw. die sacken mir fast schon weg...

Vielleicht muss ich wirklich noch mal mehr abgrasen oder auch mal Leute fragen, was man generell so machen könnte.

Ich danke Euch für Eure Postings @:)

LG

Ex

Dzie_EZxtraavertaixerte


Mist, sind ein paar Fehler drin.

Also, ich wusste nicht, dass dieser Mann mit dem ISDN überhaupt welches hat, weil er vorher mal meinte, er könne das gar nicht sehen, wer bei ihm anrufe.

D~ie_EHxtrave8r4tiexrte


na ja gut, wenn die Leute einen Partner haben, ist das auch generell noch mal was anderes. Ich hatte jetzt seit 1 1/4 Jahren keinen mehr...

MLollienxchen


Ich glaub, das mit dem Freunde suchen ist schon so ähnlich wie mit dem Partner suchen. Je verkrampfter man einen sucht, desto weniger klappt's - so war's zumindest bei mir. Als ich mir sagte "Gut, dann nicht" und mich richtig aufs Single-Sein einrichtete, lernte ich unverhofft meinen jetzigen Mann kennen.

Hmmmm... stärkeren Kontaktwunsch direkt als Langeweile aufzufassen, finde ich sehr drastisch.

Ich wollte damit auch nicht sagen, dass das bei Dir tatsächlich so ist, aber viele Leute empfinden das so. Nach dem Motto "ich soll jetzt deren Langeweile ausbügeln".

Ich persönlich habe festgestellt, dass Leute interessanter für mich werden, wenn sie nicht bei jedem Schnippen schon da sind oder sich ständig melden.

Ich kannte mal einen Kollegen, den ich erst toll fand, und habe vorsichtig Kontakt gesucht. Dann fing er an zu "klammern", wollte jede erdenkliche Pause mit mir verbringen etc. - da erwachte in mir plötzlich der Fluchtinstinkt und ich wollte ihn einfach nur noch loswerden. Und das obwohl ich vorher mehr oder weniger in den verknallt war.

Ob das den Leuten mit Dir vielleicht so geht?? (Ohne das Verknalltsein, meine ich jetzt, in dem Fall halt auf Freundschaftsbasis.)

Viele schreckt es ab, wenn einer halt "gleich alles" will. So nach dem Motto "ganz Freund oder gar nicht", Zwischending (regelmäßig Kontakt ja, aber nicht ständig) gibt's nicht. Viele fühlen sich dann gleich so verpflichtet.

pYrBeKttycnixce


also ich denke du suchst dir ja "komische vögel"

also sowas kenn ich gar nicht..ich hab meine 3/4 freundinnen (das sind aber wirklich freunde und nicht bekannte) ..und mit denen telefoniere ich alle einmal in der woche...mal ruf ich an..oder werde angerufen...das öftere telefonieren resultiert allerdings daraus das wir dabei dann auch was planen weil wir meist viel unternehmen

muss allerdings sagen das die uni für mich nie eine freunde-suchmaschine war...viele sind mit zu oberflächlich und 90% stehen nur auf profilierungs-smalltalk %-|

p0ret6tynixce


liegt aber vielleicht auch an meiner studium-stadt ]:D

g;oP_up


Hallo Extravertierte,

leider hast Du in gewisser Weise recht :-|. Die Stadt ist sehr entscheidend, bzw. das Bundesland.

Hier sind gewaltige Unterschiede vorhanden. ICh habe selber schon etliche Studien, unzählige Beispiele dafür.

Eins zum Beispiel: Ein NDR-Interviewer fragt mit Kameramann einen Hamburger: Hallo, darf ich Sie kurz stören ? Schmeckt die Currywurst ? Der Hamburger, ohne eine Miene zu verziehen: "Ja". und isst weiter. Einige mögen darüber lachen. Ich finde es krank.

Woher kommst du ? Aus dem Süddeutschen Raum ?

Es gibt ne Faustregel: Umso weiter Du in den Norden kommst, umso verschlossener und schlimmer wird es. Norddeutschland ist am schlimmsten, Kiel ist die Hochburg.

Oder die Werbung: Flensburger Pilsner...das sagt alles aus.

Woran das liegt, kann ich Dir nicht sagen. In Hannover zum Beispiel ist es so, dass die Leute noch nicht mal ihren Mund aufmachen, wenn Du auf Ihren Fuss trittst.

Aber wehe dem Du nimmst am Straßenverkehr teil...hier werden wohl die Agressionen und Frustrationen kanalysiert, echt krass.

Ich finde auch interessant, dass dieses thema noch nicht mehr Aufmerksamkeit in den Medien hat. Wenn Du aufgeschlossene, nette, zuverlässige Leute kennenlernen willst, dann geh nach Dresden oder LEipzig. -nein, ich komme nicht aus Leipzig ;-)

Grüße

X

D ie_EUxtrMaverxtierte


@ mollienchen:

entschuldige, dann habe ich das etwas misslich gelesen. :=o @:) Mir ist jetzt klar, worauf du hinauswillst. Vielleicht sollte ich mich wirklich ein bisschen mehr zusammenreißen künftig.

Es ist ja nun auch nicht so, dass ich täglich die Leute kontaktiere (gut, per Mail vielleicht schon, aber das ist durchaus etwas anderes, und die Leute, die ich via Mail häufiger kontaktiere, stört es auch nicht). Aber ich hatte halt an der Uni einen Bekannten, den ich vor kurzem auch "abgeschossen" habe. Der hat mich wirklich täglich angerufen, und wenn er mich nicht erreicht hat, mehrmalig auf die HandyMailbox gesprochen und es auch auf Festnetz, Handy etc. versucht. Ich dachte immer, bei ihm wäre irgendwas passiert oder dergleichen...

Also wenn ich meine bisherigen Bekannten oder Freunde angerufen habe, dann meist durchaus mit einem Hintergrund (etwas ist passiert, ich wollte mich treffen oder was auch immer).

Vielleicht habe ich es in der Kindheit und Jugendphase einfach zu schlecht gelernt. Ich habe ja auch nie einen richtigen Freundeskreis gehabt. Außer zwischen 13-15 mal kurzweilig sozusagen. Die Personen von damals sehe ich noch nicht einmal mehr.

Um die Frage @ go_up zu beantworten: nein, ich bin gebürtige Hamburgerin, fühle mich aber mitnichten wie eine...

Ich sehe das ja auch in meiner näheren Umgebung:

meine Eltern haben absolut keine Bekannten und Freunde. Meine Tante, mit der wir sehr viel Kontakt haben, auch nicht. (ich zähle jetzt Familienmitglieder zu Bekannten oder Freunde nicht hinzu). Diese eine, die zu mir meinte, sie habe bis Okt./Nov. keine Zeit, hat ja außer mir und ihrem Freund auch niemanden weiter (sie hat ja nicht mal wirklich Bekannte oder so).

Im Kontrast zu meinen Familienmitgliedern oder auch zu der, die bis Okt/Nov angeblich keine Zeit hat, habe ja selbst ich noch mehr "soziale Kontakte", obwohl ich fast schon darüber lachen muss, weil das in meinen Augen auch kein richtiges soziales Netzwerk ist, wie man das heutzutage bezeichnet.

Wenn es darum geht, mal spontan etwas zu machen, z.B. Schwimmen (das muss ja nicht mal den ganzen Tag sein), ins Kino oder einfach mal so brunchen zu gehen, habe ich im Prinzip fast nie jemanden, den ich da mal fragen könnte.

Ich bin ja jetzt schon so weit gegangen, dass ich in einem neuen Schachverein bin, eine Anzeige aufgegeben habe (heute treffe ich mich mit der ersten Person von der Anzeige) und nun auch einen ganzen Haufen dieser "Distanz-Kontakte" aus meinem Telefon- und Mailverzeichnis gelöscht habe.

Ich weiß definitiv nicht, was ich mit Leuten soll, die wirklich nicht mal rudimentär Interesse am Kontakt zeigen, bei denen immer nur ich etwas vorschlagen muss und da ohnehin lausige Ausreden kommen. Vor allem scheinen die ja zu denken, dass man das nicht durchschaut. zzz So beschäftigt man auch ist, aber wenn man wirklich Interesse hat und will, kann man sich auch mal ein paar Stunden freischaufeln.

Ich gehe im Kontrast zu dieser Frau, die bis Oktober keine Zeit hat, neben dem Studium noch arbeiten etc. Ok, wir haben unterschiedliche Studiengänge, aber trotzdem. Ich habe sogar mal Leute gefragt, ob es bei dem Studium, das sie da hat, wirklich so aufwändig ist, dass man permanent am Lernen ist. Und da sie gewiss nicht minderbegabt ist, weiß ich mittlerweile durch die Befragung diverser Leute, dass sie mir einen Bären aufbinden will...

Es ist lustig @ gu_up: dass du mir gerade Dresden vorschlägst, denn mein dortiger Freund formuliert es ja fast ähnlich, dass es bei ihm an der Uni nicht so schwierig sein solle...

Komischerweise, die Leute, die aus dem südlichen Areal Deutschlands kommen, die ich an der Uni kennen lerne, sind irgendwie auch nicht so seltsam zu mir. Ich habe es bei denen seltener, dass ich mit ihnen nicht so zurechtkomme.

Okay, auch wenn das jetzt sehr provokativ-plakativ klingt: aber wenn ich mein Referendariat antrete in einigen Jahren (also ich will noch 2x ins Ausland etc.), dann will ich das woanders machen; weil so richtig halten tut mich hier außer meiner Familie nichts. Das war zeitweise mal anders, aber ich finde, dass diese Bekannt- und Freundschaften, von denen ich hier z.T. erzählt habe, sehr illusorisch, albern etc. waren. Bis auf wenige Ausnahmen....

Liebe Grüße

Ex

MhollieeAnchen


@ Extravertierte:

Vielleicht ist Hamburg dann tatsächlich nicht das richtige für Dich. Mit diesem "hanseatischen" Menschenschlag kommt nicht jeder klar. :-) Mir gefällt's, weil ich selbst nicht grad der Temperamentsknoten bin. Ich neige selbst dazu, Leute mit Ausreden abzubügeln, die dauernd was unternehmen wollen...

Und da kommen wir zu Deiner Ursprungsfrage zurück, ich bin eine, die mit sich selbst ein bißchen psychische Probleme hat und unzufrieden ist, und das ist mit ein Grund zum abbügeln. Weil ich oft denke "Wie kann ich jetzt sorglos irgendwo Eis essen gehen, wenn in mir alles durcheinander läuft?". (Ich arbeite allerdings inzwischen an meiner "Meise"... :=o )

Vielleicht hast Du da echt die falschen "Zielpersonen" im Auge?!

DZie_zExtr+avert4iexrte


Hallo Mollienchen,

mir geht es auch gar nicht darum, dauernd ein großes Programm zu veranstalten - Euer Bekannter scheint da sicherlich noch mal eine Spur schlimmer zu sein :=o - d.h. mir würden auch schon Telefonate, Besuche, Café- oder Restaurantbesuche reichen. Wenn es sich um Studierende handelt, ist es ja an sich auch keine große Sache, sich mal in der Uni oder Umgebung zu treffen. Aber es scheint bei uns hier wirklich wenige zu geben, die daran interessiert sind, ihren sozialen Raum zu erweitern.

Ich hatte es auch schon mehrfach, dass mir das die Leute gesagt haben, dass sie genug Freunde bzw. einen großen Freundeskreis haben und darin niemand mehr Platz hat. Wenn das nun mal eine Person gesagt hätte, aber es waren fünf. Ich finde es persönlich durchaus "krass", so etwas zu sagen. Vor allem kann ich mir das irgendwie gar nicht vorstellen, dass jemand wirklich so viele Leute hat, dass da gar nichts geht. Ob das alles so die guten und tiefen Kontakte dann sind, lass ich mal im Raum stehen. :-/ Vor allem: es gibt zahlreiche Leute, die bei studivz und Facebook weit über 50 Leute in der Liste haben. Mit denen scheinen sie dann ja auch nicht überfordert zu sein... vielleicht ist es auch wirklich so, dass solche Distanzkontakte wie über Facebook, studivz und Konsorten bevorzugt werden? Da reicht es ja, wenn man den Leuten eine kurze Nachricht im Profil hinterlässt oder mal einen Fünfzeiler als PN schreibt. Und man kann die Kontakte da natürlich auch auf einem sehr oberflächlichen Level belassen. Ich treibe mich auch in solchen Portalen herum. (speziell Facebook, weil ich halt Englisch- und Französischsprachige kennen lernen wollte).

Ich habe mich am Sonntag bspw. mit einer zum Brunchen getroffen. Die Frau hatte ich über eine Freizeitpartnergesuchsanzeige kennen gelernt. Wir haben uns um 11 getroffen und um 12:45 hat sie das bereits wieder abgebrochen, weil sie um 13:00 die nächste Verabredung hatte. Bei so etwas frage ich mich dann auch, wie man sich richtig kennen lernen bzw. den Kontakt überhaupt vertiefen will? Weil: wenn man isst, redet man auch nicht die ganze Zeit. Immerhin hatten wir nicht gerade ein kleines Brunch.

Klar, einen ganzen Tag habe ich im Vorwege auch nicht veranschlagt, aber 1 3/4 h ??? So kurz habe ich mich vorher noch nie mit jemandem getroffen, v.a. nicht beim 1. Treffen. Und da sie direkt zum Ende des Treffens vorgeschlagen hat, ins Kino bald zu gehen, bin ich auch nicht davon ausgegangen, dass dieses frühe Abbrechen nur auf Desinteresse gründete. Immerhin hat sie die Verabredung um 13 Uhr ja wohl auch schon vorher gehabt. Vielleicht erscheint es für Euch zu anspruchsvoll, aber ich fand es bisher eigentlich normal, solche Kennenlerntreffen bei 3-4 h anzusiedeln, v.a. wenn man auch wirklich noch richtig Essen geht, sich kennen lernen will und auch noch mal hinterher spazieren geht.

Mittlerweile habe ich auf diese Anzeigegeschichte auch gar keine Lust mehr. a) haben sich teilweise wirklich seltsame Leute darauf gemeldet, also speziell welche, die weit über 40 oder 50 waren, b) scheinen es auch einige als Heiratsannonce interpretiert zu haben und c) haben sich viele schon direkt nach 1-2 Mails nicht mehr gemeldet. Dabei habe ich in der Anzeige schon sehr ehrlich reingeschrieben, wie ich mir das alles so denke... wozu die mich, wenn sie dann gar nicht mehr schreiben, ÜBERHAUPT angeschrieben haben, weiß ich auch nicht so ganz. Ich habe die Anzeige drei Freunde von mir lesen lassen und die meinten dann auch schon so, dass die Anzeige ja nun wirklich schon auf vieles vorbereitet (meine Interessen, Vorstellungen, die letzten Erfahrungen, ohne dass ich mich dabei jedoch in Larmoyanz ergossen habe etc.). Es waren auch zahlreiche Leute dabei, die mir zunächst geschrieben haben, wie ach so begeistert sie von der Anzeige seien, d.h. sie haben diese richtiggehend glorifiziert, und dann haben sie mir auf meine Antwort gar keine mehr geschickt. Dabei habe ich nicht einmal großartig etwas völlig Neues oder Unerwartetes geschrieben. Ich meine, was will man da am Anfang auch großartig schreiben? ]:D

LG

Ex

D.iej_EVxtraQvertiexrte


ich habe jetzt beiläufig von der Frau, mit der ich mich zum Brunchen am Sonntag getroffen hatte, erfahren, dass die sich wohl am Sonntag insgesamt mit drei oder vier Leuten getroffen hat. Das finde ich schon heftig. Ich frage mich v.a. auch, wie man das als Praktikant finanziell "gewuppt" bekommt. Ich könnte mich nicht mit so und so vielen Leuten z.B. in der Stadt treffen, außer ich nuckele wirklich die ganze Zeit an dem billigsten Getränk, welches die Karte zu bieten hat.

M,olliRenchexn


Ob das wohl so'ne moderne "Volkskrankheit" ist, keine richtigen Freunde mehr zu haben? Bzw. Freunde (oder vermeintliche Freunde) genauso in den Terminkalender zu integrieren wie lästige, notwendige andere Termine? Das Gefühl hab ich manchmal...

Ich kannte auch mal eine, mit der habe ich mich ein paar Mal getroffen und es war auch wirklich super und lustig mit der, aber dann passte ich in ihre Pläne wohl nicht mehr rein und schwupps, ohne ein Wort zu sagen war sie vom Erdboden verschluckt. Da kommt man sich leicht verarscht und zum vorübergehenden (bedeutungslosen) Zeitvertreib degradiert vor.

Ich will ja nix sagen, aber irgendwie scheint sich diese Angewohnheit unter Studenten (und überhaupt Akademikern) zu häufen... Ich bin keine Studierte, aber mit einem studierten Mann verheiratet, und da gibt es in seinem Bekanntenkreis auch so Leute, die einen "mal unterbringen" wollen. Manche davon stört es nicht weiter, wenn man zufällig nicht in deren Terminplan passt, andere sind dann direkt beleidigt. Da fragt man sich schon, was stellen die sich unter Freundschaft vor??

Wobei ich da jetzt nicht Akademiker verteufeln will oder so, kenne dieses Phänomen durchaus auch unter Unstudierten. Aber bei den Studierten/Studierenden häuft es sich irgendwie...

Ich persönlich glaube ja, die richtig echten Freundschaften knüpft man in der Kindheit, und alles, was im Erwachsenenalter dazukommt, wird meistens nur lose Bekanntschaft. Ist wohl wirklich so, dass die meisten ihre Freundes-"Netzwerke" schon haben. Ich bin leider eine, die da nix aus Schulzeiten überbehalten hat (auch durch Umzug bedingt), dementsprechend gucke ich auch mitunter in die Röhre und fühle mich freunde-los... Wüßte auch nicht, wie ich es anstellen sollte, neue zu finden. Bekannte finde ich, aber echte Freunde?? Schwierig, schwierig!

Außerdem knüpfen viele ihre Kontakte, glaub ich, auch nach "nützt mir was". Also, einer, der einem mal bei diesem oder jenem Seminar helfen könnte, ist (vorübergehend!) willkommen, alle anderen stören bloß... Einfach nur Freizeit verbringen, ohne jeden "höheren Sinn", das will irgendwie keiner mehr. Mein Eindruck. %-|

Dtie_Ex;traver:tixerte


Hey Mollienchen,

@:) da scheint es bei dir ja doch nicht so wahnsinnig viel anders zu sein. Ok, du bist nicht single. :=o

Na ja, das mit dieser Terminvereinbarung à la Business-Sektor finde ich langsam auch schon krankhaft. Ich handhabe es selber irgendwie auch nicht so. Und ICH bin angehende Akademikerin. lol

Hmmm... das mit meiner Anzeige kannst du in die Tonne treten. Ich habe auch mittlerweile keine Lust mehr dazu. Vor allem scheint auch keiner wirklich daran interessiert zu sein, sich mal zu treffen...

Hast du denn außer deinem Mann noch Kontakte?

Ich schreibe morgen noch mal etwas mehr. Bin recht müde...

Liebe Grüße

Ex

HWessenJ/VWR


Hallo Extravertierte,

also mein Eindruck, den ich nun beim Lesen deiner Postings gewonnen habe:

Du bist kein Stück extravertiert. Du bist schüchtern, hast soziale Angst, lechzt dringend

nach sozialen Kontakten und legst dir eine Maske namens "Die Extravertierte" zu, die dich

glauben lässt, so sei es einfacher, unter die Menschen zu gehen und zu bestehen.

Du schreibst, du würdest Extravertierte ansich auch gar nicht wirklich mögen. Wirklich

extravertierte Menschen verfügen über ein Selbstbewusstsein, das du nicht hast und

es macht dir Angst, wenn Menschen selbstbewusst sind und eine stabile, verantwortungsvolle

Bindung von dir erwarten könnten. Wer selbstbewusst ist, der opfert sich anderen Menschen

nicht so auf, wie du es tust. Wer extravertiert ist, der bietet sich nicht so an, sondern kennt

sich, seine Stärken und Schwächen und weiß, wann es angebracht ist, sich zurückzuziehen.

Ich glaube, dass du den einsamen Menschen, der du früher mal bewusst gewesen bist,

einfach in eine Schublade gesteckt und ein Kostüm angezogen hast, ohne jenen einsamen

Menschen jemals akzeptiert und von seinem Kummer erlöst zu haben.

Extravertierte und selbstbewusste Menschen suchen sich Kontakte, die Bestand haben

und stabil bleiben. Du suchst dir Kontakte, die dich auf Distanz halten und sogar ablehnen.

Vielleicht ist es so einfacher für dich, denn schließlich bist in diesen Konstellationen nicht du

diejenige, die sich eingestehen muss, dass sie mit der Nähe ein Problem hätte, sondern

praktischerweise sind es die anderen, die diese Position vertreten.

Vielleicht solltest du dich dahingehend hinterfragen und einmal kurz die Überzeugung fallen

lassen, du seist "Die Extravertierte". Eigentlich bist du die "Nervige Einsame, die zu jedem

dringend Kontakt sucht, aber mit wirklichen Beziehungen gar nichts anzufangen wüsste."

Wenn die Leute dir signalisieren, dass sie sich einen Dreck um dich scheren, dann laufe ihnen

nicht nach. Wenn sich eine Frau mit dir zum Brunchen trifft, dann akzeptiere es, wenn sie

nach knapp 2 Stunden das Gespräch beendet. Du selbst hättest aus der Not heraus sicherlich

ganze 8 Stunden mit ihr verbracht, nur, um einen sozialen Kontakt betrieben zu haben, aber nicht,

weil du diese Frau wirken kennenlernen und verstehen wolltest. Wenn du dir selbst etwas wert

bist, dann mache dich rar. Man kann sich zu so einem Treffen vornehmen, nach 2 Stunden, egal

wie es läuft, zu gehen und den ersten Eindruck sacken zu lassen. Wenn es schön war, trifft

man sich nochmal. Wenn es nicht gut war, eben nicht. Dazu muss man keine 8 Stunden auf

Teufel komm raus die ganze Lebensgeschichte des anderen reflektiert haben.

Ich denke, dass ich schon gut verstehen kann, was in dir vorgeht. Erstmal, weil ich selbst auch

annäherend in so einer Position steckte, andererseits, weil ich solch einen Menschen wie dich erleben

und kennenlernen durfte. Den Kontakt habe ich nach 6 Monaten auch beendet, weil es einfach keine

gleichberechtigte Bindung war, sondern dieser Mensch immer eine Art "Knecht".

Ganz lieben Gruß

@:)

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